Facebook ergänzt Navigation um prominentes Gaming Tab

Facebook ergänzt Navigation um prominentes Gaming Tab

Trotz immer wieder auftretender Kritik oder gar apokalyptischen Prognosen bleibt Facebook wohl auch deshalb das größte soziale Medium, weil die über zwei Milliarden Nutzer dort in allen möglichen Interessengebieten mit Content, Interaktionsoptionen, stets neuen Features und natürlich Werbung versorgt werden. Mit Facebook Gaming ist die Plattform ebenso in diesem Bereich aktiv, jetzt bringt man den Engagement-reichen und wachsenden Bereich per Tab prominent in die Navigation.
Gaming soll Facebooks Nutzerschaft beschäftigen
Der Markt für Games ist nicht erst seit Kurzem enorm groß. Doch im Zuge umfassender Digitalisierung verschieben sich einerseits die Monetarisierung des – auch professionellen – Spielens, andererseits die Zugangspunkte und Interaktionsräume zusehends gen Social Media, Streamingplattform usw. Im vergangenen Jahr lieferte Newzoo einen globalen Bericht zum Gamingpotential. Demnach sollten 2018 weltweit gut 138 Milliarden US-Dollar für Spiele ausgegeben werden, 91 Prozent davon für digitale Games. Insbesondere Mobile Games spielen dabei eine immer größere Rolle. Schon 2021 sollen sie 59 Prozent der Gaming-Einkünfte ausmachen, hierbei über 100 Milliarden US-Dollar einbringen. Gleichzeitig erleben auch Konsolen- und PC Games weiteres Wachstum.
Und nicht nur Spieleentwickler und Marken profitieren. Populäre Gamer oder eSportler können mit dem Streaming ihrer Fähigkeiten in Spielen wie Fortnite, League of Legends und Co. immense Summen verdienen. Ninja beispielsweise erhielt für einen Livestream kürzlich eine Million US-Dollar von EA, damit er das Spiel Apex Legends promotet. Dass gerade eSports derzeit für zahlreiche Marken, Sponsoren und Medien an Gewicht gewinnt, prognostizierte uns Twitchs Kusuma Chumpuree-Reyntjes bereits Ende 2018 im Trend-Artikel:
Viele Marken haben hierzu schon verkündet, die Gelder aus dem klassischen Sponsoring zurück zu ziehen und diese Budgets vermehrt in eSports zu investieren. Immer mehr Unternehmen, Agenturen und auch Sportclubs investieren in eSports […] eSports wächst rasant und bietet Zugang zu einer jungen, konsumstarken Zielgruppe, die nicht mehr über die linearen Kanäle erreicht werden kann.
Nicht zuletzt deshalb hat Facebook schon vergangenes Jahr die eigene Unterseite Facebook Gaming eingeführt.
Ein Blick auf Facebook Gaming (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zu einer größeren Ansicht), Screenshot Facebook Derweil bleiben YouTube und Twitch bei den Gamern jedoch die ersten Adressen. Daher hat Facebook nun das Gaming deutlich prominenter in die eigene Plattform integriert.
Ein Gaming Tab als Engagement-Treiber?
Das Soziale Netzwerk möchte seinen Nutzern dabei helfen, einfach und schnell die Gamer, Streams, Gaming-Gruppen und Spiele zu finden, die sie interessieren. So hat inzwischen der globale Rollout des Gaming Tabs begonnen, wie Sarah Perez bei TechCrunch darstellt. Die Bedeutung und Reichweite der Facebook Games-Sektion fb.gg – die auch als Standalone App verfügbar ist – soll dank der Einbindung in die gewohnte Facebook-Navigation gestärkt werden. Denn das explizite Tab soll künftig zumindest in der mobilen Ansicht zwischen Facebook Watch und Benachrichtigungen exponiert sein.
Das Gaming-Tab soll prominent dargestellt werden, Quelle: TechCrunch Diese Ansicht konnten wir noch nicht reproduzieren. Auf dem Smartphone finden wir das Spiele-Icon erst unter „Mehr anzeigen“ im Burgermenü. Dies liefert uns dann folgende Ansicht.
Facebooks Gaming-Bereich auf Mobile, Screenshot Auf dem Desktop findet sich der Weg zu fb.gg über das Icon im Entdecken-Bereich. Klickst du auf „Gaming-Video“, gelangst du zur Unterseite. Diese schlägt dir zunächst aktuelle Livestreams von Spielen vor und bietet zudem ein Dashboard, über das Gamer livestreamen können. Außerdem werden Top Clips der Woche dargeboten, Streams nach Spielen sortiert angezeigt oder Streamer und von Freunden angesehene Videos vorgeschlagen.
Facebooks Gaming Video-Bereich, (mit einem Klick aufs Bild gelangt ihr zu einer größeren Ansicht), Screenshot Facebook Mit der prominenten Platzierung des Zugangs zum Gaming möchte Facebook jedoch nicht bloß die Nutzer zu mehr Verweildauer verlocken. Denn die Gamer sollen ebenfalls profitieren.
Mehr Zugriff auf die Gamer-Gemeinschaft 
Wer Spiele über Facebook Games und Spielsituationen livestreamt, kann damit ebenso Geld verdienen wie bei anderen Plattformen. Laut TechCrunch können die Views über Virtual Tipping monetarisiert werden, wobei Facebook fünf bis 30 Prozent dieser Einkünfte für sich einbehält. Außerdem gibt es bei Facebook Fan Subscription-Programme, bei denen Streamer ebenfalls bis zu 30 Prozent abtreten müssen. Wer im Level Up-Programm über Fb.gg streamen möchte, muss sich zunächst als Gaming Video Creator anmelden. Zu den Voraussetzungen gehört, dass mindestens vier Stunden und an mindestens zwei Tagen in den vergangenen zwei Wochen Videos gestreamt wurden. Zudem bedarf es mindestens 100 Seitenabonnenten. Und nur aus berechtigten Ländern – Deutschland ist darunter – kann überhaupt gestreamt werden.
So wird Facebook die Gamer-Gemeinschaft für Inhalte auf der eigenen Plattform sensibilisieren wollen – um langfristig eine bedeutendere Rolle in diesem Kontext zu spielen. Das Soziale Netzwerk geht von 700 Millionen Nutzern aus, die stark am digitalen Spielegeschehen interessiert sind. Für diese wird das Gaming Tab zunächst nach und nach ausgerollt.
Das Bestreben Facebooks, Gaming zu einem deutlich zentraleren Teil der eigenen Plattform-Erfahrung zu machen, spiegelt die zunehmende gesellschaftliche Relevanz der Thematik wider. Nicht umsonst wird über eSports als Sportart und Profession diskutiert; das Interesse nicht mehr nur am eigenen Spiel, sondern an den Leistungen digital auftretender Gamer ist so groß, dass Medien ihren Vorteil daraus ziehen möchten. Und Facebook tut gut daran, sich auf die Entwicklung einzustellen. Gelingt es der Plattform, seine massive Nutzerschaft vermehrt in den Gaming-Bereich zu ziehen, könnte sich das Unternehmen in diesem Kontext mit einer ganz eigenen, finanzkräftigen Position behaupten. Vorerst gilt es aber, YouTube und Twitch diesbezüglich mehr Viewer abzunehmen, um diesem Ziel näherzukommen.

