Zeigt TikTok die Zukunft des Social Media Marketing?

Zeigt TikTok die Zukunft des Social Media Marketing?

Die chinesische App TikTok rückt mit ihren 15 Sekunden kurzen Videos und weltweit über 130 Millionen Nutzern langsam in die erste Liga vor. Mit gut vier Millionen Mitgliedern in Deutschland wird das mobile soziale Netzwerk dem Wettbewerber Snapchat gefährlich. Wichtiger als die Anzahl ist jedoch das Alter der Nutzer. Sehr junge Nutzer haben das Bedürfnis unter sich zu bleiben: Sie sind für Marketing-Strategen und Recruiter schwer zu erreichen. Statt auf Twitter oder Facebook auf Lehrer, Eltern oder gar Großeltern sowie aggressives Marketing zu treffen, tummeln sie sich lieber auf TikTok, Snapchat oder Twitch. Zudem ist die Verweildauer interessanter als die Nutzerzahlen. So schauen die Anwender laut Digiday 39 Minuten pro Tag Kurzvideos und öffnen TikTok dafür achtmal.
Die App bietet eine hohe Reichweite, da keine Anmeldung auf der Plattform nötig ist, um die Kurzfilme anzuschauen. Auf TikTok erfolgreiche Videos verteilen sich auf YouTube oder anderen Plattformen weiter und sorgen für eine noch größere Sichtbarkeit. Plant ein Unternehmen eine Kampagne mit Influencern, erreicht es auch jene, die TikTok nur passiv konsumieren. Wer mitreden will, also liken und kommentieren, braucht ein Nutzerkonto. 
Der Algorithmus von TikTok belohnt Content mit Aha-Effekt
Den Zielen von Unternehmen im Social Media Marketing kommt der Algorithmus von TikTok entgegen. Fans und Follower zu sammeln, spielt auf der Videoplattform weniger stark eine Rolle als auf Facebook, Twitter oder Instagram. Die App stellt für ihre Nutzer automatisch Inhalte zusammen und lernt, deren Interessen zu verstehen. Damit ist die Einstiegshürde für neue Teilnehmer gering, was das schnelle Wachstum der Videoplattform erklärt. Wer sich anmeldet, bekommt sofort einen Newsfeed präsentiert und muss nicht erst die Spielregeln verstehen und interessante Accounts identifizieren. 
Genau dahin geht die Reise auf Social Media. Wer kreative und unterhaltsame Videos mit relevantem Content bietet, den belohnt die Plattform mit Aufmerksamkeit – ab Tag eins und ohne zunächst eine Community aufbauen zu müssen. Eine gute Community bleibt jedoch wichtig und sollte gepflegt werden, auch wenn eine Challenge durch bezahlte Hashtag-Anzeigen gepusht werden kann. Die Fans werden durch zielgruppengerechten Content Mitglieder der Community. Diese ist nur nicht die Voraussetzung, um sinnvoll starten zu können. 
Dieser Mechanismus stellt eine Riesenchance für junge Unternehmen mit einem kleinen Marketingbudget dar, deren Marke noch wenig eingeführt ist. Wer es schafft, auf TikTok eine kreative und exklusive Hashtag-Challenge in Gang zu setzen, sorgt für eine höhere Brand Awareness. Dabei empfiehlt sich die Kooperation mit einem etablierten Influencer, der glaubwürdig zur Marke und den Produkten passt. Die Werbung mit nativen Videoanzeigen, gesponserten Lenses oder Brand Takeover-Anzeigen bietet sich ergänzend an.
Von gutem Content und erfolgreichen Challenges
Kein Anbieter sollte sich auf seinen Lorbeeren ausruhen. Bietet das nächste Video wenig Neues oder springt in den ersten zwei Sekunden der Funke nicht über, erlischt das Interesse der Nutzer schnell wieder. Der Ansatz ist eine Win-Win-Win-Situation für die privaten Nutzer, Unternehmen und TikTok selbst. Die Plattform profitiert davon, dass sich die Teilnehmer mit jedem neuen Video wieder besonders anstrengen. Die Nutzer bekommen große Mengen attraktiver Inhalte geboten und die Unternehmen erfreuen sich an der hohen Reichweite. 
Trotzdem sollten die Marketingspezialisten dafür sorgen, dass sie die Nutzer auf ihre Seiten holen. Am Ende von Unternehmensvideos darf der CTA nicht fehlen, idealerweise wird der Link zur Landing Page, dem Webshop oder dem Blog eingeblendet. 

Auf TikTok leben die Jugendlichen ihre Kreativität aus und nutzen für ihre Videos verschiedene Filter, Effekte und Musik. Zu den Early Adoptern zählt die Modemarke Guess mit ihrer Kampagne #InMyDenim, aber auch der internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung der Vereinten Nationen. Mit der weltweiten Tanz-Challenge #DanceForChange rief dieser 2019 dazu auf, Perspektiven für Jugendliche zu schaffen, die in armen Ländern auf dem Land leben. Der Hashtag wurde seither 97 Millionen Mal aufgerufen.
Ausblick auf die Zukunft von TikTok
Mit Blick auf die Entwicklung anderer Plattformen, ist perspektivisch eine altersmäßige Durchmischung zu erwarten – und von TikTok wahrscheinlich explizit gewünscht. Instagram wurde als Foto-App zunächst von der Zielgruppe U25 entdeckt und ist längst ein breit aufgestelltes soziales Netzwerk für alle Altersgruppen. TikTok scheint diese Entwicklung gleichfalls zu erwarten. Kooperationen mit Borussia Dortmund oder der deutschen Technopop-Band Scooter deuten an, dass die Plattform auch, aber nicht nur, die unter 20-Jährigen erreichen möchte.  Scooter gibt es schon 25 Jahre und ihr Leadsänger H. P. Baxxter geht mit Mitte 50 auf das Rentenalter zu. Trotzdem sind sie bei den unter 30-jährigen Hipstern beliebt. In einer Kampagne hat Scooter ihre neue Single „God Save The Rave“ TikTok exklusiv zur Verfügung gestellt und die Challenge #godsavetherave ins Leben gerufen.

Über sechs Millionen Mal wurde der Kampagnen-Hashtag seitdem aufgerufen.

