Instagram gegen Fake News: Nutzer können künftig Falschinformationen melden

Instagram gegen Fake News: Nutzer können künftig Falschinformationen melden

Auch Instagram sagt nun dem Verbreiten von Falschinformationen den Kampf an, wie kürzlich von Mashable berichtet. Durch das Melden eines derartigen Beitrages wird dieser jedoch nicht vollkommen entfernt, sondern lediglich nicht mehr im Explore Feed angezeigt. Abonnenten der dahinterstehenden Seiten haben also weiterhin Zugriff auf die oftmals konspirativen Inhalte, für andere wird diese Form von Content jedoch schwerer zu entdecken.

In anderen Worten gesagt, verlieren die Beiträge also insgesamt an einem zu erreichenden Personenkreis, da dieser durch das Nichtauftauchen im Explore Feed eingeschränkt wird. Sofern Nutzer denken, dass bei einem Post derartige Falschinformationen vorliegen, können diesen nun besagten Beitrag melden, wodurch dieser einer Gruppe von Kontrollierenden vorgelegt wird, welche recherchieren, inwieweit der Wahrheitsgehalt des Beitrags gegeben ist.
Beim Vorliegen von Falschinformationen können Nutzer diese mit nur wenigen Klicks melden. © Instagram Weitere Updates zu dieser Vorgehensweise sollen noch folgen, doch steht bisher fest, dass Instagram nicht zur Verbreitung von Missinformationen beitragen möchte – das Implementieren einer derartigen Funktion ist dementsprechend imperativ.
Handhabung gemeldeter Posts
Im Gegensatz zu Facebook, werden Instagram-Nutzer allerdings nicht alarmiert, sofern sie mit einem Post interagieren, welcher Fake News enthalten könnte. Da dieser auch nur Followern der Seite selbst angezeigt wird, ist die allgemeine Interaktion mit solchen Posts natürlich auch geringer, zumal Instagram keine aktive Diskussionplattform darstellt, wie Facebook sie beispielsweise statuiert. Genauso liegt keine Garantie vor, dass jeder gemeldete Post auch von einem Faktenkontrolleur bearbeitet wird, da die Anzahl wohl schlichtweg zu groß wäre. Posts müssen dementsprechend zunächst eine Reihe gewisser Bedingungen erfüllen, bevor Instagram diese für kontrollwürdig befindet. Der Big Player plant in der Zukunft ebenfalls auf AI zurückzugreifen, um eine effizientere Kontrolle zu gewährleisten.
Instagram zufolge, sei diese Änderung nur der Anfang und werde das Fundament für kommende Arbeit zu dieser Problematik darstellen. Es bleibt abzuwarten, in welche Richtung sich die Änderungen der Plattform entwickeln werden, zumal der Grat zwischen Zensur und dem Unterbinden des Teilens von Fehlinformationen oftmals ein schmaler ist, bei dem folglich eine gewisse Vorsicht geboten sein sollte. Vorliegende Meldungen sollen angeblich genutzt werden, um dieses Verfahren eventuell zu bessern. Dementsprechend: umso mehr gemeldet wird, desto vielversprechender kann diese neue Funktion letzten Endes werden. Bisher ist die neue Funktion nur in den USA verfügbar, doch soll diese auch ihren Weg nach Deutschland finden.

Google Question Hub: Wird die Suchmaschine zum neuesten Frageportal?

Google Question Hub: Wird die Suchmaschine zum neuesten Frageportal?

Bereits seit einem Jahr waren Nutzer fähig, Fragen in den Suchergebnissen selbst zu stellen, doch was es damit auf sich hatte, war bisher noch unklar. Auf dem Google India Blog findet sich nun endlich eine Antwort und diese lautet Google Question Hub. Ein Tool, das Nutzern ermöglichen soll, neue Inhalte zu erstellen, durch das Beantworten von offenen Fragen.
Wie funktioniert der Google Question Hub?
Laut eigenen Angaben hätte Google eine Vielzahl von Methoden, um Fragen zu erhalten und diese letztendlich im Google Question Hub einzusetzen. Eine dieser war wohl das bereits einjährige Fragestellen in der Suchmaschine selbst. Wichtig sei dabei, dass alle Fragen von den Nutzern stammen und dementsprechend auch Rechtschreibfehler und Missverständnisse vorkommen können, sobald die Intentionen des Fragenden nicht ganz klar sind. Ebenso gibt das Unternehmen an, dass weiterhin nach den bestmöglichen Methoden gesucht werde, um so viele Fragen und Antworten wie möglich zu sammeln. Eine Vorschau, wie das neueste Google Feature abschließend aussehen könnte, wurde ebenfalls gegeben:
Fragen und Antworten – so könnte Google Question Hub aussehen. © Google Das Frageportal befindet sich zurzeit in der Beta und wird aktuell in Indien, Nigeria und Indonesien getestet. Geplant ist es dieses auch in anderen Ländern und Sprachen zu veröffentlichen. Die Testphase erfolgte unter anderem mit Beihilfe von Journalisten und Bloggern, um die schlussendlich beste Nutzererfahrung zu ermöglichen.
Potentielle Konkurrenz?
In den meisten Gebieten, in denen Google Fuß fassen wollte, stellte der Big Player automatisch eine klare Konkurrenz dar, für Internetseiten, welche bis dahingehend auf diesem Feld dominierten. Google strebt danach Anfragen mit No Click zu bedienen und vor allem Infoseiten sehen sich dadurch bedroht. Dementsprechend stellt sich nun die Frage, ob Seiten wie Quora und ähnliche, welche sich eines Frage-Antwort-Systems bedienen, nun das Existenzaus fürchten müssen. Je nachdem, wie erfolgreich Google seine neueste Funktion implementiert, könnte der Google Question Hub nämlich eine ernsthafte Konkurrenz für derartige Seiten darstellen. Selbstverständlich wären auch Kooperationen möglich, wobei solch eine zwischen Google und beispielsweise Quora bereits besteht, doch steht zumindest fest: Sobald der Question Hub auf Erfolg trifft, könnten in diesem Themenfeld klare Änderungen erfolgen, an denen sich bereits existierende Seiten eventuell anpassen müssten. Publisher haben durch die neue Funktion also eine Möglichkeit schneller auf User Intent zu reagieren, dennoch geht letzten Endes Traffic verloren.

