Konkurrenz für Spotify? Amazon plant kostenloses Musik-Streaming mit Ads

Konkurrenz für Spotify? Amazon plant kostenloses Musik-Streaming mit Ads

Noch im April könnte es dazu kommen, dass Amazon einen neuen Streamingdienst für Musik launcht, der anders als die aktuellen Angebote kostenfrei ist. Das Besondere: dieser Dienst soll über die eigenen Echo-Geräte laufen und via Alexa aktiviert werden können. Vor allem aber soll er durch Werbung unterstützt sein und würde eine neue Erfahrung bedeuten, für User wie für Advertiser.
Kommt Amazons neuer Streamingdienst für Musik?
Nach Informationen von Billboard ist das Unternehmen in Verhandlungen mit großen Musiklabels, um die Details für das Streaming zu klären. Amazon weigerte sich die Annahmen zu kommentieren, dementierte sie jedoch auch nicht. Ein kostenfreies Musikangebot via Stream ist für die User derzeit vor allem über Spotifiy möglich. Dort gibt es neben der kostenpflichtigen Premium-Version die Möglichkeit kostenfrei zu hören – hierbei werden jedoch zahlreiche Ads zwischengeschaltet. Ähnlich könnte es bei Amazons neuem Dienst aussehen. Der Unterschied wäre jedoch, dass dieser eher für Amazon-Kunden ausgelegt ist, die ein Echo-Gerät besitzen.
Tatsächlich hat Amazon bisher schon Musikangebote in verschiedenen Variationen in petto. Amazon Prime-Nutzer können die limitierten Inhalte von Prime Music nutzen, wenn sie ihren Jahresbeitrag zahlen. Außerdem gibt es noch die Option, auf Amazon Music Unlimited zurückzugreifen. Dieses Angebot kostet 9,99 Euro monatlich (7,99 Euro für Prime-Mitglieder); und in den USA können Nutzer, die lediglich über ihr Echo-Gerät hören, den Dienst für 3,99 US-Dollar nutzen.
Obwohl immer mehr Menschen bereit sind, für Streamingdienste ohne Werbung zu zahlen – Spotifiy hat fast 100 und Amazon über 20 Millionen zahlende Hörer –, sind die kostenfreien Angebote verlockend. Und sei es nur, um langfristig neue Kunden für ein Premium-Angebot zu gewinnen.
Spielt Alexa nun bald Musik for free ab?
Setzt Amazon tatsächlich auf einen Musikdienst, wie er bei Billboard beschrieben wird, geht man damit nicht nur auf den boomenden digitalen Musikmarkt ein. Denn die Verbindung zu den Smart Speakern der Echo-Reihe und zur Sprachassistenz Alexa bedeutet auch eine Fokussierung auf moderne Zugriffsoptionen der Nutzer. Über Voice wird immer mehr Alltägliches im digitalen Raum abgewickelt. Insbesondere im Kontext des Hörens von Musik wird Alexa oder auch der Google Assistant gern genutzt, vornehmlich zu Hause, im Auto oder auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel.
Zu Hause und im Auto wir dam meisten auf Voice Search zurückgegriffen, © Uberall Auch wenn die User hier gern eine ununterbrochene Musikerfahrung haben möchten, könnte ein kostenfreies Angebot, das sich über Alexa – die ja inzwischen auch in einigen Autos integriert ist – abrufen lässt, eine Vielzahl von Hörern erreichen. Und diesen würden dann eine Menge Ads ausgespielt werden. Für Werbetreibende wäre diese Positionierung wertvoll, weil ein Überspringen hier nicht möglich ist. Außer, der Hörer wird zum Kunden und zahlt für einen Musikdienst, was wiederum Amazon mehr Einnahmen brächte.
Das Unternehmen soll einigen Labels auch angeboten haben, eine bestimmte Summe pro Stream an diese zu zahlen, allerdings unabhängig von der Menge der verkauften Werbung. So oder so, mit einem derartigen Angebot könnte Amazon sich im Musikmarkt der Zukunft stärker positionieren und vor allem dem Platzhirsch Spotify noch mehr Paroli bieten. Da man in Sachen Smart Speaker auch als Marktführer gilt, könnte Amazon im Audio-Bereich zu neuen Höhen emporsteigen. Für die Musiklabels und die Hörer ist das eine neue Option, die Interesse wecken dürfte, für Amazon eine sinnvolle Erweiterung der Marketingmöglichkeiten. Die Advertiser hingegen erhielten eine ganz neue Möglichkeit, um besonders audio- und Voice-affine User mit ihren Ads zu erreichen.
Ob der Service tatsächlich zeitnah anläuft, bleibt vorerst abzuwarten. Sollte dies jedoch der Fall sein, ist davon auszugehen, dass der Dienst auch bald nach Deutschland kommen könnte.

Fragwürdige Platzierung: Amazon entfernt Eigenmarken aus Top Promotion Spots

Fragwürdige Platzierung: Amazon entfernt Eigenmarken aus Top Promotion Spots

Die Marktmacht der eigenen Plattformen steht besonders bei Facebook, Google oder Amazon unter Beobachtung. Google hat in Europa bereits Strafen im Kontext des Missbrauchs der eigenen Marktmacht zahlen müssen, während US-Senatorin Elizabeth Warren weiter das Aufbrechen der großen Player fordert. Daher hat Amazon nun eine Reihe von Promotions für Eigenmarken, die bei der Plattform extrem prominent platziert waren, ohne viel Aufhebens wieder entfernt.
Amazon steuert potentiellem Marktmachtsmissbrauch entgegen
Amazon braucht sich um seine Stellung als der Online-Marktplatz schlechthin keine Sorgen zu machen. Zudem wird das Unternehmen in den USA inzwischen bei 66 Prozent der Produktsuchen als Startpunkt gewählt. Das ist auch für Marketer interessant, weshalb für Amazons Werbeeinnahmen dieses Jahr allein in den USA ein Wert von 11,33 Milliarden US-Dollar prognostiziert wurde.
US-Werbeausgaben bei Amazon bis 2021, © eMarketer Solch eine Marktmacht steht schon länger unter Beobachtung. Kritisiert wurde bei Amazon auch, dass Eigenmarken, Brands, deren Produkte durch Amazon selbst oder direkte Partner hergestellt werden, bei der Plattform, die ebenfalls als Produktsuchmaschine fungiert, besonders prominent beworben wurden. Wie Eugene Kim nun bei CNBC berichtet, hat das Unternehmen derlei Promotions in großem Maße reduziert.
Die Eigenmarken sind für Amazon dank besserer Margen, einem erweiterten Angebot und damit auch zunehmendem am Preis orientierten Wettbewerb durchaus wertvoll. Kim erklärt, dass diese eigenen Marken in eigens dafür vorbehaltenen Bereichen promotet wurden. Beispielsweise im oberen Umfeld der Suchergebnisse oder sogar neben der „Buy Box“ von Artikeln anderer Anbieter. Während Advertiser also immer mehr Geld in Amazon investieren, um ihre Ads bestmöglich für die Nutzer auszuspielen, hat das Unternehmen die Produkte der Eigenmarken trotzdem gewissermaßen bevorzugt behandelt. Allerdings wurden diese Promotions in den vergangenen Wochen deutlich reduziert, viele Anzeigen wurden entfernt oder anders platziert. Damit dürfte sich Amazon aktiv gegen den Vorwurf der unlauteren Wettbewerbsverzerrung zu Wehr setzen.
Hat Amazon den Wettbewerb verzerrt?
Inwieweit das Unternehmen den Wettbewerb im Kontext von Produktergebnissen und Ads für Produkte verzerrt hat, ist ohne eine tiefergehende Analyse nur ausschnitthaft darstellbar. Dennoch zeugt das Handeln Amazons davon, dass bei der Platzierung der Promotions für die Eigenmarken eine unfaire Komponente vorhanden war. Andrea Leigh, VP bei Ideoclick, einer Agentur, die Sellern und Marken beim Verkauf über Amazon hilft, sagt gegenüber CNBC:
If I were Amazon, I would be worried about being viewed as giving unfair advantage to my private label products, given the amount of power they hold in general — and how unpopular the amount of power is quickly becoming.
Der Bericht von Kim gibt ein Beispiel. Bei der Suche nach „baby food pouches“, also Lebensmittelbeuteln für Babies, ist eine Promotion mit dem Titel „Top Rated from Our Brands“ verschwunden.
Amazons aggressive Promotion der Eigenmarken nimmt ab (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © CNBC Außerdem wurden Banner für „Top Rated“-Produkte zum Teil ans untere Ende der Suchergebnisseite geschoben. Auch in der Rubrik „Ähnliche Produkte“, in der Amazon eigene Markenprodukte beworben hatte, sind diese Promotions mitunter verschwunden. Amazon selbst beteuert in einem Statement, dass diese Promotions keine Werbeanzeigen seien. Vage wird erklärt:
We are always testing different experiences in order to provide more convenience, more efficiency and more options for customers while shopping our stores.
Amazon hat nun den Vorteil, auf zahlreiche aussagekräftige Daten von Nutzern zugreifen zu können, um Platzierungen von Produkten mit eigener Beteiligung optimal einzuschätzen. Das Hervorheben solcher Produkte und von Eigenmarken sei jedoch allgemeine Praxis. Nichtsdestotrotz machen die Produkte der eigenen Marken nach Angaben des Unternehmens nur gut ein Prozent aller Sales aus. Letzten Monat hatte Amazon laut Gartner’s L2 ganze 119 Eigenmarken vorzuweisen, von denen in den letzten drei Jahren mehr als die Hälfte kreiert worden waren.
Test fürs Advertising oder Grund für größere Besorgnis?
Die Promotion dieser Marken in gut sichtbaren Bereichen auf der Plattform könnte möglicherweise auch eine Art Testlauf für das Inventar sein, das für tatsächliche Ads von Dritten vorgesehen sein könnte. Trotzdem wirkte die Praktik bisher wie eine immer stärker werdende Bevorteilung der Eigenmarken, die eine strengere Wettbewerbsprüfung auf den Plan hätte rufen können. Mit dem Entfernen oder Umplatzieren vieler Promotions entzieht sich Amazon zumindest im Hinblick auf diesen Aspekt einer weiteren kritischen Auseinandersetzung, während gleichzeitig Seller und Advertiser aufatmen können. Denn ihre Sichtbarkeit und Positionierung bei Amazon ist für sie das Grundlegende.
Amazon hat als Unternehmen zwar das Recht, eigene Marken im Kontext des großen Angebots auf der Seite zu promoten. Bei einem solch großen Einfluss auf die Gesellschaft, und der im E-Commerce sicherlich als marktbeherrschend geltenden Stellung, muss das Unternehmen aber auch einen fairen Wettbewerb gewährleisten können. Die Beobachtung Amazons durch Kritiker und die Konkurrenz wird anhalten. Amazon hat gut daran getan, sich selbst wieder aus der Schusslinie zu nehmen. Die Advertiser werden, was eMarketers Zahlen zeigen, jedoch von Amazons Praktiken bei den Promotions kaum abgeschreckt. Ihre Ausgaben für Ads bei der Plattform werden wachsen – insbesondere dann, wenn neue vielversprechende Bereiche für diese Werbeanzeigen erschlossen werden. Und einige stark sichtbare Bereiche dürften künftig wieder zur Verfügung stehen.

