Mobile Website-Ladezeiten: Google Studie legt erschreckendes Ergebnis offen

Mobile Website-Ladezeiten: Google Studie legt erschreckendes Ergebnis offen

Wenn Websites zu lange zum Laden benötigen, sind Nutzer heutzutage sehr schnell geneigt, diese umgehend zu verlassen. Beobachtet man das sich ständig im Wandel befindende Nutzerverhalten, stellt man schnell fest, dass der Konsum immer schneller und die User immer ungeduldiger werden. Lädt die gewünschte Seite zu lang, ist der Absprung nicht weit.
Gemeinsam mit der Mobile Marketing Association (MMA) hat Google die Ladegeschwindigkeiten der 250 meistbesuchten mobilen deutschen Websites untersucht. Das Ergebnis ist katastrophal und zeigt, dass Deutschland die Digitalisierung auch weiterhin verpennt.
Deutsche Websites haben mobil Aufholbedarf
Insgesamt laden nur fünf Prozent der deutschen Websites mobil innerhalb einer Sekunde. Bei den im Chrome User Experience Report untersuchten Seiten ist das Ergebnis noch schlechter: Hier gelingt es lediglich 3,2 Prozent die 1-Sekunden-Marke nicht zu überschreiten. Booking.com führt die Rangliste mit 0,7 Sekunden an, der Abstand zu den nächstplatzierten ist in diesen Maßstäben verhältnismäßig hoch:
Unter den Top Ten finden sich neben Buchungsportalen auch Jobbörsen und Einzelhändler. Quelle: Chrome User Experience Report (Germany, 4G, April 2019), GfK SE (unique users in 2018, 250 domains). Bei Booking.com ist es unser Ziel, eine nahtlose Benutzererfahrung zu bieten – insbesondere auf dem Smartphone. Um das zu erreichen, ist die Geschwindigkeit der mobilen Website eine unserer wichtigsten Prioritäten. Nutzern hilft die schnelle Darstellung von Inhalten dabei, ihre Reisen schneller zu planen. Auf der anderen Seite profitieren wir von besseren Conversions und einer stärkeren Kundenbindung. Damit wir die Nutzererfahrung stetig verbessern und weitere Reibungsverluste vermeiden, haben wir das Thema Webseitenperformance in unsere Produktentwicklungsprozesse integriert.
– Rachit Kulshrestha, Product Manager, Booking.com
Deutschland liegt auch im internationeln Vergleich hinten
Im globalen Vergleich schneidet Deutschland dann auch erwartungsgemäß schlecht ab und landet mit einer durchschnittlichen Ladegeschwindigkeit von 2,6 Sekunden im hinteren Mittelfeld. Taiwan liegt mit aufgerundeten 2,4 Sekunden leicht vor der Schweiz. Insgesamt schaffen es jedoch sieben europäische Länder unter die Top 10, Deutschland findet sich erst auf dem 15. Platz wieder.
Im internationalen Vergleich belegt Deutschland den 15 Platz. Quelle: Chrome User Experience Report, 4G, 6 Millionen Domains, April 2019. Im Ländervergleich mag das Ergebnis nicht ganz so schlimm erscheinen. Doch fallen Conversion Rates gleich um 50 Prozent, wenn mobile Websites etwa drei Sekunden statt einer zum Laden benötigen. Das kann einen massiven Umsatzverlust nach sich ziehen. Die Bedeutung von schnellen Ladezeiten haben bislang anscheinend nur wenige Unternehmen verstanden.
Vor dem Hintergrund, dass bereits 69 Prozent ein Mobilgerät zum Shoppen nutzen, sollte das Ergebnis Besorgnis erregen. Doch nicht nur Händler profitieren von schnellen Ladezeiten, auch der Erfolg des stationären Handels wird beeinflusst: Laut Think with Google recherchieren 62 Prozent der Deutschen vor einem Kauf häufig mobil, um Produkte und Preise zu vergleichen oder sich inspirieren zu lassen. Doch auch Öffnungszeiten oder Bewertungen sind unterwegs immer öfter gefragt. Das Mobile Page Speed ist seit letztem Jahr offiziell Rankingfaktor – das Abschneiden der untersuchten Websites kann demnach bei der Mobile First-Indexierung nur von Nachteil für die Betroffenen sein. Google empfiehlt daher die mobilen Ladezeiten zu priorisieren, um Absprünge und Absatzeinbußen zu vermeiden.

Von Tinder bis TikTok: Die Top Apps im Mai nach Downloads und Revenue

Von Tinder bis TikTok: Die Top Apps im Mai nach Downloads und Revenue

Nach aktuellen Daten von Sensor Tower konnte sich Tinder im Ranking der umsatzstärksten Apps für den Mai an die Spitze setzen. Die Social Downloads werden weiterhin von Facebook dominiert, die Shopping Ads von Amazon; weltweit ist Pinduoduo hier aber auf dem Vormarsch, während in Deutschland noch eBay Kleinanzeigen Vorrang genießt.
Eine Übersicht in die Welt der App Downloads – und Einkünfte aus Apps
Sensor Tower hat jüngst Zahlen zu App Downloads und Nutzerausgaben in Apps bezogen auf den Mai 2019 veröffentlicht. Dabei zeigt sich, dass Facebook in Sachen Social Media das Maß aller Dinge bleibt. Bei den weltweiten Downloadzahlen führt die App klar mit 60,6 Millionen Installs in besagtem Monat. Treiber für das Wachstum war Indien, das für 24 Prozent der Downloads verantwortlich zeichnet, in Indonesien waren es immerhin zwölf, in Brasilien acht Prozent. Facebook wird gefolgt von TikTok, Snapchat und Instagram – wobei Snapchat bei den Downloads aus Apples App Store die Top Position einnimmt.
Top Social Apps weltweit nach Download, Mai 2019, © Sensor Tower Die Download-Zahlen beziehen sich laut Sensor Tower auf Unique Installs. Bei den analysierten umsatzstärksten Apps werden Apple Apps und vorinstallierte Google Apps nicht miteinbezogen. Zudem handelt es sich in der Auflistung um Non-Gaming Apps. Im globalen Vergleich der Player, die aber analysiert wurden, führt Tinder vor Netflix, YouTube und Tencent Video.
Umsatzstärkste Non-Gaming Apps weltweit, Mai 2019, © Sensor Tower Tinder konnte im Mai 2019 Nutzerausgaben von 81,5 Millionen US-Dollar auf sich vereinen. Dabei gingen 47 Prozent der Ausgaben von den USA aus. Mit über 63 Millionen US-Dollar User Spend hat die Netflix App in jenem Monat ebenfalls ein lukratives Geschäft gemacht. Auch hierbei hat fast die Hälfte der Ausgaben in den USA ihren Ursprung.
Uber für unterwegs, Amazon, Pinduoduo oder eBay fürs Shopping
Im Bereich der Travel Apps gibt es einen klaren Sieger, was die Downloadzahlen für den Mai 2019 angeht: Uber. 13,1 Millionen Installs setzen die populäre App auf Platz eins, vor Google Translate oder Waze. Booking landet übrigens auf Platz fünf, Airbnb auf Platz acht.
Die meistheruntergeladenen Apps zum Reisen weltweit, Mai 2019, © Sensor Tower Auch Google Maps wird von Reisenden mit Sicherheit extrem häufig genutzt. Aber diese App taucht nicht auf, weil sie als vorinstallierte Google App nicht in das Ranking miteinbezogen wurde. Ebenso wenig wie in diesem Fall Facebook oder Facebook Lite.
Wer nicht reist, aber shoppt, setzt, global betrachtet, vor allem auf die Amazon App. Fast zwölf Millionen Installs im Mai 2019 sprechen für sich, wiederum ist Indien (mit 41 Prozent der Installs) ein wichtiger Wachstumstreiber. Auf den Folgeplätzen landen Shopee, Wish, Pinduoduo und AliExpress. Obwohl Amazon bei den Downloads insgesamt führt, ist Pinduoduo die Nummer eins vor Amazon beim App Store, während Amazon auch im Google Play Store eine Stufe hinter Shopee steht.
Top Shopping Apps nach Downloads weltweit, Mai 2019, © Sensor Tower In Deutschland zeigt sich im Shopping App-Umfeld allerdings ein deutlich anderes Bild. eBay Kleinanzeigen ist die klare Nummer eins, konnte im Mai 2019 mehr als 800.000 Downloads generieren. Amazon steht auch bei uns auf Platz zwei, was Downloads angeht, komplettiert wird die deutsche Top Fünf aber durch Wish, H&M und OTTO. Letzteres Unternehmen konnte die Downloadzahlen aus dem Mai 2018 (101.000) dieses Jahr deutlich steigern, auf 272.000.
Top Shopping Apps nach Downloads in Deutschland, Mai 2019, © Sensor Tower Sensor Tower hält noch viele andere Daten bereit, die sich auf das globale App-Umfeld beziehen. Dabei können Interessierte sich über umsatzstarke Fitness oder Dating Apps informieren. Insgesamt sind die Daten aber auch für eine Einschätzung des In-App Marketing sowie des aktuellen Nutzerverhaltens relevant. Und je mehr die Apps in den Fokus der Nutzer rücken, heruntergeladen werden und sich oft auch monetarisieren lassen, desto mehr gewinnen auch innovative Marketing-Ansätze für das App-Universum an Relevanz.