3 Tipps zum Maximieren deiner organischen Instagram-Reichweite

3 Tipps zum Maximieren deiner organischen Instagram-Reichweite

Organische Reichweite auf Instagram aufbauen? Viele fragen sich, ob dies überhaupt noch möglich ist, wo die Social Media-Plattform doch seit 2016 die Reichweite um über 50 Prozent gedrosselt hat. Der Konzern will Geld verdienen und den User animieren, in Werbung für sich und seine Posts zu investieren, damit diese gesehen werden. Hintergrund ist natürlich auch der immer größere werdende kommerzielle Nutzen. Aber das selbst die engen Freunde manchmal Bilder und Videos aus dem Urlaub nicht mehr angezeigt bekommen, dagegen muss man doch was tun können. Mit den drei Tipps wird es dir gelingen, deine Reichweite zu maximieren.
#1 Der relevante rote Faden
Wenn Menschen dir folgen, tun sie das in der Regel aus einem bestimmten Grund: Vielleicht gibst du Fitnesstipps, teilst vegane Kochrezepte oder zeigst bei deinen Reisen die schönsten Flecken der Welt. Postest du nun Content, der mit deinem Thema übereinstimmt, wird er von der Plattform als relevant angesehen, da die Wahrscheinlichkeit einer User-Interaktion von Nutzern, die dir ursprünglich dafür gefolgt sind, hoch ist. Immer wenn du davon abweichst, klicken Menschen deine Posts weg, weil sie etwas anderes erwartet haben. Instagram bestraft dies mit einer Verminderung der organischen Reichweite. Schaue, dass du deinem Grundthema immer treu bleibst.
Musterbeispiel für den roten Faden und extrem viele Follower, National Geographic, Screenshot Instagram #2 Konstante Creator werden belohnt
Soll ich jeden Tag posten, auch wenn ich kein gutes Bild oder Video zur Hand habe? Oder lieber nur einmal im Monat den perfekten Schnappschuss?
Gehe den Mittelweg und schau, dass du zwei bis drei Mal die Woche einen relevanten Post machst und täglich mit den Menschen in deiner Instagram-Story interagierst. So sieht Instagram, dass du ein zuverlässiger User bist, der sich um seine Zielgruppe kümmert und immer wieder hochwertige Inhalte liefert. Instagram ist keine Plattform, auf der du über Nacht tausende von Followern aufbaust, sondern die Zeit benötigt, um organisch zu wachsen. Deshalb solltest du dich an einen festen Rhythmus gewöhnen und diesen dann auch beibehalten.
Poste viel, divers und kreativ, © Facebook #3 Interaktion und Community-Aufbau
Für Instagram ist es nicht wichtig, wieviel Likes deine Bilder bekommen. Tatsächlich testet die Plattform sogar gerade diese Anzeige auszublenden, da sie den Fokus davon nehmen möchten. Es geht vielmehr darum, eine echte Community aufzubauen, die dich wertschätzt und mit der du interagierst: Frag deine Story-Viewer doch beispielsweise mal, welchen Post sie als nächstes gerne sehen würden, beziehe sie bei der Kanalgestaltung mit ein und teste vor allem neue Features, die Instagram dir zur Verfügung stellt. Meist wird das ebenfalls mit dem Anstieg deiner Reichweite belohnt. Nutze beispielsweise den Fragen-Sticker.
Fragen-Sticker bei Instagram, © Instagram Viele User haben in den letzten Jahren mit Automatismen (Bots) ihren Account aufgebaut, deshalb darfst du dich auch von hohen Follower-Zahlen nicht blenden lassen. Mittlerweile bestraft Instagram dieses Verhalten, löscht unechte Follower und schränkt die Reichweite derer, die beim Aufbau schummeln, ein. Befolgst du also diese drei Tipps und gibst deinem Account etwas Zeit, wirst du eine Community aufbauen, mit der du die nächsten Jahre gemeinsam wachsen und dich entwickeln kannst.

Instagram und IGTV Posts jetzt im Facebook Creator Studio planbar

Instagram und IGTV Posts jetzt im Facebook Creator Studio planbar

Im Creator Studio von Facebook können Nutzer ab sofort ihre Posts für Instagram und IGTV vorplanen, auch per App – für Stories ist das vorerst allerdings noch nicht möglich. Während Influencer schon Anfang Juli in den Genuss des Features kamen, ist die Option inzwischen für die meisten ausgerollt worden.
Hilfreiches Feature im Facebook Creator Studio umfassend ausgerollt
Wer die App des Facebook Creator Studios nutzt, dürfte zuletzt eine Benachrichtigung erhalten haben. Darin wurde verdeutlicht, dass es jetzt möglich ist, dort Beiträge für Instagram und IGTV vorzuplanen und zu veröffentlichen. Social Media-Experte Matt Navarra hatte das per Tweet angezeigt.

🚨 Good news, social media managers…!
You can now schedule publishing new Instagram and IGTV posts via Facebook’s Creator Studio! pic.twitter.com/v0dh0i0qu1
— Matt Navarra (@MattNavarra) August 2, 2019

Das Planen und Veröffentlichen von Beiträgen ist für viele Instagrammer ein zentraler Punkt in der Entwicklung ihres Auftritts auf der Plattform. Mit Tools von Dritten sind die Optionen jedoch mitunter beschränkt, was auf die API-Richtlinien von Instagram zurückzuführen ist. Nun bietet sich in Facebooks eigenem Creator Studio die nützliche Funktion an. Sie war, so Later, für Influencer bereits am 9. Juli ausgerollt worden.

yup, started rolling out July 9th for influencers 🤗 just wanted to leave that link in your thread because it’s blowing up! 📈
— Later: Social Media Scheduler (@latermedia) August 2, 2019

Navarra gibt eine Kostprobe, wie die Planung für die Beiträge bei Instagram und IGTV aussehen kann.
Post für Instagram übers Facebook Creator Studio (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), Quelle: Matt Navarra Die Caption lässt sich schreiben, eine Zeit einplanen und zudem können Bilder oder Locations integriert werden.
Post für IGTV übers Facebook Creator Studio (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), Quelle: Matt Navarra Der Titel, die Beschreibung und passende Cover Images sind bei IGTV-Beiträgen einzufügen. Ein Vorteil der Funktion ist auch, dass insgesamt diverse Bilder eingefügt werden können, was bei Drittanbieter-Tools in der Regel nicht möglich ist. Zudem lässt sich eine Liste mit allen geplanten Posts einsehen.
Für Social Media Manager ist dieses Feature sicher ein sehr willkommenes. Sofern du selbst noch nicht darauf zurückgreifen kannst, sollte es doch bald soweit sein. Ob vorgeplante Posts aber das gleiche Engagement versprechen können wie unmittelbar erstellte, bleibt dabei weiterhin in der Diskussion.

