Marketing in China: 6 Tipps für den erfolgreichen Einstieg

Marketing in China: 6 Tipps für den erfolgreichen Einstieg

Mit fast 1,4 Milliarden Einwohnern, einer rasant wachsenden und konsumfreudigen Mittelschicht und dem boomenden Online-Handel gilt China weltweit als Zukunftsmarkt. Nicht nur deutschen Händlern, die an chinesische Endkunden verkaufen, auch Unternehmen im B2B-Bereich bietet das Reich der Mitte enormes Potenzial. Neben großen Chancen erwarten Unternehmen aber auch diverse Herausforderungen. Aufgrund des Wettbewerbs reicht „Qualität aus Deutschland“ längst nicht mehr aus, um chinesische Konsumenten zu überzeugen. Wer seine Produkte und Dienstleistungen an den chinesischen Kunden bringen möchte, benötigt zugeschnittene PR- und Marketingaktivitäten.
Mit diesen sechs Tipps bringen Unternehmen ihre China-Strategie auf Erfolgskurs
Tipp 1: Chinas technischen Standard kennen – und halten
China ist der westlichen Welt in Bereichen wie Künstliche Intelligenz, Big Data und Cloud Computing weit voraus und will bis 2025 zur führenden High-Tech-Nation aufsteigen. Mehr als 800 Millionen Chinesen surfen täglich im Internet – 98 Prozent setzen dafür auf das Smartphone. Grenzen zwischen Online- und Offline-Aktivitäten verschwimmen, Kommunikations- und Verkaufskanäle laufen ineinander. Die Entry Points bilden dabei QR-Codes, denen Konsumenten sowohl auf den Einkaufsstraßen und im Einzelhandel als auch in der Online-Shoppingwelt begegnen. Unternehmen, die nach China expandieren wollen, müssen dem insgesamt hohen technologischen Niveau entsprechen und eine Marketing-Strategie entwickeln, in der sich digitale und klassische Instrumente optimal ergänzen. Marketing und Social Media laufen dabei Hand in Hand. Eigene Webseiten, die aufgrund der chinesischen Firewall ohnehin in Fernost gehostet werden müssen, verlieren an Bedeutung.
Tipp 2: Über soziale Medien kommunizieren
Fast alle sozialen Netzwerke aus der westlichen Welt wie Facebook, Instagram oder Twitter sind in China gesperrt. PR- und Marketingverantwortliche müssen sich auf andere Internetgrößen einlassen, die individuelle Anforderungen in Bezug auf Inhalt, Format und Zielgruppenansprache mitbringen. Verstärkt lokal zu denken lohnt sich, denn Chinesen sind verrückt nach sozialen Medien. Unabhängig von der Unternehmensgröße sind offizielle Social Media-Accounts der Kommunikationskanal schlechthin, auch im B2B-Bereich. Ein Muss ist vor allem WeChat: Rund eine Milliarde Chinesen nutzen die Mega-App, die Funktionen wie Chat, Social Media, E-Commerce und Payment in einem Ökosystem vereint. Über WeChat können Unternehmen beispielsweise Produkte verkaufen, live kommunizieren und Kundensupport-Dienste anbieten. In China wird Social Media auch beruflich genutzt. Selbst die interne Unternehmenskommunikation läuft zunehmend über WeChat, weil die Mitarbeiter dort ohnehin anzutreffen sind.
Tipp 3: Kommunikationskanäle strategisch nutzen
Weibo, Kuaishou, Ding Ding oder Douyin – neben WeChat gibt es in China zahlreiche weitere Social Media-Dienste, die Unternehmen je nach Branche, Produkt und Zielgruppe nutzen und permanent bespielen sollten. Botschaften lassen sich vielseitig streuen – nun kommt es darauf an, die Unternehmensstory auf die richtige Art und Weise zu erzählen. Von Bedeutung für den wirtschaftlichen Erfolg sind auch gute Influencer Relations. Chinesen legen viel Wert auf Meinungen aus ihrem Umfeld, und dazu zählen sie auch einflussreiche Blogger, also Key Opinion Leader (KOL).
Vorschnell auf möglichst vielen sozialen Netzwerken aktiv zu werden und beliebig KOL einzusetzen, ist aber nicht zielführend. Unternehmen sollten das Zusammenwirken verstehen und eine passgenaue Strategie und Infrastruktur entwickeln, die Kommunikation, Marketing und Vertrieb zusammenbringt.
Tipp 4: Zielgruppen erkunden
Oft zitiert wird die wachsende Mittelschicht, die eine Vorliebe für das Mobile-Shopping sowie eine erhöhte Affinität für westliche Marken und Produkte hat. Um Zielgruppen im Detail zu verstehen, muss Marketing- und Kommunikationsverantwortlichen aber klar sein, dass China nicht als einheitlicher Markt betrachtet werden kann. Das Reich der Mitte ist fast so groß wie die USA und besteht aus mehr als 20 Provinzen. Regionen sind verschieden weit entwickelt – das spiegelt sich in Unterschieden in Bezug auf Zielgruppenprofile, Konsumverhalten und Gewohnheiten wider.
Tipp 5: Offline-Maßnahmen nicht vergessen
Wenngleich der Online-Bereich einen herausragenden Stellenwert einnimmt, sollten auch Offline-Aktivitäten wie Events, Messen oder Pressekonferenzen in die China-Strategie eingeplant werden. Damit heben sich Marken und Unternehmen aus der Masse hervor und übermitteln Produktversprechen und Markenimage hautnah. Besonders beliebt sind aufwendige Showelemente und Markeninszenierungen, an denen Besucher aktiv mitwirken und die bestenfalls über soziale Medien verbreitet werden können. Unternehmen sind auch hier vor die Aufgabe gestellt, den Anspruch von Qualität und Innovation einer deutschen Marke mit landestypischen Elementen zu vereinen.
Tipp 6: Lokale Besonderheiten wertschätzen
Die Erkenntnis ist nicht neu, aber wichtig: Chinesen ticken anders. Im Kontrast zu ihrem hochdigitalisierten Leben, in dem via Smartphone eingekauft, bezahlt, Taxis bestellt und Arzttermine vereinbart werden, sind die meisten Chinesen nach wie vor eng mit ihrer alten Kultur verbunden. Deutsche Unternehmen, die etwa die Symbolkraft von Farben wie Rot und Gold oder Zahlen (lieber 8, bloß nicht 4) in ihre PR- und Marketingaktivtäten einbinden, können punkten. Einstellen sollten sie sich darauf, dass chinesische Verbraucher Online und Offline eine bunte und informationslastige Umgebung gewohnt sind. Auch Feiertage wie das chinesische Neujahr und damit verbundene Traditionen können für PR-Zwecke eingesetzt werden.
Dieser Text ist der erste Teil einer dreiteiligen Serie zum Thema „PR und Marketing im Reich der Mitte“. Schwerpunkt des zweiten Teils, der in rund zwei Wochen erscheint, wird Chinas Social Media-Welt sein.

