Hate Speech und Homophobie trotz verschärfter Richtlinien gebilligt – YouTube widerspricht sich selbst

Hate Speech und Homophobie trotz verschärfter Richtlinien gebilligt – YouTube widerspricht sich selbst

Nachdem vermehrt Kritik an der Video-Plattform laut geworden ist, kündigte diese jetzt an, Schritte einzuleiten, um die Verbreitung von bestimmtem Content einzudämmen. Dazu gehören, wie YouTube in einem Blogpost mitteilt, diskriminierende Videos, die Menschen aufgrund ihres Geschlechts, ihrer Herkunft, sexuellen Orientierung oder anderen Merkmalen beleidigen. Darunter fallen auch Videos, „that promote or glorify Nazi ideology, which is inherently discriminatory.“ Aufgrund dieser Maßnahmen wird vermutet, dass mehrere tausend Channel von der Plattform entfernt werden sollen.
Der Fall „Carlos Maza“
Die Ankündigung YouTubes löste einen wahren Sturm auf Twitter aus. Der Fall Carlos Maza, der direkt mit YouTubes neuen Vorsätzen korreliert, gab Anlass zu hitzigen Debatten. Der homosexuelle Journalist mit mexikanischen Wurzeln war in mehreren Videos von dem bekannten rechtsextremen YouTuber Steven Crowder extrem rassistisch und homophob beleidigt worden. Maza beschwerte sich und berief sich auf Youtubes Richtlinien, die besagen, dass Inhalte, die darauf ausgerichtet sind, andere Menschen zu demütigen oder sie aufgrund ihrer Herkunft oder sexuellen Orientierung zu verurteilen, nicht auf der Plattform geduldet sind. Doch statt den eigenen Richtlinien zu folgen, wurde der Account nicht gesperrt, sondern von YouTube lediglich demonetarisiert solange Crowder weiterhin auf seinen Online-Shop mit beleidigendem und homophoben Merchandise-Artikeln verlinkt. Diese Reaktion wurde von vielen auf Social Media stark kritisiert und als feige und schwach bezeichnet. Es wird vermutet, dass die Video-Plattform das Vorgehen nur so lange ignoriert habe, weil durch Werbeanzeigen in Crowders Videos viel Geld zu verdienen war. Bei einem YouTuber mit 3,8 Millionen Abonnenten dürften die Einnahmen für YouTube jedoch nur von geringer Bedeutung sein.

I don’t know what to [email protected] has decided not to punish Crowder, after he spent two years harassing me for being gay and Latino.
I don’t know what to say. https://t.co/EFvWCNvPms
— Carlos Maza (@gaywonk) June 4, 2019

Freie Meinungsäußerung bedeutet keinen Freifahrtschein
Doch die Entscheidung von Youtube steht. In dem Blogpost rechtfertigte Chris Dale von YouTube die Entscheidung auf der Grundlage von freier Meinungsäußerung.
If we were to take all potentially offensive content down, we’d be losing valuable speech — speech that allows people everywhere to raise their voices, tell their stories, question those in power, and participate in the critical cultural and political conversations of our day.
Bei der Durchsicht von gemeldeten Videos würde darauf geachtet, was das Hauptziel des Videos ist. Wenn dieses nicht eindeutig danach strebt, Hass anzustiften oder gegen eine Person oder Gruppe aufzuwiegeln, greift die Policy nicht. Diese Aussage empörte viele Twitter-Nutzer erneut.

YouTube’s latest nonsense stance: Hate speech rules are only enforced if hatred is the sole purpose of a video 😑🤔🤦‍♂️ https://t.co/S2CX2cXeZLpic.twitter.com/oYVZgS5l2T
— Josh Constine (@JoshConstine) June 6, 2019

Auf der anderen Seite sitzen User, die Maza selbst vorwerfen, mit einigen Kommentaren und Aussagen gegen die Richtlinien verstoßen zu haben und sich unnötig darüber aufzuregen, dass Crowder ihn in seinen Videos beleidigt und diskriminiert hat. Und hier schließt sich der Kreis zur freien Meinungsäußerung wieder. Nur weil grundsätzlich jeder das Recht dazu haben sollte, seine Meinung frei zu äußern, heißt das nicht, dass diese Meinungen jeden Inhalt haben können, denn trotzdem muss jeder auf den Rahmen achten, in dem er etwas kundtut und dabei gilt mindestens das Grundgesetz oder eben die Regelungen der Plattform, auf der dies geschieht – in diesem Fall YouTube. Auch Maza vertritt starke Meinungen und publiziert diese; so rief er beispielsweise in einem Tweet dazu auf, Milchshakes auf rechtsextreme Personen zu werfen. Dies fällt im Vergleich zu dem, was Crowder über Jahre in seinen Videos gegen Maza gesagt hat, zwar relativ harmlos aus, doch YouTube ist nun in der Position zu entscheiden, wo die Linie gezogen wird.
In diesem Fall – und besonders vor dem Hintergrund der kürzlich verschärften Richtlinien – hat sich der Online-Riese jedoch ins eigene Fleisch geschnitten. Die Inhalte online zu lassen, die gegen ein Individuum aufgrund seiner Herkunft und sexuellen Orientierung vorgehen, heißt, dass das Unternehmen selbst die eigenen Richtlinien noch nicht konsequent verfolgt. Wie weiterhin mit der Thematik umgegangen wird und wie viele Accounts tatsächlich gelöscht werden, bleibt abzuwarten.

