3,75 Euro für YouTube und 2,30 für Instagram: Das würden Nutzer für populäre Apps zahlen

3,75 Euro für YouTube und 2,30 für Instagram: Das würden Nutzer für populäre Apps zahlen

Gemeinhin gilt für viele Apps: sie sind für den Nutzer grundsätzlich kostenlos, bezahlt wird mit den Daten, die er an den Anbieter übermittelt. Aber wie sähe die Digitallandschaft aus, wenn die populärsten Apps nicht kostenfrei wären? Wären alle User bereit, für Google Drive, WhatsApp, Facebook, YouTube und Co. zu zahlen? Eine Studie in den USA offenbart, welche Summen im Schnitt gezahlt würden – und was die Unternehmen damit verdienen könnten.
Bis zu 4,20 US-Dollar monatlich: Die meisten würden für populäre Apps zahlen
Wie oft am Tag nutzt du deine Top Apps wie Instagram, Google Maps, Facebook, vielleicht auch FaceTime, Google Drive, YouTube oder Snapchat? McGuffin hat sich die Frage gestellt, ob Nutzer bereit wären, für derlei Apps zu zahlen – obwohl sie mit den Daten, die sie an Google, Facebook und Co. liefern, natürlich bereits die Grundlage für eine extreme Monetarisierung bereitstellen. In der Studie von McGuffin sind 16 populäre Apps ins Zentrum gestellt worden. Dazu zählen:
YouTube
Google Maps
Google Drive
Facebook
LinkedIn
FaceTime
Reddit
Venmo
Instagram
Facebook Messenger
WhatsApp
Twitter
Google Translate
Pinterest
Snapchat
Yelp
Das Unternehmen befragte 2.004 Nutzer zwischen 18 und 71 Jahren in den USA. Ziel der Umfrage war es, zu ermitteln, ob und wie viel die User bereit sind, für diese Apps zu zahlen. Das Ergebnis zeigt, dass in den meisten Fällen knapp drei Viertel, zumindest aber zwei Drittel der Nutzer zum Zahlen bereit sind. Für YouTube zum Beispiel würden 72 Prozent bezahlen, sogar 4,20 US-Dollar (oder 3,75 Euro) im Monat. Für den Navigator aus Google Maps würden sie knapp 3,5 US-Dollar hinlegen, zu 78 Prozent. Mit 89 Prozent würden die meisten für WhatsApp zahlen. Immerhin ist die Messaging App neben dem Messenger, für den genau 66 Prozent zahlen würden, eines der wichtigsten Kommunikationsinstrumente. Allerdings wären die User bei WhatsApp nur zur Zahlung von 2,38 US-Dollar im Schnitt bereit. Für Facebook (2,92 US-Dollar) und Instagram (2,56 US-Dollar) würden die Nutzer ebenfalls einen Obolus entrichten.
Für Plattformen und Dienste wie LinkedIn und Google Drive wären sie sogar bereit 2,84 beziehungsweise gar 3,31 US-Dollar pro Monat abzugeben.
Das sind die Nutzer der Umfrage zu zahlen bereit, © McGuffin Einnahmequellen? Pinterest oder LinkedIn könnten die Einkünfte mächtig ankurbeln
Die kleine Studie von McGuffin zeigt, dass viele User nicht auf ihre wichtigsten Apps verzichten wollen würden und demnach bereit wären, dafür sogar zu zahlen. Nun ist die Umfrage aus den USA und mit keiner allzu großen Nutzerzahl durchgeführt worden. Daher kann sie nicht 1:1 als Voraussetzung für andere Märkte genommen werden. Sie deutet aber an, wie relevant einige Apps, besonders WhatsApp oder YouTube, in bestimmten Bereichen aber auch Google Drive oder LinkedIn geworden sind. Diese möchte man nicht missen, weshalb auch kostenpflichtige Versionen ihre Anhänger fänden.
So hat McGuffin auch ermittelt, was die Unternehmen verdienen könnten, wenn die Angaben der User zur Zahlung ernst genommen und in Umsätze umgerechnet würden. So könnte beispielsweise Pinterest, das 2018 gut 750 Millionen US-Dollar mit Werbung gemacht hat – und gerade die 300 Millionen monatlich aktiven Nutzer erreichte – noch einmal 4,9 Milliarden US-Dollar Umsatz machen; ein Plus von 563 Prozent. Auch ein Unternehmen wie LinkedIn, das zwei Milliarden US-Dollar mit Werbung umsetzte (2018), könnte noch einmal 8,1 Milliarden durch Abo-Gebühren für die App einnehmen. Umsatzgewinner wäre indes YouTube mit gut 69 Milliarden US-Dollar zusätzlich.
So viel könnten die Unternehmen hypothetisch mit App-Gebühren einnehmen, © McGuffin Auch wenn McGuffins Studie eher ein Gedankenspiel ist, zeigt sie, dass das Umsatzpotential von Apps enorm ist. Insbesondere, da so viele Nutzer bereit wären, für die Apps zu zahlen. Und auch, wenn es nur 50 Prozent wären, wären die Umsatzchancen riesig. Allerdings machen Facebook, Google oder Twitter ohnehin mit Werbung gutes Geld; Snapchat, Pinterest und LinkedIn könnten von den Einnahmen noch deutlich mehr profitieren, weil sie größer wären als die Werbeeinkünfte. Aber wenn all diese Apps etwas kosten würden, dürften sich auch viele User überlegen, welche Applikation sie behalten – und welche vielleicht nicht.
Daher sind innovative Wege der Monetarisierung gefragt, solange die Apps nichts kosten. Die Abgabe der Daten sollten die Nutzer zudem auch als Währung sehen. Denn mit Daten kann ein Facebook bekanntlich ähnlich viel anfangen wie mit ein paar Dollar; vielleicht letztlich sogar mehr.

In-App Messaging – jetzt wird’s persönlich!

In-App Messaging – jetzt wird’s persönlich!