IKEA Ad: Wohnzimmer aus Stranger Things, Friends und Simpsons rekreiert

IKEA Ad: Wohnzimmer aus Stranger Things, Friends und Simpsons rekreiert

IKEA ist mit einer simplen, aber medienwirksamen Idee der nächste Marketing Coup gelungen. Für eine umfassende Kampagne wurden drei äußerst populäre Wohnzimmer der Medienlandschaft nachgestellt, komplett mit Möbeln und Dekoration des schwedischen Einrichtungshauses. Dabei geht es um Räume aus den Serien Stranger Things, Die Simpsons und Friends, die Millionen Menschen bekannt sind.
IKEA-Möbel für Kultwohnungen
Die Kampagne, die IKEA zusammen mit Publicis Spain realisiert hat, läuft in den Vereinigten Arabischen Emiraten, online und über Print. Zudem sollen die nachgebauten Räume Kunden dort auch bei einem Live Event präsentiert werden, wie Ad Age berichtet. Der Titel der Kampagne, „Real Life Series“, spielt auf die populären Serien an und darauf, dass sich die Kunden ein Stück davon nach Hause holen können, indem sie die Möbel oder Einrichtungsgegenstände kaufen, die IKEA für die Rekreation der Räume genutzt hat.
Dabei geht es beispielsweise um das mysteriöse Wohnzimmer von Joyce Byers und ihren Söhnen aus Stranger Things.
IKEA Ad mit Verweis auf Stranger Things, © IKEA, Publicis Spain Die Referenz zur ungemein populären Netflix-Serie dürfte viele Zuschauer und Nutzer ansprechen. Vielleicht überlegen sie dann tatsächlich, sich einen Sessel zu kaufen, der im Raum der Byers so gut aussieht und vielleicht auch bei ihnen reinpasst.
Die Wahl der Serien war nicht leicht
Gegenüber Ad Age erklärt Eduardo Marques, der Chief Creative Officer für die Kampagne, dass es gar nicht so einfach war, die drei passenden Serien auszuwählen.
We had a list of 60, so deciding these three was quite a hard decision to make.
Die Werbung, die in den VAE laufen wird, richtet sich mit diesem popkulturellen Hintergrund auch an die vielen Expats im Land; und sie macht international Schlagzeilen. Denn Die Simpsons und Friends sind seit Jahren, Jahrzenten weltbekannt. Um die Wohnzimmer von Homer, Marge und Co. sowie von Monica Gellers Wohnung zu rekreieren, musste aus zahlreichen IKEA-Optionen ausgewählt werden, wie Marques weiter erklärt:
The curious thing [we discovered] is that, actually, you can really find anything at at IKEA. Every object we needed to replace, we had more than three options at Ikea to use. So, the hard work was to select from all these options we had.
IKEA Ad mit Verweis auf Friends, © IKEA, Publicis Spain Der Slogan „For Real Families“ soll nun die Kunden animieren, sich die Einrichtungsgegenstände in die eigenen Zimmer zu holen – und vielleicht auch ein Stück weit die Reminiszenz an Unterhaltungen zwischen Joey, Rachel, Chandler, Ross, Phoebe und Monica. Auch das kultige Wohnzimmer der Simpsons ließe sich sogar nachstellen.
IKEA Ad mit Verweis auf Die Simpsons, © IKEA, Publicis Spain Vielleicht ist das für den einen oder anderen Superfan sogar eine Option. Vor allem aber gewinnt IKEA mit der Kampagne Publicity und wird womöglich noch mehr Kunden in die Warenhäuser und zum Onlineshop locken. Und ab demnächst können diese sogar in der IKEA App direkt Produkte kaufen. So dürfte sich das Möbelhaus darauf einstellen, dass einige Produkte, die in dieser Kampagne auftauchen, bald noch etwas mehr Nachfrage erfahren könnten.
Die grundsätzlich simple Idee könnte andere Marken inspirieren und zeigt: popkulturelle Referenzen funktionieren, weil so ein medienübergreifendes Band mit den potentiellen Kunden geknüpft werden kann. Für die Kunden ist das Schöne: sie können sich, wie bei den Serien selbst, von allem ein bisschen nach Hause holen, wenn sie möchten. Kaufen sie dafür bei IKEA, ist die Marke am Ende der Gewinner.