Research und Review: LinkedIn liefert Initiativen für effektiveres Marketing

Research und Review: LinkedIn liefert Initiativen für effektiveres Marketing

Werben bei LinkedIn sollte inzwischen für viele Marken auf der Landkarte erschienen sein. Während Facebook, Instagram, Google und Co. nach wie vor umfassende Marketing-Lösungen anbieten, bietet LinkedIn nicht nur ein ganz spezifisches Targeting, sondern auch eine durchaus einzigartige Nutzergruppe. Jetzt veröfentlicht das Unternehmen regelmäßig Berichte, die fortwährend erfolgreiche Ads und warum diese funktionieren sowie Insights und Berichte darstellen. Mit diesem Hintergrund könnten noch mehr Werbetreibende auf LinkedIn setzen.
„Ad Review“ als regelmäßiges neues Feature
Diese Woche rollte LinkedIn zunächst das neue Format Ad Review aus. Dieses soll jeden Monat ein besonderes Beispiel für Sponsored Content auf der Plattform zeigen, das eine starke Performance aufweisen kann. Dabei wird bei LinkedIns Format analysiert und dargestellt, weshalb der Titel, das Visual, der Text etc. der Ad so wirkungsvoll waren.
Unabhängig von den vorgestellten Beispielanzeigen hat LinkedIn für Advertiser jedoch schon drei Grundpfeiler parat.
Spezifisch werden: Der Content sollte auf genau die Zielgruppen zugeschnitten sein, die ihn auch wertschätzen dürften; das ist bei LinkedIn durchaus möglich.
Menschlich bleiben: LinkedIn schlägt vor, immer auf ein menschliches Element, sei es ein Gesicht oder eine Angewohnheit, zu setzen, um eine Beziehung beim User zu ermöglichen.
Nicht zu viel denken: Die Inhalte müssen nicht zu komplex sein: Eher sollten sich die Advertiser die Frage stellen, ob sie selbst klicken würden. Dann werden es wohl auch andere tun.
Die erste beispielhafte Ad Review
Da diese Tipps aber nicht allzu spezifisch sind, ist der konkrete Blick auf eine erfolgreiche Kampagne umso relevanter, um die Werbepotentiale der Plattform zu erkennen. In der ersten Ausgabe von Ad Review wird eine Ad von Autodesk gezeigt. Das Unternehmen arbeitet an 3D-Design- und -Entwicklungssoftware.
Beispielwerbeanzeige bei LinkedIns Ad Review von Autodesk, © LinkedIn Die Ad nutzt das hochwertige Visual, das eine Dose von der Kopfseite her zeigt, um eine Diskussion anzustoßen. Die etwas unkonventionelle Ansicht der Dose erregt Aufmerksamkeit, die durch die Frage „Siehts du eine Dose?“ noch verstärkt wird. Der CTA verspricht außerdem, dass der Nutzer bei Autodesk sehen kann, was Entwickler oder Ingenieure sehen – nämlich Optionen zum effizienteren Herstellungsverfahren. LinkedIn sieht seine drei Tipps hierin ebenfalls bestätigt. Die Ad ist spezifisch, es geht konkret um Herstellungsverfahren. Außerdem ist die Anzeige nach Dafürhalten der Ad Reviewer menschlich, weil sie an die Neugier der User und Ingenieuere sowie Entwickler appelliert. Hier liefert der CTA die Aussicht auf Befriedigung der Neugier. Schließlich wurde diese Ad nicht zu sehr verkompliziert. Das Visual ist simpel, aber ruft zu Engagement auf. Dafür sorgt die clevere Rahmung durch Titel und CTA. Die CTR lag bei 1,49 Prozent und damit deutlich über der Benchmark.
Und für alle, die interessiert sind. Der Click-Through führt zu eine Landing Page, die ein Video bereithält, das zeigt, wie Can Lines Engineering mithilfe von Autodesk optimierte Herstellungs- und Design-Lösungen erarbeitet. Das Video schließt dabei nahtlos an die Ad mit dem Visual an.
„Research & Insights“ liefert snackable Content, um Marketer zu überzeugen
Neben dem Format Ad Review hat LinkedIn diese Woche die Serie Research & Insights gestartet. Diese soll über LinkedIn selbst, über Twitter und Instagram snackable Content liefern, der Zahlen und Informationen zu Werbeoptionen und Kampagnen beim Karrierenetzwerk aufbereitet. Dabei soll es jede Woche neue Insights geben. Die ersten Themen, die hierbei Beachtung finden, sind der Wert von Thought Leadership, die Relevanz von Social Media für Entscheidungen von Buyern und die Frage, wer diese Buyer überhaupt sind.
Um diese Themen für LinkedIns Follower – und potentielle Werbekunden – passend aufzubereiten, werden dann Statistiken bereitgestellt. So sagen etwa 87 Prozent der Seller einer zitierten Studie, dass Thought Leadership das Vertrauen in eine Organisation stärkt, während 61 Prozent der C-Level-Entscheider eher bereit sind, mehr zu zahlen, wenn sie mit Unternehmen zusammenarbeiten können, die Though Leadership-getriebene Visionen vorweisen können.
LinkedIn Insights zu Thought Leadership, © LinkedIn Bei diesen datenbasierten Insights versäumt LinkedIn es natürlich nicht, die eigene Plattform hervorzuheben. So gaben laut Greenwich Associates 26 Prozent der Investoren aus einer Studie an, dass LinkedIn das beste Medium für die Distribution oder die Kommentierung von Markt-Updates ist. Zudem vermeldete das Medium selbst, dass sechs Millionen der LinkedIn-Mitglieder IT-Entscheider sind. Und da das Engagement mit technologiebasierten Posts und Shares im Vorjahresvergleich auf der Plattform um 45 Prozent gestiegen ist, ist Werbung in dieser Branche, ob B2B oder sogar B2C, sicher für einige Marken eine Option.
Die LinkedIn Insights zeigen auch die Relevanz der eigenen Plattform, © LinkedIn LinkedIns Insights unterfüttern Nutzungsoptionen
Mit diesen neuen Inhalten schafft das Netzwerk auch einen Anreiz, um Social Follower zu halten und zu generieren. Vor allem aber sollen die Ad Review und die Inhalte für Research & Insights Werbekunden anlocken und von den Möglichkeiten bei LinkedIn überzeugen. Die Plattform hebt sich dabei (noch) deutlich von Facebook und Co. ab und bietet ganz eigene Potentiale, besonders im B2B-Bereich. Wer ohnehin überlegt, auf LinkedIn zu werben oder dort aktiver zu werden, sollte die Insights wahrnehmen. Besonders die Ad Review kann als Inspiration für eigene Kampagnen wirken. Und eine starke Kampagne auf LinkedIn ist vielleicht genau das, was bestimmte Marken im nächsten Schritt benötigen. Zumindest sind die Optionen es wert, sich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Market Insights: Diese Formate und Calls-to-Action liefern die beste Social Media Performance

Market Insights: Diese Formate und Calls-to-Action liefern die beste Social Media Performance