Shopping durch Bilder: Google Images stellt neue Desktopfunktionen vor

Shopping durch Bilder: Google Images stellt neue Desktopfunktionen vor

Bisher fungierte Google Images als eine Art Archiv oder Ansammlung diverser Bilder, welche sich in den Weiten des Internets anfinden ließen, doch könnten neueste Features dieser einfachen Funktionsweise nun eine neue Facette verleihen. Wie Google kürzlich in einem neuen Blogpost ankündigte, bietet die Suchmaschine in ihrem Bilder-Tab nun auch Anwendungsmöglichkeiten fürs Shopping – und das mit nur wenigen, einfachen Änderungen.
Side Panel bei Google Images
Die wohl größte Änderung wäre, dass sich nun beim Anklicken von Bildern ein Panel auf der rechten Seite öffnet, welches mit diversen Informationen ausgestattet ist, wie etwa der Marke, Kundenrezensionen oder auch der momentanen Verfügbarkeit. Die Übersicht zum Vergleich wird dabei weiterhin bewerkstelligt, denn wer ein neues Panel öffnet und dann im Browser eine Seite zurückspringt, wird zum alten Panel zurückgeführt. Letztendlich sehen die neuen Funktionen folgendermaßen aus:
Beim Anklicken eines Bildes gerät man nun zu einem Side Panel perfekt fürs Shopping. © Google Auch Einzelhänder profitieren
Laut Angaben von Google würde nicht nur das Unternehmen selbst aus den neuen Funktionen Vorteil ziehen können, auch die Nutzererfahrung verbessere sich und Einzelhändler könnten ebenso Gewinn anhand der Side Panels verbuchen. Begründet sei dies darin, dass durch dieses neue Interface Nutzer nun wohl eher dazu tendieren, auf die Website des Einzelhändlers oder Publishers zu gehen, um mehr Informationen zum Produkt zu erhalten. Dabei könne sich natürlich auch eine klassische Kaufspirale auftun, in der des Weiteren nachgeschlagen wird, was für Produkte auf der Internetseite anzufinden sind.
Dieses Google Update kann die Kauferfahrung diverser Nutzer bereichern, doch auch die Umsätze vieler Verkäufer steigern. Zusätzlich ist die Anwendung von Google Images nun wesentlich vielseitiger, was dennoch die Frage aufkommen lässt, ob die neuen Funktionen bei Nutzern Anklang finden werden, denn genauso ist es möglich, dass ihnen nun zu viele Informationen vorliegen und das vorherige Layout dementsprechend für angenehmer befinden. Das neue Interface ist bereits verfügbar und kann bei jeder Desktopversion von Google genutzt werden.

Psychologie der Kaufentscheidung: Warum kauft der Mensch?

Psychologie der Kaufentscheidung: Warum kauft der Mensch?