Soziales & ökologisches Engagement: Mehrwert bei Marken wird Kunden wichtiger

Soziales & ökologisches Engagement: Mehrwert bei Marken wird Kunden wichtiger

Sei es eine Spende für einen wohltätigen Zweck, Fair Trade-Kaffee und Bio-Milch für das Büro oder Mikrokredite für Frauen in Entwicklungsländern: Übernehmen Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung und handeln nach ökologischen Werten, zahlt sich das für sie aus. Warum? Weil Kunden Engagement zu schätzen wissen und es bei ihrer Kaufentscheidung berücksichtigen. Das zeigt eine aktuelle, repräsentative Online-Umfrage von SAP unter Verbrauchern in Deutschland.
Zwei von drei Kunden bezahlen mehr
Ob Umweltschutz, Gleichberechtigung, Bildung oder fairer Handel – nachhaltiger Konsum ist nicht nur ein Trend, sondern eine bewusste Entscheidung von immer mehr Verbrauchern. Demnach sind zwei von drei Kunden (65 Prozent) bereit, tiefer in die Tasche zu greifen, wenn sich der Hersteller eines Produkts sozial engagiert. Dabei spielt es für die Mehrheit (62 Prozent) keine Rolle, wie genau die Marke ihres Vertrauens hier aktiv ist. Wichtig ist, dass sie überhaupt etwas tut und sich für die richtigen Themen einsetzt. Denn: Acht von zehn (79 Prozent) Verbrauchern verschmähen Unternehmen, wenn diese sich für Anliegen einsetzen, mit denen sie nicht einverstanden sind.
Soziales Engagement lohnt sich für Unternehmen. © SAP Zwar bleiben Preise und die bisherigen Erfahrungen, die Kunden mit einem Anbieter gemacht haben, die Top-Kriterien bei der Kaufentscheidung. Schon an dritter Stelle aber kommen die Werte, für die eine Marke steht. Soziales Engagement lohnt sich für Unternehmen insofern auch deshalb, weil sich 55 Prozent der Verbraucher für sozialverantwortliche Käufer halten.
Mit gutem Beispiel: IKEA und Symrise
Soziales oder ökologisches Engagement sind gewünscht, aber wie? Mit gutem Beispiel voran geht IKEA. Der Möbelriese möchte dazu beitragen, die Umweltverschmutzung durch Kunststoff zu reduzieren. Deshalb verwendet IKEA entsorgte Plastikflaschen, um daraus Küchenfronten herzustellen. Weltweit werden pro Jahr mehr als 100 Milliarden Wasserflaschen verbraucht, davon aber nicht einmal jede Dritte recycelt. Der Rest landet auf Müllhalden oder in den Meeren. Oder Symrise, globaler Anbieter von Duft- und Geschmackstoffen sowie kosmetischen Grund- und Wirkstoffen. Das Unternehmen sichert sich nicht nur die biobasierten Rohstoffe für den eigenen Bedarf, sondern schützt gleichzeitig die bedrohten Ökosysteme: Es fördert ökologisch effektive Anbaupraktiken in den Herkunftsländern, vergibt Mikrokredite und investiert in Schul- und Berufsbildung, um die Kleinbauern zu unterstützen.
Erfolgsfaktor: Tue Gutes und rede darüber
41 Prozent der Verbraucher finden eine Marke dann authentisch, wenn sie ihr Handeln öffentlich macht. Zertifikate wie von unabhängigen Prüfern verliehene Gütesiegel oder externe Checks in Form von Testberichten halten 30 Prozent der Befragten für eine gute Orientierung. Darüber hinaus sollten Anbieter sich ihrer sozialen Verantwortung bewusst sein: So finden zwei Drittel, dass Unternehmen zu gesellschaftlichen Problemen und Themen Stellung beziehen müssen – egal, ob es um Umweltverträglichkeit, sauberes Wasser, bessere Bildung, die Gleichberechtigung von Mann und Frau oder mehr Datenschutz geht.
Transparenz ist ein wichtiger Erfolgsfaktor für Unternehmen. © SAP Aber wie die Welt vom gesellschaftlichen Engagement des eigenen Unternehmens wissen lassen und so von einer besseren Reputation profitieren – gegenüber externen Organisationen, Stake- und Shareholdern, Kunden, potenziellen Bewerbern oder Mitarbeitern? Hier gilt der Grundsatz: Tue Gutes – und rede darüber. Neben klassischer Pressearbeit lassen sich diese Themen beispielsweise gut für Social Media-Kanäle aufbereiten – also mit Texten und Teasern auf LinkedIn oder Xing, Posts, Bildern, Videos und Grafiken auf Twitter oder Instagram, YouTube oder Facebook, aber auch im unternehmenseigenen Blog oder anderen Kanälen ihres Intranets.
So können Unternehmen mit ihren Zielgruppen ins Gespräch kommen und ihr nachhaltiges Handeln thematisieren. Laut SAP-Umfrage ein Weg, den bisher nur wenige Unternehmen nutzen: So findet es zurzeit fast jeder dritte befragte Verbraucher schwierig, überhaupt herauszufinden, wie sich einzelne Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen. Neben einzelnen Videos, Fotos, Grafiken und Texten für die genannten Kanäle ist auch ein umfassender Nachhaltigkeitsbericht eine Option, um sein soziales und ökologisches Engagement zu dokumentieren. Wer über eine solche Publikation nachdenkt, sollte gewisse Standards berücksichtigen. Außerdem steigert die Teilnahme an Wettbewerben wie Mein gutes Beispiel der Bertelsmann-Stiftung die Aufmerksamkeit für solche Themen, innerhalb wie außerhalb des Unternehmens.

Rap Hack: Mit manipulierten Klickzahlen bei Spotify und YouTube in die Charts

Rap Hack: Mit manipulierten Klickzahlen bei Spotify und YouTube in die Charts

Die Diskussion um die Klickzahlmanipulationen sind keine Neuheit. Für Furore sorgt das Video zum Rap Hack vom Y-Kollektiv dennoch, weil darin detailliert Praktiken dokumentiert werden, die die Klickzahlen der Musiker bei digitalen Plattformen wie YouTube und Spotify schnell in Millionenhöhe treiben. Dabei geht es nicht mit rechten Dingen zu und die Popularität bestimmter Songs und Künstler entpuppt sich als geradezu konstruiert.
Der Rap Hack: Neue Methode, um Stars zu schaffen
Im Musikgeschäft geht es darum, Stars zu stilisieren, Persönlichkeiten zu Aufmerksamkeit zu verhelfen und Hörer für deren Songs zu generieren. All das zielt darauf ab, Geld zu verdienen. So wurden früher von Managern auch gerne mal massenhaft CDs selbst gekauft, damit der Einstieg ihrer Künstler in die Charts erleichtert würde. Und Manipulation im großen Stil findet in der Branche auch seine Beispiele, man denke nur an Milli Vanilli.
Heutzutage zählen für Künstler aber auch die Metriken der relevanten Musikstreaming-Plattformen, allen voran Deezer, Apple Music, Amazon und Spotify. Bei diesen lassen sich, wie ein aktuelles Video vom Y-Kollektiv darstellt, Klickzahlen für einzelne Songs jedoch einfacher manipulieren, als so mancher gedacht haben dürfte. der Reporter Ilhan Coskun trifft im Video auf einen anonymisierten sogenannten Social Media-Experten, genannt Kai, der angibt, dass er Songs, gerade im Bereich Deutschrap, zum Durchbruch verhelfen kann. Dabei hackt Kai die Charts, indem er mithilfe eines regelrechten Konglomerats von Accounts die Songs in einer Dauerschleife in Playlisten abspielt und ihnen somit immer neue Zugriffe beschert. Woher er die Daten für die Vielzahl an Konten hat, erklärt er nicht.
Es ist mega einfach aus dem Nichts in die Charts zu kommen,
wird Kai zitiert. Dafür braucht es dann nur Geld. Um das zu überprüfen, hat Ilhan Coskun eigens einen Song mit Video erstellt, der – als Experiment gedacht – zu Popularität kommen sollte. Coskun ist eigentlich Kameramann und kein Rapper. Zusammen mit Freunden aus der Rapszene arbeitet er jedoch das Video 8K aus. Dieses hat inzwischen über 500.000 Views bei YouTube. Kai geht aber davon aus, dass es zwischendurch vonseiten YouTubes Strikes gab. Bei Spotify gab es fast 100.000 Abrufe, obwohl Ilhan Coskun kein Geld investiert hat.
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Zum Star ist Coskun allerdings nicht geworden. Wie schafft es Kai mit seinem Social Media-Team also, andere Rapper groß zu machen, indem Klicks manipuliert werden?
250.000 Accounts in Deutschland hören auf Dauerschleife
Kai gibt an, dass er eine Viertelmillion Accounts in Deutschland steuert, die Songs, die er pushen soll, in Dauerschleife in eigens erstellten Playlisten „hören“. Dabei werden übrigens auch andere Rapper in die Listen integriert, die gleichzeitig von der Praktik profitieren, ohne daran beteiligt zu sein. Das wird gemacht, damit Spotifys Algorithmus keinen Verdacht schöpft.
Ein Beispiel, das Kai gibt, ist der Account von Rapper Sero El Mero, bis dato eher unbekannt. Sein Track Ohne Sinn hat inzwischen über sechs Millionen Aufrufe bei YouTube und wurde erst Anfang Mai hochgeladen.
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Schon sieben Minuten nach dem Upload hatte es über 12.000 Likes und nur 24 Stunden später war es auf Platz eins der YouTube Trends. Kai hatte im Vorwege auf die wundersame Entwicklung hingewiesen. Er gibt aber auch an, dass er damit nichts zu tun hat und es für eine Manipulation keine Beweise gebe; aber Anzeichen seien da.
Als weiteres Beispiel nennt Kai die Summe, die ein Rapper mit nur einem Beispiel-Song und lediglich bei Spotify verdient hat: 256.000 US-Dollar. Die Effekte sind also enorm.
Keine Sicherheitsmechanismen?
Illegitime Praktiken zur Unterstützung von Songs und Künstlern gibt es viele, dafür muss nur ein gewisses Startkapital investiert werden. Möglich gemacht wird die Manipulation der Klickzahlen aber auch, weil die betroffenen Plattformen keine ausreichenden Sicherheitsmechanismen haben. Das bestätigt der „Social Media-Experte“ Kai. Außerdem wird in der Y-Kollektiv-Doku deutlich, wie gehackte Nutzerdaten für letztlich illegale Zwecke eingesetzt werden können.
Ilhan Coskun hat seinen Track bei den Streamingplattformen entfernt, weil er damit kein Geld verdienen möchte. Bei YouTube könnt ihr euch sein Video aber noch anschauen.
Es gibt in der Dokumentation keine Beweise dafür, dass bestimmte Künstler wie Sero El Mero und deren Labels in den Klickkauf involviert waren. Daher hat sich beispielsweise Groove Attack inzwischen von den impliziten Vorwürfen distanziert.

