Tinder überholt Netflix – Einnahmen der App steigen auf über 260 Millionen US-Dollar

Tinder überholt Netflix – Einnahmen der App steigen auf über 260 Millionen US-Dollar

Ende 2016 übernahm Streamingdienst Netflix die Erstplatzierung auf der Liste der meistverdienenden Apps aus dem Non-Gaming Bereich und behielt sie bis zum letzten Quartal bei. Doch jetzt hat eine neue Anwendung die Führung übernommen: die Dating App Tinder ist auf dem Vormarsch, unterstützt von allen Singles, die auf der Suche nach einem Partner sind.
Tinder konnte sich an die Spitze setzen. © Sensor Tower Netflix wollte keine Apple-Steuer mehr zahlen
Dass Netflix jetzt niedrigere Gewinne verzeichnet, könnte daran liegen, dass der Anbieter sich Ende 2018 dazu entschlossen, die sogenannte Apple Steuer nicht mehr zu zahlen. Statt Neukunden die Anmeldung via iTunes durchführen zu lassen, wurden sie auf die Website von Netflix weitergeleitet, um sich dort kostenpflichtig anzumelden. So umging das Unternehmen die Abgaben an Apple, die immerhin 15 Prozent betragen. Wie es nach den jetzigen Entwicklungen scheint, ist die „externe“ Zahlbereitschaft nicht so hoch wie angenommen.
Tinder auf dem ersten Platz mit Tinder Gold
Tinder hingegen gewinnt erfolgreich neue Tinder Gold und Tinder Plus Mitglieder und sichert sich so, nach den Angaben von Sensor Tower den ersten Platz. Im Vergleich zum Q1 2018 konnte die App ihre Einnahmen um 42 Prozent steigern. Die monatlichen Kosten betragen bei den Mitgliedschaften zwischen 15 und 28 Euro. Das Unternehmen veröffentlicht keine landesspezifischen Zahlen, doch weltweit kann die App drei Millionen Gold Mitglieder verzeichnen. Nach Tinder und Netflix sind Tencent Video, iQIYI und YouTube auf den folgenden Plätzen. Alle Anwendungen fokussieren sich auf Streaming, Video oder Musik.
Non-Paid Apps: TikTok auf dem Vormarsch
Wie zu erwarten, dominieren das Ranking nach Downloads im Non-Paid Bereich die Social Media Apps, in dieser Reihenfolge: WhatsApp, Messenger, TikTok, Facebook und Instagram. Im Q1 2019 war TikTok die App mit dem meisten Zuwachs. 188 Millionen Nutzer haben sich die App in besagtem Quartal heruntergeladen. Seit Q1 2018 bezeichnet die einen Zuwachs von 70 Prozent. Den meisten Zuwachs gab es durch die große Nachfrage in Indien. Dort luden sich 88,6 Millionen neue Nutzer die App herunter, in den USA lediglich 13,2 Millionen.
Durch In-App-Käufe konnte auch TikTok in Q1 einiges an Einnahmen generieren (18,9 Millionen US-Dollar weltweit), jedoch bei weitem noch nicht genug, um mit den großen Playern zu konkurrieren. Bei einer Steigerung der Nutzerausgaben um 222 Prozent im vergangenen Jahr kann in den nächsten Quartalen noch eine starke Entwicklung nach oben zu erwarten sein.
Der Google Play Store und der App Store verzeichnen gemeinsam eine Steigerung der Einnahmen um knapp 17 Prozent. © Sensor Tower Bei dem Blick auf die Einnahmen des Apple Stores sowie des Google Play Stores im Vergleich zu Q1 2018 wird deutlich, wie viel Potential in den Anwendungen liegt. Eine Steigerung von 15 Prozent der Einnahmen des App Stores und 20 Prozent des Google Play Stores lassen erkennen, dass Nutzer nach wie vor bereit sind, ihr Geld für Abonnements, zahlungspflichtige Apps oder In-App-Käufe auszugeben. Besonders zahlungswilligen Singles lässt sich sicher noch der ein oder andere Euro für die erhöhte Chance auf das perfekte Match aus der Tasche ziehen.