Auch dank Influencern: WWE knackt 1 Milliarde Follower in Social Media

Auch dank Influencern: WWE knackt 1 Milliarde Follower in Social Media

Wrestling erfreut sich schon sehr lange großer Beliebtheit, nicht nur in den USA, sondern auch in Europa. Dennoch mag die immense Anziehungskraft der Marke WWE in Social Media einige verwundern. Die Summe von einer Milliarde Followern, ein 13-prozentiges Wachstum im Vorjahresvergleich, geht auf gezielte Kampagnen zurück, die immer wieder verschiedene Medienpersönlichkeiten miteinbeziehen.
WWE setzt einen Meilenstein
Mit der Bekanntgabe, dass WWE nun über eine Milliarde Follower auf Instagram, Twitter, Facebook und Co. verzeichnet, untermauert die Marke erneut ihre Fertigkeiten in Sachen Social Media Marketing. Die Website gibt an, dass gegenüber 2018 sogar 13 Prozent mehr Follower dazugekommen sind; das sind 113,9 Millionen. Dabei bedient WWE zahlreiche soziale Medien, darunter: Facebook, Instagram, Twitter, YouTube, Snapchat, Foursquare, Periscope, Pinterest, Qzone, Toutiao, Tumblr, V+, WeChat, Weibo und YouKu.
Die wichtigste Plattform fürs Fan Engagement ist vorerst weiterhin Facebook. 501 Millionen Follower sind dort versammelt, elf Millionen mehr als im Vorjahr. John Cena, Ronda Rousey und Co. werden im Sozialen Netzwerk von ihren Fans verehrt und verfolgt. Nur der Account des FIFA World Cup hat dort im Bereich Sport mehr Follower. Auf YouTube hingegen ist der WWE Channel der größte Sportkanal. dafür sorgen 46 Millionen Follower. Auf der Videoplattform funktionieren Top 10 Clips sehr gut, die Top 10 Anträge im Ring haben sogar 89 Millionen Aufrufe generiert.
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Bei Twitter hat WWE nun insgesamt 221 Millionen Follower und sogar 22 Millionen neue darunter.

DANKE für 1️⃣.0️⃣0️⃣0️⃣.0️⃣0️⃣0️⃣.0️⃣0️⃣0️⃣ Follower! 📲🌍💪 #1MilliardeFollower#WWEhttps://t.co/yXhWXaGkAg
— WWE Deutschland (@WWEDeutschland) March 12, 2019

Aber gerade bei Instagram konnte WWE besonders zulegen. 62 Millionen neue Follower haben die Zahl dort nun auf 226 Millionen erhöht. Dort erfreuen sich mitunter auch Memes großer Beliebtheit, die für Engagement bei den Fans sorgen.

Wer sich ob der kleineren Zahlen bei einzelnen Kanälen wundert, dem sei gesagt, dass die Marke all ihre Athleten und Athletinnen in die Berechnung miteinbezieht, die zur WWE gehören. Um sich bei den vielen, vielen Fans zu bedanken haben einige Stars der WWE-Szene sich per Video bei diesen gemeldet.
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Influencer als Awareness-Treiber für das WWE-Universum
Stefan Kastenmüller, Senior Vice President & General Manager Europe für WWE, erklärte letztes Jahr bei der INREACH, dass WWE verstärkt auf Influencer Marketing setzt, damit die Marke in verschiedenen Märkten, beispielsweise auch in Deutschland, weiter gestärkt wird. Die Stars wie Ronda Rousey, die 12,3 Millionen Fans allein auf Instagram verzeichnet, werden als Marken in Social Media aufgebaut. Da sie sich auf den verschiedenen Kanälen selbst darstellen und vermarkten, wirken viele Postings authentisch – und das begeistert die Fans. Noch entzückter sind diese aber mitunter dann, wenn ihre Favoriten auf andere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens treffen. Das kann der Cast einer populären Serie sein, wie von Glow, oder der Auftritt von Talkmaster Jimmy Fallon oder Fußballstar Wayne Rooney. Deren Präsenz sorgt dafür, dass die Marke WWE in den Medien umfassend abgebildet wird.
Wenn nun beispielsweise Jinder Mahal und Bayley auf die Spieler Paulo Dybala und Douglas Costa von Juventus Turin treffen, einem Verein, der selbst weltweit zahlreiche Millionen Fans hat, dann sorgt das in Italien und bei den digital vernetzten Fans für Aufsehen.
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Ob man nun Wrestling und WWE mag oder nicht: von der Social Media-Strategie der erfolgreichen Marke können sich andere Brands sicher noch etwas abgucken. Denn auch wenn Follower nicht alles sind; eine Milliarde spricht dennoch deutlich für sich.