20.00 Uhr in Deutschland – ein permanentes Klicken geht durch die Onlineshops, Kleidung, Computer, Schuhe, Möbel und Bücher werden in die virtuellen Warenkörbe gelegt. Mit einem Plus von 11,4 Prozent ist der Brutto-Umsatz mit Waren im E-Commerce im Jahr 2018 weiterhin zweistellig gewachsen. Geht es um größere Anschaffungen, werden vor dem Kauf zudem Fachzeitschriften gewälzt, Communities durchforstet, Testergebnisse gelesen, Preise verglichen oder eben die Freunde gefragt.
Sind Kaufentscheidungen also wirklich rational? Sind all die Käufe notwendig? Was löst sie aus und welche Trigger tricksen Konsumenten immer wieder aus, wenn sie etwa gar nicht konkret auf der Suche sind oder sogar Geld sparen wollen? Die psychologischen Einflussfaktoren, die auf das Kaufverhalten von Konsumenten wirken, sind sehr vielfältig.
Emotionale Assoziationen verleiten zu irrationalen Entscheidungen
Fast jeden zweiten Tag kaufen deutsche Verbraucher laut der Gesellschaft für Konsumforschung ein. Dabei steht aus rein wirtschaftlicher Sicht einzig und allein der größtmögliche Vorteil (also die maximale Rationalität) im Vordergrund. Tatsächlich sind rationale Überlegungen bei der Kaufentscheidung, sei es für ein neues Telefon oder die Rechtsschutzversicherung, eher nachrangig, denn das menschliche Gehirn agiert assoziativ, interpretativ und selektiv. Dementsprechend handeln Menschen oft nicht rational, sondern aus der Gefühlsebene heraus. Allein 70 bis 90 Prozent aller Entscheidungen werden unterbewusst getroffen und dem Bewusstsein nur noch zum finalen Abnicken vorgeschlagen. Viele Kaufentscheidungen basieren auf der emotionalen Bindung zum Produkt: Der Verbraucher kauft ein Produkt, weil es ihm ein gutes Lebensgefühl vermittelt.
Marketingverantwortliche sollten daher vor allem ihre Strategien und Aktionen auf die emotionalen Bedürfnisse und Handlungsmotive ihrer potentiellen Kunden ausrichten.
Der Mensch ist von Grund auf irrational
Auf der einen Seite eine ausgewogene Ernährung mit gesunden Zutaten, am besten auf Bio-Basis, für ein gutes Körpergefühl und zur Vorbeugung von Krankheiten. Auf der anderen Seite Liebhaber von Risikosportarten wie Freiklettern oder Motorsport. Schließt der eine Lebensweg den anderen aus? Nein, denn der Mensch ist von Natur aus irrational und kombiniert vermeintlich konträre Denkrichtungen. Und genauso verhält es sich mit Kaufentscheidungen. Hier ein Muster zu erkennen, ist quasi unmöglich. Für solche Kunden gilt: Sie wollen sich gut fühlen, wenn sie etwas kaufen und ein bestimmtes Lebensgefühl unterstreichen. Allerdings werden Kaufentscheidungen von den heutigen Generationen zunehmend auch von moralisch-ethischen Gesichtspunkten beeinflusst. Beim Kauf wird nicht nur der persönliche Benefit gesucht, sondern gezielt nach Alternativen mit Social Impact entschieden.
Nachhaltige Unternehmen und Produkte heben sich in der heutigen Zeit positiv von der Konkurrenz ab und haben somit einen zusätzlichen Einfluss auf die Kaufentscheidung der Verbraucher.
Heuristiken als Entscheidungshilfe
Von den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen des Lieblingsriegels und individuell konfigurierbaren Laptops bis hin zu persönlich zugeschnittenen Telefontarifen – Verbraucher werden in jeglichen Lebenslagen mit einer immensen Vielfalt von Produkten und Informationen konfrontiert. Daraus das für sich optimale Angebot zu wählen, wird ein immer schwierigeres Unterfangen. Hier erweisen sich sogenannte Heuristiken als helfender Anker, die vielschichtig anwendbar sind: Anhand der Verfügbarkeitsheuristik wählt das Gehirn bei unterschiedlichen Auswahlmöglichkeiten eher diese Option aus, die Ähnlichkeit mit etwas hat, an das sich der Kunde schnell und einfach erinnert. Marken haben einen großen Einfluss auf Entscheidungen. Kunden mögen Dinge, die sie kennen und befinden sie dadurch auch für gut. Zudem assoziieren sie mit einer Marke teilweise auch bestimmte Emotionen und ein bestimmtes Gefühl, das man dann mitkauft.
Demnach werden Produkte nicht nach bestimmten Merkmalen verglichen, sondern unbewusst etwa aufgrund von Aussagen wie „Das hat letztes Mal gut funktioniert, also nehme ich das nochmal“ oder ob der Recognition-Strategie („Nehme ich die No-Name-Lotion oder die von Dove? Die von Dove ist mir vertrauter, außerdem verwenden Freunde auch dieselbe.“) ausgewählt.
„Social Proof“: Die Macht der Masse
Einstellungen oder kulturelle Prägung – alle Erfahrungen, die im Laufe des Lebens gemacht werden, beeinflussen das Verhalten und im Endeffekt die Entscheidungen. Ebenso werden Einflüsse unterschätzt, die künstlich erzeugt werden. Jeder ist der Meinung, dass er ein bestimmtes Produkt kauft, weil es nun mal objektiv das beste ist. Diese Selbsteinschätzung ist nicht darauf zurückzuführen, dass man selbst tatsächlich unbeeinflusst ist, sondern darauf, dass diese Einflüsse häufig nicht bemerkt und daher unterbewertet werden. Somit üben andere Menschen, meist aus dem direkten Umfeld wie Familie oder Freundeskreis, eine starke Einflussnahme auf das Kaufverhalten aus. Aber auch Aussagen in den Medien oder in Communities sind weitreichende Hebel, was andere Menschen kaufen bzw. wie sie bestimmte Produkte bewerten.
Jeder Mensch orientiert sich am Verhalten anderer und schließt daraus auf die Angemessenheit für sein eigenes Handeln. Gerade wenn bestimmte Entscheidungen schwerfallen, gibt die Verhaltensweise anderer eine Orientierung darüber, was angemessen ist. Aus genau diesem Grund kaufen Kunden häufig Produkte, die gerade im Trend sind und von allen gekauft werden – nach dem sogenannten „Social Proof“-Prinzip (soziale Bewährtheit): Ein Grund, warum Freundschaftswerbung bis heute zu den erfolgreichsten Marketing-Tools gehört und Influencer Relations seit Jahren einen echten Boom erleben. 84 Prozent der Verbraucher treffen ihre Entscheidungen basierend auf persönlichen Empfehlungen. Indem sich Freunde oder Influencer für eine Brand aussprechen, verbessern sie den Wert sowie die Markenwahrnehmung eines Unternehmens und animieren die User durch die enge Vertrauensbasis zum Kauf.
Emotionale Aspekte wichtiger als Ratio
Kaufentscheidungen sind multikausale und vielschichtige Prozesse. Den Knopf, der zugunsten eines Produkts gedrückt werden kann, gibt es nicht. Jedes Produkt hat immer einen subjektiven Wert für den Käufer. Psychologische Faktoren überdecken dabei die ökonomischen Prinzipien, welche für die Maximierung des eigentlichen Nutzens stehen. Dieser subjektive Wert kann von dem objektiven Wert stark abweichen. Das ist vor allem dann der Fall, wenn emotionale Aspekte wie „etwas mögen“, „einer Sache persönlichen Wert zumessen“ oder auch kognitive Faktoren wie „mentale Kontoführung“ eine Rolle spielen.
Wie können Unternehmen die Kaufpsychologie für sich nutzen?
Jede Kaufentscheidung basiert auf einer Emotion, auch wenn viele Menschen immer noch meinen, sie würden aufgrund von Zahlen und Fakten einen Kaufentschluss fassen. Daher sollten Marketer ihre Verkaufsstrategien an die emotionalen Bedürfnisse ihrer Zielgruppen anpassen. Bei unsicheren Kunden hilft der Schwarmeffekt: Hier vertrauen die Käufer der Meinung der Mehrheit. Deshalb ist es wichtig, dass Unternehmen die Zufriedenheit, Erfolgsgeschichten sowie Kundenbewertungen bestehender Käufer veröffentlichen. Diese steigern die Glaubwürdigkeit von Plattformen und Produkten. Denn: Artikel mit positiven Bewertungen können einen starken Umsatzanstieg erreichen.
Um Empfehlungsmarketing als kostenlose Werbeform im eigenen Unternehmen einsetzen zu können, müssen einige Vorbereitungen getroffen werden. Diese bestehen darin, den Kunden zu überzeugen. Dazu gehört, dass die angebotenen Produkte und der Service eine besonders hohe Qualität aufweisen. So teilen zufriedene Käufer ihre positiven Erfahrungen auch Bekannten und Verwandten mit.
Grundsätzlich aber sollte gelten: Verkaufsförderung ist das eine, ein verantwortungsvoller Umgang mit den Mitteln der Werbepsychologe das andere. Insbesondere wenn man Wissen über Psychologie hat und den Kunden beeinflussen kann, sollte man verantwortungsvoll damit umgehen.