Search Console Update: Neuer Filter offenbart Klicks, CTR und Co. für Android Apps

Search Console Update: Neuer Filter offenbart Klicks, CTR und Co. für Android Apps

Googles Search Console eröffnet seinen Nutzern immer wieder Wege, um Leistungsdaten einerseits umfassender, andererseits differenzierter zu betrachten. In einem Update zum Leistungsbericht wurden nun Performance-Daten für Android Apps integriert, die mit einer Website des Nutzers zusammenhängen.
Mehr Mobile Insights in der Search Console
Die Search Console sorgt dafür, dass Webmaster ihre Seiten immer aktuell fit für die SEO machen. Doch heutzutage sind nicht allein Websites für das Engagement und den Traffic relevant, sondern genauso Apps. Sofern ein Website-Betreiber eine App von Android in Zusammenhang mit seiner in der Search Console analysierten Seite nutzt, kann er für diese nun vielfältigere Performance-Daten im Leistungsbericht nachvollziehen. Demnach können für diese Apps sowohl die Klicks und die Impressions als auch die CTR und die Position bei einer separaten Suche im Bericht eingesehen werden.
Das bestätigt Google Webmasters auf Twitter:

Do you have an Android App associated with your website? 👉 In Search Console you can now see the app’s clicks, impressions, CTR, and position with a separate search appearance in the Performance report.
— Google Webmasters (@googlewmc) April 8, 2019

Wie Barry Schwartz bei SEO Roundtable berichtet, findet sich in der Console eine Filterfunktion für die Android Apps. Diese war zuvor für AMP-Artikel oder Rich Results usw. vorhanden.
Filter für Android Apps bei der Search Console, Quelle: Barry Schwartz, SEO Roundtable Die ersten Nutzer zeigen sich laut Twitter-Diskussion zufrieden. Doch sie warten nun auf mehr Informationen vonseiten Googles – und wünschen sich eine Übersicht auch für iOS-Apps.
Wie effektiv der neue Filter für die Android App ist, muss sich in der Praxis zeigen. Allerdings dürften differenzierte Performance-Daten aus dem Mobile-Bereich, die mit der eigenen Website in Verbindung stehen, Webmastern langfristig zu einem wichtigen Instrument werden.

Burger King lässt Kunden Werbung der Konkurrenz verbrennen

Burger King lässt Kunden Werbung der Konkurrenz verbrennen

Burger King ließ sich etwas Besonderes einfallen, um sein neues Payment-System in Brasilien zu promoten: Die hauseigene App verbrennt Werbeanzeigen auf dem Mobile Screen. Als Anreiz für die pyrotechnische Spielerei verschenkt die Fastfoodkette kostenlose Whopper.
Der spielerische Einsatz der Flammen als gelungene Promotion für BK Express
Burger King ist immer wieder für eine Überraschung gut. Der Burgergrill fiel zuletzt international mit der „Whopper Detour“ auf, einer Aktion basierend auf Geofencing, die eine Fahrt zu McDonald’s mit einem Gratis-Whopper in der nächsten Burger King-Filiale belohnte. Nun setzt Burger King die Sticheleien gegen seine Rivalen fort. Im neuesten Marketing Coup verwandelt sich die App in ein pyrotechnisches Werkzeug – zumindest virtuell. Dank Augmented Reality erkennt die Software Werbeanzeigen von Rivalen, seien es Plakate, Ads im Magazin oder Coupons, und setzt diese in Flammen. Nach dem Spektakel erscheint auf dem Bildschirm ein Gutschein für einen Whopper.
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Hinter der Idee steckt die Kreativagentur David, genauer gesagt deren Niederlassung in São Paulo. Rafael Donato, Creative Vice-President von David SP, erklärt den Hintergedanken der Kampagne in einem Statement:

Augmented reality is a fascinating tool. And when combined with a little pyrotecnics, is even better. With ‚Burn That Ad,‘ we hacked the competition by leveraging our biggest advantage, which is fire.

Die Aktion soll ein neues Bezahlungssystem in der App promoten: BK Express. Damit lässt sich das Essen vorbestellen und anschließend abholen, ohne in der Schlange warten zu müssen. Ariel Grunkraut, Marketing und Sales Director Burger King Brasilien, ergänzt:

Technology as a means to provide the best customer experience is one of our main investment targets in 2019. To create the BK Express experience, our exclusive payment technology via mobile phone available all around Brazil, we offer some fun interaction in augmented reality for our brand’s lovers through the app. And those using the service also gets a free Whopper.

Die Verbindung zum Alleinstellungsmerkmal Feuer ist schlüssig und die Kampagne geht erneut durch die internationalen Medien. Wir sind gespannt, was sich das Schnellrestaurant als nächstes ausdenkt.