Instagram Marketing: Die 3 Influencer mit der besten Performance im Juli

Instagram Marketing: Die 3 Influencer mit der besten Performance im Juli

In der Reihe „Best Performing Instagram Posts“ erfährst du jeden Monat, welche Posts die beste Performance gebracht haben. In Zusammenarbeit mit InfluencerDB werden die Beiträge im deutschsprachigen Raum analysiert und anschließend die Sieger gekürt.
Im Juli zeigten sich die Follower im Hochzeitsfieber und brachten eine Braut auf den zweiten und dritten Platz. Informationen zur Methodik der Erhebung gibt es am Ende des Artikels.

Die Top 3 im Juli
#3 @sarafinawollny

Den dritten Platz belegte im Juli Sarafina Wollny mit einem Bild von ihr als Braut zusammen mit Ehemann Peter. „Der schönste Tag in unserem Leben, es war ein Traum“, schreibt sie. „Unsere Hochzeit seht ihr heute Abend um 20.15 Uhr bei RTL2.“ Das Engagement ihrer Follower war vergleichsweise hoch. Viele wünschten ihr alles Gute zur Hochzeit. Nur ein wenig Kritik hagelte es in den Kommentaren: Jetzt sei doch die Spannung, wie das Kleid aussehen wird, weg.
#2 @sarafinawollny

Und auch den zweiten Platz konnte Sarafina ergattern. Das einige Tage vorher, am tatsächlichen Hochzeitstag, veröffentlichte Foto des Brautstraußes und der Ringe erzielte mit 3,92 eine geringfügig bessere Post Performance. „Die Wollnys – Eine schrecklich große Familie“ läuft seit 2011 erfolgreich im deutschen Fernsehen und porträtiert das Familienleben der Großfamilie.
#1 @franzi_x_b

Die Wahlhamburgerin Franzi betreibt einen Fitness, Lifestyle und Health Account auf Instagram sowie einen eigenen Blog. Mit Bildern von sich möchte sie ihre Fans motivieren und inspirieren – „Motivation & Positivity“ steht in ihrer Bio. Das Foto, das sich im Juli den 1. Platz sicherte, zeigt die Influencerin in Berlin. In der Beschreibung ist zu lesen, dass sie sich gerade auf dem Weg zur Fashion Week befindet. Mit einer Post Performance von 4,71 setzt sie sich deutlich vor den zweiten und dritten Platz.
Methodik bei der Auswertung
Für die Liste wurden alle Instagram-Posts aus dem Juni ausgewertet. Berücksichtigt wurden Posts mit folgenden Grundvoraussetzungen:
Der Kanal muss mehr als 100.000 Follower haben.
Die Like-Follower-Ratio für den Post muss über 5% liegen.
Der Post ist mit #Werbung oder #Anzeige als Werbepost gekennzeichnet.
Unter diesen Beiträgen wurden diejenigen mit der besten Post Performance gekürt. Eine Post Performance von 1 bedeutet, dass der Post so abgeschnitten hat wie der Durchschnitt aller Posts. Instagrammerin Franzi erreichte im Juni eine Post Performance von 4,71. Ihr Foto war damit mehr als viereinhalb mal so erfolgreich wie der durchschnittliche Post auf ihrem Account. Die Post Performance wird immer nur innerhalb des jeweiligen Accounts gemessen.