Customer Experience: Kompetenz im Datenmanagement entscheidet

Customer Experience: Kompetenz im Datenmanagement entscheidet

Daten sind das neue Gold. Aber wie können Vermarkter von den gesammelten Daten profitieren, wie holen sie das Meiste für ihr Marketing heraus und welche Rolle spielen KI und Maschinelles Lernen dabei? Paige O’Neill, Chief Marketing Officer bei Sitecore, spricht im Interview über die Zukunft des Marketing und die Chancen und Herausforderungen des unaufhaltsamen technologischen Fortschritts. Dabei geht sie auch auf das ungleiche Geschlechterverhältnis in der Techbranche ein und präsentiert ihre Sicht der Dinge.
„Genauso wichtig, wie der Umgang mit ihren Daten ist es, sicherzustellen, dass ihr Unternehmen über die richtigen Grundlagen verfügt“ – Paige O’Neill
OnlineMarketing.de: Wie zentral wird es angesichts der zunehmenden Bedeutung von Maschinellem Lernen und Daten sein, den Zugang zu Daten von Erstanbietern sicherzustellen?
Paige O’Neill: Daten sind von immer zentralerer Bedeutung, um ein erstklassiges Kundenerlebnis zu schaffen. Wir halten Kompetenzen im Datenmanagement jedoch für wichtiger als die spezifische Datenquelle. Unabhängig davon, ob Sie mit Daten arbeiten, die über ihr CRM gesammelt wurden, aus vergangenen Kundeninteraktionen oder ausschließlich aus Quellen Dritter stammen; die Daten sauber und organisiert zu halten ist entscheidend.
OnlineMarketing.de: Obwohl KI und das Maschinelle Lernen in unserem Alltag angekommen sind, scheint es, als gäbe es für Vermarkter noch viel zu tun. Was ist der nächste Schritt? Wie können Vermarkter die Daten nutzen, die sie besitzen?
Paige O’Neill: Ich kann es nicht oft genug sagen: Die Stärke ihrer KI/ML-Fähigkeiten hängt vom Zustand ihrer Daten ab. Daten können unser Feind und unser Freund sein. Zu viele oder falsch markierte Daten machen es schwer, Automatisierungen sinnvoll zu implementieren. Marketingspezialisten sollten damit beginnen die Daten zu organisieren und zu bereinigen, um sicherzustellen, dass sie korrekt und keine Dopplungen vorhanden sind.
OnlineMarketing.de: Was könnte der beste oder praktikabelste Weg sein, um genau das zu erreichen?
Paige O’Neill: Genauso wichtig, wie der Umgang mit ihren Daten, ist es sicherzustellen, dass ihr Unternehmen über die richtigen Grundlagen verfügt, um sein erstes AI/ML-Projekt zu starten. Haben Sie das beste technische Team für den Job eingestellt? Sind die bestehenden Mitarbeiter geschult und darüber informiert, warum und wie die Automatisierung eingesetzt wird? Haben sie ihre Fähigkeiten erst einmal bewertet und die richtige Architektur aufgebaut, sollten sie mit einem begrenzten KI-Projekt klein beginnen. Sobald die Daten und Analysen ausgewertet und als vertrauenswürdig eingestuft wurden, können sie ihre Automatisierungsfähigkeiten skalieren und die KI in andere Bereiche ihrer Organisation integrieren.
OnlineMarketing.de: Werden mögliche weitere Regulierungsprozesse die Entwicklung von AI-basierten Mechanismen und Technologien behindern oder könnten sie künftig auch hilfreich sein?
Paige O’Neill: Die in Europa anstehende Verordnung setzt wichtige Standards für Unternehmen für die Nutzung von Verbraucherdaten und wird hoffentlich zu mehr Transparenz und letztendlich zu mehr Vertrauen, führen. Verbraucher werden sich sicherer fühlen, wenn Unternehmen gleich zu Beginn klar kommunizieren, welche Daten sie sammeln und wie sie beabsichtigen diese zu nutzen.
OnlineMarketing.de: Einer der zentralen Anwendungsfälle für die KI-Technologie ist die Sprachsuche. Wird diese Entwicklung das Sucherlebnis auf lange Sicht noch individueller und persönlicher machen?
Paige O’Neill: Während die KI-Technologie immer ausgereifter wird, ist eine wichtige Barriere, die die KI überwinden muss, der Authentizitätstest für Verbraucher, die mit ihr interagieren. So wie wir Suchanfragen per Sprachbefehl stellen oder auf Webseiten mit KI-gesteuerten Chatbots interagieren, werden diese zu bedeutenden Möglichkeiten für Dienstleistungen und Technologien, um aus früheren Dateninteraktionen zu lernen. In Zukunft eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, authentischere und personalisierte Empfehlungen zu bieten, die alltägliche Aufgaben erleichtern.
OnlineMarketing.de: Können Sprachassistenten bald nicht nur bestimmte Fragen beantworten, sondern den Benutzern auch passende Empfehlungen geben?
Paige O’Neill: Absolut und das passiert bereits heute. Viele der Dienstleistungen, die wir regelmäßig nutzen, lernen ständig von Sprachinteraktionen und Suchen, die wir durchführen und tragen all unsere Daten zusammen. Da sie die Daten unserer Suchanfragen und Einkaufsmuster sammeln und von ihnen lernen, werden wir in Zukunft nicht einmal mehr die Fragen stellen müssen. KI-gestützte Technologie wird die Information, die wir benötigen dann liefern, wenn wir sie benötigen.
OnlineMarketing.de: Wo liegt die Grenze für KI in Bezug auf praktische Lösungen?
Paige O’Neill: Ich bin mir nicht sicher, ob es ein Limit geben wird. Mit fortschreitender Reife der Technologien und dem täglichen Lernen aus unserem Verhalten werden wir nicht mehr durch Fragen oder Suchen versuchen müssen, mit diesen Technologien zu interagieren. Wir werden in eine Welt eindringen, in der Einkaufen, Reiseplanung und andere zeitintensive Aufgaben automatisiert werden.
OnlineMarketing.de: Wenn wir an zukünftige Lösungen und Entwicklungen denken, können AI und Machine Learning vor dem Hintergrund, dass sie unabhängige Vorschläge machen können, ebenso Anlass zur Sorge geben? Würden die verantwortlichen Unternehmen immer in Rechenschaft gezogen werden?
Paige O’Neill: Jedes Mal, wenn ein Unternehmen oder Anbieter mit einem Kunden und seinen Daten interagiert, ist die Verantwortlichkeit entscheidend. So wie wir offen sein sollten, wie wir Daten verwenden, um bessere Kundenerlebnisse zu schaffen, sollten wir auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, wenn diese Erfahrungen nicht nach Plan verlaufen sind. Das Gute daran ist, dass wir als Vermarkter unseren Teil dazu beitragen können, Komplikationen zu vermeiden: Beginnen Sie mit dem Aufbau verschiedener Teams und Content, die helfen, Verzerrungen und schlechte Empfehlungen zu vermeiden.
OnlineMarketing.de: Wenn maschinelles Lernen und KI vielversprechende Elemente eines zukunftsorientierten Marketing-Mix sind, wie können sie dann ordnungsgemäß überprüft werden? Läuft die technologische Entwicklung aus HR-Sicht nicht viel schneller als der Aufstieg gebildeter Talente?
Paige O’Neill: Da diese Technologien immer ausgereifter werden, wird es entscheidend sein, dass wir die richtigen Tests durchführen und verstehen, wie sie in unseren Alltag passen. So stellen wir sicher, dass wir die Auswirkungen verstehen, bevor wir sie in die Öffentlichkeit übertragen. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass wir durch die KI-Anwendungen einen enormen Mehrwert haben werden.
OnlineMarketing.de: Frauen sind sowohl in der Techbranche als auch in anderen Branchen unterrepräsentiert. Wer müsste hier die Verantwortung übernehmen, um das langfristig zu ändern?
Paige O’Neill: Die Wahrheit ist, dass es an uns allen liegt, die Ungleichheit in der Technologiebranche zu bekämpfen. Es ist ein von Grund auf neuartiges Unterfangen, das beim C-Level beginnt und auch jeden einzelnen Mitarbeiter einbeziehen sollte. Sie müssen ein unterstützendes Umfeld haben, das Vielfalt und Integration fördert, messen, wo Sie als Unternehmen sind, und sich Ziele setzen, wo Sie sein wollen. Seien Sie offen und transparent über Benchmarks und Fortschritte. Glücklicherweise haben wir bereits angefangen.
OnlineMarketing.de: Wie können Unternehmen das Geschlechterverhältnis ausgleichen? Brauchen wir Quoten?
Paige O’Neill: Auch wenn man es definitiv nicht auf ein Zahlenspiel reduzieren will, ist es dennoch wertvoll, klare Ziele und Benchmarks zu setzen, die das Management zur Verantwortung ziehen. Diese Ziele sollten nun nicht einfach „X Anzahl Frauen einstellen“ im Unternehmen sein. Stattdessen bitten Sie die Personalabteilung um eine ausgewogene Vertretung von Männern und Frauen im Kandidatenpool, so dass Sie das Spielfeld nivellieren und eine vielfältige Auswahl an Talenten sicherstellen. Unser CEO hat kürzlich eine solche Richtlinie an unsere Personalvermittler herausgegeben, in der er die gleiche Anzahl von Lebensläufen von Frauen und Männern bewertet hat. Infolgedessen haben wir in weniger als einem Jahr die vierte Frau auf C-Level-Niveau in unserem Führungsteam eingestellt.
OnlineMarketing.de: Glauben Sie, dass ein Generationenwechsel auch dazu beiträgt, Vorurteile abzubauen? Im Moment scheinen sich viele Menschen immer noch an eine veraltete Lebensauffassung zu klammern.
Paige O’Neill: Ich sehe aus erster Hand, dass die junge Generation, die ins Berufsleben eintritt, sehr unterschiedliche Vorstellungen und Erwartungen an die Rolle der Frauen im technologischen Bereich hat. Sie haben nicht die vererbten Wahrnehmungen, die einige der älteren Generationen zurückhalten – sie erwarten, dass sie eine gleichberechtigte Stimme und einen gleichberechtigten Platz an diesem Tisch haben. Diese Veränderung gibt mir die große Hoffnung, dass die nächste Generation, anstatt sich mit der Unterrepräsentation von Frauen in der Techbranche abzufinden, dazu beitragen wird, uns zu einem vielfältigeren und gerechteren Arbeitsumfeld zu führen.  
Danke für das Interview!