77 Prozent aller Apps werden innerhalb der ersten drei Tage nach Installation wieder gelöscht. Allein bei den Android-Apps werden 30 Prozent innerhalb von nur 10 Minuten nach dem Download deinstalliert. Diese Fakten tun besonders weh, wenn man bedenkt, dass bereits Ressourcen investiert wurden, um die App Downloads überhaupt zu generieren. 
Mobile Apps sind euer ganz persönlicher Zugang zu euren Kunden, nämlich zu ihrem Smartphone, dass sie fast immer bei sich haben. Zusätzlich liefern sie euch ausführliche Location-Daten, auf deren Grundlage der Customer Lifetime Value der Nutzer effektiv verlängert werden kann. Durch Personalisiertes In-App Messaging könnt ihr eure Nutzer direkt ansprechen, das Engagement erhöhen, eine höhere Kundenbindung fördern und verhindern, dass eure App gleich wieder gelöscht wird. Hier sind 7 Praxis-Tipps für effektives In-App Messaging, die eure App vor dem Delete Button retten. 
1. Begrüßungsnachrichten
Ein einfaches „Herzlich Willkommen“ in Form einer Nachricht, einer Animation oder eines GIFs kann den Unterschied machen. Es lenkt die Aufmerksamkeit des Nutzers auf die frisch installierte App und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eure App die kritische Phase der ersten 72 Stunden übersteht, und nicht gelöscht wird. Dankt eurem Nutzer für den Download, verstärkt die Gründe, warum er eure App heruntergeladen hat oder setzt mittels  einer Prämie den Anreiz, die App aktiv zu nutzen.
Indem ihr Wertschätzung ausdrückt und eine frühzeitige Verbindung herstellt, die über den reinen Download hinausgeht, könnt ihr dazu beitragen, den Nutzer zu halten. Unsere Tests haben ergeben, dass Willkommensnachrichten die App-Deinstallation in den ersten 30 Tagen um bis zu 25 Prozent reduzieren. 
Willkommensnachricht (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Dynamic Yield 2. App-Rundgang anbieten
Stellt sicher, dass eure Nutzer wissen, wie man eure App richtig verwendet und macht sie mit den Funktionen vertraut. Auch wenn ihr überzeugt seid, dass eure App intuitiv ist, solltet ihr nicht auf einen Rundgang verzichten. Verlangt eure App einen höheren kognitiven Aufwand, als der Nutzer erwartet, ist die Gefahr groß, dass sie im digitalen Papierkorb landet. Bietet einen App-Rundgang an, den ihr in eure Begrüßungsnachricht integriert oder den Nutzer nach der Begrüßung aktivieren können. App-Rundgänge erklären die Funktionalität der App und fördern die richtige Nutzung. Achtet darauf, alle Funktionen systematisch zu erklären und gebt eurem Nutzer jederzeit die Möglichkeit, den Rundgang zu beenden, um mit der Nutzung eurer App zu beginnen. Weiß der Nutzer richtig mit eurer App umzugehen, verbessert das sein Erlebnis und verlängert die Lebensdauer eurer App.
App Tour (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Dynamic Yield 3. Neue Funktionen & App Updates ankündigen
Unabhängig davon, ob der Nutzer neu ist oder nicht, die richtige Anwendung eurer App bietet einen Mehrwert für ihn. Deshalb solltet ihr eure Nutzer kontinuierlich auf neue Funktionen und Updates aufmerksam machen. So demonstriert ihr, dass ihr dauerhaft in die User Experience investiert und haltet eure Nutzer auf dem Laufenden. Leitet die Nutzer über einen „Was gibt’s Neues“-Call-to-Action zu euren neuen Tools und erklärt, wie sie funktionieren. Zusätzlich könnt ihr sie auf wichtige Kampagnen, wie kostenlose Versandangebote oder saisonale Aktionen, aufmerksam machen.
In-App Messaging verbessert nicht nur die Benutzerfreundlichkeit, sondern kann auch dazu beitragen, unnötige Programmierarbeit zu ersparen und App Updates durchzuführen. Indem Nutzer nur noch durch einen Klick neue Geschäftsbedingungen der App-Nutzung oder ein Update akzeptieren, wird den Entwicklern massives Kopfzerbrechen erspart und Bugs in älteren Versionen können schnell behoben werden.
4. Nutzereinwilligung richtig abfragen
Die meisten Apps fragen die Benutzer um die Erlaubnis, auf weitere Funktionen wie die Standortbestimmung, Kamera, Kontakte oder Mikrofon zugreifen sowie ihnen Push-Benachrichtigungen schicken zu dürfen. Willigt der Nutzer ein, hat er Zugang zu allen Funktionen der App und kann das bestmögliche Nutzungserlebnis erzielen.
Obwohl solche Praktiken weit verbreitet sind, sind die mit den Genehmigungsabfragen verbundenen Formulare leider oft umständlich formuliert oder passen nicht zur Markenkommunikation. Typischerweise werden diese Formulare lediglich als Benachrichtigung des Betriebssystems angezeigt und häufig vom Nutzer reflexartig abgelehnt. Damit wird die App-Funktionalität oft stark eingeschränkt und das Nutzererlebnis leidet. Der Nutzer müsste dann erst wieder manuell in die App-Einstellungen gehen und Änderungen vornehmen – eine Aufgabe, die entweder nie erledigt wird oder weitere, komplexe Anweisungen des App-Anbieters erfordert.
Nutzereinwilligungsnachricht (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Dynamic Yield Um diesen Standardfehler zu vermeiden, solltet ihr eure Nutzer proaktiv, mit eigens designten Benachrichtigungen um ihre Einwilligung bitten, bevor es eine Standardabfrage vom Betriebssystem tut. Erklärt euren Nutzern, weshalb sie zustimmen sollten und welche Gegenleistung für sie dabei herausspringt. Das Anzeigen eines Bildes, auf dem der Benutzer erkennt, wo er zur Einwilligung klicken muss, kann den Prozess reibungsloser gestalten und die Wahrscheinlichkeit einer Zustimmung erhöhen.
5. Nutzer-Engagement erhöhen
Zeigt euren Nutzern, dass es sich lohnt über die App zu shoppen und nutzt diese Möglichkeit, um ein höheres Engagement des Nutzers in der App zu kreieren. Designt Benachrichtigungen, die neue Nutzer dazu einladen eine Mitgliedschaft abzuschließen. Benennt deutlich, welche Vorteile sich dadurch ergeben und schafft so Anreize für den Nutzer, sich anzumelden. Die Anmeldung als Mitglied liefert euch zusätzliche Informationen über den Nutzer und bildet die Grundlage für weitere personalisierte Interaktionen. 
Wenn ein Nutzer sich für die Mitgliedschaft angemeldet hat, solltet ihr ihm weiterhin Benachrichtigungen schicken, die das Engagement vertiefen. Setzt eurem Nutzer Ziele, wie das Erreichen eines bestimmten Bestellwertes oder das Abschließen eines Newsletter-Abonnements und bietet ihm einen Mehrwert, wie kostenfreien Versand auf die nächste Bestellung.
Nachricht mit CTA für mehr Engagement und Conversions (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Dynamic Yield 6. A/B Testing einsetzen
Zu Beginn der App-User-Beziehung ist es für Entwickler von entscheidender Bedeutung, ein genaues Verständnis für die Eigenheiten und Bedürfnisse der einzelnen Person hinter dem Bildschirm zu erlangen. Ein schöner Startbildschirm und ansprechende Inhalte sind gut und schön, aber das ist nicht genug, damit der Nutzer ein langfristiges Engagement mit der App eingeht. Dazu muss die App fähig sein, auf persönliche Bedürfnisse des Nutzers einzugehen und sich anzupassen. Je mehr ihr über eure Nutzer wisst, desto besser könnt ihr jeden Schritt in der Customer Journey auf sie abstimmen.
Personalisierter In-App Content, nach Geschlecht (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Dynamic Yield Auf Grundlage von kanalübergreifenden Verhaltensinformationen, Gerätetyp, Mitgliederdaten, Klicks, Wettervorhersage und mehr könnt ihr eure Nutzer personalisiert ansprechen und so ein tieferes, langanhaltendes Engagement fördern. Darüber hinaus könnt (und solltet) ihr das In-App-Erlebnis optimieren, indem ihr das Design und das Messaging A/B-Tests unterzieht. Dieser Ansatz trägt nicht nur dazu bei, eure Kundenbindungsrate zu erhöhen, er wird sich auch positiv auf eurer allgemeines Markenimage und auf die Benutzerfreundlichkeit auswirken.
7. Zur App-Bewertung auffordern
Nachdem ihr diese 5 Tipps bei der Onboarding-Phase eurer Nutzer befolgt habt, solltet ihr eure neu gewonnenen Nutzer bitten, ihr Feedback abzugeben, um somit weitere App Downloads zu generieren. Nutzt für die Aufforderung zur Bewertung eurer App positive Momente in der Customer Journey. Fragt sie nach ihrer Meinung, nachdem sie eine Zielvorgabe erfolgreich erreicht haben (z.B. ein Foto geteilt, eine Schlüsselfunktion ausprobiert oder Elemente zu einer Wunschliste hinzugefügt). Dies kann sich nachhaltig auf die Download-Zahlen auswirken, da positive Bewertungen euer Google-Ranking und eure Sichtbarkeit innerhalb des App Stores beeinflussen.
Message zur Bewertung, © Dynamic Yield Fazit
Ein nachhaltiges Engagement der Nutzer bei Apps aufzubauen ist kein Zuckerschlecken. Es reicht nicht eine fehlerfreie App zu programmieren: Der Markt ist überlaufen, der Wettbewerb heftig und die Nutzer geben sich nur mit dem Besten zufrieden. Das richtige In-App Messaging hilft euch dabei, eure Nutzer direkt nach dem Download abzuholen und ihr Benutzererlebnis zu optimieren. Auch wenn In-App Messaging zusätzliche Arbeit für euch bedeutet, es lohnt sich! Mobile Apps stellen eine seltene Gelegenheit dar, mit euren Nutzern auf einer persönlichen Ebene zu interagieren und liefern euch Standortdaten, mit denen ihr die Customer Journey optimieren könnt. Apps werden unglaublich schnell deinstalliert – doch durch maßgeschneidertes In-App Messaging erschafft ihr ein erstklassiges Benutzererlebnis und senkt die Abbruchrate.