Neuromarketing: Wie Psychologie das Marketing optimieren kann

Neuromarketing: Wie Psychologie das Marketing optimieren kann

Das Modell des Homo Oeconomicus ist in der modernen Wirtschaftsliteratur schon länger in Zweifel geraten. Dass Menschen nicht ausschließlich wirtschaftlich denken und sich nicht zu 100 Prozent rational verhalten, lässt sich beispielsweise am Fast Fashion-Trend beobachten: Verbraucher kaufen wesentlich mehr Kleidung, als sie objektiv benötigen. Wie genau aber solches Verhalten entsteht, ist noch immer schwer zu erklären. Sicherlich spielen dabei mehrere Effekte auf psychologischer, aber auch sozialer Ebene eine Rolle. Das sogenannte Neuromarketing untersucht die unterbewussten Prozesse, die zu einer Kaufentscheidung führen. Im Folgenden werden drei Ansätze dieser Disziplin vorgestellt.
Geschichten helfen dabei, ein Produkt zu verstehen
Warum Storytelling so gut funktioniert, ist für Neurowissenschaftler ziemlich klar: Das Gehirn versucht permanent die unmittelbare Zukunft vorherzusagen, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Untersuchungen mittels der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) an Menschen, die miteinander kommunizieren, haben gezeigt, dass sich die Aktivität ihrer Gehirne mit der Zeit angleicht. Diese Methodik ist sehr zuverlässig und kann sogar Effekte bei großen Menschenmengen vorhersagen. Menschen können sich also dann besonders gut an die Inhalte einer Geschichte erinnern, wenn das Gehirn während des Zuhörens schon verarbeitet, was der Sprecher in etwa drei Sekunden sagen wird – sprich wenn das Muster der neuronalen Aktivität des Publikums vorwegnimmt, wie das Muster der neuronalen Aktivität des Sprechers in drei Sekunden aussehen wird. Das ist im Grunde nicht überraschend, weil aktive Zuhörer mitdenken und versuchen zu verstehen, worauf ein Gesprächspartner hinaus will.
Eine Geschichte hat dabei meist eine festgelegte Struktur, sowohl grammatikalisch als auch inhaltlich. Die Erfüllung eines Bedürfnisse kann beispielsweise nicht geschehen, bevor ein entsprechender Wunsch geäußert wurde. Je weniger Ressourcen das Gehirn darauf verwenden muss, um das Erzählte zu verstehen, desto mehr Ressourcen stehen zur Verfügung, um die Informationen zu verinnerlichen und damit zu arbeiten, d.h. auf sie zu reagieren, sie mit anderen Dingen in Verbindung zu bringen. Und zu überlegen, wie man selbst in einer solchen Geschichte aussehen würde. Wie natürlich sich dieser Effekt in eine Story einbinden lässt, zeigt das Beispiel von Lego aus dem Jahr 2017, bei dem Zuschauer die Lösung für ein Problem selbst wählen und das Ergebnis betrachten können. Deswegen ist Storytelling im Marketing so erfolgreich: Die erhaltenen Informationen sind schon neuronal vorbereitet, fallen also auf fruchtbaren Boden. Dabei müssen Marketer aber ihre Zielgruppen genau kennen und verstehen. Nur so können sie authentische Geschichten entwickeln, mit denen sich potenziellen Kunden identifizieren können und möchten.