Der Media Outcome Manager esome veröffentlichte die selbst erhobenen Social Media Market Insights des Q1 2019. Die Erkenntnisse aus dem ersten Quartal des Jahres lassen Werbetreibende die Marktentwicklung beobachten und daraus Learnings und Schlüsse auf die weitere Entwicklung ziehen. Für die Erhebung der Market Insights untersuchte esome die eigens durchgeführten Werbekampagnen auf sozialen Netzwerken. So wurden die Kampagnendaten von über 200 Werbetreibenden gesammelt. Besonders spannend: ein Blick auf die verschiedenen Plattformen, Buttons mit Call-to-Action in Stories und Pinterest als optimale Werbeplattform.
Überblick über die Plattformen
Auf den verschiedenen Plattformen tat sich schon einiges im ersten Quartal: Werbekampagnen auf sozialen Netzwerken waren lange nicht mehr so preiswert. Die TKPs sanken um 41 Prozent; für Videos um ganze 52 Prozent.  Auf Snapchat waren Werbekunden zunehmend zufriedener mit der Plattform. Die Nutzerzahlen steigen wieder und so auch die Reichweite. Die Einführung von Commercial Ads, die in den Snapchat Shows platziert werden, erweiterten das Formatportfolio. Auch bei LinkedIn steigen die Nutzerzahlen. Die nach wie vor gute Performance – besonders bei der Lead-Generierung – könnte sich mit der Einführung von Lookalike Targeting noch weiter steigern. Twitter will nach den ersten Gewinnen im Jahr 2018 in diesem Jahr strikter gegen Bot und Spam Accounts sowie Hass und Fake News auf der Plattform vorgehen und so die Qualität der Plattform erhöhen. Facebooks Zukunftspläne werden vermutlich vorsehen, den Messenger weiter auszubauen und einen stärkeren Fokus auf KI-basierte Kampagnenoptimierung zu legen. Im Messenger sind neben den Messenger Ads auch die Story Ads ergänzt worden. Das Story-Format scheint nach wie vor auf dem Vormarsch zu sein.
Stories sind weiterhin auf dem Vormarsch
© esome Schon seit drei Jahren sind Stories bei Snapchat und Instagram verfügbar, doch Werbeplatzierungen in diesen brauchten etwas, um sich zu etablieren. Im vergangenen Jahr stiegen die Werbeausgaben für Story Ads kontinuierlich und Q1 2019 übertraf dabei das starke letzte Quartal nochmal um 21 Prozent. Im Vergleich zu Q1 2018 stiegen die Ausgaben um das Vierfache. Besonders Werbekunden aus der Automobil- und Telekommunikationsbranche nutzen Story-Platzierungen gerne. Demnächst wird es möglich sein, Branded Content als Stories Ad zu nutzen, was besonders für Marken eine große Chance sein kann, ihre Reichweite zu erhöhen. Stories gibt es mittlerweile auf den meisten Plattformen und alle bieten Ads an. Dort haben sie ein Publikum von Millionen von Nutzern und sehr gute KPIs, insbesondere bei der Generierung von Traffic und Conversions. Hierbei helfen starke Call-to-Action-Buttons.
Welcher CTA-Button generiert die meisten Klicks?
Die Daten des Berichts zeigen: der am meisten genutzte CTA-Button ist nicht der am häufigsten geklickte. Der beliebte „Learn more“-Button kann zwar flexibel eingesetzt werden und passt zu so gut wie jeder Kampagne, allerdings wurden die Buttons mit einer spezifischeren Aufforderung (Buy now, Shop now) häufiger geklickt und erzielten so auch bessere CPCs. Passend zum Kampagneninhalt sollten die Buttons also so auffordernd und spezifisch wie möglich gehalten werden.
Am meisten genutzt:
1. Learn more2. Shop now3. Apply now4. Watch now5. Book travel
Beste Klick-Rate:
1. Buy now2. Shop now3. Download4. Watch now5. Sign up
Bester CPC:
1. Buy now2. Shop now3. Download4. Book travel5. Sign up
Pinterest für Full Funnel-Kampagnen
Wir berichteten bereits über die Vorteile Pinterests als stark nutzerbindende Plattform. Da Nutzer überwiegend zur Inspirationssuche bei Pinterest unterwegs sind und beim Herumstöbern noch keine konkreten Marken im Kopf haben, können Werbetreibende potenzielle Kunden an der idealen Stelle erreichen. Die Möglichkeiten zum Retargeting und Conversion-Tracking machen die Plattform besonders für Full Funnel-Kampagnen attraktiv.
Die Erkenntnisse des Berichts lassen auf eine weiterhin positive Entwicklung auf allen Plattformen hoffen. Für die nächsten Social Media Market Insights möchte esome die steigende Relevanz und die weitere Kampagnenperformance von Pinterest analysieren.

Influencer Marketing boomt: Das lässt sich von den „Best Performing Brands“ auf Instagram lernen

Influencer Marketing boomt: Das lässt sich von den „Best Performing Brands“ auf Instagram lernen