Storytelling mit dem Facebook Messenger: Der persönlichste Draht zum Kunden

Storytelling mit dem Facebook Messenger: Der persönlichste Draht zum Kunden

Messenger boomen. WhatsApp, Facebook Messenger & Co nehmen einen festen Platz im Kommunikationsalltag der Nutzer ein. Kurznachrichten-Dienste sind beliebt, weil die Kommunikation schnell, direkt und unkompliziert funktioniert. Fast jeder junge Nutzer zwischen 14 und 29 Jahren hat laut einer Bitkom-Studie einen Messenger-Dienst auf dem Smartphone installiert. Dementsprechend haben Unternehmen das Potenzial der Kanäle erkannt und verstärken ihre Aktivität auf den Diensten. Denn über sie können Kommunikations-Profis Kunden direkt erreichen und mit ihnen so kommunizieren, wie es ihre Familien und Freunde ebenfalls tun, weil kein Algorithmus filtert. Das bedeutet auch, dass PRler und Marketer die Kunden entlang der Customer Journey direkt begleiten können.
Wie genau sich die Kommunikation seitens Unternehmen und Marken ausgestaltet, hängt stark von den Zielen ab, die mit Messenger-Kommunikation erreicht werden sollen. Die Möglichkeiten und Chancen sind vielfältig: Es lassen sich nicht nur Texte, Bilder und Links teilen, sondern auch Audios und Videos. So können Kunden über den Messenger zu Produkten, Sonderangeboten, Anleitungen und Services beraten werden. Darüber hinaus eignet sich der Kanal, um Unternehmensinformationen und Newsletter an die Abonnenten auszuspielen. Konzerne wie Lufthansa, OTTO, Commerzbank und die Deutsche Telekom nutzen Messenger bereits für den Kundenservice und um Unternehmensnews zu verbreiten. Ganz aktuell ist dabei zu beachten, dass WhatsApp Newsletter und Massennachrichten ab Dezember 2019 einstellen will. Dennoch haben Marketer via WhatsApp Business App oder WhatsApp Business API weiterhin die Möglichkeit, mit den Kunden zu kommunizieren. Nichtsdestotrotz rückt damit der Facebook-Messenger ins Zentrum der Unternehmenskommunikation.
Neue Content-Logistik
Der Messenger birgt durch seinen direkten und ungefilterten Draht zum Kunden enorme Möglichkeiten für die Ausspielung – auch von Kampagnen. Insbesondere deshalb, da die Öffnungs- und Klickraten der entsprechenden Dienste im Vergleich etwa zur E-Mail deutlich höher sind. Warum also den neuen Content einer Kampagne nicht einmal über den Facebook-Messenger oder WhatsApp ausspielen? Entscheidend dabei ist, den Kunden nicht mit platten werblichen Infos zu langweilen oder gar abzuschrecken, sondern cleveres Storytelling zu betreiben.
Wie so etwas funktioniert, zeigt ein schönes Beispiel des Bundesjustizministeriums: Zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes präsentierte die Behörde ein außergewöhnliches Storytelling-Projekt per Messenger. Einmal angemeldet, erhielt der Abonnent bis zum Jubiläumstag am 23. Mai per WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram oder Threema täglich Texte, Comic-Illustrationen, historische Videos und Sprachnachrichten, in denen Karl, ein fiktiver Stenograf des Parlamentarischen Rates, die Entstehung der Grundrechte dokumentiert. So berichtet er von den Nachwehen des Krieges und Nazi-Regims, vom Kampf für die Gleichberechtigung von Frau und Mann bis hin zur entscheidenden Rede, die zur Abschaffung der Todesstrafe führte.
Was in der Wissensvermittlung funktioniert, klappt auch in der Unternehmenskommunikation: Messenger eignen sich hervorragend, um Content rund um Produkte und Marken zu verbreiten. Denn die Nutzer abonnieren den entsprechenden Kanal bewusst, was Streuverlusten entgegenwirkt. Wichtig ist dabei, mitreißende Geschichten zu erzählen, die zwar die entsprechenden Produkte und Marken featuren, aber nicht zu stark in den Mittelpunkt rücken. Mit einem Abenteuer-Bericht von einer Bergtour ließe sich beispielsweise die Hightech-Funktionskleidung einer Outdoor-Marke per Facebook-Messenger „bewerben“. So gelingt es Kommunikatoren, eine hohe Reichweite zu erzielen und ihre Kunden durch Contents, auf die sie förmlich warten, bei der Stange zu halten. Neben dem Messenger können außerdem auch weitere Kanäle in die Kampagne integriert werden. Vor allem andere soziale Medien eignen sich, um Stories und Profile oder prominente Protagonisten und Influencer einzubeziehen. Zudem lässt sich die Geschichte in Echtzeit ausspielen.
Einen solchen Ansatz verfolgte Mercedes-Benz mit dem Projekt #japanexplorers: Bereits im November 2018 reisten die Fotografen Max Münch und Alen Palander sowie Filmemacher Oliver Astrologo und Vlogger Carlos Mario Kurschligen mit zwei G-Klassen 14 Tage lang durch Japan. Während der Reise gab es täglich via Facebook Messenger Updates mit Text-, Video- und Bildinhalten zum Japan-Roadtrip. So konnten die User interaktiv und personalisiert an der Reise mit der G-Klasse teilhaben. Ziel war es, das Abenteuer- und Freiheitsgefühl während eines Roadtrips für eine junge, reiseaffine Zielgruppe digital erlebbar zu machen.
#Japanexplorers: Die Storytelling-Kampagne zur neuen G-Klasse von Mercedes. Individualisierungs-King Chatbot
Um Inhalte einer Story, Informationen oder Kampagnen-Elemente personalisiert via Messenger-Dienste an die User zu distribuieren, ist ein Chatbot das Tool der Wahl. Richtig integriert ist er rund um die Uhr erreichbar, reagiert direkt ohne Wartezeiten und bietet Abonnenten die Chance, eine einzigartige Customer Journey oder interaktives Entertainment zu erleben. Denn Nutzer haben – in einem bestimmten Rahmen – die Möglichkeit, eine auf ihre Vorlieben zugeschnitten Geschichte zu erleben. Der User bestimmt nämlich selbst, zu welchen Themen er Input bekommen möchte, zum Beispiel zu Produkten, der Unternehmens-Geschichte oder Mitarbeiter-Profilen. Richtig durchdacht, erzählt ein Bot die Story zudem in einem ausgewogenen Medienmix aus Texten, Bildern und Videos. Ebenso bestimmt der Nutzer selbst, wann er genug Infos hat und aussteigt. Denn das ist ebenfalls ein essenzieller Teil eines Chatbots: Er muss es jederzeit ermöglichen, die Zusendung von Nachrichten zu beenden und diese Möglichkeit regelmäßig kommunizieren.
Startschuss fürs Storytelling 4.0
Der Messenger ist der persönlichste Digital-Kanal vom Unternehmen zum Kunden. Deshalb gilt es, vor allem auf Relevanz und Qualität zu setzen und die Abonnenten nicht mit Nachrichten zu bombardieren. Zunutze machen sollten sich Unternehmen hingegen, dass diese potenziellen Kunden sich bei Anmeldung schon für das jeweilige Thema, den Service oder die Geschichte des Messengers interessieren. Clever aufgesetzt und erzählt, können Unternehmen mit mitreißenden Stories und interaktiven Angeboten punkten und so ganz neue Erlebnisse für die Konsumenten schaffen – die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Studie zum Halo-Effekt: Wie das Umfeld die Werbewirkung bestimmt