Wie gut ist dein Affiliate Marketing? Qualität versus Performance

Wie gut ist dein Affiliate Marketing? Qualität versus Performance

Affiliate Marketing ist ein Performance Kanal par excellence, denn bezahlt wird erfolgsabhängig mit Provisionen. Genau das macht den Kanal für Advertiser sehr attraktiv. Der Advertiser oder Merchant erhält jede Menge Traffic, aber Budget muss er nur dann in die Hand nehmen, wenn der Umsatz auch tatsächlich erfolgt. Das zählt als großer Vorteil dieses Marketingkanals, besonders im Vergleich zu Display Anzeigen, bei denen jeder View oder Klick ins Geld geht. Der Erfolg des Affiliate-Kanals scheint leicht messbar zu sein. Wir stellen jedoch fest, dass die Qualität der Ergebnisse nicht immer ausreichend überprüft wird oder besser gesagt: Die Performance wird positiver dargestellt, als sie tatsächlich ist. Wie also lässt sich eine qualitativ gute Performance bewerten?
Das Ziel der Onlinehändler ist in der Regel hochwertiger Traffic, der mit hohen Konversionsraten zu hohem Umsatz führt. Unqualifizierten Traffic und Umsatz gilt es zu vermeiden.
Unqualifizierter Traffic und unqualifizierter Umsatz
Was bedeutet in diesem Zusammenhang unqualifiziert? Im Wesentlichen sind das Umsätze, für die keine Provisionszahlungen gerechtfertigt sind. Das klingt erst einmal logisch, wird aber in der Realität nicht immer umgesetzt. In der Praxis ist es tatsächlich oft schwierig, den qualifizierten und unqualifizierten Traffic bzw. Umsatz voneinander zu unterscheiden. Es ist aber von essentieller Bedeutung diese Unterscheidung durchzuführen, da man den Kanal ansonsten nicht wirklich bewerten kann und zudem Gefahr läuft, ungerechtfertigte Provisionen auszubezahlen. Unqualifiziert ist beispielsweise Umsatz, der ohnehin entstanden wäre oder Traffic, der das Image schädigt. Auch Umsatz, der später rückgängig gemacht wird, ist unqualifiziert, er darf nicht zu Provisionszahlungen führen.
Wichtigste Voraussetzung für eine qualitative Programmkontrolle sind die allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Affiliate Programms. Die AGB geben allen teilnehmenden Publishern die gleichen Bedingungen und sichern einen fairen Wettbewerb untereinander. Dem Onlinehändler geben die AGB die Voraussetzungen an die Hand, Konsequenzen bei Fehlverhalten von Publishern einzufordern.
Welches sind die wichtigsten Qualitätsfaktoren, die du unbedingt beachten solltest?