In letzter Zeit kam teilweise Kritik an Influencer Marketing auf: Zu künstlich und unglaubhaft seien die Posts, zu saturiert mit gesponserten Posts der Markt. Außerdem sind viele Marken unsicher, wie viel sie in Influencer investieren sollten und welche Größe (Micro, Macro oder Mega Influencer) sinnvoll ist. Ein neuer Bericht von InfluencerDB beantwortet diese und weitere Fragen und stellt die erfolgreichsten Marken von 2018 auf Instagram vor.
Erhebung der Daten und Erstellung des Berichts
Basierend auf einem CPM von 5 US-Dollar und dem Datenset aller Instagram Posts des vergangenen Jahres wurden die Marken herausgefunden, die 2018 die beste Performance lieferten. Der Earned Media Value beschreibt, wie viel eine Marke durch eine Erwähnung oder einen Tag in einem Influencer Post verdient und wie viel ein Unternehmen hätte für die gleiche Anzahl an Kontakten durch eine klassische Instagram Ad hätte ausgeben müssen. So ist der EMV ein guter Vergleichswert für Viralität.
Earned Media Value essentially refers to how much money advertisers would need to spend with Instagram to have the same number of people seeing and engaging with their brand.
Die Top 3 der am besten performenden Marken auf Instagram
Über 30 Prozent des Influencer Marketings wird im Beauty- und Fashionbereich eingesetzt, was sich auch auf die erhobenen Top 20 der am besten performenden Marken auswirkt. Die erfolgreichste Brand 2018 war Fashion Nova. Über eine halbe Milliarde generierte die Marke im Earned Media Value und setzte sich damit deutlich von den nachfolgenden Plätzen ab. Sagenhafte drei Mal so hoch war der EMV von Fashion Nova als der der zweitplatzierten Marke, Gucci. Auf dem dritten Platz landete Liketoknow.it mit einem EMV von 181.592.885 US-Dollar.
Fashion Nova kollaborierte besonders viel mit Macro Influencern, doch auch die Partnerschaften mit ca. 10 Prozent Mega Influencern wie Mitgliedern der Kardashian-Jenner-Familie erklären den hohen EMV sowie die Like-Anzahl. Posts von Influencern, die Fashion Nova erwähnten oder taggten, kommen zusammengerechnet auf 1.938.410.932 Likes in 2018.
Erst im letzten Halbjahr des vergangenen Jahres scheint Gucci vermehrt in Influencer Marketing investiert zu haben: Im zu Anfang des Jahres erschienenen Bericht von InfluencerDB hatte die italienische Luxusmarke noch keinen Platz im Ranking. Dafür holte sie in den letzten zwei Quartalen ordentlich auf und konnte überwiegend durch die Hilfe von Macro Influencern einen EVM von 192.365.466 US-Dollar und über eine Milliarde Likes gewinnen.
Vom ehemaligen zweiten Platz verdrängt wurde LikeToKnow.It. Doch die Fashion-Plattform zeigt, dass sich besonders die Kollaboration mit kleineren Influencern auszahlen kann, auch um die Loyalität der Follower zu erhöhen. LikeToKnow.It zahlte für knapp 18.000 der erhobenen Posts, doch wurde in fast 400.000 Posts erwähnt. Diese Art von User Generated Content ist unbezahlbar für Marken jeglicher Art.
Nachfolgend sind die Top 20 der Marken auf Instagram nach EMV aufgelistet.
© InfluencerDB Neuer Trend „Aggregator Accounts“
Besonders interessant in dem Bericht sticht hervor, dass sechs der Accounts in dem Ranking keine direkten Marken-Accounts sind, sondern vielmehr sogenannte Aggregator Accounts. Nur einer der Accounts war zu Anfang des Jahres 2018 schon im Ranking aufgeführt. Aggregator Accounts sammeln Content von Influencern und reposten diesen unter ihrem eigenen Account. Teilweise bieten sie Influencern auch Kollaborationen an. Diese kreieren eigenen Content für den Aggregator Account und erhalten im Gegenzug dafür eine sehr hohe Visibility, wenn ihr Content von den Accounts übernommen wird. Einige der Accounts, wie Beautiful Destinations oder OOTD Magazine, haben um ihren Account herum schon ein richtiges Business aufgebaut.
© beautifuldestinations
– Instagram Key Findings: Was können Marken daraus lernen?
Marken, die ihre Reichweite erhöhen und mehr Mentions erreichen möchten, können große Erfolge auch schon mit Micro Influencern erzielen. Der Bericht zeigte, dass die Kollaborationspartner der Top 3 des Rankings zu 25 Prozent aus Micro Influencern bestanden. Mit einer Strategie, die Micro und Macro Influencer zusammen nutzt, fahren auch Luxusmarken wie Gucci und YSL gut.
Um also die eingangs gestellten Fragen zu beantworten: Trotz teilweise schwindenden Vertrauens Influencern gegenüber boomt das Business. Der erste erstellte Bericht deckte die ersten fünf Monate von 2018 ab, in denen die Marken in den Top 20 einen EMV von 659.882.860 US-Dollar erwirtschaften konnten. Zusammen mit den letzten beiden Quartalen ergab sich schon ein EMV von 2.721.294.964 US-Dollar, was das enorme Wachstum der Branche anzeigt. Auch wenn sich erste Saturierungsanzeichen zeigen, ist Influencer Marketing als Marketing Tool hochangesehen und hält nach wie vor das Engagement der Nutzer hoch.

Instagram führt Branded Content Ads für Stories und Feed ein

Instagram führt Branded Content Ads für Stories und Feed ein

Werben auf Instagram hat viele Facetten und das Influencer Marketing ist ein zentraler Faktor für zahlreiche Marken. Jetzt werden die Werbeoptionen Instagrams jedoch auf das nächste Level gehoben. Mit Branded Content Ads haben Marken die Chance Kooperationen mit Creators noch effektiver zu nutzen, da sich deren Branded Content als Anzeige für den Feed oder in der Story verwenden lässt.
Branded Content in die Werbestrategie einbinden
Das neue Werbeformat bei Instagram dürfte Marken auf ganz besondere Weise ansprechen. Bisher war häufig die Frage, ob man Budget für Influencer oder andere Kampagnen auf der Plattform einsetzt. Nun wird eine Synergie geschaffen, die auf dem Branded Content basiert.
Laut Instagram kommen 68 Prozent der Nutzer zum sozialen Medium, um mit Creators zu interagieren – hierin liegt bereits die Relevanz des Influencer Marketing begründet. Jetzt können Marken dieses Nutzungsverhalten quasi doppelt für sich nutzen. Mit den neuen Branded Content Ads ist es möglich, Markengeschichten mit der Stimme, dem Look, ja dem Content der Instagrammer zu erzählen. Auf diese Weise können neue Publika angesprochen werden, die die Marke über Ads allein vielleicht nicht erreicht hätte. Denn die Unternehmen können den Branded Content der Creators jetzt als eigenständige Ad für den Instagram Feed einsetzen, später auch für die Stories. Und dabei können sogar Nutzer via Targeting erreicht werden, die weder der Marke noch dem Creator Account folgen.
Wenn diese Ads im Feed auftauchen, werden die User das Label Paid partnership with/Bezahlte Partnerschaft mit sehen, während der Markenname ebenfalls beim Branded Content der Instagrammer dargestellt wird. So soll die Werbetransparenz bei dieser unikalen Form der Werbung gewährleistet werden. Liat Weingarten, VP Brand Communications bei Old Navy, erklärt:
We’ve long seen that customers want to discover fashion through trusted sources who have credibility, but organic reach on that content has become increasingly limited. So we’re consistently looking for more sophisticated ways like Branded Content ads to serve partner content to the right shoppers, instead of just throwing it into the social ether. Promoting content directly from an influencer’s handle inherently gives the post more authenticity than coming from a brand handle, and we’re seeing significantly higher engagement rates using this strategy.
Branded Content Ad von Old Navy, © Instagram
Wie die Ads kreiert werden können
Zwei zentrale Schritte sind nötig, um die Branded Content Ads zu erstellen. Zunächst müssen Creators ihren Geschäftspartnern, also den Marken, erlauben den Branded Content als Ad zu nutzen. Das lässt sich über den Bereich Advanced Settings bewerkstelligen. Daraufhin können die Geschäftspartner den Post in ihrem Ads Manager bei den Existing Posts einsehen. Nun lässt sich entscheiden, ob der Post als Werbeanzeige im Feed erscheint oder im Stories-Format eingesetzt wird. Eine ausführliche Übersicht liefert Instagram im Blog.
Die Branded Content Ads sollen in den kommenden Wochen für den Feed ausgerollt werden. Für die Stories wird die Option in den kommenden Monaten für alle Advertiser zur Verfügung gestellt. Mit dieser Option sollte es Instagram, und damit auch Facebook, gelingen, noch mehr Werbekunden für die ohnehin florierende Plattform zu finden. Denn die Kombination aus gebrandetem User Content und der Distribution im klassischeren Ad Format im Feed oder sogar in der Story ist so simpel wie erfolgversprechend. Das dürften auch die Marken anerkennen und versuchen, mit Branded Content Ads eine authentische Kampagne für Instagram aufzusetzen. Dass es hierbei – genau wie beim Influencer Marketing – falsche Ansätze gibt, liegt auf der Hand. Denn für diese Form der Werbung muss ein absoluter Brand Fit beim Creator vorhanden sein. Doch vor allem Marken, die schon länger erfolgreich mit einem Instagrammer arbeiten, bietet sich dieses Werbeformat an.
Für die Nutzer werden die Momente der Werbung und des eigens generierten Contents von Creators allerdings weiter verschwimmen, trotz der transparenten Anzeigen. Das könnte für Instagrammer langfristig einen Rückschritt in Sachen Authentizität bedeuten. Auch hier muss es also eine klare Kommunikation mit den Followern geben. Branded Content Ads werden uns jedenfalls als neues, natives Format bald öfter begegnen.