Keyword Planner: Neue Funktionen versprechen optimale Priorisierung von Keywords

Keyword Planner: Neue Funktionen versprechen optimale Priorisierung von Keywords

Um das Ranking der eigenen Seite für Google und andere Suchmaschinen zu optimieren, ist die optimale Nutzung von Keywords entscheidend. Auch Anzeigen werden so den passenden Nutzern ausgespielt. Diverse Keyword Tools und Creator können bei dieser Aufgabe helfen, wie beispielsweise der Keyword-Planer von Google. Drei neue Features unterstützen jetzt dabei.
Die neuen Features optimieren die Auswahl von Keywords
In dem bedeutendsten Update gibt der Keyword Planner Nutzern die Möglichkeit, die relevantesten Keywords basierend auf dem ursprünglichen „Seed Keyword“ anzeigen zu lassen. So beschreibt der Google Support die Funktion:
For example, when you provide the seed keyword “boots”, you might see keyword ideas such as “womens boots”, “work boots” and “cowboy boots.” You’ll have the option to broaden your search by adding recommended words to your seed keyword.
Der Screenshot zeigt die ausgewählten, relevantesten Keywords. © Google Auch die zwei weiteren Funktionen helfen bei der Keyword-Priorisierung:
Website Filtering sucht basierend auf der unternehmenseigenen Website die für das Unternehmen relevantesten Keywords heraus.
Brand Exclusion entfernt Keywords von der Liste, die Markennamen enthalten.
Bis jetzt sind die Features nur für das Englische aktiviert, doch im Laufe des Jahres sollen sie auch für alle anderen Sprachen verfügbar sein.

Für Mode oder Daten? Amazon plant 3D Körperscans einzuführen

Für Mode oder Daten? Amazon plant 3D Körperscans einzuführen

Amazon mag nicht das erste Unternehmen sein, welches auf 3D Körperscans zurückgreift, um die gegebene Nutzererfahrung zu optimieren – doch ist bisher bei keinem Unternehmen der Gedanke daran so enorm furchterregend, wie auch Adweek berichtete. Augenscheinlich mag der Unterschied hierbei nur ein kleiner sein, die dahinterstehende Bedeutung ist allerdings nicht zu unterschätzen: Im Gegensatz zu anderen Unternehmen, die bisher auf derartige Technologie zurückgreifen, ist Amazon nicht auf Mode spezialisiert – und die daraus womöglich hervorgehenden Konsequenzen sind überaus besorgniserregend, wenn auch der Big Player selbstverständlich mit der Konkurrenz mithalten können muss.
Daten zum Gutschein
Im März dieses Jahres stellte der Big Player das Angebot, einen 25 US-Dollar Gutschein an diejenigen auszustellen, welche bereit waren, sich einem 3D Körperscan zu unterziehen. Diese Daten sollten nicht für Marketing-Zwecke genutzt werden. Was zunächst wie ein harmloses Angebot scheinen mag, brachte recht schnell Zweifel auf, denn man musste sich zwangsläufig die Frage stellen, welche Intentionen Amazon hiermit verfolgen würde. Wohl gemerkt, wäre Amazon selbst hauptsächlich in der Mode tätig, würde die Skepsis sich hierbei in Grenzen halten, doch dem ist nicht so. Amazon ist eine der weltweit größte Shopping-Plattformen und spezialisiert sich nicht auf nur einen Themenbereich, welcher dort vertrieben wird, sondern auf nahezu jeden erdenklichen. Sofern es etwas zu kaufen gilt, ist bei vielen heutzutage der erste Anhaltspunkt die Amazon-Suchleiste. Beruhigender wird es nicht, wenn man bedenkt, dass Amazon sich bereits in der Vergangenheit bereit gezeigt hat, Daten gewissenlos  zum eigenen Vorteil auszuschöpfen. In einem E-Mail-Diskurs sagte eine stellvertretende Person Amazons dazu, dass ein besseres Verständnis der Körperform von Nutzern eine angenehmere Erfahrung als Käufer bewerkstelligen könnte und somit für diese von Vorteil sei. Ebenfalls sei dies der Weg, um eine innovative Einkaufsvariante zu ermöglichen.
Worin genau liegt die Gefahr?
Ob Amazon wie angegeben die Daten nur zur besseren Distribution von Modeartikeln nutzt, wird bisher heiß diskutiert. Bei derartigen Diskursen hört man oftmals das Argument, dass ohnehin zu viele Daten im Verkehr sind, weshalb es keine Rolle spielt, ob Amazon nun deine Handynummer besitzt oder nicht. Problematisch ist hierbei allerdings, dass die eigenen Körpermaße, welche bei den 3D Scans entnommen werden, so einzigartig sind, dass diese alleine genügen, um jemanden in der physischen Welt womöglich zu identifizieren. Die Länge einzelner Knochen, Fußformen, Schuhgrößen, Nasenlänge, Weite des Brustkorbs etc. – in der Zusammensetzung unserer Körpers gibt es wohl niemanden auf der Welt, der oder die genau denselben Körperbau teilt. Zwar besitzt auch niemand dieselbe Handynummer wie man selbst, doch ist das nicht wirklich vergleichbar, denn den eigenen Körper kann man kaum ablegen, zumal der Körperscan wohl auch Wachstum, Diäten und Sonstiges berechnen kann. Realistisch betrachtet sind die Optionen, welche Amazon mit den Daten eröffnet werden, jedoch eingeschränkt. Nichtsdestotrotz belaufen diese sich allesamt auf die Computeridentifikation von Einzelnen. Jay Stanley, Senior Policy Analyst bei der ACLU (American Civil Liberties Union), sagte dazu Folgendes:
It’s just a very intimate set of information to have. It is used to infer things about your health and can be used … to measure changes over time, like if you’re dieting, putting on weight, bodybuilding, et cetera.
Kurzum: Wenn Amazon fähig ist, Nutzer anhand von Körper und Gangart zu identifizieren, ist der Big Player fähig, seine Nutzer auch in der realen Welt, unabhängig vom Internet, physisch zu erkennen – und nicht nur Amazon selbst, sondern jeder, der Zugriff auf diese Daten erhält.
Wie sicher sind meine Daten?
Nach eigenen Angaben werden die beim Körperscan zusammengetragenen Daten nicht gesammelt, jedoch behauptete Amazon ebenfalls in der Vergangenheit, dass die hauseigene Assistentin Alexa nicht permanent zuhören würde, was sich ebenfalls als nicht allzu wahr erwies. Dementsprechend ist auch hier eine gewisse Skepsis angemessen. Die Möglichkeiten, welche diese Scans bieten, könnten in einer Art gesellschaftlichem Panopticon resultieren. Eine Form von orwellscher Überwachung, wie man sie bisher eher aus Romanen kennt. Selbstverständlich möchte man an dieser Stelle keine Panik schüren – letztendlich besteht hierzu schlichtweg die Möglichkeit, vor welcher gewarnt wird. Experten sind bezüglich der Datensammlung Amazons besorgt – und das zurecht. Es bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass Amazon diese Daten schlussendlich tatsächlich auf Mode alleine anwendet, doch ist die Skepsis von Nutzern und Experten vollkommen gerechtfertigt. Nicht nur zeigte der Big Player in der Vergangenheit, dass man diesem nicht uneingeschränkt vertrauen kann, sondern auch das Negativpotential, welches die 3D Körperscans mit sich bringen, ist durchaus bedenklich. Viele Daten werden ohnehin an diverse Plattformen vermittelt, beispielsweise Geodaten an Instagram oder Snapchat. Es ist dennoch besorgniserregend, wie viel Amazon angesichts der Käuferprofile oder der Nutungsdaten bei Prime Video oder Music über seine Nutzer weiß – und wie viel das Unternehmen noch in Erfahrung bringen könnte.