Farben haben verschiedene Bedeutungsebenen: psychologisch, evolutionär und kulturell
Die Farbpsychologie ist einer der interessantesten und umstrittensten Aspekte des Marketings. Grund dafür ist, dass viele Annahmen nur wenig fundiert sind und eher aus der Alltagspsychologie statt der echten Wissenschaft stammen. Natürlich sollten bei der Wahl einer Farbe für eine Marke, Website oder ein Produkt, Bauchgefühl oder persönliche Präferenzen keine Rolle spielen. Stattdessen sollten sich Marketing-Verantwortliche auf gesicherte Erkenntnisse stützen. Dabei gibt es verschiedene Ebenen, auf denen die Bedeutungen von Farben zum Tragen kommen. In psychologischer Hinsicht lassen sich Farben verschiedenen Stimmungen zuordnen. So hat eine Studie zur Farbpsychologie ergeben, dass Menschen mit Depressionen oder Angstzuständen ihre Stimmung eher mit der Farbe Grau in Verbindung bringen, während glücklichere Menschen Gelb bevorzugen. Zudem lassen sich Farben aufgrund ihrer Bedeutung in der Evolution des Menschen einordnen, denn Betrachter können Farben intuitiv erfassen und verarbeiten. So können Kinder Farben schon im Alter von rund vier Monaten unterscheiden, während die richtige Benennung erst sehr viel später im Alter von zwei bis vier Jahren erlernt wird. Grün, Gelb, Orange und Rottöne sind dabei die Farben von essbaren Kräutern und Früchten und wirken appetitanregend. Sie geben außerdem einen ersten Hinweis auf den Geschmack. Demnach werden rote Lebensmittel eher süß wahrgenommen und grüne eher sauer, unabhängig vom tatsächlichen Zuckergehalt. Das hat ein Experiment in Spanien gezeigt: Hunderte Freiwillige probierten ein und denselben Saft aus echten Orangen in drei Varianten – ganz ohne Zusätze sowie mit roter und mit grüner, jeweils geschmacksneutraler, Lebensmittelfarbe gemischt. Die Probanden gingen davon aus, dass sie drei verschiedene Säfte probierten. Das Ergebnis lautete nahezu einstimmig: Der „Blutorangensaft“ war der Beste und der „grünliche“ Saft zu sauer. Daraus lassen sich auch Hinweise für passende Farben von Verpackungen, aber auch Marketingmaterialien wie Produkt-Webseiten oder Banner-Anzeigen für die Lebensmittelbranche ableiten. Soll beispielsweise ein Lebensmittel einen besonders süßen Eindruck machen, sind Rottöne angebracht.
Jede Farbe auf dem Color Wheel ist mit einer Nummer ausgestattet. Die Probanden wurden aufgefordert die Farbe auszuwählen, die sie am meisten anspricht. © Carruthers et al Darüber hinaus ist Rot außerdem die Farbe des Feuers und des Blutes und hat somit auch eine aktivierende Wirkung. Daher eignet es sich gut für Warnsignale, aber auch Calls-to-Action (CTAs). Ein HubSpot-eigener A/B-Test hat beispielsweise gezeigt, dass rote CTAs bessere Ergebnisse erzielen als grüne. Zu guter Letzt haben Farben auch eine kulturelle Bedeutung, die vor allem für international agierende Unternehmen relevant ist. In China ist die Farbe Weiß ein Zeichen für den Tod, in Brasilien hingegen ist es Lila – ganz im Gegensatz zu den europäischen Assoziationen mit diesen beiden Farben. Designer in global agierenden Unternehmen müssen also abwägen: Welche Assoziationen wollen sie mit ihrer Farbgebung hervorrufen und wie wichtig ist dabei der Wiedererkennungswert ihrer Marke?
Emotionale Inhalte links und Argumente rechts platzieren
Wer schon einmal einen Vortrag vor Zuschauern gehalten hat, weiß: Unter Referenten gilt die Devise „Lass dein Publikum von der linken Seite aus lachen und von rechts weinen“. Konkret bedeutet dies, dass von der linken Seite der Bühne aus besser Witze und seichte Themen angesprochen werden sollten, während sich die rechte Seite vor allem für die Thematisierung von emotional eher negativen, schwierigeren Punkten eignet. Dieser Effekt hängt mit der Anatomie unserer Sehnerven zusammen, die Reize von unseren Augen in die optischen Areale unseres Gehirns weiterleiten. Deren Verlauf ist so konzipiert, dass die optischen Reize innerhalb des rechten Gesichtsfeldes in der linken Gehirnhälfte verarbeitet werden, und umgekehrt (vgl. Abbildung).
Abbildung: Verarbeitung optischer Reize (Quelle: NEUROPSYCHOLOGISCHER RATGEBER, Ruhr-Universität Bochum) Für die Bühnensituation bedeutet das Folgendes: Steht der Vortragende auf der von ihm aus gesehen linken Seite der Bühne, befindet er sich im rechten Gesichtsfeld der Zuschauer. Das Publikum verarbeitet seinen Input nun also in der linken Gehirnhälfte. Diese ist eng mit Funktionen wie logischem Denken verknüpft, weshalb Humor hier zu einer besonders hohen Stimulation führt. Das mag im ersten Moment paradox klingen, aber Humor in Form von Wortspielen oder Überraschungen ist letztlich ein Bruch von Logik und an dieser Stelle deshalb hoch relevant. Befindet sich der Vortragende dagegen auf der rechten Seite der Bühne, ist er Teil des linken Gesichtsfelds seiner Zuschauer und aktiviert somit deren rechte Gehirnhälfte. Hier werden vorrangig Emotionen verarbeitet, weshalb das Publikum in diesem Szenario besonders auf traurige, berührende Inhalte anspricht.
Natürlich gilt dieser Zusammenhang zwischen räumlicher Positionierung und Verarbeitung nicht nur für Vortragssituationen. Die gleichen Prinzipien lassen sich auf die Platzierung von Content auf einer Website übertragen. Rechts auf der Website sollten Inhalte platziert sein, die mit Logik und nüchterner Information, aber auch Humor in Verbindung stehen – beispielsweise Argumente, Sachinformation, Infografiken, Text im Allgemeinen oder Cartoons. Links auf der Website sollten Inhalte stehen, welche die Gefühlsebene ansprechen, wie emotionale Geschichten, atmosphärische oder illustrierende Bilder sowie Gesichter.
Fazit: Neuromarketing ermöglicht fundierte Entscheidungen
Storytelling, Farbwahl und die richtige Platzierung von emotionalen und rationalen Inhalten sind nur einige Strategien, um mithilfe von Neuromarketing Ressourcen effektiver einzusetzen und Marketinginitiativen effizienter zu gestalten. Wichtig ist dabei, wissenschaftlich oder zumindest in der Praxis belegte, fundierte Ansätze zu nutzen und sich nicht allein auf das Bauchgefühl oder die eigenen Präferenzen zu verlassen. Denn der Wurm soll ja schließlich dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Das A und O ist daher, die Zielgruppen so genau wie möglich zu definieren und auf dieser Basis passende Marketingstrategien zu entwickeln. Neuromarketing bietet dabei eine solide Entscheidungsgrundlage.