Storytelling mit dem Facebook Messenger: Der persönlichste Draht zum Kunden

Storytelling mit dem Facebook Messenger: Der persönlichste Draht zum Kunden

Messenger boomen. WhatsApp, Facebook Messenger & Co nehmen einen festen Platz im Kommunikationsalltag der Nutzer ein. Kurznachrichten-Dienste sind beliebt, weil die Kommunikation schnell, direkt und unkompliziert funktioniert. Fast jeder junge Nutzer zwischen 14 und 29 Jahren hat laut einer Bitkom-Studie einen Messenger-Dienst auf dem Smartphone installiert. Dementsprechend haben Unternehmen das Potenzial der Kanäle erkannt und verstärken ihre Aktivität auf den Diensten. Denn über sie können Kommunikations-Profis Kunden direkt erreichen und mit ihnen so kommunizieren, wie es ihre Familien und Freunde ebenfalls tun, weil kein Algorithmus filtert. Das bedeutet auch, dass PRler und Marketer die Kunden entlang der Customer Journey direkt begleiten können.
Wie genau sich die Kommunikation seitens Unternehmen und Marken ausgestaltet, hängt stark von den Zielen ab, die mit Messenger-Kommunikation erreicht werden sollen. Die Möglichkeiten und Chancen sind vielfältig: Es lassen sich nicht nur Texte, Bilder und Links teilen, sondern auch Audios und Videos. So können Kunden über den Messenger zu Produkten, Sonderangeboten, Anleitungen und Services beraten werden. Darüber hinaus eignet sich der Kanal, um Unternehmensinformationen und Newsletter an die Abonnenten auszuspielen. Konzerne wie Lufthansa, OTTO, Commerzbank und die Deutsche Telekom nutzen Messenger bereits für den Kundenservice und um Unternehmensnews zu verbreiten. Ganz aktuell ist dabei zu beachten, dass WhatsApp Newsletter und Massennachrichten ab Dezember 2019 einstellen will. Dennoch haben Marketer via WhatsApp Business App oder WhatsApp Business API weiterhin die Möglichkeit, mit den Kunden zu kommunizieren. Nichtsdestotrotz rückt damit der Facebook-Messenger ins Zentrum der Unternehmenskommunikation.
Neue Content-Logistik
Der Messenger birgt durch seinen direkten und ungefilterten Draht zum Kunden enorme Möglichkeiten für die Ausspielung – auch von Kampagnen. Insbesondere deshalb, da die Öffnungs- und Klickraten der entsprechenden Dienste im Vergleich etwa zur E-Mail deutlich höher sind. Warum also den neuen Content einer Kampagne nicht einmal über den Facebook-Messenger oder WhatsApp ausspielen? Entscheidend dabei ist, den Kunden nicht mit platten werblichen Infos zu langweilen oder gar abzuschrecken, sondern cleveres Storytelling zu betreiben.
Wie so etwas funktioniert, zeigt ein schönes Beispiel des Bundesjustizministeriums: Zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes präsentierte die Behörde ein außergewöhnliches Storytelling-Projekt per Messenger. Einmal angemeldet, erhielt der Abonnent bis zum Jubiläumstag am 23. Mai per WhatsApp, Facebook Messenger, Telegram oder Threema täglich Texte, Comic-Illustrationen, historische Videos und Sprachnachrichten, in denen Karl, ein fiktiver Stenograf des Parlamentarischen Rates, die Entstehung der Grundrechte dokumentiert. So berichtet er von den Nachwehen des Krieges und Nazi-Regims, vom Kampf für die Gleichberechtigung von Frau und Mann bis hin zur entscheidenden Rede, die zur Abschaffung der Todesstrafe führte.
Was in der Wissensvermittlung funktioniert, klappt auch in der Unternehmenskommunikation: Messenger eignen sich hervorragend, um Content rund um Produkte und Marken zu verbreiten. Denn die Nutzer abonnieren den entsprechenden Kanal bewusst, was Streuverlusten entgegenwirkt. Wichtig ist dabei, mitreißende Geschichten zu erzählen, die zwar die entsprechenden Produkte und Marken featuren, aber nicht zu stark in den Mittelpunkt rücken. Mit einem Abenteuer-Bericht von einer Bergtour ließe sich beispielsweise die Hightech-Funktionskleidung einer Outdoor-Marke per Facebook-Messenger „bewerben“. So gelingt es Kommunikatoren, eine hohe Reichweite zu erzielen und ihre Kunden durch Contents, auf die sie förmlich warten, bei der Stange zu halten. Neben dem Messenger können außerdem auch weitere Kanäle in die Kampagne integriert werden. Vor allem andere soziale Medien eignen sich, um Stories und Profile oder prominente Protagonisten und Influencer einzubeziehen. Zudem lässt sich die Geschichte in Echtzeit ausspielen.
Einen solchen Ansatz verfolgte Mercedes-Benz mit dem Projekt #japanexplorers: Bereits im November 2018 reisten die Fotografen Max Münch und Alen Palander sowie Filmemacher Oliver Astrologo und Vlogger Carlos Mario Kurschligen mit zwei G-Klassen 14 Tage lang durch Japan. Während der Reise gab es täglich via Facebook Messenger Updates mit Text-, Video- und Bildinhalten zum Japan-Roadtrip. So konnten die User interaktiv und personalisiert an der Reise mit der G-Klasse teilhaben. Ziel war es, das Abenteuer- und Freiheitsgefühl während eines Roadtrips für eine junge, reiseaffine Zielgruppe digital erlebbar zu machen.
#Japanexplorers: Die Storytelling-Kampagne zur neuen G-Klasse von Mercedes. Individualisierungs-King Chatbot
Um Inhalte einer Story, Informationen oder Kampagnen-Elemente personalisiert via Messenger-Dienste an die User zu distribuieren, ist ein Chatbot das Tool der Wahl. Richtig integriert ist er rund um die Uhr erreichbar, reagiert direkt ohne Wartezeiten und bietet Abonnenten die Chance, eine einzigartige Customer Journey oder interaktives Entertainment zu erleben. Denn Nutzer haben – in einem bestimmten Rahmen – die Möglichkeit, eine auf ihre Vorlieben zugeschnitten Geschichte zu erleben. Der User bestimmt nämlich selbst, zu welchen Themen er Input bekommen möchte, zum Beispiel zu Produkten, der Unternehmens-Geschichte oder Mitarbeiter-Profilen. Richtig durchdacht, erzählt ein Bot die Story zudem in einem ausgewogenen Medienmix aus Texten, Bildern und Videos. Ebenso bestimmt der Nutzer selbst, wann er genug Infos hat und aussteigt. Denn das ist ebenfalls ein essenzieller Teil eines Chatbots: Er muss es jederzeit ermöglichen, die Zusendung von Nachrichten zu beenden und diese Möglichkeit regelmäßig kommunizieren.
Startschuss fürs Storytelling 4.0
Der Messenger ist der persönlichste Digital-Kanal vom Unternehmen zum Kunden. Deshalb gilt es, vor allem auf Relevanz und Qualität zu setzen und die Abonnenten nicht mit Nachrichten zu bombardieren. Zunutze machen sollten sich Unternehmen hingegen, dass diese potenziellen Kunden sich bei Anmeldung schon für das jeweilige Thema, den Service oder die Geschichte des Messengers interessieren. Clever aufgesetzt und erzählt, können Unternehmen mit mitreißenden Stories und interaktiven Angeboten punkten und so ganz neue Erlebnisse für die Konsumenten schaffen – die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