Studie zum Halo-Effekt: Wie das Umfeld die Werbewirkung bestimmt

Von jeher möchten Werbetreibende, dass ihre Anzeigen erstens gesehen, zweitens positiv wahrgenommen und drittens erinnert werden. Eine neue Studie zeigt jetzt, welch relevante Rolle das Umfeld einer digitalen Anzeige dabei spielt. Dass der Kontext eine Anzeige und somit die Marke dahinter in ein positives oder negatives Licht rücken kann, sollte niemanden verwundern, doch die „The Halo Effect“-Studie von Integral Ad Science (IAS) belegt diese Annahme jetzt mit Zahlen.
Das Werbeumfeld verändert die Wahrnehmung einer Anzeige
Die Gehirnaktivität der Teilnehmer. © Integral Ad Science Mit Hilfe biometrischer Methoden wurden die für negative und positive Affinität verantwortlichen Gehirnareale untersucht. In einem simulierten 30-minütigen mobilen Nutzungserlebnis wurde die Gehirnaktivität von 50 Personen in Echtzeit untersucht. Die Ergebnisse zeigen: Die Wirksamkeit von mobilen Anzeigen ist direkt an ihr Umfeld gekoppelt. Digitale Anzeigen in qualitativ hochwertigen Werbeumfeldern wurden von den Teilnehmern um 70 Prozent positiver wahrgenommen als im Kontext qualitativ minderwertiger Inhalte (diese wurden durch IAS selbst definiert). In einem als qualitativ weniger hochwertig eingeschätzten Umfeld waren die Teilnehmer der Studie dreimal weniger bereit, sich mit den dahinterstehenden Marken zu identifizieren.
© Integral Ad Science Die Qualität des Werbeumfelds einer Anzeige hat maßgeblichen Einfluss darauf, wie Menschen die Anzeige wahrnehmen. Menschen reagieren auf den gesamten Kontext einer Werbung und nicht nur auf eine einzelne Komponente. Das erzeugt einen sehr starken und positiven Halo-Effekt für Anzeigen, die in hochwertigen Umfeldern gesehen werden,
so Tony Marlow, Chief Marketing Officer bei IAS. Anzeigen in einem qualitativ hochwertigen Umfeld rufen laut der Studie zudem 20 Prozent mehr Engagement hervor und werden bis zu 30 Prozent häufiger erinnert als Anzeigen, die in einem Umfeld von niedriger Qualität ausgespielt werden. Eine positive Wahrnehmung der Website lässt also auch den Werbeinhalt positiver erscheinen.
© Integral Ad Science Brand Suitability über Brand Safety
Die Erkenntnisse der „Halo-Effekt“-Studie zeigen die Relevanz des Themas Brand Suitability. Wenn Anzeigen in einem passenden Umfeld erscheinen, profitieren nicht nur die Werbetreibenden, sondern auch die Publisher und nicht zuletzt die Konsumenten, denn das gesamte Kundenerlebnis wird dadurch verbessert. Um sicherzustellen, dass Werbung ihr volles, erwünschtes Potential entfaltet, sollten Werbetreibende ihre Anforderungen klar darlegen, appelliert IAS. Außerdem sollten Publisher aktiv mit den Marken zusammenarbeiten, um die Erfüllung dieser Ansprüche zu gewährleisten. Brand Suitability geht dabei weiter als Brand Safety und achtet nicht nur auf ein gutes, sondern vielmehr auf ein passendes Umfeld.
Alle Ergebnisse sind in der Studie von Integral Ad Services nachzulesen.

Influencer Marketing und Messenger Marketing wachsen zusammen

Influencer Marketing und Messenger Marketing wachsen zusammen

Influencer und Messenger sind das neue Traumpaar in der Markenkommunikation. Beide hierauf bezogenen Marketing-Disziplinen sind jung, enorm erfolgreich und sehr effizient. Gemeinsam eingesetzt, verbinden sich die Stärken von Influencern, im direkten Kontakt mit den Menschen zu stehen und authentisch zu sein, mit denen von Messenger-Diensten, die Zielgruppen da erreichen, wo sie sich aufhalten. Eine kurze Bestandsaufnahme zeigt das Potenzial.