Targeting auf LinkedIn: Das sind alle (neuen) Funktionen

Targeting auf LinkedIn: Das sind alle (neuen) Funktionen

LinkedIn wird als Targeting-Plattform zunehmend relevanter. Während andere Plattformen eher auf den sozialen Aspekt bedacht sind, halten Nutzer ihre professionellen Profile auf LinkedIn meist up-to-date mit allen relevanten Informationen für Werbetreibende. Doch die richtige Zielgruppe für eine Kampagne zu identifizieren, ist bisweilen nicht so einfach. Mit dem LinkedIn Campaign Manager bietet LinkedIn verschiedene Möglichkeiten an, die optimale Zielgruppe für die eigene Kampagne zu finden. Neue Erweiterungen des Kampagnen-Managers sind seit Ende März die „Lookalike Audiences“, „Audience Templates“ und „Interest Targeting“.
Die drei neuen Targetingmöglichkeiten. © LinkedIn In LinkedIns veröffentlichtem Targeting Guide wird detailliert dargelegt, wie LinkedIn Targeting funktioniert. Nachfolgend sind die wichtigsten Punkte in einer Übersicht zusammengefasst. Folgende Felder werden in dem Guide abgedeckt:
Thema 1: Erfahrung
Thema 2: Unternehmen
Thema 3: Ausbildung
Thema 4: Interessen
Thema 5: Identität
Um die perfekte Zielgruppe für die eigenen Kampagne zu finden, den „sweet spot“ des Targeting, wie LinkedIn es nennt, braucht es etwas Herumprobiererei. Wie viele Mitglieder sollen erreicht, wie viele Targeting-Optionen zusätzlich zu der Location benutzt werden? Grundsätzlich empfiehlt LinkedIn für Sponsored Content 300.000+ Mitglieder, für Text Ads zwischen 60.000 und 400.000 Mitglieder und für Sponsored InMail 100.000 oder weniger Mitglieder anzusprechen. Außerdem sollten nicht alle Targetingmöglichkeiten auf einmal genutzt werden. Zusätzlich zu der Location, die obligatorisch angegeben werden muss, empfiehlt es sich, nur bis zu zwei weitere der folgenden Kombinationen zu nutzen.
Thema 1: Erfahrung
Im Themenbereich „Erfahrung“ lässt sich eine Zielgruppe basierend auf ihrem Tätigkeitsbereich, Dienstgrad oder ihrem Jobtitel suchen. Der Tätigkeitsbereich fasst dabei Jobtitel, die in eine Gruppe gehören, zusammen (z.B. Ärzte und Krankenschwestern in den medizinischen Fachbereich). Eine mögliche Kombination wäre z.B. die von Tätigkeitsbereich und Erfahrung.
Da der Tätigkeitsbereich oft zu groß gefasst ist, bietet es sich bisweilen an, die Zielgruppe nach Jobtiteln zu identifizieren. Ein praktisches Feature bei der Kampagnenerstellung ist es, dass der Algorithmus passende Jobtitel zu den bereits eingebenen vorschlägt, um die Zielgruppe passend zu erweitern. Außerdem kann es manchmal sinnvoll sein, auch ehemalige Arbeitnehmer mit dem Jobtitel anzusprechen und nicht nur Mitglieder, die derzeit den Job ausüben.
Fähigkeiten können für das Targeting höchst relevant sein. Auf LinkedIn zählen hierzu nicht nur die selbst hinzugefügten, sondern alle, die im Profil oder der Zusammenfassung erwähnt werden. Die Zielgruppe nach Fähigkeiten auszuwählen, kann mitunter sinnvoller sein, als nach Jobtiteln zu suchen, da einige Fähigkeiten jobunabhängig sind.
Thema 2: Unternehmen
Auch nach Angestellten in Unternehmen kann gesucht werden. Bis zu 100 verschiedene Unternehmen lassen sich im Kampagnen-Manager angeben. Manchmal ist eine Suche abhängig vom Gewerbe aber erfolgreicher. Eine andere Möglichkeit ist es, die Zielgruppe nach Unternehmensgröße einzuschränken. Hierbei zählen nicht nur die Mitglieder auf LinkedIn, sondern die gesamte Unternehmensgröße.
Thema 3: Ausbildung
Im Kampagnen-Manager kann auch nach Ausbildungsstätte oder Abschluss gesucht werden. Die Identifizierung nach Studienfeld kann sinnvoll sein, besonders um frisch Graduierte zu erreichen.
Thema 4: Interessen („Interest Targeting“)
Besonders spannend und neu ist das sogenannte „Interest Targeting“. LinkedIn-Mitglieder geben selbst ihre Interessen an und treten entsprechenden Gruppen bei. Neuerdings ist auch eine Identifikation der Zielgruppe basierend auf den Interaktionen mit Content auf der Plattform möglich. Likes, Kommentare und eigene Beiträge ergänzen die angegebenen Interessen. Auch die B2B-Themen, die mit Microsofts Bing gesucht werden, zählen dazu.
Das „Interest Targeting“ schließt jetzt auch Interaktionen mit Content ein. © LinkedIn Thema 5: Identität
Während die aufgezählten Targetingmöglichkeiten deutlich detaillierter und individueller sind, bietet LinkedIn natürlich noch die Möglichkeit, Zielgruppen nach Alter und Geschlecht zu suchen.
Was ist noch neu?
Ende März kündigte LinkedIn die drei neuen Features an. Bis April sollte das Rollout beendet sein und die Funktionen im Kampagnen-Manager allen Werbetreibenden zur Verfügung stehen.
„Lookalike Audiences“ können die Reichweite bis zu zehnmal steigern
Neben dem demografischen Targeting bietet LinkedIn jetzt „Lookalike Audiences“ an. Dabei werden den eigenen Kontakten und Kunden ähnliche Zielgruppen identifiziert und angesprochen. So können Conversions steigen und Streuverluste minimieren sich.
So wird eine „Lookalike Audience“ erstellt. © LinkedIn
© LinkedIn Um eine „Lookalike Audience“ zu erstellen, wird zunächst eine „Matched Audience“ erstellt, z.B. eine Kontaktliste mit E-Mail-Adressen oder Besuchern der eigenen Website. In Tests konnten Kampagnen ihre Reichweite innerhalb der für sie relevanten Zielgruppe 5-10 Mal erhöhen.
Zeit sparen mit „Audience Templates“
Für Einsteiger, die Zeit sparen wollen und im Hinblick auf die eigenen Zielgruppe noch unsicher sind und etwas experimentieren wollen, sind „Audience Templates“. Unter dieser Option gibt es über 20 vordefinierte Zielgruppen, die bereits Charakteristika wie Jobtitel, Fähigkeiten, Gruppen etc. enthalten. Mit nur wenigen Klicks kann so direkt mit dem zielgerichteten Targeting begonnen werden.
„Audience Templates“ lassen Einsteiger schnell anfangen, ohne sich lange mit dem Setup beschäftigen zu müssen. © LinkedIn LinkedIn empfiehlt allen Einsteigern und Werbetreibenden den Download ihres Guides „Reach Your Audience: Targeting on LinkedIn“. Auf dem Blog finden sich alle Informationen zu den neu eingeführten Möglichkeiten.

Über 11 Milliarden US-Dollar bei US Advertisern: Werbeausgaben bei Amazon steigen immens

Über 11 Milliarden US-Dollar bei US Advertisern: Werbeausgaben bei Amazon steigen immens

Der von Google und Facebook beherrschte Werbemarkt hat mit Amazon einen Player dazugewonnen, der immer mehr Advertiser anzieht. Zahlen von eMarketer für die USA bestätigen diesen Trend. Während dort zwei von drei Produktsuchen über Amazon starten, werden sich laut Prognose die Werbeausgaben bei der Plattform von 2018 bis 2021 fast verdreifachen – und das nur in den USA. Auf Amazons Werbelösungen setzen Advertiser aufgrund der Daten im Kontext von Produktinteressen mehr und mehr.
Zahlen, die Amazons Werberelevanz belegen
Schon im Herbst 2018 hatten wir darüber berichtet, dass Werbetreibende große Budgets von Google oder Facebook zu Amazon verschieben. Dabei ging es mitunter um 50 bis 60 Prozent der Budgets. Und wer sich inzwischen auf Amazon umsieht, wird nicht umhinkommen zu bemerken, dass Paid an Relevanz und an Inventar, also an Shelf Space, gewonnen hat.
Das Marktforschungsunternehmen eMarketer gab nun mit Bezug auf eine Feedvisor-Studie bekannt, dass in den USA 66 Prozent aller Produktsuchen auf Amazon beginnen.
Die Suche nach Produkten beginnt auf Amazon, © eMarketer Damit hat das Unternehmen Googles lange Vorherrschaft auch auf diesem Informationsgebiet längst und inzwischen deutlich überwunden. Und selbst wenn ein Produkt schließlich anderswo – womöglich sogar im stationären Handel – gekauft wird, in den meisten Fällen wird Amazons äußerst umfassende Plattform für die Recherche miteinbezogen. Während in den USA noch 20 Prozent auf Suchmaschinen vertrauen, geben lediglich drei Prozent der Befragten an, auf anderen Marktplätzen unterwegs gewesen zu sein, um die Produktsuche zu starten. eMarketers Chef-Analyst Andrew Lipsman erklärt:
Google was the early leader in product searches by virtue of its dominance in all types of search behavior. But with Amazon now deeply ingrained into internet user habits, it has emerged as the primary destination for product searches when users are looking for specific items. Wide product selection, easy checkout and available ratings and reviews create a positive feedback loop that only encourages more product searching over time.
Diese Marktdominanz führt auch dazu, dass Marketer die Daten des Unternehmens als sinnvollen Startpunkt für die eigenen Werbekampagnen anerkennen.
Über 11 Milliarden US-Dollar Werbeausgaben 2019 bei Amazon allein in den USA
eMarketers Prognose geht davon aus, dass 2019 nur in den USA 11,33 Milliarden US-Dollar in Werbung bei Amazon investiert werden. Das bedeutet gegenüber 2018 einen Anstieg von 53 Prozent. Deutlicher wird der rasante Aufstieg der Plattform im Werbesegment aber mit Blick auf die kommenden zwei Jahre. Währen 2020 mit knapp 15 Milliarden US-Dollar Werbeausgaben in den USA gerechnet wird, sollen 2021 schon 19,22 Milliarden zu Buche stehen.
US-Werbeausgaben bei Amazon bis 2021, © eMarketer Mit dem vorausgesagten Wachstum an Werbeeinnahmen wird Amazon auch seinen Anteil am US-Werbemarkt weiter steigern, von 6,8 Prozent im letzten Jahr auf 11,2 Prozent im Jahr 2021.
Laut Zahlen bei Statista ist Amazon neben Facebook das einzige große Unternehmen, dessen Marktanteil in diesem Jahr steigen soll. Und das deutlich.  © Statista
Immer neue Lösungen für Advertiser machen Amazon als Plattform für Marketer interessanter, während gleichzeitig die fortwährende und wachsende Frequentierung der Seite für Produktsuchen, Produktkäufe, Bewertungen usf. für noch mehr Grundlagen bei Targeting-Optionen und Ähnlichem sorgt. Eine Option für Advertiser sind etwa die im Sommer 2018 gelaunchten Video Ads in der Suche.
Suchergebnisse bei Amazon mit Video Ad und Landing Page des Advertisers (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zur größeren Ansicht), © Amazon Amazon: Auch für Marketer immer wichtiger
Die Relevanz als (Produkt-)Suchmaschine erlaubt Amazon in den somit immer wertvolleren Suchergebnissen Werbung zu schalten, die den Nutzer genau dann erreicht, wenn er einer Conversion womöglich nahe ist. Erst im Januar wurden neue Targeting-Optionen vorgestellt. Zudem gibt es seit dem Monat auch Metriken für Neukunden einer Marke, die bei der Einschätzung der Kampagnen im Hinblick auf Kundengewinnung hilfreich sein können.
New-to-brand metrics determine whether an ad-attributed purchase was made by an existing customer or one buying a brand’s product on Amazon for the first time over the prior year.