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Statement zum Beitrag „Der Rap-Hack: Kauf dich in die Charts! Wie Klickzahlen manipuliert werden“ von Y-Kollektiv/funk Funk veröffentlichte gestern den o. g. Beitrag und nannte dabei Groove Attack und Groove Attack TraX im Kontext mit Streaming-Manipulationen. Für den Beitrag haben wir vorab Interview-Fragen schriftlich beantwortet. Der Beitrag hat bei vielen Musikfans für Verwirrungen gesorgt. Groove Attack & Groove Attack TraX stellen klar, dass wir zu keinem Zeitpunkt Klicks gekauft oder sonstige Manipulationsbestrebungen unternommen haben, um Artists künstlich zu Ruhm zu verhelfen. Der große Erfolg unseres Künstlers Mero hat dazu geführt, dass auf Betreiben einer der Major-Companies eine Überprüfung der Streaming-Zahlen erfolgte. Die GfK stellte fest, dass die Abrufzahlen hoch seien, konnte aber keine Auffälligkeiten feststellen. Wir sind traurig, dass verdienten Künstlern aus unserem Hause unterstellt wird, dass ihr Erfolg auf Fälschungen basiere. Hunderttausende Fans hören täglich ihre Musik, haben Tickets für die Konzerte gekauft und folgen ihnen in den sozialen Netzwerken. Sie sind die Basis für den Erfolg, ihnen gebührt unser Dank!
A post shared by Groove Attack (@grooveattack) on May 24, 2019 at 8:23am PDT

Während der Rap Hack also nicht klar beweist, an welcher Stelle Klickzahlen manipuliert, ja gekauft werden, zeigt das Video doch die Möglichkeiten dazu auf.
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Und wieder einmal basieren diese auf zahlreichen gehackten Nutzerdaten. Das Geschäft mit diesen bleibt also in der Digitalbranche ein immens großes und kann womöglich unbekannte Künstler zu Stars machen und den involvierten Managern und Labels viel Geld einbringen. Die Daten sind das große Potential für Werbung und Klicks in jedweden Digitalbereichen. Dass damit ganz besondere Leistungen erzielt werden können, wenn es um Metriken geht, die auf technologischen Werten basieren, steht außer Frage. Vielleicht müssen also auch in der digitalen Musikbranche die Kennwerte für Erfolg neu zur Diskussion gestellt werden. Zumindest aber gilt es, die Prüfung und die Sicherheit bei YouTube, Spotify und Co. zu verschärfen.

Schon vor der Einführung von iOS 13: Screenshots des Dark Mode geleakt

Schon vor der Einführung von iOS 13: Screenshots des Dark Mode geleakt

Am dritten Juni wird die Keynote zur folgenden WWDC von Apple stattfinden, zu der bekannterweise Apples neueste Änderungen offengelegt werden. Doch schon jetzt kursieren Screenshots im Netz, die das Aussehen eines neuen Features zeigen.
Exklusive Screenshots zeigen den Dark Mode unter iOS 13
Die Screenshots von 9to5 Mac zeigen das aktuellste Betriebssystem iOS 13, das mit einigen Veränderungen aufwartet: so kann unter iOS 13 der Dark Mode mobil über die Einstellungen oder über das Control Center eingestellt werden. Auf dem Homescreen ändert sich dadurch nur der Hintergrund des Docks, der statt hell jetzt dunkel gehalten wird. 9to5 Mac stellt die Vermutung in den Raum, dass auch neue Hintergründe zur Verfügung gestellt werden, die sich besser mit dem Dunkelmodus vertragen. In der Musik-App hingegen wird der gesamte Hintergrund schwarz, was sich besonders auf den Akku von OLED-Bildschirmen positiv auswirken sollte. Der Text ist weiß gehalten, doch für die Buttons und Links entschieden die Designer bei Apple sich für Rot, was teilweise etwas schwierig zu lesen sein kann.
Der neue Dark Mode unter iOS 13. © 9to5 Mac (Klick aufs Bild für eine größere Ansicht) Über weitere Veränderungen wird schon spekuliert
Auch auf Level des Betriebssystems gab es Änderungen. Die Oberfläche, die nach einem Screenshot erscheint, ist nicht mehr grau, sondern jetzt lediglich eine verzerrte Darstellung des Hintergrunds und die erscheinenden Tools sind deutlich realistischer als zuvor gestaltet. Auch in der Erinnerungen-App und den Apps „Find My Friends“ und „Find My Phone“ wird einiges geändert. Letztere sollen zu einer App zusammengefasst werden, die auch den Dark Mode unterstützt.
Wie üblich wird die Entwickler Beta-Version von iOS 13 vermutlich am Tag der Keynote zugänglich werden. Die öffentliche Beta-Version folgt dann einige Wochen später. Fans des Dark Mode werden sich also noch etwas gedulden müssen bis die Funktion auf ihren Geräten verfügbar ist.