Eine unter Umständen ganz erhebliche Quelle für zu viel bezahlte Provisionen seitens des Händlers ist das sogenannte Brand Bidding in Kombination. Umsatz und Traffic sollten im Affiliate-Programm immer dann als unqualifiziert gelten, wenn sie durch eine Suchanfrage nach dem Markennamen in Verbindung mit dem Begriff „Gutschein“, „Coupon“, „Rabatt“ oder weiteren Synonymen zustande kommen. Voraussetzung ist die entsprechende Verankerung dieses Verbots in den AGB.
Leider halten sich einige Publisher nicht an die Vorgabe und erschleichen sich die Provisionen für diesen Traffic bzw. Umsatz. Unsere aktuelle Überprüfung der laut 100partnerprogramme.de größten Partnerprogramme mit den gängigen Synonymen für das Keyword „Gutschein“ ergab, dass zwölf Prozent der gelisteten Programme Anzeigen von Affiliates hierfür geschaltet hatten. Oder anders ausgedrückt: Mehr als jedes achte Programm ist heute noch von Brand Bidding in Kombination betroffen! Bei den Programmen, die außerhalb der Top 100-Liste existieren und entsprechend weniger im Fokus stehen, wird diese Quote vermutlich noch viel höher ausfallen. In all diesen Fällen bezahlt der Advertiser zu viel Provision an den Publisher und das Programm sieht erfolgreicher aus, als es tatsächlich ist.
2. Stornoquote
Retouren verursachen im Affiliate-Programm immer Kosten, auch wenn sie korrekt abgerechnet werden und im Nettoumsatz nicht auftauchen. Das Bestreben muss es also sein, die Stornoquote so niedrig wie möglich zu halten. Viele Maßnahmen gibt es hierfür nicht, selbstverständlich aber sollte für jedes Affiliate-Programm eine Stornoanalyse pro Publisher sein. Hierdurch lassen sich Publisher mit extrem hohen Stornoquoten identifizieren und von der weiteren Zusammenarbeit ausschließen. Beispielsweise gibt es Publisher mit Webseiten, die bewusst eine nicht kaufkräftige Klientel anlocken oder mit lockeren Kreditversprechen Umsätze provozieren wollen.
3. Retouren
Für die Bewertung der Affiliate-Kampagne sind die erreichten Umsätze ein wesentlicher Key Performance Indicator (KPI). Zu oft aber werden hierfür Werte ausgewiesen, die nicht ganz korrekt sind. Ist der Zeitraum für die Retourenbetrachtung beispielsweise zu kurz angesetzt, dann wird der ausgewiesene Umsatz zu hoch ausgewiesen. Als Folge zahlt der Advertiser zu viel Provision an den Publisher. Die Performance sieht gut aus, aber sie ist tatsächlich schlechter als dargestellt, denn die Produkte werden nach längerer Zeit noch retourniert. Welche Zeitspanne als Betrachtung für Retouren sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Einflüssen ab, auch von der Produktart. Niedrigpreisige Konsumgüter werden in der Regel schnell ausgeliefert und schnell retourniert. Teure oder sperrige Güter dagegen sind beim Händler nicht immer vorrätig und werden von ihm erst bei Auftragseingang für den Kunden bei seinem Lieferanten angefordert. Dadurch verlängert sich automatisch der Zeitraum, der für die Retourenbetrachtung herangezogen werden muss.
Auch die Bezahlungsart wirkt sich auf die Länge des Betrachtungszeitraums aus, man denke nur an die Unterschiede zwischen Sofortzahlung oder Rechnungskauf. Wichtig: Der zu betrachtende Retourenzeitraum muss zum Händler, den Produkten und durchschnittlichen Retourenzeiträumen passen. Darüber hinaus empfehlen wir immer eine manuelle Freigabe der Umsätze, bevor die entsprechende Provisionszahlung an den Publisher erfolgt, damit eine logische Prüfung stattfinden kann.
4. Kanalfremde Gutscheine
Affiliate Marketing ist ein aktionsgetriebener Kanal. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass Gutscheine und Aktionen sehr wichtig sind. Affiliates versuchen mit einer attraktiven Auswahl an Gutscheinen die Besucher zu Spontankäufen zu motivieren. Es gibt allerdings auch eine Reihe von Gutscheinen, die ganz bestimmten Zielgruppen vorbehalten sind. Besonders wertvolle Klienten werden möglicherweise mit einem Treue-Rabatt bedacht. Oder die Zielgruppe soll ausgeweitet werden, beispielsweise sollen nicht mehr nur Frauen ab 40 Jahren angesprochen werden, sondern neu auch junge Frauen ab 20 Jahren, für die ein spezieller Probier-Coupon eingeführt wird. In diesen Fällen muss darauf geachtet werden, dass der Gutschein in der Zielgruppe bleibt und vor ungewollter Verbreitung geschützt ist. Mitunter kapern Affiliates diese speziellen Gutscheine und bieten sie unberechtigterweise auf ihrer Webseite an. Dieser Traffic muss von der Provisionszahlung ausgeschlossen werden – und die Zusammenarbeit mit dem Publisher sollte überdacht werden.
Fazit:
Der angebliche Erfolg eines Affiliate-Programms hält der genauen Überprüfung viel zu oft nicht stand, da unqualifizierter Traffic bzw. Umsatz in die Betrachtung eingeflossen ist. Eine lasche Qualitätsüberwachung führt zwar zu deutlich höherer Performance des Programms, doch diese erweist sich auf den zweiten Blick als fauler Apfel und kann nicht im Sinne des Onlinehändlers sein. Sogar für das einfach zu überprüfende Brand Bidding in Kombination mit Gutschein-Synonymen werden häufig Provisionen ausgezahlt und der zugehörige Umsatz wird als Erfolg bezeichnet.
Deutlich wird, dass alleinige Performance-Kennzahlen nicht den tatsächlichen Wert des Affiliate-Erfolgs wiedergeben. Nur, wenn die Qualität stimmt und eine den Regeln entsprechende Nettobetrachtung der Umsätze als Basis für Provisionszahlungen herangezogen wird, sind diese Kennzahlen aussagefähig. Jeder Advertiser sollte die wichtigsten Qualitätsmerkmale seines Programms überprüfen und Transparenz für Provisionszahlungen einfordern. Qualität vor Performance, fair und transparent.

Google startet Bericht für Landing Pages von Shopping-Kampagnen

Google startet Bericht für Landing Pages von Shopping-Kampagnen

Bei Google Ads hat es erneut ein kleines Update gegeben, das einigen Marketern gut zupass kommen dürfte. Die Performance von Landing Pages für Shopping-Kampagnen kann bei der Seite für die Leistungsbewertung von Zielseiten eingesehen werden.
Mehr Insights zu den Landing Pages der Kampagnen bei Google Ads
Bei Google Ads wird jetzt auch für die Landing Pages von Shopping-Kampagnen ein Bericht ermöglicht. Google erklärt, dass Marketer so sehen können, welche der Landing Pages dieser Kampagnen die meisten Sales generieren und welche eventuell noch optimiert werden müssen.
Landing Page-Übersicht bei Google, © Google Um Conversions von Landing Pages zu tracken oder auf etwaige Probleme hingewiesen zu werden, können die Marketer die Seite für die Bewertung der Leistung von Landing Pages nutzen.
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Darüber hinaus gibt Google auf einer gesonderten Seite im Support Hinweise dazu, wie Anzeigen und eine Zielseite optimiert werden können. Einige der Tipps für eine gelungene Landing Page beziehen sich konkret auf eine zur Ad passende Zielseite.
Ad und Landing Page müssen korrelieren, © Google Weiterhin fragt Google ab, ob die Seite für Mobile optimiert oder ob die Navigation auf dieser Zielseite einfach genug für die Nutzer ist. All diese Hinweise gilt es zu beachten, damit die Landing Page letztlich zur Conversion beitragen kann. Wie gut diese Seiten schließlich im Kontext von Google Shopping Ads performen, können die Marketer also jetzt bei Google Ads direkt nachvollziehen.