Fortnite kooperiert mit YouTube: Spieler erhalten Belohnungen für das Schauen von Videos

Fortnite kooperiert mit YouTube: Spieler erhalten Belohnungen für das Schauen von Videos

Fortnite ist bereits seit geraumer Zeit eines der aktuell populärsten Videospiele und auf diversen Plattformen an der Spitze vertreten. Das Spiel wird nicht nur in Höchstzahlen auf Twitch gestreamt, auch auf YouTube sind Fornite-Videos mitunter die aufrufsstärksten. Eine Partnerschaft liegt dementsprechend nahe und diese ist nun zwischen Epic Games und der Videoplattform erfolgt. Künftig sollen Spieler über YouTube sogenannte Drops für das Ansehen von Fortnite-Videos erhalten, wie auch The Verge berichtete.
Wie funktioniert das Drop-System?
Damit Spieler auch die einzelnen Belohnungen erhalten können, ist es zunächst nötig, das YouTube-Konto mit dem eigenen Epic Games Account zu verknüpfen. Dafür müssen Nutzer am Desktop Browser in ihre YouTube-Einstellungen und auf das „Verbundene Konten“-Menü, wo sie letztendlich eine Verknüpfung zum Epic Games Account herstellen können. Sofern Nutzer nun 20 Minuten ausgewählten Contents anschauen, wartet im Spiel eine Belohnung auf sie, welche bisher ausschließlich kosmetischer Natur ist, sprich würden Charaktere und Ähnliches im Spiel anders aussehen; sogenannte Skins. Das erste anstehende Event, welches mit Drops entlohnt, ist die Game Jam Hollywood. Hierbei werden 16 verschiedene Designer aus der Community zusammengeführt, welche nun eine neue Spielwelt gestalten dürfen.
Eine Frage des Timings
Sinnvoll ist die Kooperation besonders zu diesem Moment, denn der Fortnite World Cup und sein Finale stehen nächste Woche bevor. Innerhalb des Finales wird auch die bei der Game Jam Hollywood entworfene Spielwelt genutzt. Die Preisgelder und allgemeine Ausstattung für die Meisterschaft sind enorm, mit einem Preisgeld von insgesamt 30 Millionen US-Dollar, wobei der einzelne Höchstpreis bei drei Millionen US-Dollar liegt. Innerhalb der Spielerschaft erregt dieses Event selbstverständlich überaus viel Aufmerksamkeit. Das, was für Fußballfans die WM ist, ist für Fortnite-Spieler der World Cup – und die Aufregung ist groß. Während dieses Zeitraums ist zu erwarten, dass auf YouTube und Co. noch mehr Fortnite Content produziert wird und dieser auf weitaus größere Aufmerksamkeit stößt als der bisherige, obwohl dieser bereits überdurchschnittlich viele Aufrufe generiert. Dass sowohl Epic Games als auch YouTube aus diesem so weit wie nur möglich profitieren wollen und dementsprechende Maßnahmen ergreifen, scheint klug, zumal die Partnerschaft auch letztendlich den World Cup selbst bewirbt.
Videospiele sind mittlerweile ein popkulturelles Phänomen und gehören zu den mitunter beliebtesten Inhalten auf YouTube. Das Monetarisierungspotential ist ausgesprochen hoch, vor allem, wenn derartige Events bevorstehen. YouTube als Big Player geht hierbei mit einem der beliebtesten Videospiele unserer Zeit eine immens starke Partnerschaft ein, die für zwei große Unternehmen sehr vielversprechend scheint.