© Amazon

Das Amazon Advertising wird nach den jüngsten Entwicklungen und Prognosen also zu einer Option, die Marketer nicht mehr vernachlässigen können.
Wie liefern in einem Gastbeitrag die fünf häufigsten Fehler beim Werben auf der Plattform und Best Practices. Eine gewinnbringende Praxis dürfte jedoch schon sein, sich auf die Möglichkeiten des wichtigsten Online-Marktplatzes einzulassen, um das Produkt an den Kunden zu bringen. Denn Kundendaten und Konversionsversprechen sind bei Amazon in besonderem Maße vorhanden.

Drive-In Personalisierung: Warum McDonald’s 300 Millionen Dollar für ein israelisches Startup auf den Tisch legt

Drive-In Personalisierung: Warum McDonald’s 300 Millionen Dollar für ein israelisches Startup auf den Tisch legt

McDonald’s kauft das israelische Tech-Startup Dynamic Yield für über 300 Millionen US-Dollar. Damit holt sich die Fastfoodkette eigene Personalisierungs-Technologie ins Haus, die zunächst digitale Screens im Drive-In optimieren soll. Der hohe Kaufpreis – der nicht offiziell gemacht wurde, aber durchgesickert ist – mag irritieren, doch Dynamic Yield liefert ungleich mehr und weitere Einsatzmöglichkeiten sind bereits geplant.
Smarte Bestellscreens sprechen effiziente Produktempfehlungen aus
Die Bildschirme am McDonald’s Drive-Thru werden künftig Datenpunkte wie Uhrzeit, Wetter oder Betriebsaufkommen im Restaurant nutzen, um Kunden gezielte Angebote in Echtzeit zu unterbreiten. Die Technologie wird beispielsweise bei Hochbetrieb Produkte empfehlen, die schnell zubereitet sind, um Wartezeiten zu minimieren. Dynamic Yield wertet auch bevorzugte Kombinationen von Burgern aus und macht weiterführende Vorschläge je nach Wahl der Kunden. Bei Hitze wird ein Eis und bei Kälte Kaffee angeboten – relativ einfache Personalisierungsmaßnahmen, die McDonald’s bislang noch nicht leisten konnte.
Technologie als Wachstumstreiber von McDonald’s
Bei der Übernahme ist die bestehende rudimentäre Technik wohl zunächst die Tatsache, die am meisten überrascht. Schließlich ist McDonald’s eines der größten und umsatzstärksten Unternehmen der Welt und arbeitet heute immer noch mit statischen Screens. Doch seit CEO Steve Easterbrook 2015 das Ruder übernommen hat, wurde fleißig in Tech investiert:

Technologie ist ein entscheidender Bestandteil unseres Wachstumsplans. Wir bieten unseren Kunden ein besseres Erlebnis, indem das Angebot auf ihre Bedürfnisse abgestimmt wird. Mit dieser Akquisition erweitern wir sowohl unsere Fähigkeit, die Rolle von Technologie und Daten in unserer Zukunft zu verstärken, als auch die Geschwindigkeit, mit der wir unsere Vision von personalisierten Kundenerlebnissen umsetzen können,

so der CEO im offiziellen Statement. Die Akquisition reiht sich damit in eine Reihe von Investitionen ein, die die Customer Experience mit digitalen Produkten verbessern sollen. Da wären beispielsweise digitale Menükarten, erweiterte Payment-Optionen oder Self-Service-Automaten zu nennen. Es fehlte bislang aber die Fähigkeit, diese Datenpunkte miteinander zu verknüpfen, gibt Steve Easterbrook gegenüber WIRED zu:

What we hadn’t done is begun to connect the technology together, and get the various pieces talking to each other. How do you transition from mass marketing to mass personalization? To do that, you’ve really got to unlock the data within that ecosystem in a way that’s useful to a customer.

Das soll Dynamic Yield nun übernehmen.
Ein Blick unter die Haube von Dynamic Yield rechtfertigt den hohen Kaufpreis
McDonald’s nimmt für die Personalisierung des Point-of-Sales auf den ersten Blick sehr viel Geld in die Hand – doch unnötig viel ist es sicherlich nicht. Das Schnellrestaurant kauft mit der Akquisition nicht nur die Personalisierung, sondern auch einen neuen Umsatztreiber ein.
Die Plattform von Dynamic Yield ist KI-gestützt, arbeitet auf der Grundlage von Machine Learning und wird bereits weltweit von Kunden wie IKEA, MediaMarkt, Saturn oder Rocket Internet genutzt. Das Startup optimiert neben der physischen Kontaktpunkte auch sämtliche andere Touchpoints zum Kunden, sei es Web, App, E-Mail oder IOT. Somit können die Anwender effektive Personalisierungskampagnen oder Produkt- und Contentempfehlungen aussprechen.
Dynamic Yield wurde 2011 in Israel gegründet und beschäftigt mittlerweile mehr als 200 Mitarbeiter in fünf Standorten. Bislang sind zusammengenommen über 80 Millionen US-Dollar Fremdkapital in das Unternehmen geflossen. Weitere Finanzierungsrunden sind unter dem Dach der Fastfoodkette jetzt offensichtlich nicht mehr vonnöten. Dynamic Yield operiert in Zukunft mit bestehenden und neuen Kunden wie zuvor.
Digitale Screens sind erst der Anfang
Der Burgergrill hat Dynamic Yield im vergangenen Jahr ausgiebig in US-Filialen getestet, konnte sich also von dem Mehrwert der Investition überzeugen. Der Plan sieht vor, noch 2019 die gesamten Schnellrestaurants der USA mit der Technologie auszustatten. Danach sollen weitere der 37.000 Standorte in internationalen Märkten folgen. Mit der Aufwertung der Bestellbildschirme ist jedoch die Integration noch lange nicht zuende. Die Technologie soll großflächig in McDonald’s-Produkte integriert werden und als erstes schon bald Einzug in die App erhalten. Es geht darum, sämtliche Datenpunkte miteinander zu verbinden und das Potential auszuschöpfen.
Der Fokus auf Technologie als Wachstumstreiber geht bei McDonald’s derweil weiter. Als nächstes steht laut Easterbrook Predictive Analytics auf dem Plan, um die Supply Chain effektiver zu gestalten.