Der Influencer hat viele Gesichter. Der Begriff bezeichnet Top-Influencer mit reichweitenstarken Social Media-Accounts und vielen Hunderttausend Followern und Fans genauso, wie Nano-, Medi- oder Micro-Influencer. Letztere kennen sich in der Regel in einem Spezialgebiet gut aus und haben bis zu 10.000 Follower, oft sind es nur um die 1.000. Diese Gruppe wird auch als Markenbotschafter, Testimonial, Brand Ambassador, Brand Advocate und Marken-Experte bezeichnet. Sie haben ein persönliches Verhältnis zu dem Produkt, das sie vorstellen, und sie sind davon überzeugt, weil sie selber bereits Fan der Marke sind.
Für Unternehmen sind Micro-Influencer deswegen oft die bevorzugte Wahl im Marketing, denn die Conversion Rate von beworbenen Produkten ist hoch. Sie sind glaubwürdig, überzeugungsstark und die Reaktionen auf die von ihnen geposteten Inhalte sind authentisch. Manche Marken arbeiten auch mit vielen Micro-Influencern zusammen, was in der Summe dann auch zu der Reichweite eines Top Influencers führt. Qualität sticht also Quantität – aber wieso ist das so?
Die Relevanz von Empfehlungen – statt Reichweite
Eine B2C-Marke muss im ersten Schritt wahrgenommen und im zweiten Schritt beim Kauf bevorzugt werden. Das Marketing soll dazu die Anreize schaffen. Neben orchestriertem Marketing in den Kanälen, die von den Zielgruppen genutzt werden, braucht effizientes Marketing außerdem Empfehlungen, auf die Menschen vertrauen. Dabei können Influencer eine entscheidende Rolle spielen. Wer sich für Influencer im Marketing entscheidet, möchte natürlich die Bekanntheit des Influencers oder bei seinen oder ihren Fans zur Multiplikation der eigenen Markenbekanntheit und zur Conversion nutzen. Aber: In den letzten Jahren haben fast alle Untersuchungen zu dem Thema gezeigt, dass gegenteilige Effekte eintreten, je größer der Account ist. Die Conversion sinkt. Eine Million oder mehr Follower mögen also als ein Indikator für die Bekanntheit der Person des Influencers sein, und dennoch nicht auf die Marketing-Ziele des Unternehmens einzahlen.
Für Marketingverantwortliche spielt deswegen die Engagement Rate eine entscheidende Rolle. Sie zeigt an, wie die Fans mit einem Beitrag interagieren, durch Likes, Kommentare und Weiterempfehlungen. Marken können daran gut erkennen, ob sie mit dem Influencer tatsächlich Relevanz erzeugen konnten, ob seine oder ihre Follower seine Marken-Empfehlung annehmen und er oder sie das Branding oder den Abverkauf steigern konnten. Wenn Influencer Marketing im Social Media Marketing funktioniert – gilt das auch für das Messenger Marketing? Und was ist das überhaupt?
Messenger Marketing wird noch unterschätzt
Messenger Marketing revolutioniert die Kundenkommunikation. Klingt groß – ist es auch. Ein Chat auf einer Website in dem Moment der Nutzung oder eine Information in einem Messenger-Dienst ermöglicht eine persönliche 1:1-Kommunikation. Das schafft Vertrauen und steigert die Kundenbindung. Die Einsatzmöglichkeiten von Chats und Messenger-Diensten wie Facebook Messenger, WhatsApp und Telegram ziehen sich durch alle Bereiche des Marketings. Ob Information, Beratung oder Kundenservice – ein Messenger lädt zum Gespräch ein und diesen Vorteil nehmen Kunden auch wahr.
Wichtig ist auch hier: Die Qualität zählt. In Messenger-Diensten sind wir privater unterwegs, Unternehmen sollten den Kanal demnach nicht als Werbekanal, sondern tatsächlich für Conversational Marketing, als Kommunikationskanal nutzen. WhatsApp zum Beispiel schränkt bereits die Nutzung für Unternehmen ein: Ab dem 7. Dezember 2019 verbietet die Facebook-Tochter Unternehmen den Massenversand von Nachrichten. Das lenkt die Aufmerksamkeit auf die WhatsApp Business Solution API, eine Schnittstelle für von WhatsApp verifizierte Business Solution-Partner, mit denen Unternehmen zusammenarbeiten können.
Die Vorteile von Messengern im Marketing entfalten sich ideal bei der 1:1-Kommunikation, bei echten Dialogen. Es werden nur diejenigen Nutzer angesprochen und erreicht, die sich für den Empfang von Unternehmensinformationen gleich welcher Art auch angemeldet haben. Wenn Unternehmen einen Messenger nutzen, sollten sie also auch darüber erreichbar sein und auf Pull-Kommunikation von Kunden reagieren können. Besonders im Beschwerdemanagement bei Unternehmen lässt sich die Kundenzufriedenheit enorm erhöhen, wenn eine Frage per Messenger gestellt und auch – mindestens zeitnah – beantwortet wird.
Die direkte und schnelle Kommunikation mit dem Kunden ist der Schlüssel, © iAdvize Ein weiterer Vorteil besteht in der Kombination von automatisierbaren Nachrichten und persönlichen Nachrichten, in Echtzeit oder zeitversetzt. Besonders Chatbots zeigen, wie gut das gehen kann: Für Standardfragen gibt es einen Pool von Antworten, aus denen der Bot die passendste wählt. Ist der Kunde noch nicht zufrieden mit der Antwort, wird er zu einem menschlichen Experten umgeleitet, der ihm weiterhilft. Oder er bietet eine Kontaktaufnahme zu einem späteren Zeitpunkt an, wenn ein Experte zur Verfügung steht. Schneller und präziser als mit Messenger Marketing lassen sich Zielgruppen nicht erreichen.
Aussichtsreiche Verbindung: Influencer im Messenger Marketing
Trifft nun Influencer auf Messenger, haben wir das neue Dreamteam im Marketing. Der Influencer bringt Glaubwürdigkeit und Authentizität ein, mit dem Messenger können Unternehmen 1:1-Kommunikation etablieren und individuelle Dialoge mit Kunden führen. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt.
Ein paar Beispiele:
Viele kennen den Influencer Take-Over von Instagram: Marken übergeben ihren Account an einen relevanten Influencer, der dann für einen bestimmten Zeitraum Content seiner Wahl postet. Ein Vorteil: Der Influencer zieht seine Follower mit, manch einer davon bleibt der Marke dann auch künftig treu. Ein weiteres Plus: Der andere Stil bringt Frische in den eigenen Account und sorgt ebenfalls für Follower. Was in Social Media schon etabliert ist, geht auch im Messenger Marketing.
Oder: Die Markenexperten kommen. Für viele Marken ist noch eine weitere Gruppe spannend in der Kommunikation: Markenexperten, echte Fans der Marke, die sich in der Marken- oder Produktwelt des Unternehmens bestens auskennen. Auch sie sind Influencer und sie können als Experten für Kunden zur Verfügung stehen und so zum Beispiel über die Website des Unternehmens mit der Chatbot-Technologie angesprochen und zu Rate gezogen werden. Sie arbeiten im Auftrag des Unternehmens, ohne feste Zeiten, also auch mal abends oder am Wochenende, und von einem beliebigen Ort aus.
Messenger Marketing kann auch mit Einzelpersonen statt Bots betrieben werden, © iAdvize Influencer im Chat: Ob der parallele Chat mit einem Influencer zu einem YouTube Video eines Unternehmens, verbunden mit einem Gewinnspiel, oder die persönlichen Reisetipps eines Influencers im Chat erfahren – die Möglichkeiten, unter Einbeziehung von Influencern und Messengern eine Kampagne oder Aktion eines Unternehmens zu promoten, sind unglaublich vielfältig.
Wichtig für Unternehmen ist auch hier: Die Wahl des Influencers muss zum Unternehmen passen. Nutzer merken sofort, wenn es die Marketingabteilung ist, die die Antworten im Chat schreibt. Die gewünschte Nähe und die Emotion, die ein Gespräch mit dem geschätzten Influencer auslöst, sollte nicht durch zu ehrgeizige Marketingbotschaften im Chat torpediert werden.
Fazit
Sowohl für das Content Marketing als auch für Vertrieb und Kundenservice sind Messenger hervorragende Tools, die in der Customer Journey eine wichtige Rolle für die Kundenzufriedenheit spielen können. Unternehmen, die via Messenger zudem mit ausgesuchten, zum Unternehmen und den Markenbotschaften passenden Influencern zusammenarbeiten, sei es in Aktionen oder längerfristig, können von der Reichweite und der Glaubwürdigkeit der Influencer profitieren und auf die Marke erweitern. So kann sich Conversational Marketing optimal entfalten.