Google Maps testet neues Feature: Öffentliche Toiletten auf der Kartenplattform

Google Maps testet neues Feature: Öffentliche Toiletten auf der Kartenplattform

Ob wir eine Bank oder ein Restaurant suchen, wenn uns die Umgebung fremd ist, greifen wir oftmals auf Maps zurück. Die Suche nach Toiletten gestaltet sich oftmals schwieriger, denn diese sind in der App kaum verzeichnet. Mittlerweile gilt auch für die Kartenplattform der Merksatz: „Was Google nicht findet, existiert auch nicht“ – um dem gerecht zu werden und diese Lücke nun auch zu füllen, beginnt Google erste Testläufe in Indien, bei denen öffentliche Toiletten samt Bewertungen verzeichnet werden, wie kürzlich auch GoogleWatchBlog berichtete.
Mit Google Maps zur nächsten Toilette
Bekanntlich lässt Google Maps sich nutzen, um Routen zu gewünschten Standorten berechnen zu lassen, welchen man dann lediglich folgen muss, um am gewünschten Standort anzukommen. Wenn man es eilig hat, wie bei Toilettenbesuchen nun mal häufig, dann bietet es sich an, über Maps das nächstmögliche Örtchen zu erreichen. Aber wenn dann die Bewertungen nicht stimmen, zwei Sterne, insgesamt hygienisch mangelhafter Zustand, 50 Cent Eintritt, die gerade nicht zur Hand sind, dann weiß man zumindest sofort Bescheid und kann mithilfe der App umplanen.
So könnten die Toilettensuche bei Google Maps aussehen. © Screenshot Google Erste Versuche in Indien
Wenn auch der Testlauf bereits stattfindet, scheint die Datenbank noch keineswegs vollständig, denn bei insgesamt 1.700 Städten sollen gerade mal 45.000 Toiletten vorliegen. Sofern weitere vorliegen, ist aber davon auszugehen, dass diese Schritt für Schritt mit in die Datenbank aufgenommen werden. Hierfür kommen die Local Guides von Google Maps zum Einsatz, um diese zu ergänzen, Bewertungen abzugeben, usw. Da es sich hierbei bisher um eine Testphase handelt, ist die Unvollständigkeit wohl auch zu entschuldigen und dass Google Maps öffentliche Toiletten mit in seine Datenbank aufnimmt, scheint definitiv eine sinnvolle Idee. Die Zeit zum Ausreifen der Idee kann man Google gern zugestehen.
Weitere Features für Maps werden zurzeit ebenfalls in Indien getestet. Darunter beispielsweise die Warnung vor dubiosen Taxifahrern, Naturkatastrophen oder auch die Darstellung von Restaurant-Aktionen. Wann und ob diese Funktionen nach Deutschland kommen, ist noch nicht bekannt, wer sich allerdings auf dringender Toilettensuche befindet, kann auch jetzt schon „WC“ oder „Toilette“ in die Suche eingeben und mit einem Ergebnis rechnen. Da die Bewertungen bisher jedoch ausstehen, muss man sich womöglich auf eine böse Überraschung gefasst machen.

29 % mehr Klicks dank Google My Business: Kundenbindung über Google-Listing steigt

29 % mehr Klicks dank Google My Business: Kundenbindung über Google-Listing steigt

Eine aktuelle Studie von BrightLocal untersucht, wie Kunden Google My Business-Einträge lokaler Unternehmen finden und mit ihnen interagieren. Dabei sollen Marketern Tipps an die Hand gereicht werden, wie sie ihrem Unternehmen mit Google My Business zu mehr Erfolg verhelfen können. Im Ergebnis zeigt sich, dass die Suchen zunehmen und GMB-Einträge für lokale Businesses relevanter werden. Ein vorzeigbarer Auftritt kann Interessenten schnell zu Kunden machen.
Lokale Unternehmen werden am Tag 33 Mal gefunden
Für die Studie wurden 45.000 GMB-Einträge aus 36 unterschiedlichen Branchen und 4 Ländern (Australien, Kanada, UK, USA) analysiert. Das Ziel dabei war es, Benchmarks für Profilansichten, Suchen, Aktionen, Fotos, Anrufe und das allgemeine Wachstum zu setzen, um lokalen Unternehmen Anhaltspunkte darüber geben zu können, wie sich Erfolg in Google My Business definiert und was dazu notwendig ist.
Ein Key Finding bei der Untersuchung ist, dass lokale Businesses im Monat durchschnittlich 1.009 mal bei der Suche gefunden werden. Dabei sind ganze 84 Prozent der Suchen unspezifisch, es wird also nicht direkt nach dem Namen, sondern nach einer Kategorie wie Gartencenter, Baumarkt, Hotel oder Restaurant gesucht. Drei Viertel dieser Suchen werden über die Suchmaschine getätigt, während bereits 25 Prozent über Google Maps generiert werden, was in den kommenden Jahren weiter zunehmen dürfte.
5 Prozent Conversion Rate auf Google My Business-Einträge
Im Durchschnitt erzielt ein GMB-Eintrag 59 Interaktionen wie Webseitenbesuche, Anrufe oder Wegbeschreibungen im Monat, was ungefähr fünf Prozent der gesamten Views ausmacht. Damit verzeichnen die Einträge ein 25-prozentiges Wachstum von 2017 (3,87%) im Vergleich zu 2018 (4,83%).
Reviews
Es liegt vermutlich in der Natur der Sache, dass nur ein geringer Prozentsatz der unspezifischen Suchen in einer Conversion resultiert. Die Kaufintention dürfte hier geringer sein als bei direkten Suchen, auch ist die Anzahl der Mitbewerber hier natürlich höher. Daher ist Unternehmen generell zu raten, ihre Reviews im Blick zu behalten. Das bedeutet zwar, dass ein möglichst guter Durchschnitt wünschenswert ist. Doch sollten Unternehmen bei schlechten Reviews nicht gleich den Kopf in den Sand stecken, denn diese bergen auch die Chance sich ins richtige Licht zu rücken. Eine weitere Studie von BrightLocal zum Klickverhalten auf Ads lokaler Unternehmen zeigt, dass die meisten Klicks auf GMB-Einträge aus einem Zusammenspiel der Gesamtwertung, der Anzahl der Reviews sowie der Position auf der SERP resultieren.