„You guys suck“ – Bacardi fordert Verbannung von Plastik aus Emojis

„You guys suck“ – Bacardi fordert Verbannung von Plastik aus Emojis

Zum Weltwassertag machte Bacardi Limited mit einer außergewöhnlichen PR-Maßnahme auf sich aufmerksam. Der Spirituosenhersteller veröffentlichte einen Brief, der die Verbannung aller Plastikstrohhalme aus dem Emoji-Katalog fordert.
Bacardi und Lonely Whale gegen Plastik
Der Weltwassertag, der jährlich am 22. März stattfindet, wird von einem Zusammenschluss diverser Organisationen und Programme innerhalb der Vereinten Nationen initiiert. Er soll für den bewussten und nachhaltigen Umgang mit Wasser sensibilisieren und stand 2019 unter dem Motto „Leaving no one behind – water and sanitation for all“.
Bacardi Limited nutzte den öffentlichen Fokus auf dem Thema, um im Rahmen der Kampagne „The Future Doesn’t Suck“ ein Zeichen für die Umwelt und gegen Plastik zu setzen. Gemeinsam mit dem Projekt Lonely Whale verfasste das Unternehmen einen offenen Brief an das Unicode-Konsortium, zu deren Mitgliedern diverse Digitalriesen wie Google, Microsoft oder auch Adobe zählen. Die gemeinnützige Organisation zeichnet für die Ausarbeitung des Emoji-Katalogs verantwortlich.
„Cease and de-sip“-Brief von Bacardi an das Unicode-Konsortium Das Schreiben ist aus der Sicht der Schildkröte Sydney verfasst, die erläutert, wie die Plastikstrohhalme das Leben der Meeresbewohner gefährden. Sie sind täglich millionenfach in Verwendung und tauchen auch in den Emojis auf. Das Fazit von jedem unterhalb des Meeresspiegels zum Unicode-Konsortium lautet deshalb: „You guys suck“.
Warum Getränke-Emojis künftig keine Strohhalme mehr zeigen sollten
In dem Brief, den unter anderem Adweek publizierte, fordert Bacardi daher den Ausschluss von Plastikstrohhalmen aus den Miniaturbildern, die in der digitalen Kommunikation mittlerweile allgegenwärtig sind. Konkret geht es um das „Tropical Drink„- (🍹) und „Cup With Straw„-Emoji  (🥤). Beide sind auf den meisten Betriebssystemen mit einem Strohhalm aus Plastik versehen
Emojis mit Strohhalmen aus dem Unicode-Katalog, © Emojipedia Bacardi und Lonely Whale arbeiten seit 2018 zusammen und haben sich zum Ziel gesetzt, eine Milliarde Strohhalme bis 2020 zu verbannen. Wie genau diese Kenngröße gemessen werden soll, ist allerdings unklar. Für das Erreichen der Forderung haben die beiden Unternehmen bereits Kampagnen in den USA, Großbritannien, China und Neuseeland realisiert. Für die aktuelle Aktion konnten sie Comedian Danny Franzese für sich gewinnen, der Sydneys Brief zusätzlich im Videoformat vorliest.
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Die Idee dahinter: Wenn Strohhalme aus dem digitalen Raum verschwinden, hat dies hoffentlich auch Auswirkungen auf die Verwendung der Trinkhilfen in der Realität. Jacob Briars, Global Advocacy Director von Bacardi, erklärte in einem Statement die Hintergründe der Kampagne genauer:

Marine life is heavily affected by plastic waste, and refusing the single-use plastic straw is one way each of us can take action. With billions of emojis being used globally each day, we want to help drive a cultural change where our online world promotes a plastic-free, marine-friendly straw, or strawless options for drinks.

Dune Ives, Executive Director von Lonely Whale, ergänzt:

Many have made a commitment to eliminate single-use plastic straws yet the emojis we use in social media haven’t kept up with our commitment to an ocean free from plastic. What better way to delete the notion of using single-use plastic straws than by taking it out of the icons more than 90 percent of the world’s online population uses every day to communicate?

Was macht Strohhalme so gefährlich für die Umwelt?
Zwar liegt es nahe, sich als Getränkehersteller auf Strohhalme zu fokussieren, da eine direkte Beziehung zum Produkt – Cocktail – besteht. Doch es steckt mehr dahinter: Bacardi geht es insbesondere um die Trinkhilfen, da sie als eine der häufigsten Hinterlassenschaften an Stränden rund um den Globus gelten. Strohhalme sind außerdem oftmals zu leicht, um maschinell beim Trennen sortiert werden zu können – wenn sie überhaupt soweit kommen und nicht vorher vom Mülleimer ins Meer geweht werden. Untersuchungen haben ergeben, dass zehn Einwegprodukte sowie Fischfanggeräte (Netze) 70 Prozent des Plastikmülls in den Meeren ausmachen, unter anderem auch Strohhalme.
Die markierten Produkte sind vom kommenden EU-weiten Verbot betroffen, © Europäisches Parlament Umweltmaßnahmen der EU und Konzerne als Sprachrohr
Der Kampf gegen Plastik wird weltweit geführt. Gerade erst im Dezember wurde hierzulande der Vorschlag der EU-Kommission angenommen, der unter anderem Strohhalme, aber auch andere Einwegprodukte wie Plastikgeschirr oder Wattestäbchen in den kommenden zwei Jahren europaweit aus dem Verkehr ziehen soll. Interessanterweise sieht der Beschluss auch vor, die Hersteller von Wegwerfartikeln künftig mehr in die Beseitigung des Mülls einzubinden. So soll etwa die Zigarettenindustrie in Zukunft an den Kosten zur Säuberung von Stränden beteiligt werden.
Immer häufiger nutzen Unternehmen die Chance, ihre Marke im Namen der Umwelt zum politischen Instrument zu machen. Zuletzt fiel Greenpeace Canada im vergangenen Jahr mit einer ähnlichen Kampagne gegen Plastikmüll in den Ozeanen auf. Die Naturschutzorganisation ging dabei jedoch weniger dezent vor. Einer der Vorreiter diesbezüglich außerhalb der Welt der NGOs ist beispielsweise Salesforce.
Die Promotion von umweltschützenden Maßnahmen ist nicht nur aus PR-Sicht sinnvoll, sondern auch unserem Ökosystem zuträglich. Die Eingrenzung der Einwegartikel ist zumindest ein Anfang, während Mikroplastik im Meer wohl eines der gravierendsten Probleme darstellt. Dies hat mit Strohhalmen wenig zu tun und ist insbesondere auf synthetische Textilien, Autoreifen und Stadtstaub zurückzuführen. In Bezug auf die schädlichen Ausmaße der Verwendung von Plastik hilft nur die Aufklärung der breiten Masse. Die zunehmende Parteiergreifung von großen Unternehmen ist dabei ein Schritt in die richtige Richtung.