Virus auf 25 Millionen Geräten: WhatsApp und Co. durch Betrugssoftware infiziert

Virus auf 25 Millionen Geräten: WhatsApp und Co. durch Betrugssoftware infiziert

Das Virus Agent Smith verunsichert derzeit weltweit Millionen Nutzer. Es schleicht sich über App Downloads auf dem Smartphone ein und greift einerseits auf Daten zu, verändert aber auch den Code in anderen populären Apps, allen voran WhatsApp, und spielt Nutzern mehr Werbung aus. Bisher sind 25 Millionen Geräte betroffen, vor allem in Indien, Pakistan und Bangladesch. Die IT-Sicherheitssoftware Check Point warnt vor allem vor Third Party App Stores. Die Gefahr hält sich jedoch in Grenzen.
Virus infiziert verschiedene Apps
Die IT-Sicherheitsfirma Check Point entdeckte die Malware, die insbesondere über Third Party App Stores wie 9Apps verbreitet wurde. Betroffen sind bisher besonders Nutzer aus Indien, aber auch Bangladesch, Pakistan, Australien, den USA und Großbritannien. Genannt Agent Smith, versteckt sich das Virus in infiltrierten Apps wie kostenlosen Games, „Erwachsenen“-Apps oder nützlichen Alltags-Apps. Ist solch eine App auf dem Gerät, wird dort nach populären Apps wie WhatsApp oder MXplayer gesucht. Die Malware wird auf dem Gerät als APK (Android Package) installiert. In der Folge wird das APK der gesuchten Apps mit betrügerischen Elementen angereichert, sodass deren Code infiziert wird. Der Effekt dieses Angriffs ist jedoch für den Nutzer nicht der Worst Case. Denn durch Agent Smith wird in den infizierten Apps zusätzliche Werbung, meist ohne Kontext angezeigt. Auf diese Weise soll der Betrug durch das Virus auch finanziell von Nutzen sein.
So stellt sich der Angriff durch Agent Smith dar, © Check Point Noch keine große Gefahr, das Potential ist aber vorhanden
Durch das Ausspielen der Ads allein entsteht für die Nutzer keine besonders große Gefahr. Allerdings könnte diese Malware mit ein wenig Modifikation durchaus deutlich gefährlicher werden, wie Heise berichtet. Das wäre der Fall, wenn die Geräte und installierte Apps weiterhin eine Anfälligkeit für die Exploits aufweisen und diese darauf abzielten, Nutzerdaten abzugreifen oder auf Kreditkarteninformationen zuzugreifen etc.
Für Nutzer in Deutschland ist die Gefahr bisher gering und Infizierungen sind hierzulande bis dato nicht bekannt. Laut Check Point hatte es die Malware vor allem auf Nutzer, die Hindi, Indonesisch, Russisch und Arabisch sprechen, abgesehen. Bei dem Google Play Store hatten die schadhaften Applikationen, die das Virus auf die Geräte brachten, zum Teil ebenfalls Einzug gehalten, obwohl die Sicherheitsvorkehrungen, anders als bei vielen Third Party App Stores, solche Schadsoftware erkennen und ausschließen sollten. In der Folge wurden elf Apps aus dem Store entfernt.
Die ausführliche Untersuchung von Check Point gibt alle Details zur betrügerischen Nutzung preis und erklärt, dass schon 2016 mit der Konzeption von Agent Smith begonnen wurde. Die Firma ruft zu einer stärkeren Kontrolle durch App-Entwickler, Gerätehersteller, Systementwickler, aber auch User auf. Die Nutzer sollten lediglich seriöse Apps bei offiziellen App Stores herunterladen.
Wer die Malware auf seinem Gerät vermutet, kann die zuletzt installierten Apps einfach deinstallieren. Außerdem sollten Apps, auf die das Virus abzielte, also etwa WhatsApp, neu installiert werden. Zur eigenen Sicherheit sollten die Nutzer stets die Apps mit den vorgesehenen Updates versehen und sie einer Kontrolle unterziehen. Wenn eine ungewöhnliche Anzahl von fragwürdigen Ads in Apps auftaucht, könnte das auf Betrug hindeuten. Mit diesem System um Agent Smith dürften sich die Entwickler desselben finanziell bereichert haben.

Samsung launcht personalisierten App Store für Assistant Bixby

Samsung launcht personalisierten App Store für Assistant Bixby

Mit Bixby haben Sprachassistenten wie Alexa oder der Google Assistant einen weniger prominenten Konkurrenten, der jedoch mit Samsung an den größten Smartphone-Hersteller der Welt gebunden ist. Damit der Assistent mehr genutzt wird und weitere Services für ihn entwickelt werden, hat das Unternehmen den Bixby Marketplace gelauncht, zunächst in den USA und Südkorea.
User erhalten mehr Dienste, Entwickler sollen auf die Plattform kommen
Der Bixby Marketplace soll die Mobile Experience intuitiver und ebenso personalisierter machen. Samsung selbst gibt an, dass Bixby auf Kundenanpassung aufbaut. So soll mithilfe des Assistenten gelernt werden, was ein Nutzer gern tut oder welche Aufgaben er regelmäßig angeht. In der Folge werden passende oder bereits favorisierte Apps und Services bereitgestellt. Über den Bixby Marketplace werden sogenannte Capsules angeboten, die die Nutzung der Samsung User weiter vereinfachen sollen. Denn diese können die User an ihre eigenen Bedürfnisse anpassen.
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Einige der Capsules sind den Komfort steigernde Apps für den Alltag wie Google Maps, Spotify, Yelp und Co. Kategorien wie Shopping, Sport, Business und Finanzen unterteilten die einzelnen Angebote.
Erreichen können die Nutzer den Bixby Marketplace über die Hauptseite von Bixby, die beim Drücken des Bixby Buttons geöffnet wird. Ein Swipe nach links führt sie zum Marketplace.
So sieht der Bixby Marketplace für Nutzer aus (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Samsung Diverse Suchoptionen und kuratierte Dienste
Für die User ist die Suche nach der passenden Capsule im Marketplace ganz einfach. Sowohl der Name eines Dienstes als auch der des Entwicklers oder ein Keyword können eingegeben werden. Darüber hinaus finden sie kuratierte Vorschläge und Reviews von anderen Nutzern, die weitere Hinweise auf nützliche Apps oder Capsules liefern sollen. Per Button-Klick lassen sich die Capsules hinzufügen und in der Folge auch bewerten.
Bei bestimmten Anfragen können die Nutzer außerdem favorisierte Dienste vormerken. Das kann etwa beim Ridesharing zum Tragen kommen, wenn der Nutzer auf die bevorzugte Option zurückgreifen möchte. So würden auch künftige Ridesharing-Anfragen direkt auf diesen Anbieter verweisen. Mit derart personalisierten und angepassten Services haben die Nutzer die Chance, ihren digitalen Mobile-Alltag noch besser zu strukturieren.
Der App Store-gleiche Marketplace soll nun noch mehr Entwickler zur Plattform locken, um den Dienst Bixby selbst für die Samsung-Nutzer attraktiver zu machen. Wie The Verge berichtet, sollen im Marketplace zunächst keine Visual Ads auftauchen. Wie es mit Audio-basierten Ads aussieht, ist derweil noch nicht klar. Vorstellbar wäre eine Integration, wenn vielleicht vorerst auch nur testweise. Während Nutzer in Südkorea und den USA den Marketplace schon nutzen können, bleibt unklar, wann dieser global ausgerollt wird. Samsung hat angekündigt, bei der Samsung Developer Conference in San José Ende Oktober weitere Updates zu teilen.