Konkurrenz für Snapchats Bitmojis: Facebook Avatars

Konkurrenz für Snapchats Bitmojis: Facebook Avatars

Facebook Avatars sind der neueste Clou des Sozialen Netzwerks. Sie sollen den Nutzern die Möglichkeit geben, über normale Emojis hinaus ihre Emotionen und Reaktionen individuell darzustellen. Zu diesem Zweck soll jeder Facebook-Nutzer seinen eigenen Avatar erstellen können, der ihn über die Plattform begleitet und in Kommentaren oder im Messenger genutzt werden kann, wie TechCrunch berichtet. Das neue Feature ist ab sofort in Australien verfügbar. Der Rest der Welt kann erst gegen Ende 2019 und Anfang 2020 mit einer Einführung rechnen.
Die Avatare werden von den Nutzern nach ihrem eigenen Vorbild erstellt und Facebook hat eine Menge Arbeit in die Entwicklung investiert, um, nach eigenen Angaben, keine Gruppe auszulassen. Bei der Erstellung können Nutzer zwischen zahlreichen Hauttönen, Haarfarben und -frisuren sowie Kleidung wählen. Nur das Alter lasse sich bisher nicht verändern, was daran liegen kann, dass das neue Feature eher die jüngeren Nutzer ansprechen soll, die Facebook zunehmend für Instagram und Snapchat hinter sich lassen. Laut Facebook soll diese Möglichkeit aber auch im Laufe des Jahres ergänzt werden, so dass ein Unterschied zwischen Jugendlichen und ihren Eltern gemacht werden kann.

Verschiedene Styles des Avatars. © Facebook Die Avatare werden in Stickern eingefügt, die regelmäßige Updates erhalten. Sie zeigen die Figuren mit verschiedenen Reaktionen und Emotionen sowie bekannten und aktuellen Sprüchen wie „deal with it“ oder „congrats“. Die kleinen Figuren sollen eventuell auch als Profilbild einstellbar sein oder die Nutzer in Gruppen darstellen. Schließlich wird dort mit Fremden interagiert, denen man unter Umständen nicht immer das eigene Gesicht zeigen möchte, das zweidimensionale Gesicht des Avatars könnte dabei etwas Komfort bieten. Die Avatare könnten so Facebooks Privatsphäre-Strategie unterstützen. Schließlich wäre es ein großer Schutz, die eigene Identität nicht immer durch ein Foto offenzulegen.
Zunächst sollen die Avatare nicht monetarisiert werden, doch Facebook ist der Idee grundsätzlich nicht abgeneigt. So wäre denkbar, dass Nutzer nach der Einführung Markenklamotten oder neue Styles für ihre Mini-Me’s kaufen.
It would help personalize it for sure and from a business perspective that would be smart,
so Jimmy Raimo, der Communication Manager für die Facebook Avatars. Vielleicht liegt hier auch eine Anwendung von Facebooks angekündigter Kryptowährung.
So erstellen Nutzer ihren Avatar
Um ihren eigenen Avatar zu erstellen, klicken Nutzer auf die Stickerauswahl und dort auf den neuen Button, der erscheinen wird, sobald die Funktion verfügbar ist. Der Prozess startet mit einem genderneutralen Gesicht und Körper, die User komplett nach ihren eigenen Vorstellungen designen können. Dabei sieht Facebook es vor, dass Nutzer wirklich sich selbst darstellen und nicht einfach nur einen witzigen Avatar erstellen.
Die Avatare zeigen sich in verschiedenen Szenarien. © Facebook Noch können Nutzer kein Foto von sich nutzen, um ihren Avatar zu erstellen, auch schlägt Facebook selbst kein Aussehen vor.
We want to make sure we don’t show you something totally opposite of the photo. There’s sensitivity around facial recognition,
erklärt Raimo. Daher müssen Nutzer bislang selber aktiv werden und ihren Avatar designen.
Die letzten im Spiel
Als Folgeschritt nach Likes und Reaktionen ist Facebooks Versuch, durch die Avatare ihr Image aufzufrischen, auch als Konkurrenz zu Snapchats Bitmojis zu sehen, die auf der eigenen sozialen Plattform schon lange verfügbar sind. “We’re by no means the first ones here”, gibt auch Amit Fulay von Facebook zu. „The notion of having digital representation has been around for a really long time. What we’re trying to do is this at scale.” Facebook hat hierbei nicht das Anliegen, alles selbst zu erfinden, sondern möchte vielmehr die vorhandenen Funktionen für sich nutzen und derart gestalten, dass viele User sie für sich nutzen und Spaß daran haben.
Facebook Avatars links und rechts Snapchats Bitmojis. © Facebook Es bleibt abzuwarten, wie die Facebook-Nutzer die Avatare annehmen. Bis Ende des Jahres mindestens müssen wir uns in Deutschland noch gedulden, um eigene Avatare erstellen zu können, doch die der australischen Nutzer werden uns sicherlich das ein oder andere Mal in den Kommentaren begegnen.

Facebook: Gibt es die Privatsphäre hier überhaupt?

Facebook: Gibt es die Privatsphäre hier überhaupt?