Apple All In: Streamingdienst, Magazin-Bundle, Kreditkarte und Gaming-Plattform

Apple All In: Streamingdienst, Magazin-Bundle, Kreditkarte und Gaming-Plattform

Schon Stunden vor dem Beginn des mit Stars gespickten Events in Kalifornien hatte Apple einen Livestream aktiviert. Die Veranstaltung selbst bot dann Insights zum neuen Streamingdienst Apple TV+, bei dem Jason Momoa oder Steven Spielberg nur zwei von vielen Stars sein werden, während außerdem ein neuer Apple News Service sowie die Gaming-Plattform Arcade und eine eigene Kreditkarte präsentiert wurden.
Apples Streamingdienst: Konkurrenz für Netflix und Co.?
Im Kampf ums hochwertige digitale Streaming haben Netflix und Amazon Prime Video weiterhin die Nase vorn; auch wenn Facebook mit Watch zu konkurrieren versucht. YouTube hatte gerade seine Bemühungen um hochqualitative Inhalte, das Produzieren exklusiver Dramen, Komödien etc., zurückgeschraubt, wie Ad Age berichtet. Der kostspielige Wettstreit werde auf diesem Level nicht weitergeführt, während sich YouTube vielmehr um seinen UGC und das Musik-Streaming kümmern werde.
Mit Apple kommt nun ohnehin starke Konkurrenz auf den Streaming-Markt. Im Steve Jobs Theater wurde der Dienst Apple TV+ vorgestellt. Zugegen waren dabei Berühmtheiten wie Reese Witherspoon, Oprah Winfrey, Steven Spielberg, Jason Momoa, Steve Carell, Jennifer Aniston usf. Ab Herbst soll Apple TV+ an den Start gehen und High End-Serien und -Filme bereitstellen. Bei der Popularität der Partner, zu denen auch Regisseur J.J. Abrams gehört, dürften viele User darauf zurückgreifen – auch wenn bisher kein Kostenpunkt genannt wurde. Die App wird dabei auf Geräten der Konkurrenz verfügbar sein, wie die BBC weiß, bei Samsung, LG, auch bei Roku, bei Vizio Smart TV und bei Amazons Fire TV Stick. Netflix hingegen wird nicht Teil des Bundles sein, für das eine Subscription obligatorisch ist.
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Josh Constine kommentiert bei TechCrunch, wie Apple Facebooks Watch in den Schatten stellen wird. Denn Netflix hat sich mit seinen Originals und einer großen Auswahl etabliert, ähnlich ist es Amazon Prime Video gelungen, HBO hat Evergreens wie Game of Thrones zu bieten und Disney+ seine zahlreichen Helden aus Star Wars, von Marvel usw. Neben YouTube dürfte demnach auch Facebook das Nachsehen haben, wenn Apple mit Spielberg und Co. aufwartet, um den Zuschauern noch mehr qualitatives Streaming zu bieten.
Eine Kreditkarte, mit der man sparen kann
Mit der Apple Card hat das Unternehmen eine Kreditkarte vorgestellt, die in den USA im Sommer verfügbar sein wird. Die Kernaussagen zu dieser sind Einfachheit, Transparenz und Datensicherheit. Zusammen mit Goldman Sachs und MasterCard wurde diese Version entwickelt, die sowohl physisch als schlichte Titaniumkarte als auch virtuell in der Wallet App zur Verfügung steht – oder nur dort.
Apples neue Kreditkarte, © Apple
Durch die MasterCard-Verbindung lässt sich damit auf der ganzen Welt bezahlen. Und das mit Vorteilen. Zum einen ist die Karte extrem sicher. Die physische Version hat keine Nummern aufgeprägt. Vielmehr sind Sicherheitsmechanismen wie Face ID, Touch ID, und unique Transaction Codes in der App integriert. Nur der Besitzer kann sie nutzen, wenn er das möchte. Zum anderen spart er Geld. Denn die Apple Card fordert keine Gebühren und erlaubt beim digitalen Kauf sogar eine Rückerstattung von ein paar Prozent des Kaufpreises. Darüber hinaus ermöglicht die Karte nicht nur das simple Bezahlen übers iPhone, sondern auch eine Übersicht über die Ausgaben, farblich nach Kategorien, Tagen und Geldwert sortiert.
Übersicht zu Käufen mit der Apple Card, © Apple
Sogar der Ort des Kaufs kann nachvollzogen werden.
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Auch beim Gaming scheut Apple keine Kosten und Mühen
Arcade nennt sich Apples Gaming-Plattform, die 100 Spiele exklusiv anbieten wird. Der Clou: diese Spiele lassen sich im Gegensatz zu den meisten anderen Plattformen auch offline zocken. Das dürfte viele Gamer interessieren. Ab Herbst soll Arcade in 150 Ländern ausgerollt werden; wobei auch hier noch keine Kosten für eine Subscription bekannt sind, was die Vorfreude etwas trübt.
Apple joins the other technology companies Microsoft, Facebook, Google, Amazon and others in investing directly in games content and services,
erklärt der IHS Director of Games Research Piers Harding-Rolls der BBC. Apple selbst verspricht bei den Games „Storytelling und Design wie noch nie“ und dazu keine Werbung und keine In App-Käufe. Mit einem Abonnement soll endlos gespielt werden können und das von verschiedenen Geräten. Außerdem haben bis zu sechs Familienmitglieder Zugriff.
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Games wie LEGO Brawls dürften für Begeisterung sorgen.
LEGO Brawls bei Apple Arcade, © Apple
Apple News+ liefert Top Magazine an einem Ort
300 Titel – Magazine wie Zeitungen – wird der neue Abo-Dienst Apple News+ für Leser bereithalten. Dazu gehören Time, Vogue, GQ, der Rolling Stone, National Geographic, das Wall Street Journal, Esquire, Marie Claire und viele mehr. Das alles wird monatlich 9,99 US-Dollar kosten und ist in den USA und Kanada ab sofort erhältlich, in Europa soll der News+ Service später in diesem Jahr ausgerollt werden.
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Anders als der TV+ Service werden diese Magazine dann nur auf Apple-Geräten verfügbar sein. Aktuelle und frühere Ausgaben lassen sich leicht durchblättern, Magazine downloaden oder Artikel zum späteren Lesen speichern. Um sie den Lesern noch näher zu bringen, wurden Artikel und Magazine mit ganz eigenen neuen Designs versehen.
Neue, frische Designs für Apple News+, © Apple
Als Vorteil für die Nutzer wirkt ebenso, dass sie auf Interessen basiert Vorschläge erhalten und dass Advertisern und Publishern gleichzeitig nicht erlaubt wird, das Leseverhalten zu tracken. Für die Publisher allerdings dürfte der Service, auch wenn er zu mehr Lesern führen mag, trotzdem problematisch sein, da er eine ertragreiche Monetarisierung erschwert. Das Problem war schon bei Apple News aufgetreten.
Ein Tanz auf mehreren Hochzeiten – der sich lohnen kann
Apples Event wurde mit Spannung erwartet und hat nicht enttäuscht. All die Neuerungen sprechen dafür, dass das Unternehmen sich in verschiedenen Bereichen unseres digitalen Alltags langfristig etablieren möchte; und wahrscheinlich wird. Dabei liefert man den Menschen also längst nicht mehr nur die populäre Hardware vom iMac bis zum iPhone und den App Store, sondern eine Reihe vielversprechender Services, die Apple zu Hersteller und digitalen Mediendirigenten zugleich machen. Allein die Verlockung, die Apple TV+ oder News+ bieten, sollte für zahlreiche Abonnenten sorgen. Und mit Arcade macht man Googles Stadia, wenn auch mit anderen Vorzeichen, Konkurrenz, während die Apple Card in Kombination mit Apple Pay das Bezahlverhalten der Menschen wieder deutlich weiter gen Zukunft orientiert.
Die Kosten für Apple TV+ oder Arcade sind noch nicht bekannt und könnten zum Stolperstein werden. Doch die Zeiten, in denen Netflix und Amazon Prime Video oder Hulu allein im Streaming herrschen, wo einzelne Magazine abonniert oder Games nur auf Konsolen gespielt werden, die womöglich in bar bezahlt wurden, scheinen vorbei. Apple hat einen Weg in verschiedene Räume eingeschlagen und könnte damit äußerst erfolgreich sein. Doch ähnlich wie bei Googles Stadia bleibt zu hoffen, dass in naher Zukunft nicht allein die großen Tech Player all unsere digitalen Belange beherrschen. Das macht vielleicht Vieles einfacher, sorgt jedoch gleichzeitig für eine Abhängigkeit und ein Machtgefüge, das langfristig auch Gefahren birgt. Unabhängig von diesen Gedanken dürfen sich die Apple-Nutzer 2019 aber auf einige starke Möglichkeiten freuen – die für das Unternehmen äußerst lukrativ, für die User aber auch besonders komfortabel erscheinen.

Burger King lässt Kunden Werbung der Konkurrenz verbrennen

Burger King lässt Kunden Werbung der Konkurrenz verbrennen

Burger King ließ sich etwas Besonderes einfallen, um sein neues Payment-System in Brasilien zu promoten: Die hauseigene App verbrennt Werbeanzeigen auf dem Mobile Screen. Als Anreiz für die pyrotechnische Spielerei verschenkt die Fastfoodkette kostenlose Whopper.
Der spielerische Einsatz der Flammen als gelungene Promotion für BK Express
Burger King ist immer wieder für eine Überraschung gut. Der Burgergrill fiel zuletzt international mit der „Whopper Detour“ auf, einer Aktion basierend auf Geofencing, die eine Fahrt zu McDonald’s mit einem Gratis-Whopper in der nächsten Burger King-Filiale belohnte. Nun setzt Burger King die Sticheleien gegen seine Rivalen fort. Im neuesten Marketing Coup verwandelt sich die App in ein pyrotechnisches Werkzeug – zumindest virtuell. Dank Augmented Reality erkennt die Software Werbeanzeigen von Rivalen, seien es Plakate, Ads im Magazin oder Coupons, und setzt diese in Flammen. Nach dem Spektakel erscheint auf dem Bildschirm ein Gutschein für einen Whopper.
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Hinter der Idee steckt die Kreativagentur David, genauer gesagt deren Niederlassung in São Paulo. Rafael Donato, Creative Vice-President von David SP, erklärt den Hintergedanken der Kampagne in einem Statement:

Augmented reality is a fascinating tool. And when combined with a little pyrotecnics, is even better. With ‚Burn That Ad,‘ we hacked the competition by leveraging our biggest advantage, which is fire.