Achtsamer Umgang mit Bildern: Urheberrecht und Digital Marketing

Achtsamer Umgang mit Bildern: Urheberrecht und Digital Marketing

„Bild speichern unter“: Nie war es so einfach, ein Werk beliebig oft zu kopieren und zu verbreiten wie im digitalen Zeitalter. In der Google-Bildersuche finden sich immer häufiger Fotos in druckbarer Qualität und das Teilen geistigen Eigentums benötigt oftmals nicht mehr als einen Mausklick. Die Verlockungen lauern meist schon hinter dem nächsten Link oder Suchergebnis der Google-Bildersuche. Gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen ist zumeist mit einem großen Aufwand verbunden. Unter anderem deshalb trat am 6. Juni nun die Urheberrechtsreform in Kraft. Sie soll das Urheberrecht der EU an die Erfordernisse der Digitalgesellschaft anpassen und für einen ausgereiften Schutz geistigen Eigentums sowie eine bessere Vergütung für die Urheber sorgen.
Was aber bedeutet das für diejenigen, die im digitalen Marketing tätig sind? Worauf sollten sie im Umgang mit Bildern achten? Dürfen weiterhin Gifs und Memes hochgeladen werden? Und wie sieht es mit den viel diskutierten Upload-Schranken bei Plattformen wie Youtube aus?
Plattformen sollen haften (Artikel 17)
Die weitreichendste Reform des Urheberrechts findet sich in Artikel 13, jetzt Artikel 17. Er besagt, dass Betreiber von Plattformen wie YouTube oder Google verstärkt in die Pflicht genommen werden sollen, um die Urheber von Werken zu schützen. Ob das mithilfe von sogenannten Upload-Filtern passiert, die Urheberrechtsverletzungen erkennen sollen, bleibt abzuwarten. Die etwa zwei Dutzend Urheberrechtsanwälte jedenfalls, die jüngst auf dem Kongress der CEPIC (Dachverband europäischer Bildagenturen) auch über das europäische Urheberrecht diskutierten, gehen länderübergreifend davon aus, dass diese Technik nicht über das Gesetz eingefordert wird. Ausgenommen sind ohnehin Anbieter, deren Dienste seit weniger als drei Jahren zur Verfügung stehen und die weniger als zehn Millionen Euro Jahresumsatz bei weniger als fünf Millionen Nutzern machen. Alle drei Bedingungen müssen erfüllt sein, damit das Portal nicht von der Neuregelung betroffen ist. Sollten Youtube, Facebook und Co. Urheberrechtsverletzungen künftig nicht schon vor dem Upload des Materials erkennen und das Hochladen unterbinden, sind sie also haftbar. Man pocht darauf, dass die Plattformbetreiber in Zukunft eine Bewilligung für urheberrechtlich geschütztes Material einholen. Sprich: Diejenigen, die Inhalte wie Videos hochladen, müssen zuvor schriftlich versichern, dass keine Urheberrechte verletzt worden sind.
Google geht da schon mal in Vorleistung und nennt die Urheber, sobald sie in den IPTC-Daten eingetragen sind. Zudem gibt es mehr Informationen für diejenigen, denen das Wort Urheberrecht wie ein Fremdwort erscheint. Übrigens hat Google – ebenfalls auf der CEPIC – ein neues Feature in der Google-Bildersuche vorgestellt. Material von Bildagenturen kann künftig als „Stock“ gelabelt werden und der geneigte Sucher kann explizit Bilder herausfiltern, die lizensierbar sind. Die Google Bildersuche zeigt folgende Metadaten und deren Feldnamen in der aktuellen Adobe Photoshop CC Version:
ErstellerPhotoshop DE: Autor bzw. IPTC-Kontakt:Ersteller // IPTC: Creator
UrheberPhotoshop DE: Namensnennungen // IPTC: Credit Line
UrheberrechtPhotoshop DE: Copyright-Hinweis // IPTC: Copyright (Notice)
Sobald der Urheber in den IPTC-Daten eingetragen ist, zeigt Google diese an (klick aufs Bild für größere Auflösung). Für Unternehmen, die gern und häufig von sozialen Netzwerken und Plattformen wie Youtube Gebrauch machen, heißt es erst einmal nur so viel: Arbeitet weiterhin gewissenhaft, dokumentiert die gekauften Nutzungsrechte, die Urheber der gezeigten Werke und den Copyright-Status. Künftig werden Plattformen diese Informationen in automatisierter, digitaler Form benötigen, damit Uploadfilter tatsächlich vermieden werden können.
Wie sieht es mit Gifs und Memes aus?
Die im Internet sehr beliebten Gifs und Memes, die durchaus Auszüge von bereits bestehenden, geschützten Werken enthalten können, sollen von den neuen Urheberrechtsregelungen ausgenommen sein (übrigens ebenso wie Zitate und Karikaturen), sodass eine Nutzung entsprechender Auszüge „in selbst erstellten Ausdrucksformen“ zulässig ist. Etwas komplizierter wird es durch die Klausel, nach der sich die Betreiber der Plattformen selbst nicht auf diese Ausnahme berufen können. Die Nutzungserlaubnis soll sich nur auf die Inhalte beziehen, die vom User selbst generiert worden sind, nicht auf deren Uploads auf Online-Portale. Und nicht zu vergessen: Kurze Sätze, wie sie in praktisch allen Memes auftauchen, sind in Deutschland genauso wenig wie Werbe-Slogans urheberrechtlich zu schützen, weil sie schlichtweg zu kurz sind.
Herausforderung Bewegtbild
Auch im Bereich des digitalen Marketings ist der „Broadcast Yourself“-Kanal Youtube längst angekommen. Was aber ist bei der Verwendung von bewegten Bildern zu beachten? Greifen wir auf ein Beispiel zurück: Angenommen, ihr wollt einen kleinen Werbefilm für eure Online-Plattform produzieren und dafür auch Mitarbeiter abbilden. Gegenüber dem starren Motiv in der Fotografie stellen 25 Bilder pro Sekunde beim Video die Verantwortlichen vor neue Herausforderungen. So können beispielsweise Urheber- oder Persönlichkeitsrechte in der Videographie schneller verletzt werden. Wer Bewegung ins Bild bringen möchte, ohne dabei rechtliche Risiken einzugehen, sollte sich deshalb vorab – spätestens aber beim Schneiden des Materials – folgende Fragen vergegenwärtigen:
Befinden sich Menschen im Bild, deren Abbildungserlaubnis nicht vorliegt? Wer sich absichern will, klärt die Einwilligung der abgebildeten Personen durch ein entsprechendes Model-Release. In der Regel liegen Einverständniserklärungen und andere Vereinbarungen in standardisierter Form vor. Im Zweifel kann die Marketing-Abteilung oder die hausinterne Bildredaktion weiterhelfen.
Ist ein künstlerisches Werk im Hintergrund zu erkennen – beispielsweise im Büro Ihrer Mitarbeiter – oder ist eine geschützte Marke zu sehen? Hier gibt es für die Freigaben der Urheber ein sogenanntes Property-Release.
Liegt eine Lizenz für ins Videomaterial eingebundene Fotos vor? Wenn ja, sollte je nach Wortlaut der Vereinbarung der Quellennachweis erbracht werden, beispielsweise im Abspann des Films.
Regel Nummer 1 bis 100: Achtsam sein
Neues Urheberrecht hin oder her: Wer weiterhin achtsam im Umgang mit Bildern und Bewegtbildern arbeitet, muss ich keine Sorgen um die Neuerungen machen, bei denen ohnehin erst einmal abzuwarten bleibt, ob und wie sie bestehende Workflows verändern: Ins nationale Recht umzusetzen sind sie nämlich erst bis zum 7. Juni 2021. Natürlich dürfen sowohl Privatmenschen als auch Unternehmen weiterhin Videos auf Youtube stellen, Bilder in Foren hochladen oder andere Plattformen mit kreativen Ideen bestücken. Problematisch wird es nur dann, wenn die Inhalte nicht selbst fotografiert, gedreht oder aufgenommen worden sind. Texte, Fotos oder Videos von Dritten benötigen eine Genehmigungspflicht, ebenso wie urheberrechtlich geschützte Musik. Das ist ja alles nichts Neues. Zwar wird das sogenannte „Provider-Privileg“ – der Überbringer der Inhalte (also die Plattform) muss nicht für das Überbrachte (also die Uploads der User) einstehen – abgeschafft, doch das heißt noch lange nicht, dass die Nutzer nun willkürlich urheberrechtlich nicht geklärte Inhalte ins Netz stellen können, frei nach dem Motto „Es haftet ja ein anderer“. Egal ob es zu automatisierten Uploadfiltern kommen wird, die jedes hochgeladene Material prüfen und gegebenenfalls zensieren, oder ob die Plattformbetreiber in Zukunft eine Bewilligung für urheberrechtlich geschütztes Material einholen werden – entscheidend wird für alle, die mit Bildern, Texten und Tönen zu tun haben, auch in Zukunft sein: Verschwendet nicht zu viel Energie ins Lamentieren. Kennt lieber eure Rechte.
Fazit: Machen statt meckern
Bewahren wir die Ruhe. Die Herausforderung wird sein, die jüngst beschlossenen Reformen so umzusetzen, dass kreative Urheber tatsächlich profitieren und jeder auch wie bisher lizenzierte Medien hochladen kann. Die Plattformen sollen künftig stärker haften, die Nutzer aber sind nicht aus dem Schneider. Wer seine Metadaten (Fotografenname, Releases, Lizenzen) pflegt, kurzum: wer ausreichend digitales Rechte-Management betreibt und seine Bild- und Videodatenbank mit entsprechenden Metadaten versorgt, hat Vorsorge betrieben und kann entspannt in die Zukunft blicken.