Use Case: Wie Influencer Produkte von Finanzdienstleister pushen

Use Case: Wie Influencer Produkte von Finanzdienstleister pushen

Unkompliziert Geld an Freunde überweisen, das klingt erst einmal gut. Doch die Smartphone-Bezahlfunktion Kwitt der Volksbanken und Raiffeisenbanken wurde noch zu selten genutzt. Das sollte eine Influencer Marketing-Kampagne zwischen August und November 2018 ändern und Kwitt in der VR-Banking App bekannter machen. Unter dem Hashtag #daskannstdukwitten engagierte Lucky Shareman für die Aktionen 110 Influencer. Mit im Boot waren auch die Agenturen Heimat, geno kom und Kontor Digital Media (KDM).
Die Idee von Heimat: Die ausgewählten Influencer sollten Challenges mit einer Spenden-Aktion für wohltätige Zwecke koppeln und die Kwitt-Funktion so auch jungen Zielgruppen zwischen 16 und 39 schmackhaft machen. Denn: Gerade die jüngere Generation möchte unterhalten werden, achtet aber gleichzeitig auch auf eine verantwortungsvolle Haltung. Und so lief die Kampagne ab:
Die Influencer erklärten die Bezahlfunktion Kwitt zunächst auf ihrem Kanal und kündigten eine Challenge an. Je mehr ihre Follower via Kwitt an eine spezielle Handynummer spendeten, desto schwierigere Herausforderungen meisterten die Influencer. So wurde Flo (@flowesterm) von einer Ladung Wasserbomben durchnässt, Joey von Joey’s Jungle lief kaum bekleidet durch ein Brennnesselfeld und Florian und Kay (@flow_bu und @schmale_schulter) bestritten sieben Challenges. Das gespendete Geld ging an eine von 80 Spenden-Organisationen, die der Influencer zuvor ausgewählt hatte.
Für Flo (@flowesterm) wurde es nass. Instagram als Hauptkanal
Die Influencer brachten Reichweiten von bis zu 2,5 Millionen Followern mit und posteten insgesamt 376 Beiträge auf Instagram, YouTube, Twitch und ihren Blogs. Instagram war dabei Hauptkanal. Nicht ohne Grund: Rund 15 Millionen Nutzer zählt das Netzwerk mittlerweile in Deutschland. Damit reicht es zwar nicht an die 35 Millionen Nutzer von YouTube heran, doch die Nutzungsfrequenz und die Interaktionsraten sind deutlich höher. Die Zielgruppe passt ebenfalls zu Kwitt: Rund 70 Prozent aller Instagram-Nutzer sind jünger als 35 Jahre, außerdem sind sie offen für Business-Inhalte – fast 80 Prozent aller Nutzer folgen mindestens einem Unternehmen.
Neben dem Reichweiten-Hero YouTube fiel die Wahl auf die aufstrebende Livestreaming-Plattform Twitch mit ihren über 15 Millionen Unique Usern in Deutschland. Die Gaming-Plattform erreicht vor allem eine junge männliche Zielgruppe. Interessant: Neben Gaming geraten derzeit weitere Themenfelder wie Do it Yourself (DIY) in den Blick, von Talkshows bis Koch-Events. Dadurch werden auch weibliche Nutzer verstärkt erreicht.
Micro-, Mid- und Macro Influencer – am besten kombinieren
Für die Kampagne kombinierte Lucky Shareman zehn Macro-, 58 Mid- und 42 Micro Influencer, mit über 150.000, bis 150.000 und bis 50.000 Follower. Die Kombination ist sinnvoll, da eine Kampagne nie nur auf Reichweite setzen sollte. Der Zielgruppenfit, die Qualität der Beiträge und die Interaktion mit den Followern sind ebenso wichtig, um die gewünschte Medialeistung zu erzielen. So haben Micro Influencer oft eine sehr starke Community mit viel Engagement, Mid Influencer bringen eine höhere Professionalität mit, und Macro Influencer stehen für eine hohe Professionalität in der Video-Produktion und eine große Reichweite. Die Kampagne erreichte entsprechend einen Zielgruppenfit von 80 Prozent und eine Interaktionsrate auf Instagram von 4,7 Prozent.
Über 60 Millionen Kontakte
Die ausgewählten Influencer erreichten für Kwitt folgende Ergebnisse:
Die Kwitt-Kampagne erreichte über 60 Millionen Kontakte
110 Beiträge der Influencer erreichten auf Instagram über 11,2 Millionen Kontakte und generierten rund 523.000 Interaktionen – eine Interaktionsrate von 4,7 Prozent
207 Instagram Stories erzielten 27,4 Millionen Kontakte
Auf YouTube veröffentlichten die Influencer 39 Videos, die knapp 22 Millionen Views erreichten und zu rund 289.000 Interaktionen anregten
Im Vergleich zum Vorquartal stiegen im Kampagnenzeitraum August bis November die Kwitt-Neuregistrierungen um 21 Prozent und die Zahlungen mit Kwitt um 27 Prozent
Die Kampagne wurde zu einem viralen Hit – ungewöhnlich für ein Leistungsangebot eines Finanzdienstleisters
Andere Influencer reposteten die Aktion und regionale Tageszeitungen und Radiostationen interviewten die Influencer
Marktforschung belegt Werbewirkung
Die Kwitt-Funktion wurde zu Beginn der Kampagne von vier Prozent der Befragten den Volksbanken Raiffeisenbanken zugeordnet. Nach der Kampagne waren es 23 Prozent. Die Kampagne wurde mit Marktforschung begleitet, um ihre Werbewirkung zu belegen. Gemeinsam mit dem Marktforschungsunternehmen GreenAdz entwickelte Lucky Shareman eine Lösung, die nicht nur auf Klicks und Reichweite setzt. Mehrere Influencer luden ihre Follower vor und nach der Kampagne zu einer Befragung ein. Incentiviert wurden die Teilnehmer durch Baumspenden von GreenAdz an eine Umweltschutzorganisation – insgesamt wurden bei dieser Befragung 2.845 Bäume gepflanzt. Die Befragung der Follower war ein Novum und erbrachte Insights zu Markenbekanntheit, Marken- und Produktwahrnehmung und Aktivierung der Zielgruppen. Die Markenbekanntheit von Kwitt stieg bei den Befragten um 27 Prozent, und das Markenwissen versechsfachte sich.
Die Bekanntheit der Kwitt-Funktion legte durch die Influencer-Marketing-Kampagne von 38 auf 48 Prozent zu. Bei der VR-Banking App stieg sie von 34 auf 45 Prozent. Richtige Wahl für Finanzprodukte
Die aktuelle Kampagne für die Geldsendefunktion Kwitt zeigt, dass Influencer Marketing auch für erklärungsbedürftige Finanzprodukte funktionieren kann. Voraussetzung: Die Kombination der passenden Influencer aus verschiedenen Kategorien und die Wahl von Plattformen, die zu den Zielgruppen passen und neben Reichweite auch eine bestmögliche Interaktionsrate erzielen.