Die Aktion soll ein neues Bezahlungssystem in der App promoten: BK Express. Damit lässt sich das Essen vorbestellen und anschließend abholen, ohne in der Schlange warten zu müssen. Ariel Grunkraut, Marketing und Sales Director Burger King Brasilien, ergänzt:

Technology as a means to provide the best customer experience is one of our main investment targets in 2019. To create the BK Express experience, our exclusive payment technology via mobile phone available all around Brazil, we offer some fun interaction in augmented reality for our brand’s lovers through the app. And those using the service also gets a free Whopper.

Die Verbindung zum Alleinstellungsmerkmal Feuer ist schlüssig und die Kampagne geht erneut durch die internationalen Medien. Wir sind gespannt, was sich das Schnellrestaurant als nächstes ausdenkt.

Sadvertising: So nutzt Werbung Emotionen, um viral zu gehen

Sadvertising: So nutzt Werbung Emotionen, um viral zu gehen

Die Frage, die sich im Advertising heutzutage stellt, ist folgende: Wie können potentielle Kunden angesprochen werden, so dass sie den markeneigenen Content möglichst häufig liken und sharen? Guckt man auf die Statistiken der meistgeteilten Inhalte, kann schnell ein durchgängiges Motiv entdeckt werden. Große Emotionen. Lachen, Weinen und Gänsehaut.
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Emotionen lassen sich gut teilen
Lange Zeit setzten Marketer komplett auf Humor. Es sollte geweint werden, aber vor Lachen. Die Zuschauer würden diese positiven Emotionen mit der Marke verknüpfen und so eine stärkere Verbindung zu ihr aufbauen. Auch Ironie und Sarkasmus waren eine Zeit lang beliebte Tools in der Werbebranche, die durch ihre Unangebrachtheit überraschten und witzig waren. Um 2011 herum (einige behaupten, es war Google Chrome mit der „Dear Sophie“ Werbung, die den Stein, bzw. die Träne ins Rollen brachten) kamen vermehrt Werbungen auf den Markt, die geradezu darauf ausgelegt schienen, bei den Zuschauern ein oder zwei Tränen kullern zu lassen.
Content, der starke Emotionen weckt, wird deutlich häufiger geteilt und geliked als der, der schlichte Fakten und Informationen darstellt. „Einer der Schlüsselfaktoren zum viralen Erfolg sind die emotionale Intensität und die Gefühle, die ein Video beim Betrachter hervorruft“, erzählt Martin Dräger, Geschäftsführer von Unruly Deutschland. Der Technologieanbieter sammelt seit 2006 Daten zum Videokonsum von Verbrauchern und analysiert die Verhaltensmuster beim Teilen von Videos. Themen, die immer ziehen, sind Familie, Kinder und Hunde. Das alles sind Themen, mit denen viele Menschen sich identifizieren können und die die meisten nicht kalt lassen.
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„Content“ statt „Ads“
YouTube ist gepflastert mit „ultimately share-worthy content“. Content also, nach dessen Ansicht man gar nicht anders kann, als ihn an Freunde und Familie weiterzuleiten. Die Sehnsucht nach Realität lässt uns Videos von echten Menschen teilen, die bedeutungsvolle Dinge tun und uns zum Weinen bringen. Emotionen unterstützen Authentizität und machen Content „more relatable“. Das Ziel ist es, Werbung zu machen, die aussieht wie die zahllosen schönen und herzerwärmenden Videos auf YouTube und Facebook, die man sich ohnehin anguckt, und nicht wie deren unerwünschte Unterbrechung. Das ist besonders relevant in Zeiten von Adblockern und Werbeunterbrechungen auf YouTube und Facebook. Wer es schafft, einen Zuschauer über die 15 Sekunden obligatorische Werbung hinaus zu tragen, wird das Bild der Marke im Kopf des Zuschauers nachhaltig verändern können.
Wir kaufen mit dem Herzen und nicht mit dem Kopf
Die meisten Kaufentscheidungen werden nicht rational, sondern aus dem Bauch heraus getroffen. In 2016 hat die Nielsen Company Untersuchungen durchgeführt, die belegen, dass Werbeanzeigen mit hoher emotionaler Resonanz im EEG-Scan bis zu 23 Prozent höhere Verkaufsraten nach sich zogen. Werbung sollte also darauf abzielen, die Kunden im Herzen zu treffen und nicht im Kopf. Zum einen sollte sie das Unterbewusstsein ansprechen und zum anderen sind Ads, die uns eine Geschichte erzählen, mehr als nur eine lästige Werbung. Storytelling ist ein Teil der menschlichen Natur. Das Weitererzählen von Geschichten (bzw. Teilen) bringt Gemeinschaften zusammen. Gutes Storytelling bewirkt, dass der Content näher am Leben und nicht so trocken ist. Geschichten werden besser erinnert als pure Information.
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Zugegeben, es gab schon immer traurige Werbung, doch in der heutigen Zeit gewinnt sie zunehmend an Bedeutung. Jetzt, da jeder den Computer bzw. Fernseher in der Hosentasche mit sich herumträgt, erreicht uns Werbung immer und überall. Durch das Überangebot an Werbung sind viele Zuschauer „übersättigt“ und genervt von bedeutungsloser und nichtssagender Werbung. Umso wichtiger wird es, Inhalte zu produzieren, die den Zuschauern sinnvoll erscheinen.
Trends kommen und gehen
Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Die Tränendrüsen dürfen nicht überstrapaziert werden. Genau wie mit den ironischen Commercials vor 2011 ist auch der Trend, Menschen zum Weinen zu bringen, irgendwann ausgelutscht. Es schien als wäre die tränengetränkte Zeit der Werbeanzeigen vorbei, als sogar der britische Einzelhändler John Lewis, dessen Werbevideos zu Weihnachten jahrelang den Gebrauch von Taschentüchern erforderten, 2017 lieber ein Elton John Biopic zeigte. Stattdessen war Googles Werbespot „Alexa Loses Her Voice“ auf der Nummer 1 der meistaufgerufenen Videos.
Doch Anfang 2018 brachte Vick mit der Werbung für Vick’s VapoRub das Sadvertising für kurze Zeit zurück. Das Video über einen Jungen, der von seiner Familie verlassen wird und von einer Bekannten der Familie wie ihr eigenes Kind aufgezogen wird, während sie versucht, ihm trotz HIV-Infektion ein normales Leben zu ermöglichen, ging viral. „Just a Boy #TouchOfCare“ erzielte auf YouTube 7.708.004 Aufrufe.
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Authentizität ist ein Schlüsselwort
Wichtig ist es, nicht mit allen Mitteln zu versuchen, das Publikum zu Tränen zu rühren. Nichts ist unauthentischer als nach einem Schema vorzugehen und alle Tränengaranten in einem Video zu vereinen, in der Hoffnung, dass es so Erfolg hat. Budweiser gab nach seinem viralen Werbehit „Puppy Love“ an, nicht die Intention gehabt zu haben, die Menschen zu Tränen zu rühren. Sie hätten einfach nur die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft erzählen wollen. „All we did with the Super Bowl is tell a story about an unlikely friendship. The intent wasn’t to make people cry, the intent was to say that this brand is about bringing people together“, sagte Mike Byrne von der Kreativagentur Anomalny über den Werbespot.
Auch P&Gs Werbespot „Best Job“, der zur Olympiade 2012 bekannt wurde, folgte dem Prinzip der Authentizität. „Shaving cream does not make you run fast“, erkannte Joe Staples von Wieden+Kennedy und musste zugeben, dass die Produkte von P&G den Olympioniken nicht zu ihrem Sieg verhelfen. Doch die Produkte unterstützen die Menschen, die den Sportlern helfen: ihre Mütter.
From there you get to tell honest, emotional stories about the relationship between a child and their parent, and if you do it well it will resonate with millions of people because it is true. It will be very emotional, but for the right reasons,
so Staples.
Was ist also das Erfolgsrezept?
Große Emotionen und das Element der Überraschung sind gute Ansatzpunkte, um Werbung zu kreieren, die viral gehen könnte. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass der Spot zu der Marke passt. Verbraucher verzeihen selten inkongruentes Verhalten und Ads, die nicht echt wirken, schaffen es kaum in die Herzen der Zuschauer. Das Ziel sollte also nicht sein, einem Trend zu folgen und die witzigste oder traurigste Werbung zu kreieren, sondern vielmehr eine ehrliche Geschichte zu erzählen, die zu Produkt und Marke passt und im Gedächtnis der Zuschauer verankert wird.