Google Podcasts bringt Suchoption für einzelne Episoden

Google Podcasts bringt Suchoption für einzelne Episoden

Die Präsentation von Podcasts in Apps, bei Streamingdiensten und im Web spielt für die Betreiber eine immer wichtigere Rolle, da sich der Podcast zu einem etablierten und gefragten Format entwickelt. So kommt eine Episodensuche für die Nutzer der App Google Podcasts gelegen, weil sie nicht nur die Orientierung an Podcastnamen, sondern ebenso an einzelnen Themen und Keywords ermöglicht. So können User flexibler auf Podcasts aufmerksam werden.
Neue Funktion für die Google Podcasts App
9to5Google berichtete von der Neuerung, die letzte Woche eingeführt wurde. Ab sofort können bei Googles Standalone Android App für Podcasts, die im Play Store zum Download bereitsteht, mit einer Suchanfrage auch einzelne Folgen der Podcasts gefunden werden. Bis dahin hatte eine bestimmte Suche nur die einzelnen Podcastnamen für die Ergebnisse in Betracht gezogen. Suche ich nach „Programmatic Advertising“, finde ich in der App tatsächlich zahlreiche Folgen von Podcasts, die dieses Thema explizit behandeln – ohne dass der Podcastname das zwingend klargestellt hätte.
Ergebnisse für Podcastfolgen in Googles App bei der Suche nach „Programmatic Advertising“, Screenshot Bei den Suchergebnissen finden sich unter „Folgen“ erst einmal fünf entsprechende Optionen, ein Klick auf „Mehr“ gibt weitere passende Episoden aus verschiedenen Podcasts preis.
Mit diesem Feature ermöglicht es Googles Android App einerseits den Nutzern, tatsächlich genau die Folgen ausfindig zu machen, die zu konkreten Themen Auskunft geben. Andererseits ergibt sich für die Macher von Podcasts die Chance, ihre jeweiligen einzelnen Episoden als Aushängeschild zu nutzen. Denn wenn User in der Google Podcasts App lediglich nach den Podcastnamen gehen, werden sie davon ausgehend nicht zwingend auf die einzelnen und oft diversen Inhalte schließen können.

#RAIN#podcast summit off to great start. @ZackRW, Founder and Head of Product, @Google Podcasts announces search results will include specific episodes via #audio search, and other discovery and uptake tools for the 2 billion Android users. pic.twitter.com/C9fpRvKoJP
— Mossappeal (@mossappeal) March 5, 2019

Schon beim Launch im Juni 2018 hatte Google angekündigt, Barrieren beim Podcast-Hören abbauen zu wollen. Künstliche Intelligenz soll in der App zusätzlich dazu beitragen, dass dem Hörer aufgrund seiner Hörgewohnheiten die passenden Podcasts und Folgen vorgeschlagen werden.
Allerdings bemängeln einige User, dass Autoplay in der App für folgende Episoden nicht abgeschaltet werden kann oder dass ein Auto Download nicht möglich ist. Google hat demnach noch Aufholbedarf.
Die Relevanz für eine geeignete Podcast-Suche steigt
Vor wenigen Jahren waren Podcasts womöglich eine Randerscheinung in Deutschland. Inzwischen hören 22 Prozent (Stand Juli 2018) der Bevölkerung regelmäßig Podcasts und es werden stets mehr. Große Streamingdienste wie Spotify setzen vollkommen auf die Entwicklung. Mit dem Kauf von Podcast-Netzwerk Gimlet Media und der Creator-Plattform Anchor hat das Unternehmen Schritte eingeleitet, um eine vorherrschende Stellung im Audio-Markt um die gestärkte Podcast-Komponente zu erweitern. Nun soll, so berichten Heise und weitere Medien, Spotify besonders auf deutsche Podcast-Formate bauen, um weitere Hörer hierzulande zu generieren; etwa ein Talk mit Palina Rojinksi.
Podcasts sind ein Format, das Hörer auch von Premium-Abonnements überzeugen kann, daher Spotifys Bestreben. Außerdem werden die Hörer, die in der Regel relativ jung, oft gebildet und zahlungsfreudig sind, ebenso durch in den Folgen integrierte Werbung kaum abgeschreckt. Deshalb sind Podcasts ein starker Weg, um mit Inhalten Follower und Einnahmen zu generieren.
Früher hatten alle ne Band, heute haben alle nen Podcast,
sagte OMR-Gründer Philipp Westermeyer 2018 auf der INREACH. Daher sind viele, bereits erfolgreiche Podcasts schon dabei, ihre Monetarisierungspotentiale auszuschöpfen. Für weitere Formate, die für Hörer Folgen bereitstellen, die ihnen weiterhelfen sollen, gilt es, sich prominent zu präsentieren. Und neben Spotify, Soundcloud, iTunes Podlist und Co. bietet Googles Podcasts App eine weitere Möglichkeit. Wer seinen Podcast dort integrieren möchte, kann den Developer Guidelines Googles folgen. Und darauf setzen, dass Folgen mit konkreten Keywords im Titel von potentiellen Hörern schneller gefunden werden können.