#realfriends: Snapchats erste globale Werbekampagne kontert Instagram

#realfriends: Snapchats erste globale Werbekampagne kontert Instagram

Die letzten Quartalszahlen zeigten eine positive Entwicklung bei Snapchat: Da ließ das Unternehmen es sich nehmen, den günstigen Moment für die erste globale Werbekampagne zu nutzen – und damit der Konkurrenz ordentlich eins auszuwischen.
Snapchat is for real friends, so today we’re launching a celebration of the friends who share, laugh, love and connect with each other using our platform,
sagte der Marketingchef Kenny MitchellCampaign, laut , über die Kampagne.
Die Snapchat-Kampagne verpasst Instagram einen Seitenhieb
Die Plakate, auf denen Zitate über Freundschaft von bekannten Persönlichkeiten stehen, sind in dem bekannten knalligen Gelb gehalten und dürften so eine Menge Aufmerksamkeit erregen. Die Werbekampagne fokussiert sich auf den Kern von Snap: die Pflege wahrer Freundschaften. Snapchat nutzt dieses Thema, um besonders Wettstreiter Instagram ein bisschen zu ärgern. „You don’t lose when you lose fake friends“ steht auf einem riesigen Plakat und spielt auf die Säuberungsaktionen an, bei denen die Fotoplattform diverse Fake-Accounts löschte. Auch dass  es die Wahrnehmung vieler ist, dass auf Instagram eher oberflächliche Freundschaften gepflegt werden, unterstreicht die Kampagne.
In dem Videoclip, der zu der Kampagne gehört, werden tausende Freundschaftspärchen vorgestellt, die ihre Beziehung über die Plattform pflegen.
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Doch die kleinen Sticheleien sind nicht alles: Snap kooperiert mit mehreren Influencern, die auf der Konkurrenzplattform Instagram ihre Botschaft verbreiten und dabei spezielle Hashtags verwenden sollen. Unter #realfriends und #friendshipquotes würden Nutzer die Posts finden, die die von Snap bezahlten User geteilt und somit Werbung gemacht haben.
Ab heute, dem internationalen Tag der Freundschaft, startet die Kampagne in Ländern wie den USA, Australien und Indien über Kino-, Rundfunk-, Print- und Digitale Medien. Im Spätsommer wird sie auch auf den europäischen Markt inklusive Deutschland ausgeweitet und bei uns sichtbar sein. Auch wenn es grundsätzlich keine gute Praxis ist, sich über die Konkurrenz auszulassen, ist zu vermuten, dass diese Werbekampagne sehr erfolgreich sein wird. Und wer weiß, wenn Instagram etwas Humor versteht, nutzt die Plattform vielleicht die Aufmerksamkeit und startet einen witzigen Gegenangriff.

Pinterest launcht Mobile-Werbetool: Ads On the Go

Pinterest launcht Mobile-Werbetool: Ads On the Go

Pinterest steht nicht direkt in Konkurrenz zu den großen Social Media, sondern fungiert für viele Nutzer eher als Suchmaschine für Inspiration. Doch genau in diesem Kontext sind Ads gut aufgehoben. Für Werbekunden macht das Unternehmen das Erreichen von Pinnern nun noch unkomplizierter, indem Mobile Ad Tools eingeführt werden.
Mobile Advertising auf Pinterest jetzt möglich 
Nach der Vorstellung der Self-Serve-Tools Ende 2018 kommt Pinterest jetzt mit den Mobile Ad Tools daher. Mit diesen sollen Unternehmen einfachere Möglichkeiten zum Erstellen ihrer Ads erhalten, etwa dank zusammengefasster Targeting-Optionen. Diese machen Promoted Pins zum präzisen Marketing-Instrument. Außerdem lassen sich die Elemente simpel und schnell über mobile Endgeräte einstellen. Als Ziele, die auf diesem Wege erreicht werden können, nennt Pinterest zum einen Brand Awareness, zum anderen natürlich auch die optimierte Performance. Zudem ist dafür gesorgt, dass die Advertiser ihr Budget nicht überschreiten. Die Unternehmen FOUNT und Little Blue Olive gehörten genauso wie Grundschullehrerin Kaitlyn Albani zu den Testern. Philipp Wachter, Mitgründer und CEO von FOUNT, freut sich über enorme Ergebnisse:
We are seeing a drastic increase in engagement when Pins are promoted — up to 4,430%. Pinterest is bringing more traffic to our site than Facebook and Instagram, where we also run ads.
Doch wie genau funktioniert das mobile Advertising für die Inspirationsplattform?
Vier einfache Schritte zum Erstellen der Ad
Wer mit dem mobilen Endgerät eine Pinterest Ad erstellen möchte, wählt einfach einen Pin aus dem Business-Profil aus. Daraufhin kann zwischen automatisierten und eigens eingestellten Targeting-Optionen gewählt werden. In der Folge wird einerseits das Budget, andererseits die Dauer für den Promoted Pin eingestellt. Dann braucht nur noch die Abrechnungsinformation eingetragen werden und die Ad kann live gehen. Und das alles klappt unkompliziert vom Smartphone aus, von überall.
Mobile Ad Tools bei Pinterest, unkompliziert und schnell eingesetzt, © Pinterest Einige der Features, auf die die Werbetreibenden in den Mobile Ad Tools zurückgreifen können, beinhalten die Einstellungsoptionen für das Targeting oder das Budget; so kann auch ein Übersteigen des Budgets ausgeschlossen werden. Außerdem können Ads pausiert oder Ziel-URLs und Kampagnennamen verändert werden.
Als Metriken stehen die verbleibende Dauer der Ad und die Kosten für diese genauso zur Verfügung wie Impressions, Klicks, die CTR oder Saves für die Pins. Damit nun nicht nur ein einzelner Mitarbeiter im Advertising auf die Ads zugreifen kann, lassen sich dank Multi User Accounts Werbeanzeigen von diversen berechtigten Personen bearbeiten. Was gerade in großen Unternehmen von Vorteil ist. So kann über die Mobile Ad Tools ein Team an verschiedenen Orten und zu jedem Zeitpunkt eine Kampagne optimieren. Die Audience Insights oder Reports zu Kunden sind natürlich auch für alle im Multi User Account einsehbar.
Wer einige Beispiele für den erfolgreichen Einsatz von Pinterests Mobile Ad Tools sucht, kann diese auf dem offiziellen Blog nachvollziehen. So hat etwa Afloral, ein Unternehmen, das florale Dekoration anbietet, einen RoAS von 6:1 bei ihrer Pinterest-Werbung vorzuweisen. Nicht für jedes Unternehmen ist Pinterest als Werbeplattform geeignet. Doch gerade junge Unternehmen – aus den Bereichen Fashion, Travel, Lifestyle etc. –, die innovative und inspirierende Ideen und Angebote haben, könnten bei der Plattform genau das Publikum finden, das sich anzusprechen lohnt. Und die entsprechende Ad nun auch on the go kreieren, wenn wieder eine innovative Idee dazugekommen ist.