Kreative Disruption beim ADC Festival: Wie bahnbrechend muss Werbung sein?

Kreative Disruption beim ADC Festival: Wie bahnbrechend muss Werbung sein?

Wir müssen instinktiv sein, nicht kreativ – vor der Zeit. Wer kreativ ist, denkt schon zu lange nach. Was der Performance-Künstler Jonathan Meese fast schon pathetisch beim ADC Festival in Hamburg vorträgt, gibt der Kreativszene zu denken. Wie muss die Kommunikation – gerade auch im digitalen Raum – beschaffen sein, um zu überzeugen, um innovativ und wirkmächtig zugleich zu sein. Kann eine KI kreativ sein, wie helfen uns Daten bei kreativen Werbelösungen und wo gilt es die Disruption zu begrüßen, wo müssen wiederum alte Muster fortgeführt werden. Eine Reise durch die Kreativszene.
Warum sind wir kreativ?
Das Festival des ArtDirectorsClub (ADC) beschäftigt sich mit exzellenter kreativer Kommunikation, für die der Club selbst sieben Grundsätze aufgestellt hat. Der erste Grundsatz: diese Art der Kommunikation „hat eine Idee“. Das klingt profan und ist doch höchstdiskutabel. Eine Idee ist auch für die Marketingkommunikation immer äußerst relevant, aber wann wird sie wirkungsvoll? Performance-Künstler Jonathan Meese fordert die Hinwendung zum Instinkt, um über den Prozess der Kreation nicht schon anachronistisch zu werden. Doch dieser Sprung erscheint für die Werbung zu groß und unsicher. Heutzutage geben uns Daten und Targetingoptionen klare Muster für die Ansprache vor und die Kreation entscheidet oft über besondere Kampagnen oder solche, die allzu wenig Beachtung erhalten.
Der Regisseur Hermann Vaske stellt in seinem Filmprojekt die Frage „Why Are We Creative“?
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Über 30 Jahre hat er populären Künstlerinnen und Künstlern diese Frage gestellt, um dem Phänomen Kreativität auf den Grund zu gehen. Ähnliches versucht das ADC Festival selbst auch. Wenn etwa Pierre Fautrel, der Teil des Künstlerkollektivs Obvious ist, welches per Algorithmus Kunst erschafft, fragt, ob die KI kreativ sein kann. Oder wenn Prof. Roland Lambrette die „50-Milliarden-Euro-Frage“ zu Kreativität und Verantwortung stellt. Fautrel sagt, die KI ist erfinderisch, sie kann Neues schaffen, aber kreativ ist sie nicht, dieser Begriff ist allzu menschlich. Lambrette hingegen betont, dass sich die Kreativszene mit all ihrer Macht und ihrem Umsatz in der Kommunikation einer Verantwortung bewusst werden muss, die das eigene Creative über den Wunsch zur Anpassung stellt. Es sei nicht genug, dass der ADC für exzellente kreative Kommunikation „eine Idee“ oder Verständlichkeit, Überzeugung, Freude usw. fordere. Vielmehr gelte es „höher, schneller und weiter“ gegen wahrhaftige Kommunikation einzutauschen.

Plädoyer für mehr Wahrheit und Verantwortung in der Kommunikation von Roland Lambrette beim #adc#adc19#adcfestival2019pic.twitter.com/YzyHuc6rSL
— michael (@msiii) May 24, 2019

Aber ist das beim Marketing überhaupt umzusetzen? Wie kann hier die Disruption erfolgreich angenommen werden?
Werbung geht auf gesellschaftliche Disruption ein
Ein bekanntes Muster heutiger Werbung ist, dass anders als früher das Image des Imperfekten in den Vordergrund gestellt wird. Damit möchten Marken inklusiv sein – weil somit auch mehr potentielle Kunden zufriedengestellt werden –, andererseits aber auch als Vordenker gelten. So stellte Dirk Heinzl von Procter & Gamble eine Kampagne von Gilette Venus vor, bei der unter dem Motto My Skin, My Way überholte Schönheitsideale ausgeklammert werden. Ob Frauen mit Vitiligo oder extrem vielen Sommersprossen, mit Schwangerschaftsnarbe usw., Gilette möchte die Marke für sie alle werden.
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Das hat bei der Marke Erfolg gezeigt und vertritt einen lobenswerten Ansatz. Nur wirklich authentisch und innovativ (man denke an Dove) oder kreativ wirkt das nicht. Obwohl man auf aktuelle Themen eingeht. Wie kann man aber kreativ und disruptiv sein, ohne dabei so zu wirken, als sei genau dieses Bestreben ironischerweise angepasst? Ein gutes Beispiel liefert die Kampagne Hebt hervor, was nicht übersehen werden darf für Stabilo-Highlighter, für die die Agentur DDB Group Germany mit Gold bei den ADC Awards ausgezeichnet wurde. Wir berichteten im letzten Jahr über die Kampagne.
© DDB, Stabilo (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht) Manchmal ist das kreative in simplen Verbindungen versteckt. Diese Kampagne ist zeitgemäß und relevant, was auch die Viralität im Netz zeigt. Gleichzeitig ist sie disruptiv – und erzählt gewissermaßen eine Geschichte. Auch das zählt bei innovativer Werbung mit Durchschlagskraft derzeit. Ein anderes gutes Beispiel für eine kreative Disruption liefert die renommierte Agentur David the Agency. Deren Copywriter Juan Javier Pena Plaza zeigte auf dem Kongress, wie man Super Bowl Ads kreiert, die den Viewern im Gedächtnis bleiben. Food Porn für Devour hat das sicherlich geschafft.
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Zugegeben, hier sind die Budgets sehr groß – und die Wahrnehmung der Ads ist auch ein Stück weit subjektiv –, aber die Idee, die es laut ADC braucht, und die Kreativität sind zunächst einmal frei. Und Juan Javier Pena Plaza weist auf einen bedeutenden Unterschied hin, wenn es darum geht, heutzutage zielgruppengerichtete Werbung zu kreieren, die ob ihrer neuartigen und kreativen Muster überzeugt. Dass hierbei Daten eine Vorgabe geben, steht außer Frage, aber:
Use the data as a guide, not a rulebook.
Dabei muss schließlich nicht immer mit Konventionen gebrochen werden. Es geht weiterhin darum, Geschichten zu erzählen, aber auf eine neue Art und Weise.
Geschichten bleiben auch in der Werbekommunikation populär
Wie wichtig es ist, Geschichten an die Menschen zu bringen, zeigt auch Platz eins bei den ADC Awards. Die Kampagne The Uncensored Playlist von Reportern ohne Grenzen und der DDB Group Germany verhilft journalistischen Texten, die unterdrückt werden, über die Umwandlung in Songs für Playlists zu relevanter Aufmerksamkeit. Hier wurden Erkenntnisse und Geschichten, die publik gemacht werden müssen, aber einem großen Hindernis gegenüberstanden, auf kreative Weise neu erzählt.
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Ein ähnliches Moment hatte die gleiche Agentur auch bei der Kampagne für Stabilo aufgegriffen. Dabei ging es ebenfalls um Geschichten, die allerdings aus ganz neuen Perspektiven vermittelt wurden. Mit bekannten Geschichten lässt sich immer wieder Neues schaffen, sogar ein Geschäftsbericht erlangt so übermäßige Aufmerksamkeit.
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Wie Storytelling mit starker handwerklicher Ausarbeitung, Gefühl und einem Blick für kreative Kommunikation ohne viele Worte aussehen kann, zeigt die ebenfalls mit Gold prämierte Werbekampagne In the Long Run von Mercedes-Benz und der Agentur antoni garage.
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Warum sind wir kreativ? Die Frage kennt beinah so viele Antworten wie Menschen, die sich diese Frage stellen. Aber in der Werbeindustrie wird klar, dass wir die Kreativität brauchen, um Geschichten, um Momente neu zu denken. Daten und KI können uns dabei unterstützen, auch sie können sogar erfinderisch werden und liefern wichtige Anhaltspunkte. Doch um die feinen Nuancen der Kommunikation miteinzubeziehen, auf die wir selbst als Konsumenten achten, die wir schätzen und die eine Kampagne zu einer ausgezeichneten machen können, braucht es eine Idee und den Mut zur kreativen Disruption.