Es wirkt beinahe so, als habe man inzwischen mehr oder weniger akzeptiert, dass Facebooks Verfehlungen in Sachen Datenschutz zum Bild des Social Media-Giganten gehören. Zwar hat der Skandal dem Image geschadet, die Nutzer scheinen jedoch wenig beeindruckt. Nun muss sich das Unternehmen erneut vor Gericht verantworten und möchte milliardenschwere Strafzahlungen abwenden. Dazu wird den Nutzern auch unterstellt, eine Privatsphäre gar nicht zu erwarten.
Facebooks jüngste Niederlagen vor Gericht
Derzeit gibt Facebook ein oftmals paradoxes Bild ab. Die letzten Quartalszahlen hätten kaum besser aussehen können, die Nutzerzahlen steigen weiter, Umsätze wachsen kräftig. Dabei gilt die größte Social Media-Plattform überhaupt als krisengeschüttelt im Hinblick auf den Datenschutz und die Privatsphäre. Wegen solcher Krisen, allen voran Cambridge Analytica, steht das Unternehmen auch vor Gericht. Da läuft es aber nicht ganz so gut. Zum einen wies ein Richter Facebooks Antrag auf Aussetzung des Verfahrens bezüglich einer Klage der US-Hauptstadt Washington ab, die sich auf Irreführung der Nutzer bezieht. Das berichtet der Spiegel. Zum anderen blockte auch der Europäische Gerichtshof einen Versuch Facebooks, eine Anhörung wegen des Transfers von Daten von EU-Bürgern im Juli zu stoppen.
Nun kommt noch dazu, dass ein Gericht in den USA Facebook verordnet hat, Gesellschaftern Einsicht in Dokumente zu gewähren, die den Umgang mit Daten im Kontext von Cambridge Analytica darlegen, wie das Wall Street Journal berichtete. Der Richter in Delaware habe genügend Anhaltspunkte gefunden, die darauf hindeuten, dass Facebooks Führungsebene den Datenschutzpflichten nicht umfassend nachgekommen sei. Dafür gebe es eine „glaubwürdige Grundlage“ heißt es. Nun müssen E-Mails und weitere Dokumente übergeben werden. In diesem konkreten Fall sind noch keine Forderungen hinsichtlich Strafzahlungen gestellt worden, diese könnten jedoch folgen, wenn gerichtlich festgestellt wird, dass Facebook sich nicht seinen Pflichten gemäß verhalten hat.
Die Klage aus Washington bezieht sich auf 340.000 Nutzer und könnte in einer Strafe von mehr als einer Milliarde Euro für Facebook resultieren. Vonseiten der FTC, die gegen Facebook ebenfalls wegen Verstößen gegen Datenschutzvorgaben ermittelt, droht hingegen die Rekorstrafe von 4,5 Milliarden Euro.
Facebook-Anwalt stellt Anspruch auf Privatsphäre bei Facebook infrage
In einem wiederum gesonderten Gerichtsverfahren in San Francisco werden Klagen von Interessenverbänden gegen Facebook gebündelt, von denen einige eine gewichtige Grundlage haben, wie Heise berichtet. Auch diese könnten für Facebook letztlich zum Problem werden, weil sie auf Schadenersatzzahlungen hinauslaufen könnten.
Bei einer Anhörung in diesem Verfahren hat der für Facebook tätige Anwalt Orin Snyder nun gar nicht geleugnet, dass Daten von Nutzern an Dritte gelangt sind – das wäre ohnehin kaum glaubwürdig gewesen. Vielmehr argumentiert der Rechtsanwalt, dass die Nutzer auf Facebook gar keine Privatsphäre erwarten. Demnach könne von einer Verletzung derselben auch keine Rede sein.
Es hat kein Eindringen in die Privatsphäre gegeben, weil es keine Privatsphäre gibt.
Es gebe also keine Erwartung auf Privatheit, die Nutzer seien sich bewusst, dass sie in der Öffentlichkeit stehen und jederzeit beobachtet werden (können). Diese Argumentation schlägt in eine neue Kerbe, die Facebooks etwaige Verfehlungen hintanstellen und zunächst die Beschaffenheit des Raums Social Media und Facebooks im Besonderen in den Vordergrund rücken. Die Frage danach ist relevant, als Verteidigung Facebooks jedoch überaus gewagt. Immerhin hatte Mark Zuckerberg erst kürzlich bei der F8 erklärt:
The future is private. Over time, I believe that a private social platform will be even more important to our lives than our digital town squares. So today, we’re going to start talking about what this could look like as a product, what it means to have your social experience be more intimate, and how we need to change the way we run this company in order to build this.
Die Ironie des Arguments
Zu behaupten, dass es keine Erwartung an eine Privatsphäre bei Facebook gebe, ist dabei fast ironisch. Denn nach Cambridge Analytica und weiteren Skandalen dürften die meisten Nutzer, ob zynisch oder einfach realistisch betrachtet, davon ausgehen, dass eine Privatsphäre bei Facebook kaum umfassend gewährleistet werden kann. Das gilt allerdings für sehr viele Plattformen und digitale Räume. Jedoch war die Erwartung gerade vor Cambridge Analytica sicher eine andere.
Ob das Gericht in San Francisco der Argumentation folgt, bleibt zu bezweifeln. Sicher ist aber, dass das Gros der Nutzer eine uneingeschränkte Privatsphäre bei sozialen Netzwerken wie Facebook heute kaum mehr erwarten wird. Aber heißt das auch, dass sie ihnen nicht zusteht? Und bedeutet das, dass sie sich eine solche nicht wünschen? Die Debatte um gerechtfertigte Ansprüche an Datensicherheit und Privatsphäre in digitalen Räumen und insbesondere Social Media wird den digitalrechlichten und -ethischen Diskurs auch in den kommenden Jahren bestimmen.

Den Anspruch auf Privatsphäre einfach zu negieren ist aber zu einfach gedacht. Und dieser Ansatz könnte weitreichende Folgen haben.

Snapchats Marker Tech: Wie viel Potential steckt in der neuen AR-Technologie?

Snapchats Marker Tech: Wie viel Potential steckt in der neuen AR-Technologie?