Facebook Ads in Suchergebnissen: Werbeoption für mehr Advertiser verfügbar

Facebook Ads in Suchergebnissen: Werbeoption für mehr Advertiser verfügbar

Werbeanzeigen bei Facebook zu schalten ist nach wie vor ein besonders relevanter Weg, um zahlreiche Menschen digital an ein Produkt oder eine Leistung heranzuführen. Noch effektiver können Facebook Ads sein, wenn sie im Kontext einer Suche beim Sozialen Netzwerk positioniert werden. Diese Option steht nun mehr Advertisern offen.
Facebook Ads in der Suche als Zusatzpositionierung
Bereits Ende letzten Jahres begann Facebook mit einem Test zu Werbeanzeigen in den Suchergebnissen. Produktmanager Zoheb Hajiyani erklärte seinerzeit:
We’re running a small test to place ads in Facebook search results, and we’ll be evaluating whether these ads are beneficial for people and businesses before deciding whether to expand.
Bei den Ads muss natürlich auch in diesem Fall eine klare Markierung stattfinden, über das label „Sponsored“ etwa. Optional können die Anzeigen als statische Bilder oder im Karussell-Format gestaltet werden. Die Betaphase lief nur für vereinzelte Personen in den USA und Kanada. Doch nun scheint diese spezifische Werbeoption für deutlich mehr Nutzer ausgerollt zu werden. Matt Southern berichtet beim Search Engine Journal, dass die Platzierungsoption von mehr Werbetreibenden wahrgenommen wird. Und das nicht nur in den USA. Anna Pas etwa ist als Marketing-Expertin in Irland tätig.

Facebook Search is now available as an ad placement! 🤯#socialmedia#facebookadvertisingpic.twitter.com/U7t7BGhukt
— Anna Pas (@annapas_dublin) July 25, 2019

Und sie ist nicht die einzige:

Well, hello there, little friend…
We can now target folk based on their Facebook searches.
Time to play this afternoon! 😀 pic.twitter.com/GO6sS8tTFg
— Susan Wenograd (@SusanEDub) July 25, 2019

It’s finally here after months of speculation “Facebook Search” placement.
Facebook: Reach people with relevant ads based on their search termsDropshippers: {fill in the blanks in comments for fun}Marketers:Google:Me: I told ya all back in ’94
h/t peter kostjukov#ppcchatpic.twitter.com/bF1t81mGlX
— Steven Johns (@stevenjohns21) July 25, 2019

Wer seine Werbekampagnen für Facebook aufsetzt, könnte schon bald diese Option nutzen, sofern sie noch nicht verfügbar ist. Allem Anschein nach rollt das Soziale Netzwerk diese umfassend aus. Allerdings hat die Platzierung nicht ganz den gleichen Charakter wie eine Ad bei Google oder Bing. So kann nicht auf ein konkretes Keyword geboten werden. Außerdem ist die Option nur ein Zusatz. Denn die betreffende Ad muss ebenfalls im Newsfeed ausgespielt werden, soll sie auch in den Suchergebnissen auftauchen. So wird die Anzeige den Nutzern dann in der Suche angezeigt, wenn sie thematisch zur Suchanfrage passt.

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Die Relevanz der Suche nutzen
Während Facebooks Feed ein wenig an Relevanz für die Nutzer verliert, ist die Plattform noch immer äußerst populär. Das zeigt die Zahl der monatlich aktiven Nutzer: 2,41 Milliarden. Dabei wird Facebook häufig auch genutzt, um spannende Events, Orte oder Unternehmen ausfindig zu machen. Die Suche hat demnach ihre Relevanz und kann von Advertisern für sich genutzt werden. Dazu sollten auf der eigenen Business Page möglichst die Keywords vorkommen, für die man letztlich bei der gewählten Option einer Ad in der Suche auftauchen möchte. Auf diesem Wege ließe sich die Visibility der Kampagne in Social Media deutlich steigern – und letztlich wohl auch der Erfolg derselben.
Facebook hat einen umfassenderen Roll-Out der Werbeoption noch nicht bestätigt. Aber diese Möglichkeit ist für das Unternehmen wie für die Werbetreibenden voller Potential. Daher dürfte sie schon bald für die meisten Advertiser zur Verfügung stehen; vielleicht handelt es sich allerdings auch um einen erweiterten Test. Dann wäre die erste Betaphase jedoch als Erfolg einzustufen.