IKEA geht in die Offensive: Käufe bald auch via App möglich

IKEA geht in die Offensive: Käufe bald auch via App möglich

Bisher mussten kaufwillige IKEA-Shopper sich in das Getümmel eines der großen Stores werfen oder auf der Internetseite nach ihrem neuen Möbelstück suchen. Das soll sich jetzt ändern. Das IKEA-App-Erlebnis bot bislang lediglich das Planen der Räumlichkeiten in der App, nicht aber das tatsächliche Kaufen der Einrichtungsgegenstände. Hierfür wurden Nutzer auf die Website des Einrichtungshauses weitergeleitet. Doch jetzt startet IKEA eine Offensive und will bis Ende des Jahres eine neue App zur Verfügung stellen, in der Gucken und Kaufen gleichermaßen einen Platz haben, wie Reuters berichtete.
Bald ist ein Einkaufen innerhalb der App möglich
Die riesigen IKEA-Filialen, die meist etwas außerhalb der Städte zu finden sind, sind für viele zwar den Ausflug wert, für nur wenige Teile lohnt sich dies aber nur selten. Da scheint es längst überfällig, die Produkte online zu verkaufen – und zwar nicht nur über die eigene Website. Wie Vorstandschef Jesper Brodin am Montag in einem Interview mit der FAZ bekanntgab, wird dies aber auch in Zukunft nicht über einen Online-Marktplatz wie Amazon geschehen. Dort würden nur die Preise steigen, so Brodin und IKEA sei jetzt schon gut aufgestellt in Deutschland.
Wir wollen eine langfristige Beziehung mit unseren Kunden haben und das über unsere eigene Plattform,
sagte Brodin. Da ist der Ausbau der App der nächste logische Schritt – vor allem auch, um sich gegen Konkurrenten wie Made.com, die überwiegend auf den Online-Handel fokussiert sind, behaupten zu können. Bald wird das Kaufen innerhalb der App in Frankreich und den Niederlanden zur Verfügung stehen. Bis Ende des Jahres plant IKEA das Online Shopping-Erlebnis für die acht größten Märkte (darunter auch Deutschland) auszurollen.
Verschwinden die großen Filialen?
Die beliebten Möbelhäuser sollen von der Online-Offensive nicht groß betroffen sein. Eventuell wird einiges von der Fläche umfunktioniert, um das – vom Unternehmen erhoffte – Mehr an Online-Bestellungen zu packen und managen, doch dafür sind mehrere kleine Filialen in den Städten geplant. Diese sollen die „Kleinigkeiten-Einkäufe“ auffangen und einfacher gestalten. Auch dabei kann die App helfen, denn kleine Stores führen nicht das ganze Sortiment. Kunden könnten einige Produkte vor Ort begutachten und die nicht vorrätigen einfach über die App nach Hause bestellen. All das zeigt IKEAs Richtungswechsel, um nicht nur das Ziel beim geplanten Ausflug für den Großeinkauf zu sein, sondern präsenter und zugänglicher für die Kunden zu werden.

Studie zeigt: Potential von Online-Bewertungen oft ungenutzt

Studie zeigt: Potential von Online-Bewertungen oft ungenutzt

Die meisten von uns bestellen Dinge online. Manche haben es zur regelrechten Meisterschaft gemacht, das beste Produkt zum besten Preis zu bekommen. Ganz vorne dabei sind hier Unternehmen und Marken, die eine gute Online-Reputation aufgebaut haben. Zu dieser tragen Nutzerbewertungen maßgeblich bei. Doch wie eine Studie von Capterra kürzlich herausfand, ist im Review und Reputation Management in den meisten Unternehmen noch ordentlich Luft nach oben. Wir beleuchten die Thematik von Kunden- und Unternehmerseite.
Die Erkenntnisse der Studie
Zur Erhebung der Daten befragte Capterra 500 Teilnehmer und wollte dabei vor allem herausfinden, wie wichtig Reviews in Deutschland sind, und Erkenntnisse erlangen, die Unternehmen bei ihrem Online Reputation Management helfen können.

Kunden vertrauen Online-Bewertungen mehr als persönlichen Empfehlungen von Freunden.