Augmented Reality ist schon längst keine Seltenheit mehr. Die kamerabasierte Technologie findet in diversen Kampagnen und Werbeaktionen ihre Anwendung und erfreut sich bei Nutzern großer Beliebtheit. Mit Marker Tech gibt Snapchat nun der etablierten Technologie eine kleine Wendung. Will Scougal, Director of Creative Strategy bei Snapchat, war so freundlich uns einige Fragen zu beantworten und erklärt, was es mit dem neuen Feature auf sich hat.
Was ist Marker Tech?
Im Prinzip ist Marker Tech eine neue Variante bisheriger AR. Die Kamera reagiert auf ein gewisses Umfeld, oftmals Logos oder Motive, und versetzt dieses dann indirekt in die Realität. Sobald der Scan erfolgt ist, wird das Logo oder Motiv auf dem Smartphone animiert zum Leben erweckt und Nutzer können dann mit diesem interagieren.
Promo zu „Meisterdetektiv Pikachu“: Mit der Kamera das Filmplakat anvisieren und Snapchat erweckt es dann zum Leben Im Wesentlichen ist Marker Tech, wenn man so möchte, also realitätserweiternd. Das Feature nimmt die tatsächliche Außenwelt als Grundlage und nutzt diese in einer kreativen, für Nutzer unterhaltsamen Art und Weise. Will Scougal sagte dazu Folgendes:
Im Hinblick auf die AR-Technologie geht es im Wesentlichen darum, der realen Welt eine Schicht aus Kreativität, Spiel und Nutzen hinzuzufügen. In diesem Anspruch unterscheidet sich Marker Tech nicht von bisherigen AR-Erlebnissen auf Snapchat.
Erste Anwendungen fand Marker Tech zur Bewerbung des kürzlichen in deutschen Kinos veröffentlichten Films „Meisterdetektiv Pikachu“, doch auch auf der OMR durften Snapchat-Nutzer bereits das dazugehörige Logo jagen.
Die Suche nach dem Logo: Auf der OMR konnten Besucher dieses per Snapchat auf dem Smartphone erweitern Wie interessant ist das Feature fürs Marketing?
AR und Marketing gehen schon seit geraumer Zeit Hand in Hand. Die virtuelle Realität findet bei Nutzern viel Anklang – aber gilt das auch für Marker Tech und falls ja, wo wären die jeweiligen Anwendungsbereiche? Laut Scougal sei Marker Tech besonders interessant für Printwerbungen, welche bisher im Vergleich wenig innovativ wirkten.
Marker Tech hat das Potential neue kreative Kampagnen auf statischen oder flachen Materialien hervorzubringen. Plakatwände, Printanzeigen, eine Produktverpackung oder Verkaufsfläche – all diese Oberflächen können nun in AR-Erlebnisse verwandelt werden, mit denen Menschen gerne Zeit verbringen und die sie mit ihren Freunden teilen.
Marker Tech könnte dementsprechend einer nahezu veralteten Form des Marketings neues Leben einhauchen. Von Vorteil sei hier ebenso, dass viele durch ihr Scroll- und Feedverhalten dazu tendieren, die ihnen angezeigten Advertisements nicht zu beachten. Bei AR hingegen haben Nutzer Spaß an der Interaktion und nehmen sich dementsprechend Zeit, statt darüber hinwegzusehen. Angaben von Scougal zufolge konnte auch der Filmstart von „Meisterdetektiv Pikachu“ erfolgreich unterstützt werden, finale Ergebnisse stünden aber bisher noch aus.
Exklusiv für Snapchat?
Selbstverständlich ist AR nicht auf Snapchat allein beschränkt. Dementsprechend stellt sich die Frage, ob Marker Tech künftig auch auf anderen Plattformen Anwendung finden könnte, wie beispielsweise Google Lens oder auch Instagram. Scougal zufolge sei es durchaus möglich, das neueste Feature auch auf andere Plattformen zu skalieren, sofern, wie es zurzeit der Fall ist, die Nutzer kommunizieren, dass sie Gefallen daran haben. Zuvor müssten aber gewisse Bedingungen erfüllt sein.
Während einige unserer AR-Erfahrungen auf anderen Plattformen ähnlich stattfinden, sind jedoch bislang nicht alle auf andere Plattformen übertragbar. Ein wichtiges Kriterium ist für uns auch immer das Publikum, das wir auf diesen Plattformen erreichen. Unsere Nutzer sind zum Beispiel besonders erfahren im Umgang mit AR, sie erwarten ein gewisses Umfeld und sie gehen explizit zu Snapchat für AR-Erlebnisse dieser Art.
Die Eventualität Marker Tech auf andere Plattformen zu übertragen besteht also allemal, ob dies jedoch in absehbarer Zukunft eintritt, lässt sich bisher nicht sagen. Sicherlich ist auch der Erfolg weiterer Werbungen, die auf diese Form von AR zurückgreifen, dafür ausschlaggebend, ob Marker Tech künftig außerhalb von Snapchat vertreten sein wird.
Potential ist gegeben
Die Resonanz scheint bisher überaus positiv und es bleibt abzuwarten, wie Marker Tech sich in der Zukunft entwickeln wird. Potential ist definitiv vorhanden. Da Printwerbungen seit geraumer Zeit jedoch nicht auf dem technologisch aktuellsten Stand sind, lässt sich vermuten, dass sich speziell in diesem Bereich des Advertisings Erfolge verbuchen lassen würden. Printwerbungen könnten somit ein aufgefrischtes, aktuelleres Image erhalten, was ebenfalls beeinflussen würde, inwieweit sich dieses Feature etabliert. Die Chancen hierfür stehen gut. Letztendlich bietet Marker Tech eine interessante Alternative im Marketing, welche die Vorteile von AR für sich nutzen kann. Im Auge behalten sollte man Snapchats neuestes Feature auf jeden Fall.