Petition gegen Good Omens: Christen fordern Netflix auf Serie von Amazon Prime zu löschen

Petition gegen Good Omens: Christen fordern Netflix auf Serie von Amazon Prime zu löschen

Letzten Monat erschien das Amazon Prime Original Good Omens, die Serienadaption des gleichnamigen Buches, geschrieben von Neil Gaiman und Terry Pratchett. Hierbei handelt es sich um eine Satire zur Apokalypse, welche sich mit der Frage von Gut und Böse befasst. Eine Gruppe Christen zeigte sich besonders verärgert von der Serie. Es handle sich um Blasphemie und satanistische Propaganda, weshalb recht bald eine Petition folgte, die zur Entfernung der Serie auffordert. Leider wurde diese nur an den falschen Streamingservice gerichtet: Netflix.
Warum der Aufruhr?
Good Omens bewerkstelligt es die Apokalypse vollkommen ad absurdum zu führen, wie es die ganze Handlung über spürbar ist. Der Antichrist, Einläuterer des Endes aller Tage, wurde geboren – und bei der Geburt vertauscht. Ein Engel und ein Dämon, welche seit Jahrtausenden unter den Menschen leben und über die Jahre zu besten Freunden wurden, sind nun dazu verpflichtet diesen so aufzuziehen, dass er der eigenen Seite zunutze geführt wird. Der Engel Erziraphael (gespielt von Michael Sheen) soll also seine positiven, der Dämon Crowley (gespielt von David Tennant) seine negativen Einflüsse ausmachen, sodass der Antichrist die Apokalypse einleiten kann. Interesse daran hat keiner der beiden, da diese mittlerweile das Leben unter den Menschen genießen. Die vier gefürchteten apokalyptischen Reiter – Krieg, Hunger, Tod, und selbstverständlich auch Umweltverschmutzung – sind ebenfalls mit von der Partie, dargestellt als Biker.
Die Satire scheut sich also nicht ihr Ausgangsmaterial so weit zu parodieren, wie nur irgend möglich ist, wenn auch nie geschmacklos. Dass sich hierzu dennoch Widersacher finden würden, ist unvermeidlich. Bei Veröffentlichung des Buches verhielt sich dies nicht anders. Dass die Petition ans falsche Unternehmen gesendet wurde, ist bereits kurios genug. Die dazu aufgelisteten Punkte sind jedoch auch eher spezieller Natur.
Die Petition selbst
Der primäre Kritikpunkt der Serie sei, sie fördere Satanismus (wer die Serie zu Ende gesehen hat wird wissen, inwiefern dieser Kritikpunkt nicht allzu zutreffend ist), jedoch sei auch die Gesamtdarstellung dieser moralisch falsch und würde die Weisheit Gottes verspotten. Jedoch wurden noch weitere Kritikpunkte gelistet, darunter folgende:
Gott ist eine Frau
Der Antichrist ist ein Kind, welches die Erde gar nicht zerstören möchte
Engel und Dämon wollen das Ende der Welt nicht einleiten, da diese ihnen mittlerweile gefällt
Es gäbe satanische Nonnen (Der schwatzhafte Orden der Heiligen Beryll)
Der Teufel und Satanisten würden angeblich als gut dargestellt
Weitere mögliche Kritikpunkte wie, dass Adam und Eva nicht als weiß dargestellt werden oder der apokalyptische Reiter Pestilenz im Ruhestand ist, scheinen nicht schwerwiegend genug, um sie zu listen. Die Argumentation hinter der Forderung wirkt nicht ganz schlüssig und es bleibt fraglich, ob die Begründer der Petition die Serie überhaupt gesehen haben oder sie nur ganz prinzipiell einleiteten. Die Petition selbst sammelt weiterhin Stimmen und hat bisher 20.000 von angestrebten 35.000 erreicht.
Was hat der Autor dazu zu sagen?
Für Neil Gaiman war die Serie ein Herzensprojekt, da Mitautor Terry Pratchett ihn noch kurz vor seinem Tod bat, dass diese dem Buch treu sein solle. Da die beiden nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde waren, zeigte Gaiman sich besonders bemüht, dies auch umzusetzen. Viele Fans des Buches erfreuen sich an der Serienadaption und die Rezensionen sind überwiegend positiv, sodass Gaiman über diese Petition hinwegsehen kann. Wie auf seinem Twitter Account zu sehen ist, empfindet er sie tatsächlich als sehr belustigend.

This is so beautiful… Promise me you won’t tell them? https://t.co/thYTOG7GBE
— Neil Gaiman (@neilhimself) June 19, 2019

Doch auch eine Vielzahl religiöser Fans meldete sich zu Wort und widersprach der Petition vehement. Laut eigenen Worten seien die Erzählungen eigener Erfahrungen der Zuschauer mit Good Omens für den Autor einer der bereichernsten, wofür Gaiman sich dankbar zeigt.

I’m a pretty spiritual person. And a Christian who takes the bible seriously. Also I adore Good Omens! I. One of those people who still has my first copy signed (although its kept together by rubber bands) back in the day I even bought copies for my youth pastors. They loved it
— Ben (@BenRoric) June 19, 2019

Weder Gaiman noch Pratchett beabsichtigten einen respektlosen Umgang mit Glaube und der Ausgangserzählung. Dass all dies mit dem nötigen Anstand behandelt wird, war beiden durchaus wichtig und viele scheinen der Ansicht, dass dies auch gelungen ist. So melden sich auch unter anderem Pastoren und Priester zu Wort, welche teils von ihrer Zuneigung gegenüber Good Omens sprechen.

Thank you! If we couldn’t have done it with respect, we wouldn’t have done it. https://t.co/Nc5UK5ydtv
— Neil Gaiman (@neilhimself) June 20, 2019

Good Omens bleibt
Amazon Prime Video wird die Serie natürlich nicht wieder entfernen. Tatsächlich scheint dieser Streamingservice die Situation selbst auch amüsant zu finden. Gestern erst folgte ein Tweet, in dem Amazon Netflix das Angebot stellte, sie würden Stranger Things entfernen, wenn Netflix selbiges mit Good Omens tut.