Laut der Studie lesen 26 Prozent der Kunden vor jedem Kauf Online-Bewertungen. Nur vier Prozent gaben an, dies nie zu tun. Dabei sagten ganze 36 Prozent der Teilnehmer, dass sie beim Kauf eines Produkts am meisten auf Online-Kundenbewertungen vertrauen würden – mehr als auf Expertenmeinungen oder Empfehlungen von Freunden und Bekannten.

Zufriedene Kunden schreiben häufiger Reviews als Unzufriedene.

77 Prozent der Deutschen haben schon einmal eine Online-Bewertung geschrieben – 43 Prozent gaben an, dies zu tun, um anderen Nutzern zu helfen. Die meisten Bewertungen schreiben laut den Ergebnissen der Studie aber die sehr zufriedenen oder sehr unzufriedenen Nutzer – sehr zufriedene häufiger als unzufriedene, was teilweise nach Angaben der Teilnehmer daran lag, dass ein Bonus für das Schreiben der Bewertung bezahlt wurde.

Die Hälfte der Kunden hat noch nie eine Reaktion seitens des Unternehmens auf ihre Kundenbewertung bekommen.

Hinsichtlich dessen, welchen Einfluss Online-Kundenbewertungen auf die Reputation eines Unternehmens haben können, ist diese Zahl recht erschreckend. 60 Prozent der Befragten gaben an, dass Kundenbewertungen von Unternehmen nicht oder nicht genug beachtet werden. Dabei beinhalten guter Kundenservice und ein professioneller Internetauftritt auf jeden Fall die Reaktion auf Bewertungen – unabhängig davon, ob sie positiv oder negativ sind.
Darauf sollten Unternehmen beim Reagieren auf Reviews achten. © Capterra
23 Prozent der Unternehmen geben an, gar nicht auf Reviews zu reagieren.

Bei der Befragung von Unternehmen wurde deutlich, dass viele an ihrer Review Management Strategie zu arbeiten haben. 84 Prozent der Unternehmen nutzen keine Software zur Auswertung ihrer Kundenbewertungen und 23 Prozent gaben an, gar nicht auf Reviews zu reagieren. Ganze neun Prozent melden oder löschen negative Posts direkt.
Die Eckpfeiler einer Kundenbewertung
Aufgrund der erstaunlichen ersten Erkenntnis, dass auf Online-Bewertungen oft mehr vertraut wird als auf Meinungen von Freunden, lohnt sich ein Blick auf die Kriterien, nach denen Kunden entscheiden, welchen Bewertungen sie ihr Vertrauen schenken. Die Studie bat die Teilnehmer die fünf Eckpfeiler einer Kundenbewertung nach Wichtigkeit zu sortieren:
    Kommentare in Textform (46 %)
    Rating des Produkts durch z.B. Sterne (29 %)
    Anzahl der über das Produkt abgegebenen Bewertungen (15 %)
    Aktuelles Datum (8 %)
    Information über den Reviewer (2 %)
Demnach sind für Unternehmen Reviews in Textform wichtiger als eine reine Sternebewertungen. Außerdem achten Nutzer auf die Anzahl der Bewertungen. In einem in der Studie vorgegebenen Szenario entschieden sich 76 Prozent für ein Produkt, das zwar etwas schlechtere, aber dafür dreimal so viele Bewertungen erhalten hatte. Auf die Aktualität der Bewertung achteten Nutzer je nach Produktsektor verschieden stark. Abhängig von der Langlebigkeit des Produkts vertrauen 28 Prozent der Teilnehmer nur Bewertungen, die in den letzten drei Monaten verfasst wurden. Bei Haushaltsgeräten beispielsweise wurde nicht so viel Wert auf die Aktualität gelegt.
Mit einer der wichtigsten Gründe, warum Kundenbewertungen online so wichtig sind: Vor allem lokale Geschäfte profitieren von positiven Reviews, denn diese wirken sich auf die Sichtbarkeit bei Google aus. Die Anzahl, Häufigkeit und Vielfalt der Bewertungen – so wurde im Local Search Ranking Factors Report 2017 von SEO-Firma Moz berichtet – haben einen Einfluss darauf, wo das Unternehmen gelistet wird. Besonders begehrt ist dabei einer der Plätze im „Local Pack“, jene drei Ergebnisse, die bei der Suche auf Google Maps hervorgehoben werden, wenn beispielsweise nach „Italiener Hamburg“ gesucht wird.
Die Studie unterstützt letztlich nur, was eigentlich jedem klar sein sollte: Online-Kundenbewertungen sind von entscheidender Wichtigkeit für die Reputation eines Unternehmens online und wer mit diesen falsch umgeht oder sie sogar nicht beachtet, verschenkt die Chance, sein Unternehmen weiter auszubauen.
© Capterra Studie