Wie Mobile App Attribution mobile Kampagnen schützt und vorantreibt

Wie Mobile App Attribution mobile Kampagnen schützt und vorantreibt

Die Marketing-Welt erlebt seit Jahren eine ungeheure Dynamik: Während laut Statista zum Beispiel die Ausgaben im Mobile Advertising bis 2020 weltweit auf etwa 279,47 Milliarden US-Dollar ansteigen sollen, steigt auch das Aufkommen von Ad Fraud. Marketing Manager sind also mehr denn je darauf angewiesen, den Überblick über alle Kanäle und Kampagnen zu behalten. Mittels Marketing Attribution ist genau das möglich. Hierbei werden Conversions den verantwortlichen Werbemaßnahmen zugeordnet. So wird herausgefunden, wie groß der Einfluss einzelner Touchpoints auf die Kaufentscheidung ist. Mit anderen Worten: Es zeigt sich, welche Ausgaben sich auszahlen und welche nicht. Auf Basis der Ergebnisse können Budgets optimal allokiert werden.
Mit der steigenden Bedeutung des Smartphones im Leben der Menschen müssen Brands ihren Fokus auf mobile Aktivitäten lenken. Um die wachsende Audience zu erreichen, werden immer größere Budgets eingesetzt. Für Marketer lohnt es sich daher, fitter in Sachen Mobile App Attribution zu werden. Hier werden Conversion Events für Apps bewertet, etwa in Hinblick auf App Downloads/Installs oder Transaktionen innerhalb einer App. Entscheidend dafür, dass die Attribution korrekt und unabhängig (!) erfolgt, ist die richtige Methode. Viele Mobile-App-Marketer setzen auf irreführende oder fehlerhafte Attributionsmodelle, die statisch sind. Vor allem auf die Last-Click-Attribution wird vertraut – was teuer werden kann und wodurch Potenziale verschenkt werden. Das zeugt oft von einem Unverständnis hinsichtlich der technischen Prozesse. Aber der Reihe nach.
Vorab: Statischen Attributionsmodellen und SANs sollte misstraut werden
Viele Mobile-Marketer nutzen Tracking Services und andere Tools zur Attribution nicht oder nur unzureichend, weshalb sie oftmals blind auf Last-Click-Attribution setzen. Hier wird aber nicht jeder einzelne Kanal entlang einer Customer Journey bewertet, sondern allein dem Kanal, der den letzten Touchpoint vor dem Kauf bildet, der Erfolg zugerechnet. Eine derartige statische Performance-Bewertung führt zu falschen Schlussfolgerungen in Hinblick auf die Effizienz des genutzten Budgets. Statische Attributionsmodelle – neben dem Last-Click- beispielsweise auch das First-Click- und das 40-20-40-Modell – sollten daher komplett durch dynamische und datengetriebene Modelle ersetzt werden, die auch nicht-konvertierende Journeys berücksichtigen. Nur dadurch wird sichtbar, welche Kanäle oder Kampagnen welchen Anteil am Erfolg haben. Das gilt sowohl für den Web- als auch den Mobile-Bereich, weswegen Marketer hier entsprechend Cross-Device Tracking anwenden sollten.
Ein weiteres Problem: Im Vergleich zum Web existiert für Mobile nach wie vor sehr viel Intransparenz über die User Journey-Daten und die richtige Bewertungsmethode für mobile Daten. In der Webwelt wissen wir meist genau, woher ein Klick stammt. Das Tracking für Mobile ist dabei deutlich komplexer und man muss bei den Werbeplattformen anfragen, ob Interaktionen registriert wurden. Die Abhängigkeit von sogenannten Self-Attributing Networks [SANs, auch als Self-Reporting Networks (SRNs) bezeichnet] ist problematisch. Gängige und mächtige Werbeplattformen wie Google und Facebook etwa bieten jeweils eigene Attributionslösungen an. Für Marketer stellt sich daher die Frage, wie unabhängig die Lösungen der Datenriesen sein können – schließlich bewerten sie sich selbst. Googles und Facebooks eigene Tracking- und Attributions-Lösungen können daher längst nicht so unabhängig und kanalübergreifend tracken, wie es Mobile App Tracking- oder Attribution-Dienstleister tun können. Marketer sollten derartige Services hinzuziehen, um die Touchpoints entlang der Customer Journey ganzheitlich zu erfassen.
Mobile App Tracking ist Voraussetzung für Attribution
Damit die Mobile App Attribution gelingt, müssen zunächst alle Interaktionen getrackt werden. Aber wie läuft Mobile App Tracking genau ab? Hier ein Beispiel:
Der Prozess des Mobile Attribution Tracking, © Adtriba Ein Reisender sucht auf seinem Smartphone nach der Verbindung „Hamburg – München“. Google spielt ihm dann eine Anzeige für einen Mobilitätsdienstleister aus, die einen App-Installations-Link enthält. Beim Anklicken der Ad (1) landet der Reisende als Apple User im App Store oder als Android User im Play Store. Dann installiert er die App (2). Mit der Installation wird ein Mobile App Tracking (MAT) Service wie z. B. Adjust oder Appsflyer auf das Gerät geholt. Deren Software Development Kit (SDK) ermöglicht es, die Customer Journey nachzuvollziehen und zu tracken. So wird erkenntlich, über welche Marketingkanäle die Nutzer kommen (3). Der MAT-Anbieter trackt nun die App-Installation und u. a. auch die dazugehörige Device ID (4). Diese Information übermittelt der MAT Service an Google, um herauszufinden, ob es bei Google eine Interaktion (Klick oder Impression) gegeben hat (5). Google meldet dann, dass es über das Gerät einen Klick auf eine Anzeige gab (4). Gleichzeitig fragt der MAT-Anbieter alle weiteren SANs an, mit denen der Werbetreibende (also: der App-Anbieter) arbeitet und erhält mitunter zusätzliche Touchpoint-Informationen.
Weil der Reisende abgelenkt wird, bucht er zunächst kein Ticket. Zum Beispiel beim Scrollen durch den Facebook Newsfeed wird ihm dann eine Retargeting bzw. Reaktivierungs-Ad mit der Aufforderung zum Abschluss der Buchung ausgespielt (6 und 7). Mit einem weiteren Klick landet der Reisende wieder in der App, über die er nun eine Fahrt nach München bucht (8). Der MAT Service erfasst die Conversion und fragt bei Google sowie allen weiteren SANs an, ob es zuvor eine Interaktion von der Device ID gab (9). Denn die MAT-Anbieter wissen zu dem Zeitpunkt noch nicht unbedingt, woher dieser Klick stammt bzw. welcher Werbeplattform dieser zuzurechnen ist (10). Google liefert erneut die Information eines Anzeigen-Klicks zurück.
So wird die komplette Customer Journey von der mobilen Suche bis zum Kauf erfasst. Attribution-Dienstleister können anhand der Daten dann ermitteln, welchem Touchpoint welcher Wert beigemessen werden kann. Für App Marketer bedeutet das: Sie wissen am Ende, welche Mobile-App-Kampagnen funktionieren und welche nicht.
Mobile App Attribution schützt vor Mobile Ad Fraud
Eine weitere Herausforderung für die Mobile Branche ist der rasante Anstieg von Werbeklickbetrug bzw. Ad Fraud. Bei Mobile Ads herrschen Ad Fraud-Raten von um die 30 Prozent. Mobile-Performance-Metriken, wie beispielsweise Clicks oder App Installs, sind dabei besonders betrugsanfällig. Und die Maschen, wie Betrüger bei ihren Manipulationen vorgehen, noch viel tückischer. Laut dem Mobile-Attribution-Anbieter AppsFlyer gehen beim App Download Fraud 51 Prozent alleine auf den Device ID Reset Fraud zurück. Für Unternehmen können dadurch Schäden in Milliardenhöhe entstehen.
Auch wenn es keine Garantie gibt, Ad Fraud nicht zum Opfer zu fallen, kann Mobile App Attribution davor schützen, den fatalen Folgen nicht zu unterliegen. Und zwar so: Indem sich Mobile App Attribution von der Optimierung auf kurzfristige Mobile-Marketing-Ziele wegbewegt (z. B. Clicks oder App-Installationen), hin zu der Optimierung auf langfristige Ziele wie Retention Rate oder Customer Lifetime Value (CLV).
Mit Mobile App Attribution den Customer Lifetime Value optimieren
Customer Lifetime Value-basierte Attribution meint, Marketing-Aktivitäten nicht nur auf die erste Bestellung bzw. den ersten Kauf des Kunden zu optimieren, sondern auch auf alle folgenden. Der CLV bemisst den Wert, den ein Kunde während seines gesamten Kundendaseins für ein Unternehmen hat.
Die Insights, die es für eine CLV-Optimierung braucht, kann nur eine dynamische, datengetriebene Attribution und damit die Betrachtung und Bewertung von konvertierenden und nicht-konvertierenden Customer Journeys liefern. Mobile Marketer erhalten so ein besseres Verständnis dafür, wie sich die Mobile Ads auf den CLV auswirken und erfahren etwa, welche Anzeigen Kunden mit hohen CLVs anziehen.
Mittels CLV-Attribution können so die besten Kunden für ein Unternehmen identifiziert und gewonnen werden, die dem Unternehmen langfristig zum Erfolg verhelfen. Es sollte im (Mobile) Marketing schließlich immer um die ganzheitliche Betrachtung der Kundenbeziehung gehen, die nicht nur die erste Bestellung oder den ersten Verkauf in einer Customer Journey berücksichtigt, sondern auch alle folgenden Bestellungen oder Käufe. Mit den durch die CLV-Attribution gewonnenen Erkenntnissen lassen sich künftige Kampagnen besser planen, weil so die richtigen Ressourcen in die besten Kunden investiert werden können. Spätestens jetzt sollte klar sein, dass Mobile App Attribution für jeden relevant ist, der eine App bewirbt.