Nützlichere Metriken für bessere Kampagnenplanung – Facebook schafft Relevanzbewertung ab

Nützlichere Metriken für bessere Kampagnenplanung – Facebook schafft Relevanzbewertung ab

Die Kampagnenplanung auf Facebook kann sich mitunter komplex gestalten, da die große Nutzerzahl der Plattform auch dazu führen kann, dass Ads nicht nur die optimale Zielgruppe erreichen. Das Soziale Netzwerk ersetzt nun die bisherige Relevanzbewertung durch drei neue Indikatoren, die die Relevanz der Kampagne detaillierter darstellen sollen. Während zudem kaum genutzte Metriken abgeschafft werden, wird die potentielle Reichweite ebenfalls neu berechnet.
Überarbeitete Metriken beim Facebook Advertising
Die Anzeigenplattform bei Facebook ist für zahlreiche Marketer eine wichtige Größe im Kampagnenallltag. Und zur Einschätzung der Performance einzelner Kampagnen sind aktuelle Metriken unerlässlich. Allerdings wünschen sich die Werbetreibenden oft optimierte Kennzahlen, um die Relevanz und Wirkung ihrer Ads noch besser einschätzen zu können. Das ist für künftige Budgetzuweisungen und weiterentwickelte Kampagnenplanungen von Belang.
Daher überarbeitet Facebook nun einige zentrale Kennzahlen. Damit soll die Planbarkeit von Kampagnen auf der Plattform langfristig weiter verbessert werden. Wie im Blogpost beschrieben, wird insbesondere die Einschätzung der Relevanz überholt. Die Relevanzbewertung – der Relevance Score – misst, wie relevant die Anzeigen für die anvisierte Zielgruppe überhaupt waren. Doch die Relevanzbewertung, wie sie bisher aufgestellt ist, wird als Kennzahl ab dem 30. April entfernt. Stattdessen setzt Facebook auf drei neue Indikatoren zur Bemessung der Relevanz der Anzeigen. Diese sind:
die Qualitäts-Einstufung: sie misst die wahrgenommene Qualität im Vergleich mit anderen Ads für die gleiche Zielgruppe
die Einstufung der Interaktionsrate: diese misst die erwartete Interaktionsrate im Vergleich mit anderen Ads für die gleiche Zielgruppe
die Einstufung der Conversion Rate: sie misst die erwartete Conversion Rate im Vergleich mit anderen Ads mit gleichem Optimierungsziel und für die gleiche Zielgruppe
Mit diesen detaillierteren Einschätzungen zur Relevanz der Kampagne sollen Marketer noch besser verstehen können, an welchem Punkt sie diese verbessern können. Ist das Zielgruppen-Targeting zu ungenau oder müssen die Creatives womöglich an Qualität zulegen? Können eventuell optimierte CTA für einer bessere Conversion sorgen? In den kommenden Wochen beginnt Facebook mit der Einführung der neuen Relevanzindikatoren. Im entsprechenden Hilfebereich können Werbetreibende konkret einsehen, wie sich die Bestimmung der Anzeigenrelevanz darstellt.

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Die potentielle Reichweite wird ebenfalls neu eingeschätzt
Die potentielle Reichweite bedeutet sicherlich einen der wichtigsten Faktoren bei der Planung von Kampagnen. Nicht umsonst setzen so viele Marken auf Instagram – dort auch auf Influencer mit zahlreichen Followern –, YouTube, Google oder eben Facebook. Die immensen Nutzerzahlen sprechen auch für eine große potentielle Reichweite. Das macht die Werbenetzwerke dieser und anderer Big Player so relevant.
Bisher hat Facebook diese Reichweite basierend auf der Zahl der monatlich aktiven Nutzer errechnet. Sie wird den Advertisern vor der Ausspielung der Kampagne angezeigt. Aber sie muss von der Kampagnenreichweite unterschieden werden. Denn diese zeigt an, wie viele User tatsächlich eine Anzeige gesehen haben – und das kann natürlich nur im Nachgang einer Kampagne ermittelt werden. Damit die Werbetreibenden die potentielle Reichweite künftig noch besser einordnen können, soll sie ab jetzt nur Personen berücksichtigen, an die in den letzten 30 Tagen mindestens eine Ad ausgeliefert wurde. Immerhin, so betont die Plattform, können Nutzer auch in werbefreien Bereichen bei Facebook unterwegs sein, wenngleich diese nicht sehr umfassend sind. Diese Nutzer wären für die Advertiser jedoch irrelevant. Die potentiellen Reichweiten Facebooks basieren auf Indikatoren wie dem Verhalten oder demographischen Angaben der Nutzer, aber auch Standortdaten; mehr dazu liefert wiederum der Hilfebereich.
Nicht alle Kennzahlen sind nützlich
Neben den Erweiterungen und Anpassungen genannter Metriken wird Facebook einige Kennzahlen abschaffen, die als weniger nützlich erkannt wurden. Ab April werden sieben solcher Kennzahlen entfernt, die nicht regelmäßig von Werbetreibenden genutzt werden. Sie bleiben jedoch nicht unersetzt. So wird Facebook beispielsweise „gespeicherte Beiträge“ als Kennzahl einführen, die es den Werbetreibenden erlaubt, einzusehen, wie viele Nutzer ihre Anzeigen gespeichert haben. Sie ersetzt „gespeicherte Angebote“, wobei Offer Ads in der neuen Metrik erfasst werden. Facebook gibt im Hilfebereich näher Auskunft darüber, welche Kennzahlen aktuell sind und welche abgeschafft wurden oder noch werden.
All diese kleinen Updates in Bezug auf die Metriken, die für eine Kampagnenplanung auf Facebook so wichtig sind, dürften den Advertisern auf der Plattform gerade mittel- und langfristig zugutekommen. Bei der Vielzahl von Werbeoptionen, die Social Media bieten, ist eine zahlenbasierte Einschätzung der Performance der Ads von großem Wert für jeden Marketer. Indem Facebook seine ohnehin umfassenden Kennzahlen weiter optimiert, bindet man Werbekunden und erleichtert neuen Advertisern den Einstieg; was dazu führt, dass die große Anziehungskraft des Werbenetzwerks – und dazu gehören im weiteren Sinne immerhin auch Instagram, der Messenger und WhatsApp – bestehen bleibt. So agiert Facebook weiter als wichtiger Werbekosmos im digitalen Raum. Das Bestreben, den Advertisern detailliertere Metriken oder ausgefeiltere Bezahlmodelle, angepasst an das tatsächliche Nutzungsverhalten und die Werbewirksamkeit, zu bieten, ist derzeit bei vielen Unternehmen der Branche erkennbar.