Facebook gibt ein Update zur Einhaltung der Community Standards

Facebook gibt ein Update zur Einhaltung der Community Standards

Facebook hat kürzlich den dritten Community Standards Enforcement Report veröffentlicht, der Q4 2018 und Q1 2019 abdeckt. In diesem möchte das Unternehmen öffentlich und transparent aufzeigen, was im Kampf gegen die Verletzungen der Richtlinien unternommen wird. Ein Augenmerk lag hierbei auf Verletzungen der Richtlinien in folgenden Kategorien: Nacktheit und sexuelle Handlungen von Erwachsenen, Bullying und Belästigungen, Nacktdarstellung von Kindern und deren sexuelle Ausbeutung, Fake Accounts, Hate Speech, regulierte Produkte, Spam, terroristische Propaganda und anstößige Inhalte.
© Facebook (Zum Vergrößern anklicken) Die Metriken, die der Bericht beachtet, sind im Folgenden aufgelistet:
Prevalence beschreibt die Häufigkeit mit der Content gesichtet wurde, der die Community Standards verletzt. Diese wird durch Stichproben hochgerechnet. Schätzungsweise kommen auf 10.000 Views von Content auf Facebook 11-14 Views, die gegen die Nacktheits- und sexuelle Aktivitäten-Richtlinien verstoßen. Ca. 25 Views von 10.000 sollen gegen die Gewalt- und explizite Inhalte-Richtlinien verstoßen.
Gegen wie viel Content tatsächlich etwas unternommen wurde, geben die Zahlen unter Content Actioned an. Dabei zeigt die Proactive Rate,wie viel von dem Content Actioned, schon bevor ein Nutzer ihn gemeldet hat, von Facebooks AI entdeckt wurde.
Immer mehr Hate Speech wird proaktiv entdeckt. © Facebook Unter Appeals and Correcting Our Mistakes gibt Facebook erstmalig in dem Bericht an, wie viel Content wiederhergestellt wurde, nachdem er unrechtmäßig gelöscht wurde. Denn Postende können Einspruch dagegen einlegen, dass ihr Content von der Plattform genommen wurde, was dann wiederum von Facebook überprüft wird.
Seit Sommer 2018 wird AI genutzt, um proaktiv Content zu finden, der gegen die Bestimmungen bezüglich regulierter Waren verstößt. In Q1 2019 wurden nach Angaben des Berichts 900.000 Inhalte gefunden, die mit Drogenverkauf oder -ankauf zu tun hatten, die unter Data on Regulated Goods aufgelistet werden. Von den 900.000 Inhalten wurden 83 Prozent proaktiv entdeckt. Im Bereich Schusswaffen waren dies auf 670,000 Inhalte, 470.000 Funde, also eine Rate von 70 Prozent.
Mehr schädlicher Content wird von AI entdeckt als von Usern gemeldet. © Facebook Nicht zu allen Inhalten werden die passenden Schritte unternommen
Während die Entwicklungen der Maßnahmen hinsichtlich der oben angeführten Kategorien vielversprechend aussehen, gibt es noch immer Inhalte, gegen deren Existenz auf Facebook nicht genug unternommen wird. So fand die Tierrechtsorganisation Lady Freethinker in der Zeitspanne von Oktober 2018 bis Februar 2019 2.000 Posts, die Hundekämpfe oder illegalen Handel mit Hunden für Hundekämpfe promoteten – außerdem über 150 Seiten, Gruppen und Profile, die mit Hundekämpfen zu tun haben, wie in einem Bericht veröffentlicht wurde.
Die AI findet nur das, wonach sie suchen soll
Facebook hatte Probleme, die Inhalte zu finden, da – wie auch im Drogengeschäft – oft Abkürzungen oder kodierte Worte genutzt werden, nach denen das System nicht sucht. Doch anders als im Bereich Drogen wurden hier bisher auch keine Bemühungen unternommen, die gängigen Begriffe zu lernen und anschließend nach ihnen zu suchen. Facebook reagierte auf den Bericht mit einem Statement und gab an, Nachforschungen anzustellen.
We’re grateful to Lady Freethinker for bringing these posts to our attention and we have contacted them so we can get the information we need to investigate this content,
sagte ein Sprecher Facebooks dem Guardian gegenüber. Wie immer fordert das Soziale Netzwerk seine Nutzer dazu auf, jeden Inhalt zu melden, der gegen die Community Standards verstößt, doch eigene Anstrengungen scheinen zunächst nur in den Bereichen unternommen zu werden, die nur Menschen betreffen – dabei teilweise auch etwas zu übereifrig, wie in letzter Zeit vermehrt kritisiert wurde. So hatte das Unternehmen vor Kurzem beispielsweise eine Kampagne gegen Brustkrebs wegen zu viel Nacktheit von der Plattform gelöscht. Hier sollten die Prioritäten der Kategorien eventuell etwas überarbeitet werden.

„Am besten und innovativsten“: Die Gewinner der SMARTech Awards 2019 stehen fest

„Am besten und innovativsten“: Die Gewinner der SMARTech Awards 2019 stehen fest

Der dieses Jahr zum ersten Mal stattfindende Wettbewerb der SMARTech Awards powered by Criteo wählte aus 100 Einreichungen Gewinner in sechs verschiedenen Kategorien aus. Der Wettbewerb, der vormalig als Criteo Performance Marketing Awards bekannt war, setzt die Tradition fort, verlagert den Fokus aber von der Performance auf Unternehmen und Kampagnen, die als Best Practice dienen können.
Die Gewinner des Awards, bei denen OnlineMarketing.de Medienpartner ist, wurden am Mittwochabend im Andaz Ballroom in München von der offenen Advertising-Plattform Criteo bekanntgegeben. Das Fachpublikum bestand aus 200 geladenen Gästen mit Marketing-Verantwortlichen, Gründern und Geschäftsführern aus Startups, Agenturen und Technologie-Anbietern.
Das sind die Gewinner 2019 
In den Kategorien „Bester SMARTech Anbieter“, „Innovativste Performance Marketing Idee“, „Beste Brandformance Kampagne“, „Innovativster Fachbeitrag powered by 121Watt“, „Woman in SMARTech 2019“ und „Innovativstes SMARTech Startup 2019“ entschied sich die Jury von den jeweils Nominierten für die folgenden Sieger:
„Bester SMARTech Anbieter“: AX Semantics
„Innovativste Performance Marketing Idee“: Fischer Appelt mit Air Berlin
„Beste Brandformance Kampagne“: IP Deutschland mit Rügenwalder Mühle und Plan.net
„Darüber hinaus kommt es aber auch auf kluge und fähige Köpfe an, die Themen anstoßen und über ihre Unternehmen hinaus etwas bewegen“, so Alexander Gösswein, Regional Manager Director bei Criteo und Initiator der SMARTech Awards. Daher wurden dieses Jahr erstmals auch Einzelpersonen als Gewinner in zwei Kategorien gewählt:
„Innovativster Fachbeitrag powered by 121Watt“: André Morys
„Woman in SMARTech 2019“: Franziska von Lewinski, Geschäftsführerin, Agenturgruppe Fischer Appelt
Besonderer Fokus lag auf der Kategorie „Innovativstes SMARTech Startup 2019“. In dieser suchte die Jury, unter deren Mitgliedern auch OnlineMarketing.de vertreten war, aus einer Vorauswahl von zehn Startups drei aus, die ihr Geschäftsmodell im Vorfeld am besten präsentiert hatten. Unter diesen Kandidaten wählte das Fachpublikum im Saal per Live Voting den Gewinner, nachdem die drei Favoriten erneut auf der Bühne pitchen durften.
„Innovativstes SMARTech Startup 2019“: Factor Eleven
Nach der Verleihung freuten sich die Sieger auf der Bühne über ihren Award. © SMARTech Awards 2019 Innovationen treiben uns an und sind der Motor unserer Branche. Die SMARTech Awards zeigen aktuelle Trends und Tendenzen auf und fungieren somit auch als Schaukasten des Markts
, sagte Alexander Gösswein über das Event. Die SMARTech Awards sollen eine Plattform schaffen, auf der die Vielfalt der digitalen Werbebranche ihren Platz findet und gefeiert wird. Smarte Unternehmen, die es verstehen, mit hohem technologischen Verständnis komplexe Marketingzielsetzungen zu erfüllen, finden auf der Bühne der Awards ihren angemessen Platz und die Anerkennung ihrer Branchenkollegen.