Mobile Website-Ladezeiten: Google Studie legt erschreckendes Ergebnis offen

Mobile Website-Ladezeiten: Google Studie legt erschreckendes Ergebnis offen

Wenn Websites zu lange zum Laden benötigen, sind Nutzer heutzutage sehr schnell geneigt, diese umgehend zu verlassen. Beobachtet man das sich ständig im Wandel befindende Nutzerverhalten, stellt man schnell fest, dass der Konsum immer schneller und die User immer ungeduldiger werden. Lädt die gewünschte Seite zu lang, ist der Absprung nicht weit.
Gemeinsam mit der Mobile Marketing Association (MMA) hat Google die Ladegeschwindigkeiten der 250 meistbesuchten mobilen deutschen Websites untersucht. Das Ergebnis ist katastrophal und zeigt, dass Deutschland die Digitalisierung auch weiterhin verpennt.
Deutsche Websites haben mobil Aufholbedarf
Insgesamt laden nur fünf Prozent der deutschen Websites mobil innerhalb einer Sekunde. Bei den im Chrome User Experience Report untersuchten Seiten ist das Ergebnis noch schlechter: Hier gelingt es lediglich 3,2 Prozent die 1-Sekunden-Marke nicht zu überschreiten. Booking.com führt die Rangliste mit 0,7 Sekunden an, der Abstand zu den nächstplatzierten ist in diesen Maßstäben verhältnismäßig hoch:
Unter den Top Ten finden sich neben Buchungsportalen auch Jobbörsen und Einzelhändler. Quelle: Chrome User Experience Report (Germany, 4G, April 2019), GfK SE (unique users in 2018, 250 domains). Bei Booking.com ist es unser Ziel, eine nahtlose Benutzererfahrung zu bieten – insbesondere auf dem Smartphone. Um das zu erreichen, ist die Geschwindigkeit der mobilen Website eine unserer wichtigsten Prioritäten. Nutzern hilft die schnelle Darstellung von Inhalten dabei, ihre Reisen schneller zu planen. Auf der anderen Seite profitieren wir von besseren Conversions und einer stärkeren Kundenbindung. Damit wir die Nutzererfahrung stetig verbessern und weitere Reibungsverluste vermeiden, haben wir das Thema Webseitenperformance in unsere Produktentwicklungsprozesse integriert.
– Rachit Kulshrestha, Product Manager, Booking.com
Deutschland liegt auch im internationeln Vergleich hinten
Im globalen Vergleich schneidet Deutschland dann auch erwartungsgemäß schlecht ab und landet mit einer durchschnittlichen Ladegeschwindigkeit von 2,6 Sekunden im hinteren Mittelfeld. Taiwan liegt mit aufgerundeten 2,4 Sekunden leicht vor der Schweiz. Insgesamt schaffen es jedoch sieben europäische Länder unter die Top 10, Deutschland findet sich erst auf dem 15. Platz wieder.
Im internationalen Vergleich belegt Deutschland den 15 Platz. Quelle: Chrome User Experience Report, 4G, 6 Millionen Domains, April 2019. Im Ländervergleich mag das Ergebnis nicht ganz so schlimm erscheinen. Doch fallen Conversion Rates gleich um 50 Prozent, wenn mobile Websites etwa drei Sekunden statt einer zum Laden benötigen. Das kann einen massiven Umsatzverlust nach sich ziehen. Die Bedeutung von schnellen Ladezeiten haben bislang anscheinend nur wenige Unternehmen verstanden.
Vor dem Hintergrund, dass bereits 69 Prozent ein Mobilgerät zum Shoppen nutzen, sollte das Ergebnis Besorgnis erregen. Doch nicht nur Händler profitieren von schnellen Ladezeiten, auch der Erfolg des stationären Handels wird beeinflusst: Laut Think with Google recherchieren 62 Prozent der Deutschen vor einem Kauf häufig mobil, um Produkte und Preise zu vergleichen oder sich inspirieren zu lassen. Doch auch Öffnungszeiten oder Bewertungen sind unterwegs immer öfter gefragt. Das Mobile Page Speed ist seit letztem Jahr offiziell Rankingfaktor – das Abschneiden der untersuchten Websites kann demnach bei der Mobile First-Indexierung nur von Nachteil für die Betroffenen sein. Google empfiehlt daher die mobilen Ladezeiten zu priorisieren, um Absprünge und Absatzeinbußen zu vermeiden.

IKEA geht in die Offensive: Käufe bald auch via App möglich

IKEA geht in die Offensive: Käufe bald auch via App möglich

Bisher mussten kaufwillige IKEA-Shopper sich in das Getümmel eines der großen Stores werfen oder auf der Internetseite nach ihrem neuen Möbelstück suchen. Das soll sich jetzt ändern. Das IKEA-App-Erlebnis bot bislang lediglich das Planen der Räumlichkeiten in der App, nicht aber das tatsächliche Kaufen der Einrichtungsgegenstände. Hierfür wurden Nutzer auf die Website des Einrichtungshauses weitergeleitet. Doch jetzt startet IKEA eine Offensive und will bis Ende des Jahres eine neue App zur Verfügung stellen, in der Gucken und Kaufen gleichermaßen einen Platz haben, wie Reuters berichtete.
Bald ist ein Einkaufen innerhalb der App möglich
Die riesigen IKEA-Filialen, die meist etwas außerhalb der Städte zu finden sind, sind für viele zwar den Ausflug wert, für nur wenige Teile lohnt sich dies aber nur selten. Da scheint es längst überfällig, die Produkte online zu verkaufen – und zwar nicht nur über die eigene Website. Wie Vorstandschef Jesper Brodin am Montag in einem Interview mit der FAZ bekanntgab, wird dies aber auch in Zukunft nicht über einen Online-Marktplatz wie Amazon geschehen. Dort würden nur die Preise steigen, so Brodin und IKEA sei jetzt schon gut aufgestellt in Deutschland.
Wir wollen eine langfristige Beziehung mit unseren Kunden haben und das über unsere eigene Plattform,
sagte Brodin. Da ist der Ausbau der App der nächste logische Schritt – vor allem auch, um sich gegen Konkurrenten wie Made.com, die überwiegend auf den Online-Handel fokussiert sind, behaupten zu können. Bald wird das Kaufen innerhalb der App in Frankreich und den Niederlanden zur Verfügung stehen. Bis Ende des Jahres plant IKEA das Online Shopping-Erlebnis für die acht größten Märkte (darunter auch Deutschland) auszurollen.
Verschwinden die großen Filialen?
Die beliebten Möbelhäuser sollen von der Online-Offensive nicht groß betroffen sein. Eventuell wird einiges von der Fläche umfunktioniert, um das – vom Unternehmen erhoffte – Mehr an Online-Bestellungen zu packen und managen, doch dafür sind mehrere kleine Filialen in den Städten geplant. Diese sollen die „Kleinigkeiten-Einkäufe“ auffangen und einfacher gestalten. Auch dabei kann die App helfen, denn kleine Stores führen nicht das ganze Sortiment. Kunden könnten einige Produkte vor Ort begutachten und die nicht vorrätigen einfach über die App nach Hause bestellen. All das zeigt IKEAs Richtungswechsel, um nicht nur das Ziel beim geplanten Ausflug für den Großeinkauf zu sein, sondern präsenter und zugänglicher für die Kunden zu werden.