Twitter-App twttr: User helfen bei der Entwicklung neuer Features #LetsHaveAConvo

Twitter-App twttr: User helfen bei der Entwicklung neuer Features #LetsHaveAConvo

Um die Übersichtlichkeit und Handhabung zu verbessern, werden die Nutzer zur Entwicklung der neuen Funktionen um Mithilfe gebeten. Ausgewählte User testen einen Prototyp der Anwendung und geben Feedback zu den vorgenommenen Veränderungen.
Der Tweet des Twitter Supports über die neue Prototyp App. © Twitter Tester müssen sich bewerben
Nicht jeder Nutzer kann sich die App, die in Anlehnung an die Anfänge von Twitter „twttr“ heißt, einfach herunterladen. Nur eine Auswahl an überwiegend englisch- und japanischsprachigen Nutzern wird auf die Prototyp-App zugreifen und sie nutzen können. Auf  Twitter’s Website können Nutzer sich für das Programm anmelden. Innerhalb weniger Wochen kommt eine Benachrichtigung per Mail, die über die (Nicht-)Zulassung informiert.
Die Nutzer, die zugelassen wurden, erhalten weitere Anweisungen per E-Mail. © Matt Navarra on Twitter Nutzer, die zum Testen zugelassen wurden, laden sich die twttr App herunter und werden gebeten, diese statt der normalen Anwendung zu benutzen. Mit dem Hashtag #LetsHaveAConvo ermutigt Twitter seine User, ehrliches Feedback zu den neuen Funktionen zu geben und via Screenshots zu teilen.
Twitter versucht, die Anwendung übersichtlicher zu gestalten
Eine große Kritik an die Handhabung der Plattform war bisher die Unübersichtlichkeit einer Konversation. Einem Gespräch auf Twitter zu folgen, kann wahnsinnig anstrengend sein, vor allem, wenn viele User gleichzeitig antworten. Dieses Problem plant Twitter mit verschiedenen Farben zu beheben. Antworten auf einen Tweet werden in grau angezeigt, während die Antworten von Followern in blau hervorgehoben sein sollen. Auch das Design von Antworten soll verändert werden. Eine rundere Form soll an Messenger-Dienste wie WhatsApp oder Facebook Messenger erinnern und der Konversation das Gefühl eines Chats geben.
Je nach Feedback der Tester zu den neuen Features in twttr, werden diese für die Twitter-App übernommen oder nicht. Die Nutzer dabei so sehr in den Prozess einzubinden, wurde gut aufgenommen. Viel mehr Nutzer als das Programm aufnehmen kann, bewarben sich um einen der Plätze.