Hey @netflix, we’ll cancel Stranger Things if you cancel Good Omens. 😉 https://t.co/EJPmi9rL7g
— Amazon Prime Video US (@PrimeVideo) June 20, 2019

Petitionen wie diese gibt es mittlerweile im Übermaß. Auch zur achten Game of Thrones-Staffel wurde per Petition dazu aufgefordert, diese nochmal zu filmen. Selbstverständlich ohne Ergebnis. Dadurch, dass derartige Petitionen mittlerweile bei jeder Kleinigkeit folgen, die einer mal mehr, mal weniger kleinen Personengruppe missfällt, werden derartige Petitionen oftmals nicht allzu ernst genommen. Fans der jeweiligen Serien und Filme können über diese Petitionen solange sie existieren jedoch ein klein wenig schmunzeln.

Millionen falscher Listings bei Google My Business? So reagiert das Unternehmen

Millionen falscher Listings bei Google My Business? So reagiert das Unternehmen

Google Maps ist gerade für die Auffindbarkeit lokaler Unternehmen ein extrem relevanter Faktor. Wer mobil vor Ort schnell gefunden werden möchte, muss sich über Google My Business registrieren. Doch wie sich nun herausstellt, sind Millionen von Einträgen für Google Maps Fake Listings. Wie Google dagegen vorgeht, wurde daher eigens hervorgehoben.
Gut 11 Millionen Fake Listings bei Google Maps
In einem ausführlichen Bericht hat das Wall Street Journal offengelegt, dass Google Maps zahlreiche Unternehmenseinträge beherbergt, die sich als Fakes herausgestellt haben. Die Rede ist von etwa elf Millionen Listings. Auch TechCrunch berichtet über die Entwicklung und es heißt, jeden Monat kommen hunderttausende solcher Einträge hinzu. Während derlei Fake Listings zunächst natürlich den Nutzern schaden, indem sie ihnen falsche Informationen über die Unternehmen darstellen, wird auch den Wettbewerbern geschadet. Und das wahrscheinlich bewusst. Denn, wer immer auch einen grundlegend falschen Unternehmenseintrag erstellt, wird sich davon erhoffen, der Konkurrenz bei Google somit Traffic abzuzweigen – online und letztlich ebenso offline.
Der Missbrauch von Seiten, Plattformen und Apps, die Unternehmen oder Marken für Nutzer präsentieren, ist keineswegs überraschend. Denn das Ranking für lokale Suchergebnisse lässt sich auch mit betrügerischer Absicht verbessern, zumindest kurzfristig. Google aber setzt umfassende Maßnahmen an, um sich dieses Problems zu erwehren. Diese wurden vom Product Director für Google Maps, Ethan Russell, im Zuge des Beitrags im Wall Street Journal noch einmal klar dargelegt.
Was Google gegen Fake Business Listings unternimmt
Nach Angaben im Blogpost wurden bei Google im vergangenen Jahr drei Millionen Fake-Profile entfernt, 90 Prozent davon, bevor ein User sie sehen konnte. Zieht man die kolportierte Zahl von elf Millionen in Betracht, die sich dennoch bei Maps befinden sollen, hat Google hier noch Aufholbedarf.
85 Prozent der Entfernungen konnten mithilfe der internen Systeme vollzogen werden. Dabei wurde insgesamt die relativ geringe Zahl von 250.000 Fake-Profilen von Nutzern gemeldet. Das deutet wiederum darauf hin, dass, selbst wenn sehr viele falsche Profile bei Google Maps auftauchen, diese von den Nutzern gar nicht gesehen werden. Oder aber sie werden nicht als falsch erkannt – und darin liegt die Gefahr, auch für die Wettbewerber. Weiterhin wurden von Google im letzten Jahr 150.000 User Accounts gesperrt. Russell weist auch darauf hin, dass Google inzwischen vermehrt rechtlich gegen jene vorgeht, die Google My Business für falsche Einträge missbrauchen.
Wer Fake Listings bei Google Maps erkennt, kann diese direkt an Google melden oder Änderungen vorschlagen. Und wer sichergehen möchte, dass das eigene Unternehmen bei Google My Business angemessen dargestellt wird, kann auf die Präsentationsrichtlinien zurückgreifen. Zusätzlich stellt Google noch einige Tipps bereit, mit denen Unternehmen das lokale Ranking bei der Suchmaschine auf legalem Wege optimieren können.
Jeden Tag wird Google Maps von mehr als einer Milliarde Menschen genutzt. Die Informationen sollten so akkurat wie möglich sein. Und je mehr Bad Actors, umso rigoroser muss Google bei diesen durchgreifen.
Google ermöglicht Unternehmen mehr Identität in Maps
Womöglich eher zufällig hat Google jüngst in einem weiteren Post angekündigt, dass Unternehmen für ihre Listings bei Google My Business mehr Optionen erhalten, um diese so unikal wie möglich zu gestalten. Außerdem sollen sie besser mit spezifischen Suchanfragen korrelieren.
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Einige Features, die den Unternehmen dabei zugute kommen sollen, sind:
integrierte Firmenlogos im Profil
favorisierte Cover-Fotos
Captions für Bilder
Offline-Materialien
Willkommens-Angebote

Die besten fünf Prozent der Unternehmen, die in einer bestimmten Region angezeigt werden, sollen bei Maps künftig als „Local Favorite“ deklariert werden. Dazu können die neuen Möglichkeiten, um besonders deskriptiv zu sein, definitiv beitragen. Darüber hinaus werden von Google noch digitale sowie physische Ehren-Badges erstellt. Es gilt dann zu gewährleisten, dass diese ebenso wenig an Fake Listings verteilt werden wie das Tag „Local Favorite“.

Gefährliche Deepfakes: Unterschätzen wir das Missbrauchspotential?

Gefährliche Deepfakes: Unterschätzen wir das Missbrauchspotential?