Das Marketing für ein lokales Unternehmen ist heute schwieriger denn je zuvor, insbesondere aus zwei Gründen: Vertrauen und Kontext. Reviews können helfen den Online- sowie Offlinetraffic zu steigern. Im Whitepaper von Yext erfährst du, wie dir das am besten gelingt.

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Bilder verhelfen zu besserer Performance
Lokale Unternehmen, die über Bilder in ihren Einträgen verfügen, erzielen mehr Views als Unternehmen, die nur wenige oder gar keine Bilder haben. Hotels haben mit einem Median von 150 Bildern die meisten visuellen Komponenten und erhalten auch die höchste Anzahl an Views in Search (13.042) sowie in Maps (14.434). Im Vergleich dazu liegt der Median aller Branchen bei 11 Bildern, während die durchschnittliche Anzahl an Views bei 943 liegt.
Suchen und Klicks legen im Jahresvergleich zu
Im Vergleich zu 2017 sind die direkten Suchen, also die Suche nach dem jeweiligen Unternehmen, in 2018 um 38 Prozent gestiegen, die unspezifischen Suchen stiegen hingegen um sechs Prozent. Darüber hinaus erhielten lokale Unternehmen aufgrund ihrer GMB-Einträge 29 Prozent mehr Klicks auf die Website und 22 Prozent mehr Anrufe von Kunden. Die Anfragen zur Route hingegen fielen im Vergleich um 13 Prozent.
Vollständige Einträge und gute Bewertungen tragen zur Entscheidungsfindung bei
Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass nicht nur die Anfragen zunehmen, sondern Unternehmen mit einem passenden Auftritt auch Kunden generieren können. Dazu sollte der Eintrag selbstverständlich vollständig sein und verfügt idealerweise über eine verhältnismäßig große Anzahl an Bildern. Auch die Reviews spielen eine entscheidende Rolle bei der direkten als auch indirekten Suche. Hierbei ist sowohl die Anzahl der Bewertungen sowie auch der Gesamtdurchschnitt maßgeblich.

Wizards Unite im Praxis-Check: Kann Harry Potter mit Pokémon Go mithalten?

Wizards Unite im Praxis-Check: Kann Harry Potter mit Pokémon Go mithalten?