2,5 Millionen Instagram Stories analysiert: So erhöhst du deine Reichweite

2,5 Millionen Instagram Stories analysiert: So erhöhst du deine Reichweite

Instagram Stories sind von der Plattform nicht mehr wegzudenken. Kleine sowie große Profile nutzen das Format, um zusätzlich zu ihren Posts mehr Follower zu erreichen. Auch viele Unternehmen nutzen mittlerweile Stories. Eine neue Analyse von Fanpage Karma gibt nun Auskunft darüber, wie man die eigenen Aktivitäten im Vergleich zur Konkurrenz bewerten kann.
Fanpage Karma analysierte 2,5 Millionen Instagram Stories
Um Richtwerte herauszufinden, die einen Vergleich der eigenen Performance mit der von anderen Profilen ermöglichen und so die eigene Leistung besser einschätzen zu können, analysierte Fanpage Karma 2,5 Millionen Stories aus dem Februar 2019. Die 500.000 untersuchten Profile wurden in fünf Größen unterteilt:
Tiny – bis 1.000 Follower
Small – 1.000 bis 10.000 Follower
Medium – 10.000 bis 100.000 Follower
Large – 100.000 bis 500.000 Follower
Huge – mehr als 500.000 Follower
Das Instagram Stories Benchmarking Sheet
Das jetzt veröffentlichte Benchmarking Sheet gibt Auskunft über die durchschnittlichen Kennzahlen wie die Anzahl der Stories pro Tag, wie viele Follower erreicht werden und dem Engagement mit den Stories. Sprich: wird geantwortet, weitergespult oder ganz übersprungen?
Die Kennzahlen im Überblick. © Fanpage Karma Während tägliche Story-Updates nicht mehr aus dem Alltag der großen Profile wegzudenken sind, nutzen kleinere Profile das Format noch deutlich seltener. Dafür erreichen sie damit durchschnittlich mehrere ihrer Follower. Jeder fünfte Nutzern schaut sich bei Profilen mit unter 1.000 Followern die hochgeladenen Stories an, bei den Profilen mit über 500.000 Followern sind es nur noch 5 Prozent. Viele Antworten erhält keine der Größenkategorien. Die Antwortrate liegt bei geringen 0,26 bis 0,01 Prozent. Zudem werden ca. drei Viertel aller Stories gar nicht bis zum Ende angeguckt, sondern stattdessen weitergeklickt. Das verdeutlicht, dass Instagram Stories von den Nutzern ganz anders konsumiert werden als reguläre Posts auf der Plattform.
Große Profile nutzen mehr Videos, kleinere setzen noch auf Fotos
Aus der Studie ist zu erkennen, dass große Profile Stories deutlich häufiger nutzen als kleine Profile. Obwohl Instagram Stories längst kein neues Format mehr sind, scheinen sich Profile mit weniger Followern eher noch auf die regulären Posts zu verlassen. Sie posten seltener als einmal am Tag eine Story, während große Profile mit mehr als 500.000 Followern durchschnittlich über drei Stories am Tag veröffentlichen.
Der durchschnittliche Anteil von Videos in Instagram Stories nimmt auch mit der Followeranzahl zu. © Fanpage Karma Auch scheinen große Profile bereits den Nutzen von Videos in Instagram Stories erkannt zu haben (mehr zu den Vorteilen weiter unten). Die Profile nutzen steigend mit der Followeranzahl auch mehr Videos in Stories als kleinere Profile. Letztere haben einen durchschnittlichen Anteil von gut 40 Prozent des Video-Formats in Stories, große Profile schon über 60 Prozent.
Stories als sinnvolle Ergänzung zu Posts
An die Reichweite von Posts, die bis zu 60 Prozent der Follower erreichen können, kommen Instagram Stories (noch) nicht ran. Die 5 Prozent der Follower, die große Profile mit ihren Stories erreichen, sowie die 20 Prozent der kleinen Profile sind dennoch als Plus zu den regulären Posts zu betrachten. Im Gegensatz zu diesen werden mehrere Stories am Tag nicht so schnell als zu viel empfunden. Postet ein Profil mehrmals am Tag, kann dies einige Abonnenten leicht abstoßen. So sind Stories eine sinnvolle technische Ergänzung zu den Posts des Profils, zumal sie inhaltlich auf Grund der zusätzlichen Interaktionsmöglichkeiten deutlich mehr bieten.
Sprüche und Weisheiten erreichen die meiste Reichweite
Kleine Marken haben treue Abonnenten und große Spaßseiten sind eindeutige Reichweiten-Sieger. © Fanpage Karma Wird die Reichweite der Profile nach Branchen sortiert, lässt sich erkennen, dass besonders Marken es auf Instagram nicht leicht haben. Bei kleinen Profilen sind noch keine großen Unterschiede zu erkennen, dort scheinen die Fans treu einen Großteil der Stories anzugucken, doch je höher die Followeranzahl, desto weniger wird die Story tatsächlich geschaut. Interessant zu sehen bei Profilen ab 100.000 Followern ist, dass echte Personen mehr Reichweite haben, als die gleich großen Markenprofile. Stichwort: Influencer Marketing.
Keine der Branchen reicht jedoch an sogenannte Spaß-Profile ran. Wie auf Facebook erreichen Sprüche und Weisheiten die meisten Follower. Society-Profile verfügen bei großer Followeranzahl über am wenigsten Reichweite. Das lässt vermuten, dass der durchschnittliche Instagram-User die Plattform zu anderen Zwecken nutzt, als sich über politische Themen zu informieren. Facebook und Twitter bieten mit ihren seitenlangen Diskussionen eine bessere Plattform.
Nicht abschrecken lassen von wenigen Replies
Mit Antworten auf eine Story darf nicht gerechnet werden: nicht mal jeder 1.000 antwortet auf die Stories kleiner Profile. Bei Profilen mit vielen Followern sind es sogar nur 0,01 Prozent. Instagram versucht dies mit neuen Interaktionsmöglichkeiten, wie Umfragen, Schiebereglern, etc., zu verändern. Dazu gibt leider noch keine erfassbaren Daten.
Forwarding ist der Normalfall
Bilder werden in Instagram Stories fünf Sekunden lang angezeigt, Videos sind 15 Sekunden lang. Durch Tippen auf der rechten Bildschirmhälfte können Nutzer die Story überspringen (Forward), Tippen auf der linken Bildschirmhälfte lässt einen zur vorherigen Story zurückkehren (Back) und ein Wischen von rechts nach links überspringt alle Stories des Profils und wechselt zu den Stories des nächsten (Exit).
Zwischen 70 und 80 Prozent aller Stories werden bei kleinen und auch großen Profilen weitergespult. Dies ist eine Eigenheit des Formats und als Normalfall anzusehen.
Unabhängig von der Größe des Profils werden Videos weniger weggeklickt als Bilder. © Fanpage Karma Aus der Statistik ist zu erkennen, dass Videos trotz ihrer Länge weniger häufig weitergeklickt werden. Das mag daran liegen, dass ein Bild sofort erfasst werden kann, bei einem Video möchte der Follower oft auch das Ende sehen. Jedoch sind es auch hier immer noch 75 Prozent der Videos, die übersprungen werden.
Exits hingegen passieren seltener als gedacht, da viele Nutzer im Forward-Modus zu sein scheinen und sich eher einmal durchklicken statt die Story komplett wegzuswipen. Nur 5 Prozent der Stories werden im Schnitt komplett weggeswiped. Was sich hieraus für die optimale Länge einer Story ergibt, möchte Fanpage Karma in der nächsten Studie untersuchen.
Wie können mehr Follower erreicht werden?
Was bringen diese Werte jetzt an Erkenntnissen für alle Social-Media-Manager, die auf der Suche nach Möglichkeiten sind, um ihre Reichweite zu erhöhen?
Nutzt mehr Stories. Mit bis zu drei Stories am Tag wie die großen Profile macht ihr nichts falsch und nervt eure Follower weniger als mit drei Posts am Tag.
Wenn möglich solltet ihr Videos statt Bildern teilen. Diese erfreuen sich höherer Beliebtheit und werden weniger weitergeklickt als Bilder. Fünf Sekunden scheinen für den Durchschnittsnutzer schon sehr lang zu sein. Achtet also darauf, dass ihr Inhalte kreiert, die länger als vier Sekunden interessant sind oder deren Aussage auf einen Blick zu erkennen ist. Kommt, um nicht in der Masse der Stories unterzugehen, direkt auf den Punkt und hebt euch das Highlight nicht bis zum Schluss auf.
Lasst euch durch wenige Replies und viele Forwards nicht entmutigen. Betrachtet jede Story als „on top“ zu euren normalen Posts und seht das Durchklicken als das, was es ist: eine Eigenheit des Formats.
Grundsätzlich sind die Ergebnisse der Studie nur als Richtwerte anzusehen. Jeder muss für sein Profil eigene Erfahrungen sammeln.

Neues Werbeformat für Instagram: Branded Content Ads

Neues Werbeformat für Instagram: Branded Content Ads

Instagram baut die Möglichkeiten zur Zusammenarbeit zwischen Advertisern und Influencern aus. Branded Content Ads lassen Werbetreibende direkt die Posts der Influencer bewerben, mit denen sie kooperieren.
Branded Content Ads als formelles Update
Das Format testet Instagram bereits seit vergangenem Jahr und stellte es nun auf einem kleineren Presseevent in den USA offiziell vor. Bislang war es Unternehmen mit den hauseigenen Tools nur möglich Influencer-Kampagnen zu realisieren, die die Followerschaft eben dieser erreichten. Jetzt sollen die Posts wie normale Ads promotet werden können. Dies war zuvor zwar schon über Umwege, also den Account der eigenen Marke zu lösen, wird nun aber formell über die Tool-Landschaft der Plattform zugänglich gemacht.
Ashley Yuki, Produktmanager bei Instagram, erklärt die Hintergründe des Updates:

Brands are seeing that this branded content ad product sometimes helps overcome challenges they have with organic branded content. [They are] exploring ways that brands can amplify branded content.