Zurzeit arbeiten Forscher des Max Planck Instituts für Informatik an der Princeton University an einer neuen AI, welche Deepfakes auf eine ganz neue Ebene heben könnte. Die Software analysiert die Transcripts eines Videos und kann anhand dieser das von einer Person Gesagte verändern. Die künstliche Intelligenz ist fähig die Mundbewegungen einer Person zu verändern und im Satz bestehende Worte auszutauschen, zu entfernen oder ganz neue Sätze zu bilden, in derselben Stimmlage der Person im Video, wie The Verge berichtet. Die Forscher scheinen mit ihren bisherigen Fortschritten zufrieden, doch stellt sich die Frage, ob sie die davon ausgehende Gefahr nicht sehen – oder ist diese gar nicht vorhanden?
Wie funktioniert die Technologie?
Um die Verfälschung stattfinden zu lassen, bedient sich die AI diverser Techniken. Zunächst werden die im Video gesprochenen Phoneme isoliert, wobei Phoneme hierbei die jeweils kleinsten sprachlichen Einheiten sind. Diese werden dann mit dazugehörigen Visemen, also der Mimik, beziehungsweise der Bewegung des Mundes, in Verbindung gebracht. Abschließend wird ein 3D Modell der unteren Gesichtshälfte anhand dieser zwei erstellt. Das ist natürlich nur die einfache Erklärung dazu, der tatsächliche Prozess dahinter ist wesentlich komplexer. Eine exakte Erklärung samt Beispielen findet man in diesem Video:
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Veröffentlicht wurde diese Software bisher noch nicht, doch arbeitet Adobe bereits an einer öffentlichen Variante namens „VoCo“, mit der die Bearbeitung solcher Videos so einfach erfolgen soll, wie die von Bildern.
Wie realistisch ist die Fälschung?
Bei Tests ließen sich bisher 60 Prozent aller Befragten täuschen, 40 Prozent erkannten die Fälschung, wobei hierzu gesagt werden muss, dass auch 20 Prozent die Originale für Fälschungen hielten. Sofern solch eine Befragung erfolgt, achten die Teilnehmenden natürlich wesentlich schärfer auf mögliche Verfälschungen und sind dem Wahrheitsgehalt des Videos sehr skeptisch gegenüber, wodurch die Ergebnisse nicht vollkommen repräsentativ sind. Ebenfalls muss dazu gesagt werden, dass die AI noch nicht fehlerfrei funktioniert und somit noch nicht perfektioniert wurde. Es braucht 40 Minuten an Videomaterial um eine erfolgreiche Analyse bereitzustellen. Ebenso können Störungen der Mimik, wie das Berühren des Gesichts mit der Hand, die Analyse vollkommen entwerten und somit nutzlos machen. Des Weiteren trifft auch das Replizieren des Gesprochenen noch auf Probleme, sodass dieses teils nicht authentisch klingen mag. Die Stimmlage lässt sich ebenso nicht verändern, wodurch auch die dahinterstehende Emotion unveränderlich ist. Vor allem die Audioqualität jedoch macht bisher große Fortschritte. Es bleibt eine Frage der Zeit, bis diese Fehler korrigiert werden und somit mittels der Software ein wirklich authentischer Deepfake erstellt werden kann.
Der erste Deepfake ging schon viral
Nichtsdestotrotz wurden mittels dieser Technologie schon erste Personen hereingelegt. Auf Instagram ging ein Video viral, in welchem Mark Zuckerberg seine Macht eingesteht. Das Video ist Teil eines sozialkritischen Kunstprojekts des israelischen Startups Canny-AI, doch ist es authentisch genug, als dass eine Vielzahl von Nutzern den Deepfake für glaubwürdig erachteten und somit das Image vom Facebook-Gründer weiter ankratzen konnte.

Inhalte wie diese verbreiten sich im Internet wie ein Waldbrand und sind mal mehr, mal weniger schädlich. Schließlich gibt es auch humoristische Beispiele wie vom Neo Magazin Royale, das ein Video von Yanis Varoufakis verbreitete, wie er der deutschen Politik den Mittelfinger zeigte – wobei hierbei darüber zu debattieren gilt, wie harmlos der vom Magazin gestartete #Varoufake tatsächlich war. Was für einen Eindruck derartige Deepfakes haben können, zeigen beide Videos allemal. Allerdings gibt es natürlich auch lustige Beispiele. Kürzlich erst ging ein Video viral, in dem der von Kit Harrington gespielte Jon Snow aus Game of Thrones sich für die achte Staffel entschuldigte, welche unter Fans größtenteils schlechte Kritiken erhielt.
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Lässt sich die Gefahr regulieren?
Wenn bereits vergleichsweise harmlose Deepfakes wie die eben genannten für Furore sorgen, lässt sich nur ausmalen was geschieht, wenn Politiker viral gehen, denen über AI Worte in den Mund gelegt werden, die sie nicht gesagt haben. Die Forscher seien sich angeblich der Gefahr bewusst.
Although methods for image and video manipulation are as old as the media themselves, the risks of abuse are heightened when applied to a mode of communication that is sometimes considered to be authoritative evidence of thoughts and intents. We acknowledge that bad actors might use such technologies to falsify personal statements and slander prominent individuals.
Die zur Regulierung gegebenen Vorschläge sind allerdings nur wenig beruhigend. Durch Kontext und Watermarks soll angegeben werden, dass es sich beim Video um ein Deepfake handelt. Die Problematik dabei ist klar: Der Kontext wird bei Zurschaustellung im Internet oftmals ignoriert und auch Watermarks lassen sich in der Regel mühelos entfernen. Die von der AI ausgehende Gefahr lässt sich also nicht angemessen regulieren und könnte dementsprechend für großen Aufruhr sorgen, der sich nicht angemessen nachvollziehen lässt.
Die Forscher geben ebenso an, dass die sich in Entwicklung befindende Technologie auch viele Vorteile hätte. So könnte vor allem die Filmbranche an dieser Technologie profitieren, um misslungene Takes ganz einfach am Computer beheben zu können. Im Vergleich zu den dahinterstehenden Gefahren scheint dies jedoch nur ein sehr schwacher Trost zu sein.

Text Ads im Karussell-Format in Googles mobiler Suche entdeckt

Text Ads im Karussell-Format in Googles mobiler Suche entdeckt

Die Werbeanzeigen in den SERPs bieten Advertisern ein großes Performance-Versprechen, da Nutzer um diese Ads kaum herumkommen. Außerdem fällt die Markierung mit Anzeige beim neuen Layout weniger auf als zuvor. Jetzt hat SEMrush darauf hingewiesen, dass Google mobil Text Ads im Karussell-Format testen könnte. Das verspricht mehr Visibility für mehr Marken. Aber leidet die Conversion?
Text Ads als Carousel gesichtet
In einem Tweet gibt der SEO-Anbieter SEMrush an, dass bei der mobilen Suche mit der Anfrage „xfinity“ eine Carousel Ad-Folge aufgetaucht ist. Dabei handelte es sich bei den einzelnen Ads darin um Text Ads. Dieses Phänomen ist bisher bei Google noch nicht vorhanden gewesen.

A carousel of text ads on mobile is something we’re seeing for the first time 🤔 Has anyone spotted this [email protected]@[email protected]@TheSEMPost ❓ pic.twitter.com/fe7BteeOqy
— SEMrush (@semrush) June 20, 2019

Nun stellt sich die Frage, ob Google die Option derzeit testet. Bekannt sind die Karussell-Ads auch von anderen Plattformen wie Facebook, wo verschiedene Visuals und Textbausteine in eine solche Anzeige integriert werden können. Bei Google finden sich auch Carousel Ads, etwa für Autos; und im letzten Jahr wurde das Format für Shopping Ads getestet, wie unter anderem The SEM Post berichtete. Doch ein sogenanntes Karussell mit verschiedenen Text Ads zu einem konkreten Suchbegriff ist den Usern neu.
Von Google gibt es hierzu bislang keine Angaben. Dabei sind die Möglichkeiten, die mit dem Prinzip einhergehen, eindeutig. Google kann mehr Ads in den SERPs unterbringen, ohne diese damit auf den ersten Blick zu überladen. Außerdem würde dem Bestreben nach mehr Diversität in den Suchergebnissen auf diese Weise sogar im Bereich der bezahlten Ergebnisse Rechnung getragen. Für den Nutzer könnte sich das durchaus als vorteilhaft erweisen. Und für Google wären zusätzliche Werbeeinkünfte damit verbunden; denn so eine Platzierung im Carousel dürfte nicht ganz günstig sein. Allerdings befürchten die Nutzer, dass die CTR und die Conversions leiden könnten. Das kann bei Karussell-Formaten schnell passieren.

Interesting! It’s like a PAA for ads… Wonder how CTR will be affected.
— Itamar Blauer (@ItamarBlauer) June 20, 2019

Nichtsdestotrotz wäre eine Platzierung in einem solchen Format für manche Marken vielleicht erfolgversprechend, weil sie womöglich besser als keine Platzierung in den SERPs sein könnte. Ob es aber überhaupt zu einem solchen Angebot für Advertiser kommt, steht längst nicht fest. Denn Google testet viele Optionen. Diese Text Ads als Carousel wirken jedoch, als würden sie sehr gut in das Umfeld der mobilen SERPs passen.