Gelber Geist ganz groß! 7 Gründe, warum „Wisst ihr noch?“ auf Snapchat setzt

Gelber Geist ganz groß! 7 Gründe, warum „Wisst ihr noch?“ auf Snapchat setzt

Die Onlinewelt ist schnelllebig. Großer Hype heißt häufig auch: Groß ist die Gefahr, dass dieser schnell wieder vorbei ist. Von Snapchat hört man dies, spätestens seit Facebook die Story-Funktion quasi kopiert und auf Instagram, WhatsApp und eben auch Facebook implementiert hat, immer wieder. Wenn ich erzähle, dass wir mit unserer Medienmarke „Wisst ihr noch?“ nun auch auf Snapchat vertreten sind, gucken mich viele erstmal ungläubig an: „Ist diese Plattform nicht auf dem absteigenden Ast?“, lautet die meistgehörte Frage. Sollte man sich nicht lieber auf die bekanntesten und größten Netzwerke, das heißt Facebook, YouTube und Instagram konzentrieren? Besser nicht, denn wir haben gute Argumente gefunden, mit „Wisst ihr noch?“ auch auf Snapchat durchzustarten. Auch andere Marken sollten sich die folgenden sieben Gründe gut durch den Kopf gehen lassen.
1. Snapchat begeistert Millionen von Nutzern und deren Anzahl steigt
Snapchat wird nicht selten als ein Nischen-Netzwerk betrachtet. Dabei geht unter, dass es sich mit rund 190 Millionen Nutzern um eines der größten sozialen Netzwerke weltweit handelt. In den vergangenen Jahren hatte die Plattform mit dem gelben Geist mit zurückgehenden Userzahlen zu kämpfen. Im ersten Quartalsbericht 2019 konnte das Unternehmen jedoch wieder eine steigende Anzahl an Mitgliedern verkünden. In Deutschland zählt Snapchat derweil 6 Millionen täglich aktive Mitglieder. In Zukunft plant die Plattform dabei, die Inhalte diverser zu gestalten, um die Anwendung zunehmend auch für eine ältere Zielgruppe attraktiv zu machen. Das bedeutet im Umkehrschluss: Es gibt ein großes Wachstumspotenzial für eine breite Zielgruppe, die jetzt gerade noch gar nicht auf Snapchat vertreten ist.
© Statista 2. Die Nutzer von Snapchat sind grundsätzlich aktiver als auf anderen Plattformen
Klar: Es gibt deutlich größere soziale Netzwerke als Snapchat. Facebook, YouTube, Instagram und WeChat sind die unangefochtenen Platzhirsche, auch Twitter verzeichnet laut Statista mehr monatlich aktive User als die Plattform mit dem gelben Geist. Jedoch stellt man fest: Die Aktivität der Nutzer ist hier deutlich höher als bei vielen anderen Plattformen, die durchschnittliche Nutzungsdauer von 30 Minuten kann sich sehen lassen. Viele User verwenden Snapchat als Messenger und eine Art kreativen Baukasten für In-App-Kreationen mit Stickern, Filtern oder AR-Elementen. Nicht immer werden die entstandenen Werke auch bei Snapchat geteilt – oft finden sie ihren Weg auch auf andere Plattformen wie Instagram.
3. Der klassische Newsfeed ist in der Krise
Die immerwährenden Überarbeitungen des Algorithmus haben vor allem bei Facebook Spuren hinterlassen. Wenn ich durch meinen Newsfeed scrolle, sehe ich viel Content, der geringste Anteil davon besteht jedoch aus „News“ im herkömmlichen Sinne. Hieß es früher noch, der Newsfeed würde klassische Nachrichtenkanäle eines Tages ablösen, stellt man heute fest: Als Nachrichtenquelle taugen Facebook und Co. nur bedingt. Oftmals werden uns Inhalte angezeigt, die schon veraltet sind – dies fällt insbesondere bei tagesaktuellen Neuigkeiten auf. Außerdem ist seit den vergangenen Jahren ein Rückgang an persönlichen News zu sehen – Nutzer teilen Inhalte mehr und mehr im Privaten und nicht mehr auf der Pinnwand mit all ihren Kontakten. Auch die sozialen Netzwerke sind somit von dem veränderten Nutzungsverhalten betroffen. Snapchat kommt ohne Newsfeed aus und läuft somit nicht Gefahr, dass veraltete News einen eher verstaubten Eindruck von der Plattform prägen. Im Vordergrund steht hier die Kreativität sowie das Teilen von Momenten.
Wisst ihr noch? Staffel 1 bei Snapchat, © Wisst ihr noch? 4. Marken profitieren von einem einfachen Reichweitenaufbau
Vor allem kleinere und jüngere Unternehmen werden das Problem kennen: Reichweitenaufbau auf Instagram, Facebook und Co. ist kein Selbstläufer, sondern braucht viel Mühe, Zeit und ein bisschen Glück. Klassische Follower-Growth-Praktiken wie das Liken und Kommentieren von Beiträgen oder gezieltes Folgen von Nutzern können nicht auf Snapchat übertragen werden. Im „Discover“-Bereich der App erhalten Nutzer bunte Content-Fundstücke. Diese sind von der Plattform kuratiert – für Marken eine wichtige Chance, Nutzern angezeigt zu werden, ohne dass diese aktiv nach dem Unternehmen gesucht haben. Ein weiterer Vorteil: Im Partnerprogramm von Snapchat lassen sich Beiträge automatisch monetarisieren – mit der Social Media-Aktivität lässt sich somit auch Geld verdienen.
5. Snapchat-Nutzer werden zusammen mit den Marken erwachsen
Fast 90 Prozent der Snapchat-User sind jünger als 35 Jahre. Dies macht die Plattform vor allem für Unternehmen mit einer sehr jungen Zielgruppe interessant. Für Marken außerdem praktisch: Kommt die Zielgruppe schon früh mit der Marke in Kontakt, wächst diese wie selbstverständlich mit ihr auf. Der Content auf Snapchat sollte daher auf diese Zielgruppe zugeschnitten sein. Konkret bedeutet dies etwa bei „Wisst ihr noch?“, dass sich unsere Beiträge auf dieser Plattform von unserem übrigen Content auf Instagram oder Facebook unterscheiden und möglichst von jüngeren Nutzern verstanden werden sollen.
Wisst ihr noch? bietet Content, der besonders von Jüngeren wahrgenommen wird, © Wisst ihr noch? Ihr könnt auch einmal selbst selbst auf den Mathe-Test von „Wisst ihr noch?“ bei Snapchat zugreifen.
6. Nirgendwo ist die Expertise für AR größer
Augmented Reality-Anwendungen sind eine der wichtigsten Funktionen der Plattform. Auch wenn lustige Filter für Katzenohren oder veränderte Gesicherter für Unterhaltung sorgen, eignet sich diese Technologie längst nicht mehr nur für Spielereien, sondern birgt auch für das Marketing riesiges Potenzial. So können wir Nutzer in Zukunft Schuhe, Kleidungsstücke oder Schmuck anprobieren, Frisuren testen oder andere Produkte ausprobieren. Somit verschmilzt die Grenze zwischen digitaler Unterhaltung und alltäglicher Realität. Snapchat ist dabei eine Art Hybridmedium, das eine neue Interaktionsmöglichkeit mit Marken genauso bietet wie Unterhaltung zwischendurch, wie etwa mit unserem „Wisst ihr noch?“-Kanal. Die Plattform ist aus Marketingsicht durch diesen Mix hochinteressant. Außerdem: Die Expertise für AR-Anwendungen dürfte in keinem anderen sozialen Netzwerk größer sein.
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Snapchat verfügt bereits über mehrjährige Erfahrungen mit dieser Technologie, Facebook steht hier erst ganz am Anfang und es ist fraglich, ob sie den Vorsprung von Snapchat je einholen werden.
7. Die Reise geht weiter und zahlreiche Potenziale sind noch nicht ausgeschöpft
Schon jetzt arbeitet die Plattform daran, sich für die Zukunft gut aufzustellen. Ein besseres Publisher Management-System ist in Planung, Möglichkeiten sind seit den letzten Monaten deutlich vereinfacht. Auch die Zukunft verspricht, spannend zu werden. Im Frühling brachte Samsung den ersten hochkanten Fernseher für Smartphone-Filme auf den Markt – gut möglich, dass diese Geräte in einigen Jahren zum Standard avancieren und Snapchat somit die ursprüngliche Smartphone-Umgebung verlässt. Es ist wahrscheinlich, dass die App dank seiner Innovationskraft bei diesen neuen Technologien einer der Vorreiter wäre. Die Zukunft verspricht vieles – und bislang ist es kaum abzusehen, welche Potenziale in der Anwendung mit dem gelben Geist noch schlummern. Eine Renaissance von Snapchat ist mehr als wahrscheinlich – für uns ein wichtiger Grund, mit „Wisst ihr noch?“ auch auf dieser Plattform durchzustarten.