Am Abend des 22. Juni 2019 ging ein Traum für diejenigen in Erfüllung, die an ihrem 11. Geburtstag durch das Ausbleiben ihres Hogwarts Briefs enttäuscht wurden: Wizards Unite kam in die App Stores. Das Augmented Reality Game ermöglicht es Harry Potter Fans weltweit ihre Lieblingsreihe weiterhin zu erleben – und das im eigenen Alltag. Á la Pokémon Go begeben sich die Spieler auf eine Reise durch die Straßen ihrer Stadt und versuchen dabei Harry und Co. zu unterstützen und das Geheimnis der magischen Welt zu wahren. Die treue Fangemeinde des Fantasy-Klassikers bietet für Entwickler Niantic großes Potential. Doch was bietet Wizards Unite und kann das Spiel mit Pokémon Go mithalten? Wir haben den Check gemacht.
Kurz erklärt: Darum geht es in Wizards Unite
Zugegeben, auch ein Teil unserer Redaktion gehört zu den treuen Potterheads, die nicht genug von den Abenteuern rund um den kleinen Zauberer bekommen können. Also war es für uns klar, dass wir einen genaueren Blick auf das neue AR-Game werfen und es auch selbst anspielen. Und für Fan-Service ist en masse gesorgt, denn: Das Spiel setzt dort ein, wo die Bücher enden. Harry Potter ist erwachsen und arbeitet als Auror (Zaubererpolizist) für das Ministerium für Magie. Natürlich dürfen auch Harrys Freunde Ron, Hermine, Halbriese Hagrid und viele andere nicht fehlen. Im Grunde geht es im Spiel selbst darum, dass durch einen noch nicht weiter erklärten Vorfall mit einem mächtigen Zauberer magische Gegenstände in die Muggelwelt (Muggel = Nicht-Magier) geraten. Dies stellt eine große Bedrohung dar, denn die magische Welt unterliegt strikten Geheimhaltungsrichtlinien. Du als Spieler musst nun also wieder für Ordnung sorgen.
Ein Wiedersehen mit dem Kindheitshelden: Harry hilft dem Spieler durch das Spiel. Ein Gameplay mit viel Potential und Fan-Service
Als Spieler bist du Mitglied der sogenannten Eingreiftruppe, die dafür sorgt, dass magische Geschöpfe, Zauberer in Not und Co. gerettet werden, bevor sie von Muggelaugen entdeckt werden. Den besonderen Reiz macht dabei natürlich die AR aus – Hippogreife, Todesser und Co. tauchen plötzlich mitten auf der Straße oder in den eigenen vier Wänden auf. Es gibt natürlich auch viele Parallelen zum Erfolgshit Pokémon Go. Portschatullen müssen wie Poké-Eier durch das Laufen einer bestimmten Strecke geöffnet werden, Antiobskuranten wirken wie Lockmodule und lassen eine größere Zahl magischer Gegenstände erscheinen. Außerdem werden die Arenen zu Zaubererherausforderungen, welchen wir uns mit Freunden stellen können. Doch es steckt mehr in Wizards Unite. Im Gegensatz zu Pokémon Go enthält das Game Rollenspielelemente und du verfolgst eine Story.
Im eigenen Wohnzimmer muss der Spieler Hagrid retten. Dafür muss der entsprechende Zauber auf dem Display nachgezeichnet werden. Im Laufe dieser triffst du auf viele liebevolle Details wie  Zauber, Zaubertränke, Zutaten, Personen, Geschöpfe, die den Fans aus Büchern und Filmen nur allzu bekannt sein dürften. Für Nostalgie ist also definitiv gesorgt. Im späteren Handlungsverlauf kannst du sogar einen Job wählen: Magizoologe, Auror oder Professor. Alle drei Berufe sind unter Fans äußerst beliebt. Und ersterer holt damit auch die Fans der Fantastische Tierwesen-Reihe ab, die sich um den sympathischen Magizoologen Newt Scamander dreht. Ein weiterer Pluspunkt aus Sicht der Fans ist zudem, dass die Spieler sich für eines der vier Hogwarts-Häuser entscheiden können. Unter dem Strich geht es bei Wizards Unite aber vor allem um das Sammeln von Zaubertrankzutaten und magischen Objekten für die Alben.
Eines der Sammelalben aus Wizards Unite. Objekt 1 ist der frisch gerettete Hagrid. Pokémon Go vs. Wizards Unite – Wer macht das Rennen?
Trotz des großen Potentials und den treuen Fans der Harry Potter-Saga zeichnen die Zahlen ein klares Bild. Innerhalb der ersten Woche nach Launch wurde das Spiel 6,5 Millionen mal heruntergeladen und machte einen Umsatz von 3 Millionen US-Dollar. Was für Niantic nicht schlecht klingt, ist jedoch ein mageres Ergebnis im Vergleich zum Release von Pokémon Go. Dieses wurde im selben Zeitraum 38,5 Millionen mal heruntergeladen mit einem Umsatz von 58 Millionen US-Dollar. Dazu muss jedoch gesagt werden, dass das Pokémon-Franchise bedeutend größer ist als das von Harry Potter und sich über eine breitere Fanbase erfreut. Außerdem überzeugten die Pokémon Spiele von Nintendo jahrelang durch Qualität und so setzten die Fans diese Hoffnung auch in den Ableger fürs Smartphone. In Sachen Games enttäuschte Harry Potter hingegen und lediglich die frühen Spiele für die Playstation sowie die Lego-Adaptionen konnten bei den Fans punkten. Demnach wäre eine gewisse Skepsis der Harry Potter-Fans gegenüber Wizards Unite nicht verwunderlich. Zudem sind AR-Games heute keine absolute Neuheit mehr wie zum Release von Pokémon Go und der Hype um diese hat bereits etwas nachgelassen.
Natürlich bietet auch Wizards Unite die Option auf In-Game Käufe an. Diese haben jedoch keinen größeren Einfluss auf das Spielerlebnis und Spieler können dieses genießen, ohne ein Gefühl von Pay-to-Win zu bekommen. Dies spiegelt sich jedoch auch in den Zahlen wieder. Während die Spieler von Pokémon Go  durchschnittlich 1,50 US-Dollar ausgaben, sind es bei Wizards Unite bisher lediglich 50 Cent. Bis zum Ende des ersten Monats rechnet Niantic mit einem Gesamtumsatz von 10 Millionen US-Dollar. Wie bereits erwähnt, ist dies definitiv kein schlechtes Ergebnis, jedoch enttäuschend im Vergleich zu Pokémon Go.
Rezensionen: Ist Wizards Unite Top oder Flop?
Freunde des Datenschutzes sollten bei Wizards Unite lieber die Augen schließen. Ebenso wie „Vorgänger“ Pokémon Go braucht das Spiel einen ständigen Zugriff auf deinen Standort. Außerdem musst du dich über Google oder Facebook anmelden, wodurch Niantic Zugriff auf deine persönlichen Daten erhält. Einem Großteil der Spieler dürfte dies jedoch herzlich egal sein, solange sie in die magische Welt eintauchen und Spaß haben können. Und die Bewertungen in App- und Play Store zeichnen genau dieses Bild ab. Diese liegen zwischen 4,1 und 4,6 Sternen. Im deutschen Google-Play Store liegt das Game ebenfalls bei 4,1. Damit ist Wizards Unite auf einem guten Weg und muss sich kein bisschen hinter Pokémon Go verstecken.
Diverse Bewertungen sind sich außerdem darüber einig, dass Wizards Unite bei weitem ausgereifter ist als Pokémon Go zu seinem Release. Es gibt wenig Abstürze und Bugs. Das neue AR-Game nutzt die besten Mechaniken und Gimmicks seines Vorgängers und verbindet diese mit sinnvollen Erneuerungen, die das Spielerlebnis „magisch“ machen.
Persönliches Fazit aus der Redaktion
Nachdem das letzte Harry Potter-Spiel fürs Smartphone, A Hogwarts Mystery, reichlich enttäuscht hatte, war ich gegenüber Wizards Unite äußerst skeptisch. Doch die ersten paar Minuten des Gameplays hatten mich direkt in ihren Bann gezogen. Musik und Szenerie lassen die Herzen von Fans definitiv höher schlagen. Die Spielmechanik muss man mögen. Wer als Harry Potter-Fan auch Pokémon Go nicht abgeneigt ist, wird seinen Spaß mit Wizards Unite haben. Die neuen Features und die Rollenspielelemente sorgen außerdem dafür, dass das Spiel mehr als nur eine Kopie seines Vorgängers ist und sprechen auch eine andere Zielgruppe an. Gleichzeitig bleibt Wizards Unite jedoch vor allem eines: ein Sammelspiel. Auch wenn ich selbst jetzt noch Spaß daran habe, wird sich irgendwann eine Routine einstellen, die zwangsläufig zur Langeweile führt. Ebenso ging es mir schon mit Pokémon Go.
Abgesehen davon kann das Spiel jedoch besonders für Fans der Reihe ein echtes Highlight sein – schließlich hat man nicht jeden Tag Hagrid in seinem Wohnzimmer stehen. Und wenn Niantic regelmäßige Erweiterungen durch Updates zur Verfügung stellt und den Story-Modus aufrecht erhält und ausbaut, kann der anfängliche Hype sogar noch länger anhalten, als bei Pokémon. Vermutlich wird Wizards Unite dieses in den Zahlen nicht überholen. Doch soweit es keine Skandale und vermehrte Bugs geben wird, hat das neue AR-Game definitiv das Potential, ein echter Erfolgshit zu werden – und zu bleiben.