Damit macht es die Facebook-Tochter einerseits Advertisern einfacher, den Content der Influencer zu bewerben. Andererseits werden die Kooperationen dadurch transparenter. Da sich das Influencer Marketing immer weiter professionalisiert und auf dem Weg zu einem Milliardenmarkt ist, gilt Transparenz als das Gebot der Stunde.
Branded Content Tool bald für alle verfügbar
2017 führte Instagram sein Branded Content Tool ein, das anzeigt, wenn ein Post in Partnerschaft mit einer Marke verfasst wurde. Über dem Sponsored Post erscheint dann ein „Bezahlte Partnerschaft mit…“.
Bis heute steht das Tool nur ausgewählten Partnern zur Verfügung. Dies soll sich aber bald ändern. Wie die Sprecher auf dem Event bestätigten, können sich bald alle User für das Partnerprogramm bewerben.

IGTV: Das unbeliebte Format nimmt rasant an Fahrt auf

IGTV: Das unbeliebte Format nimmt rasant an Fahrt auf

Bisher hat IGTV nicht so gezündet, die Adaption bei den Nutzern und Videoproduzenten war gering ausgeprägt. Nun schießen die Views allerdings durch die Decke – lediglich eine kleine Änderung im Instagram Feed war dafür notwendig: Content-Produzenten können jetzt eine Vorschau posten – und verzeichnen seither einen starken Anstieg an Views. Ob das nun zu einem Erstarken des Formats führt, bleibt vor dem Hintergrund einer fehlenden Monetarisierung jedoch fraglich.
IGTV – ein eher unbeliebtes Format
Angekündigt wurde IGTV als disruptives Videoformat, denn im Gegensatz zum gängigen horizontalen Format setzt IGTV Vertical Video voraus. Produzenten können oder sollten ihren Bewegtbild-Content nicht einfach weiterverwerten, sondern müssen Inhalte explizit im Hochformat zur Distribution auf der Plattform aufnehmen. Vermutlich war das ein Zuviel des Guten, denn schon nach kurzer Zeit, wandten sich viele aufgrund des hohen Aufwands wieder YouTube zu und hinterließen IGTV halbwegs verwaist. Die Views ließen ebenfalls zu wünschen übrig, da half auch die fast schon schmerzhafte Promotion Instagrams im Feed nicht. Nur allzu gern tippte man versehentlich auf das Popup, das nahezu verzweifelt neue Inhalte auf IGTV vorstellen wollte. Der verbliebene harte Kern an Marken und Unternehmen produzierte fleißig weiter und hielt IGTV so am Leben, auch wenn User weiterhin lieber Stories oder im Feed schauten.
In der vergangenen Woche führte Instagram eine kleine, aber wirkungsvolle Änderung ein: Video Creators waren ab sofort in der Lage, 60 Sekunden lange IGTV Previews im Feed zu posten. Seitdem haben die Views laut Later um 300 bis 1.000 Prozent zugelegt. Allein dies zeigt, dass IGTV noch lange nicht tot ist und die Nutzer allem Anschein nach lediglich einen deutlicheren Anreiz benötigen, sich die Videos in dem Kanal anzuschauen.
Contenterstellung und Nutzererfahrung bei IGTV gestalten sich schwierig
Die Fehler liegen auf der Hand: Wer sich einmal mit Videoproduzenten unterhalten hat, der weiß, wie schlecht diese auf vertikale Videos zu sprechen sind. Eine Umstellung erscheint vor dieser großen Abneigung als enorme Herausforderung. Zudem erfordern Videos auf IGTV im Gegensatz zu den Stories hohen Einsatz: Der Content muss qualitativ hochwertig und professionell produziert sein. Dafür, dass er sich allerdings lediglich auf einer einzigen Plattform, und auch da nur in einem sehr speziellen Segment mit geringen Views, distribuieren lässt, ist der Aufwand den meisten bisher schlichtweg zu hoch. Darüber hinaus gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Möglichkeit der Monetarisierung der Inhalte auf IGTV – im Gegensatz zu YouTube, wo populäre Publisher am Anzeigenumsatz beteiligt werden und durchaus bis zu zehn US-Dollar pro 1.000 Views verdienen können. Die Incentivierung extra eigenen Content für IGTV zu erstellen, was enorm viel Zeit frisst und sich kaum lohnt, ist daher gering und Grund dafür, dass sogar die Zugpferde, die Instagram anfangs ins Boot geholt hat, sich zwischenzeitlich abgewandt haben. IGTV stellt aus diesen Gründen bislang jedenfalls keine ernstzunehmende Gefahr für YouTube dar.
Auf Seiten der User stellt sich die Nutzung IGTVs ebenfalls als recht kompliziert dar. Anders als bei YouTube können hier keine Inhalte gesucht werden. Die Suchfunktion zeigt ausschließlich Kanäle an. Möchte ein Nutzer also etwa ein Tutorial über Drohnen ansehen, kann er dies nicht direkt suchen, sondern muss über die entsprechenden Kanäle gehen und sich durch den Content scrollen, bis er irgendwann findet, was er sucht – oder eben nicht.
Wischen und auf das X tippen führt direkt zurück zum Feed. Will man jedoch in IGTV verbleiben, hilft der „Entdecken“-Button. Auch integrierte sich IGTV bisher nicht richtig in die App, eher handelt es sich um einen völlig abgespaltenen Bereich, in den man nur über einen kleinen Button gelangen konnte. Und wird ein Video seitens des Users mittels des inzwischen intuitiven Wischens oder per Tap auf das X beendet, landet man wieder im Instagram Feed. Will man sich weiter auf dem IGTV Channel des Accounts umsehen, muss man IGTV wieder öffnen und den betreffenden Kanal suchen. Den „Entdecken“-CTA, mit dem man weitere Videos des Kanals aufklappt und anderen Content suchen kann, übersieht man schnell. Die Usability in dem Bereich lässt also zu wünschen übrig.
Massiver Zuwachs an Views nach Preview im Feed
Seitdem Instagram die Previews für den Feed eingeführt hat, nimmt ein Großteil der Kanäle, die IGTV bespielen, eine nennenswerte Zunahme an Views wahr, manche sogar um bis zu 1.000 Prozent. Als Beispiel nennt Later hier etwa @thebucketlistfamily, deren Viewzahlen zuvor im Schnitt bei 30.000 lagen. Das neueste Video nach dem Update verzeichnet 400.000.