Hunderte Boris Johnson-Ads bei Facebook aufgetaucht – A/B Testing für politische Werbung

Hunderte Boris Johnson-Ads bei Facebook aufgetaucht – A/B Testing für politische Werbung

A/B-Testing ist im Marketing eine gängige Methode, um herauszufinden, welche Werbekampagnen besonders gut von der Zielgruppe aufgenommen werden. Unternehmen können aus den Ergebnissen lernen und ihr Marketing anpassen und effektiver gestalten. Kein Wunder also, dass auch die Politik sich diese Methode zu Eigen macht, um herauszufinden, welche Botschaften die Wähler erreichen. Dabei stellt auch der neue britische Premierminister Boris Johnson keine Ausnahme dar.
Über 500 verschiedene Versionen von „Boris-Ads“
Zunächst einmal ist es nicht ungewöhnlich, dass politische Parteien A/B-Tests durchführen. In Großbritannien wird diese Methode nicht nur von den Konservativen, sondern ebenso von der Labour Party angewandt. Im Rahmen des Brexit und der Ernennung des neuen Premierministers Boris Johnson erregen die Tests jedoch trotzdem besondere Aufmerksamkeit. Sky News Journalist Rowland Manthorpe weißt auf Twitter darauf hin, dass insgesamt über 500 leicht unterschiedliche Ads für Boris Johnson getestet wurden.

And so it begins. The Conservatives welcome the new PM by pumping Facebook full of Boris Johnson ads. They’re running an astonishing 554 versions of these things. Almost as if they’re gathering data for an election… pic.twitter.com/HNq9SAophN
— Rowland Manthorpe (@rowlsmanthorpe) July 24, 2019

Manthorpe vermutet dahinter, dass die Konservativen versuchen, so viele Daten wie möglich für die nächsten Wahlen zu sammeln. Dabei deutet er sogar an, dies könnte zur Vorbereitung auf Neuwahlen dienen. Letzteres wurde jedoch von Johnson bereits dementiert.
Online-Werbung statt Wahlplakat: Neue Arten des Wahlkampfes bergen Risiken
Die Wähler heutzutage lassen sich kaum noch von großen Werbetafeln mit den Gesichtern der Politiker darauf beeinflussen. Der Wahlkampf findet inzwischen online statt, was neue Möglichkeiten, aber auch Risiken mit sich bringt. So ist das Sammeln von Wählerdaten über Facebook und Co. bereits mit ein paar Klicks erledigt. Und auch das Analysieren dieser Datenmengen stellt heutzutage kein Hindernis mehr dar. Doch wie der Fall des Cambridge Analytica-Skandals zeigt, ist nicht alles Gold, was glänzt. So wurde bekannt, dass während der Zeit des Brexit-Referendums von Seiten der „Vote Leave“-Fraktion aktiv auf Mikrotargeting gesetzt wurde, um die Stimmen von Facebook Usern zu erhalten. Die Grenzen zwischen leichter Beeinflussung und direkter Manipulation der Wähler verschwimmen mehr und mehr.
Manthorpe äußert sich besorgt auf Twitter. Ads, die Boris Johnson mit Wählern mit Migrationshintergrund zeigen, könnten beispielsweise dazu dienen, die omnipräsente Islamophobie in Britannien herunterzuspielen und zu verleugnen. Inzwischen bietet Facebook jedoch Möglichkeiten, um zu sehen, auf welche Art die Politik und Werbetreibende ihre Ads ausrollen. Rob Blackie, der mit verschiedenen Non-Profit Organisationen und politischen Parteien zusammenarbeitet, erklärt:

Until very recently, you couldn’t see what people were doing. But Facebook now allows you to see what ads people are putting up. It has become more prominent with political parties, most campaigns have started to do this – although to do it well at scale can be quite time-consuming. Specialised software can automatically create different combinations and pick out the winners, and shut down things that aren’t working.

Der Online-Wahlkampf ist Teil unserer Gegenwart
Dass Politiker online auf Stimmenfang gehen, wird sich nicht mehr ändern. Im Gegenteil, immer mehr Staatsbedienstete richten Social Media-Profile ein und versuchen über Twitter, Facebook und Co. ihre Wählerschaft zu erreichen. Und neben den Risiken eröffnen sich viele Chancen für die verschiedenen Parteien, nicht nur in Großbritannien. So erklärt Blackie, dass mit jedem einzelnen Test eine Effizienzsteigerung um ein oder zwei Prozent möglich sei. Über die Zeit zusammengerechnet, könnte man sein Marketing so 40 bis 50 Prozent effizienter gestalten.
Es ist nur natürlich, dass die Politik zu den gleichen Methoden greift wie die Marketingabteilungen von wirtschaftlichen Unternehmen. Jedoch sollte man sich dabei in den ethisch vertretbaren Grenzen aufhalten. Wahlmanipulation und Datenmissbrauch werden heute schnell aufgedeckt und können zu Vertrauensbrüchen mit der Wählerschaft führen. Hinzu kommt, dass man es mit den A/B-Testings eventuell nicht so übertreiben sollte wie Boris Johnson. Denn wie Manthorpe auf Twitter erklärt: Eine starke Botschaft verliert an Aussagekraft, wenn sie in Hunderten alternativen Versionen einer Ad wiedergekäut wird. Daher scheint es eine gute Maßnahme seitens Facebook zu sein, dass alle politischen Ads als solche gekennzeichnet sein müssen und in einem Archiv frei einsehbar sind.