Kontakt zu Labels: Snapchat plant Musik-Features für Snaps und Messages

Kontakt zu Labels: Snapchat plant Musik-Features für Snaps und Messages

Im Konkurrenzkampf mit Facebook und insbesondere auch TikTok möchte Snapchat künftig vermehrt auf Musik als Element setzen. Daher ist man Medienberichten zufolge in Verhandlungen mit großen Musiklabels, sodass künftig neue Optionen für die Integration von Songs bei Snaps oder Messages auftauchen könnten. Denn Musik-Features erweisen sich als populär, gerade bei jüngeren Zielgruppen – die Snapchat anspricht.
Bald eine Songauswahl als Ergänzung bei Snapchat?
Anne Steele und Georgia Wells berichten beim Wall Street Journal von intensiven Gesprächen zwischen Snap Inc. und großen Musiklabels. Zwar können einzelne Songs von Künstlern bei der App Snapchat bereits verwendet werden. Doch im Konkurrenzkampf gegen andere populäre Social Media ist ein Zugriff auf umfassende Musikrepertoires relevanter denn je. Die Kataloge der Universal Music Group, von Sony Music Entertainment und der Warner Music Group sollen bei Snapchat integriert werden, wie es bei unternehmensnahen Quellen heißt. Dabei sollen die Songs nicht als Stream abspielbar sein, sondern vielmehr als Integrationsoption bei Features wie Messages oder Stories dienen. Zwar gebe es bisher keine Einigung, aber die Gespräche seien weit fortgeschritten, heißt es beim Wall Street Journal weiter.
Auch Facebook hat Ende letzten Jahres die Integration von Songs in den Stories ermöglicht und dafür eigens eine App entwickelt. Im eigenen Profil können Nutzer inzwischen ebenfalls Songs einbinden.
Songs können bei Facebook im Profil angehängt werden, © Facebook Während Snapchat mit Facebook konkurriert, ist vor allem auch TikTok, die populäre Lip Sync App, ein Kontrahent für Snapchat im Social Media-Markt. Denn beide buhlen um die Gunst gerade der jüngeren Generationen. Allein im ersten Quartal 2019 konnte TikTok 188 Millionen Downloads verzeichnen. Die Beliebtheit der musikzentrierten App könnte Snapchat, das lange als Vorzeigeoption für Teenager und Co. galt, ein Dorn im Auge sein. Daher arbeitet man nun an der eigenen Musikintegration.
Am Ende profitieren auch Labels und Künstler
Ein ehemaliger Mitarbeiter Snapchats gab gegenüber dem Wall Street Journal an, dass Musik ein unabdingbarer Faktor für erfolgreiche Social Apps geworden sei. So tut Snapchat nun alles, um dieser Erwartungshaltung, die auch bei vielen Usern vorherrschen könnte, gerecht zu werden. Während musikalisch optimierte Features für Nutzer von Snapchat als Nice-to-have erscheinen dürften, zeigt der Konkurrenzkampf der Social Apps in diesem Fall, wie Medienbranchen von ihm profitieren können. Denn Künstler und Labels erhalten für die Nutzung ihrer Werke zusätzliche Gelder, weil Lizenzgebühern für diese gezahlt werden müssen. Darüber hinaus bleibt Künstlern die Hoffnung, dass ihre Songs in der sozialen Kommunikation via App Beachtung und gegebenenfalls mehr Aufmerksamkeit erlangen. Ob ihre Werke für derlei Kontexte geschrieben wurden, sei dahingestellt. Die Macht der Musik ist den sozialen Medien jedoch nicht verborgen geblieben. Wir dürfen also gespannt sein, ob – womöglich eher wann – Snapchat den Nutzern neue musikalische Integrationen ermöglicht.

Facebook gibt ein Update zur Einhaltung der Community Standards

Facebook gibt ein Update zur Einhaltung der Community Standards

Facebook hat kürzlich den dritten Community Standards Enforcement Report veröffentlicht, der Q4 2018 und Q1 2019 abdeckt. In diesem möchte das Unternehmen öffentlich und transparent aufzeigen, was im Kampf gegen die Verletzungen der Richtlinien unternommen wird. Ein Augenmerk lag hierbei auf Verletzungen der Richtlinien in folgenden Kategorien: Nacktheit und sexuelle Handlungen von Erwachsenen, Bullying und Belästigungen, Nacktdarstellung von Kindern und deren sexuelle Ausbeutung, Fake Accounts, Hate Speech, regulierte Produkte, Spam, terroristische Propaganda und anstößige Inhalte.
© Facebook (Zum Vergrößern anklicken) Die Metriken, die der Bericht beachtet, sind im Folgenden aufgelistet:
Prevalence beschreibt die Häufigkeit mit der Content gesichtet wurde, der die Community Standards verletzt. Diese wird durch Stichproben hochgerechnet. Schätzungsweise kommen auf 10.000 Views von Content auf Facebook 11-14 Views, die gegen die Nacktheits- und sexuelle Aktivitäten-Richtlinien verstoßen. Ca. 25 Views von 10.000 sollen gegen die Gewalt- und explizite Inhalte-Richtlinien verstoßen.
Gegen wie viel Content tatsächlich etwas unternommen wurde, geben die Zahlen unter Content Actioned an. Dabei zeigt die Proactive Rate,wie viel von dem Content Actioned, schon bevor ein Nutzer ihn gemeldet hat, von Facebooks AI entdeckt wurde.
Immer mehr Hate Speech wird proaktiv entdeckt. © Facebook Unter Appeals and Correcting Our Mistakes gibt Facebook erstmalig in dem Bericht an, wie viel Content wiederhergestellt wurde, nachdem er unrechtmäßig gelöscht wurde. Denn Postende können Einspruch dagegen einlegen, dass ihr Content von der Plattform genommen wurde, was dann wiederum von Facebook überprüft wird.
Seit Sommer 2018 wird AI genutzt, um proaktiv Content zu finden, der gegen die Bestimmungen bezüglich regulierter Waren verstößt. In Q1 2019 wurden nach Angaben des Berichts 900.000 Inhalte gefunden, die mit Drogenverkauf oder -ankauf zu tun hatten, die unter Data on Regulated Goods aufgelistet werden. Von den 900.000 Inhalten wurden 83 Prozent proaktiv entdeckt. Im Bereich Schusswaffen waren dies auf 670,000 Inhalte, 470.000 Funde, also eine Rate von 70 Prozent.
Mehr schädlicher Content wird von AI entdeckt als von Usern gemeldet. © Facebook Nicht zu allen Inhalten werden die passenden Schritte unternommen
Während die Entwicklungen der Maßnahmen hinsichtlich der oben angeführten Kategorien vielversprechend aussehen, gibt es noch immer Inhalte, gegen deren Existenz auf Facebook nicht genug unternommen wird. So fand die Tierrechtsorganisation Lady Freethinker in der Zeitspanne von Oktober 2018 bis Februar 2019 2.000 Posts, die Hundekämpfe oder illegalen Handel mit Hunden für Hundekämpfe promoteten – außerdem über 150 Seiten, Gruppen und Profile, die mit Hundekämpfen zu tun haben, wie in einem Bericht veröffentlicht wurde.
Die AI findet nur das, wonach sie suchen soll
Facebook hatte Probleme, die Inhalte zu finden, da – wie auch im Drogengeschäft – oft Abkürzungen oder kodierte Worte genutzt werden, nach denen das System nicht sucht. Doch anders als im Bereich Drogen wurden hier bisher auch keine Bemühungen unternommen, die gängigen Begriffe zu lernen und anschließend nach ihnen zu suchen. Facebook reagierte auf den Bericht mit einem Statement und gab an, Nachforschungen anzustellen.
We’re grateful to Lady Freethinker for bringing these posts to our attention and we have contacted them so we can get the information we need to investigate this content,
sagte ein Sprecher Facebooks dem Guardian gegenüber. Wie immer fordert das Soziale Netzwerk seine Nutzer dazu auf, jeden Inhalt zu melden, der gegen die Community Standards verstößt, doch eigene Anstrengungen scheinen zunächst nur in den Bereichen unternommen zu werden, die nur Menschen betreffen – dabei teilweise auch etwas zu übereifrig, wie in letzter Zeit vermehrt kritisiert wurde. So hatte das Unternehmen vor Kurzem beispielsweise eine Kampagne gegen Brustkrebs wegen zu viel Nacktheit von der Plattform gelöscht. Hier sollten die Prioritäten der Kategorien eventuell etwas überarbeitet werden.