Auch der Kanal von Marteria hat drei Mal mehr Views:

The Daily Show kann ebenfalls einen massiven Zugewinn an Views auf ihrem IGTV-Kanal vermelden:

Den IGTV Content neuerdings auch im Feed und im Grid sharen zu können, hebt ihn deutlich hervor und macht ihn für eine größere Zielgruppe sichtbar, die IGTV sonst ausgeblendet hat. Allein dies wird bereits ein großer Faktor für die Multiplizierung der Viewzahlen sein.
Kleine Änderung, große Wirkung
IGTV war seit seiner Einführung im Sommer 2018 ein Rohrkrepierer. Die relativ kleine Änderung der Preview im Feed hat gezeigt, dass die fehlende Adaption nicht an den Inhalten liegt, sondern am Zugang. User lieben es möglichst einfach und sind an eine intuitive Nutzung gewöhnt. Gestalten sich Dinge zu kompliziert, und handelt es sich dabei auch nur um zwei Klicks zu viel, kann das schon ausschlaggebend für Erfolg oder Misserfolg sein. Ob die starke Zunahme an Zuschauern jedoch jetzt dazu führt, dass Creators sich vermehrt mit Vertical Video auseinandersetzen, ist nicht abzuschätzen. Die fehlende Monetarisierung könnte den Produzenten bei dem aufwändigen Format bislang ein echter Dorn im Auge sein. Zudem funktionieren wiederverwertete horizontale Inhalte, wie die @thebucketlistfamily eindrücklich beweist, dennoch.

Pinterest launcht Anzeigengeschäft in Deutschland

Pinterest launcht Anzeigengeschäft in Deutschland

Advertiser in Deutschland können nun Werbeanzeigen auf Pinterest schalten. Darüber hinaus führt das Unternehmen Werbung in Österreich, Spanien und Italien ein.
Pinterest ist als Werbeplattform jetzt in elf Märkten präsent
Die Werbeformate sind momentan noch beschränkt auf Standard-Anzeigen, also die Promoted Pins, sowie Video Ads. Weitere Anzeigenformate sollen jedoch später folgen (erst im November stellte Pinterest beispielsweise Karussell Ads vor). Zu den Betatestern hierzulande zählen Ferrero, REWE und Tchibo. So hat Ferrero etwa Kampagnen für Nutella geschaltet.
Lukas Wiener, Senior Digital Media Manager von Ferrero, haben die Tests überzeugt:

Wir sind von den Ergebnissen unserer Kampagne begeistert und planen, weiter auf Pinterest zu investieren. Wir können hier Menschen erreichen, die mit einer konkreten Intention nach neuen Ideen suchen und die offen dafür sind, Marken und Produkte zu entdecken. Promoted Pins bieten uns die Möglichkeit, diese Menschen jetzt noch zielgerichteter anzusprechen.

Die Werbeanzeigen waren bislang in den USA, Kanada, Australien, Neuseeland, Großbritannien und Irland verfügbar. Als erstes nicht englischsprachiges Land kam im November 2018 Frankreich dazu. Derzeit laufen weitere Tests in Belgien, Portugal, den Niederlanden und der Schweiz. 
Anzeigen-Tests von Ferrero und Tchibo, © Pinterest Großangelegte Expansion nach Europa
Nach eigenen Angaben vereint Pinterest 250 Millionen Nutzer auf der Plattform, die Hälfte davon außerhalb der USA. Pinterests Jon Kaplan, Head of Global Partnerships, verriet Adweek gegenüber die Strategie bei der Expansion:

First, and most important, we prioritize our work on the core product to ensure that we’re offering local, personalized content for people in their country. Next, we look at the size of the opportunity for new countries, which includes the relationships we have created with both global and local businesses that would be interested in reaching people in these markets when they are actively considering what to do or buy.

Im Zuge der Europaexpansion kommt am 1. April ein neuer Vermarktungschef ins Haus. Philip Missler, zuvor Managing Director Advertising bei Amazon, ist dann verantwortlich für den Ausbau des Produkts im DACH-Raum und Skandinavien. Derzeit baut Pinterest außerdem neue Sales Teams in Deutschland, Spanien und Italien auf. Die regionalen Teams in Deutschland, Frankreich und Irland fungieren derweil als Ansprechpartner für andere Standorte in Europa.
Erst vor kurzem ist durchgesickert, dass Pinterest einen Börsengang plant. „We believe the future of online shopping will be in pictures and not words“, so Kaplan. Jetzt macht die visuelle Suchmaschine also ernst.

Facebook verklagt Anbieter von Fake Accounts

Facebook verklagt Anbieter von Fake Accounts

Botspam stellt auf Facebook und Instagram ein großes Problem dar, gegen das der Konzern bereits häufiger Schritte eingeleitet hat. Nun hat Facebook am vergangenen Freitag Klage gegen vier Unternehmen und drei Privatpersonen in China eingereicht, die mit gefälschten Konten, Likes und Followern gehandelt und diese auf verschiedenen Plattformen promotet haben, wie die Plattform auf dem hauseigenen Blog bekannt gab.
Facebook geht hart gegen Verkauf von Fake Accounts und Engagement vor
Nach Angaben Facebooks wurde das Angebot neben den eigenen Plattformen auch auf Anbietern wie Amazon, Apple, Google, LinkedIn und Twitter beworben. Unter anderem hätten die angeklagten Unternehmen und Personen laut Facebook die Marke des Konzerns zur Promotion ihres unerlaubten Services verwendet. Facebook gibt an, unauthentisches Verhalten nicht zu tolerieren und will daher künftig in aller Härte gegen den Missbrauch vorgehen.
Die aktuelle Klage umfasst dabei die folgenden Punkte:
Die Erstellung von Fake Accounts sowie das Anbieten von Likes und Followern auf Facebook und Instagram
Verletzung des Markenrechts auf den Websites
Cyber-Squatting: Das Verwenden von Facebook Markennamen für die Domains
Facebook will auch weiterhin gegen das zunehmend unauthentische Verhalten von Fake Accounts vorgehen und wendet hohe Ressourcen für den Kampf dagegen auf. So löscht der Konzern täglich nach eigenen Angaben Millionen gefälschter Konten auf seinen Plattformen und hat in der Vergangenheit bereits Apps wie Instagress stilllegen lassen, die mit Accounts und Fake Engagement gehandelt haben.
Bots stellen großes Problem für Social Media dar
Obwohl Facebook Bots schon seit langem den Kampf angesagt hat, finden die Anbieter immer neue Möglichkeiten, Fake Accounts sowie unauthentisches Engagement auf die Plattformen zu bringen. Neben den lästigen Bots auf Instagram ist das Problem auf Facebook vor dem Hintergrund diverser Wahlmanipulationen sehr viel größer. Bleibt zu hoffen, dass der Konzern in Kürze einen Weg findet, den Bots und Fakes endgültig zu begegnen.