AMP Stories kommen in die Googlesuche

AMP Stories kommen in die Googlesuche

Seit letztem Jahr gibt es die AMP Stories von Google, die Publishern die Möglichkeit bieten über das populäre Format Inhalte quasi per Storytelling zu vermitteln. Nun sollen die AMP Stories nach und nach in die Suche integriert werden, was ihnen eine enorme Aufmerksamkeit bescheren könnte. Immerhin soll es dafür eigens einen Block in den Suchergebnissen geben.
Die AMP Stories: Google mischt populäres Format mit eigener Marktmacht
Bei Google sind die Menschen aufgrund verschiedenster Motivationen unterwegs. Manche suchen Produkte, andere Definitionen oder nach Namen, wieder andere googlen nach News usw. Dabei hat sich die Googlesuche schon extrem weiterentwickelt. Das Knowledge Panel bedeutet immer häufiger No Click-Suchen, während beispielsweise Videos gerade in der mobilen Suche bei den SERPs prominent sind.
Damit Publisher über Google noch mehr Aufmerksamkeit generieren, hat Google Anfang 2018 die AMP Stories eingeführt. Mit ihnen können News visuell ansprechend und an die Rezeption aus Social Media angelehnt vermittelt werden.

Bei der AMP Conference wurde nun verkündet, dass die AMP Stories in den kommenden Wochen und Monaten direkt für die Googlesuche ausgerollt werden.

AMP Stories now appears in a dedicated section in search results for general queries such as “things to do in Tokyo”. It’s a new opportunity to attract users in SEO. #ampconfpic.twitter.com/3oFHflL8FW
— Kenichi Suzuki💫鈴木謙一 (@suzukik) April 17, 2019

Das Feature startet zuerst in den USA, soll dann sukzessive weiter ausgerollt werden. Wer also künftig bei Google nach etwas sucht, kann in den SERPs auf die AMP Stories stoßen, die zur Suchanfrage passende Inhalte bereitstellen. Dabei werden die Stories in einem eigenen Block angezeigt. Zunächst wird dies im Kontext von Reisen eingeführt. Bei der Präsentation war die Suchanfrage „things to do in Tokyo“.
Stories bei der Suchanfrage nach Dingen, die man in Tokio machen kann (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © The AMP Channel Der Start mit dem Reisebereich wird damit erklärt, dass Stories besonders in diesem Kontext ein besseres Verständnis von etwaigen Reisezielen vermitteln können. Bei der Vorstellung auf der AMP Conference wurde auch dargelegt, was Nutzer beachten sollten. Jedenfalls ist der Einsatz von Rich Media und Text für eine gute Experience der Nutzer sinnvoll; so können ihnen ganz neue Suchergebnisse vermittelt werden.
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AMP Stories sollten mehr adaptiert werden; und sie lassen sich monetarisieren
Google und das AMP Project ermutigen nicht nur dazu, mehr auf AMP zu setzen, um mobile Inhalte schneller zu machen, sondern auch Stories zu kreieren, die die Nutzer auf relevante Inhalte aufmerksam machen. Dazu gibt es eigens ein Best Practice Video zum Erstellen dieser AMP Stories. Dabei geht es vor allem darum, ein Datum und das eigene Branding zu integrieren, Visuals passend zurechtzuschneiden, Animationen und ansprechende Captions einzusetzen oder über Anhänge weitere Inhalte an die Story zu knüpfen.
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Immer wieder fällt in diesem Kontext das Stichwort Storytelling. Denn das ist es, was Nutzer in Social Media wie Instagram langfristig begeistert; und Publisher beispielsweise können mit einem social-esquen Format auf mehr Engagement und Klicks hoffen. Vor allem dann, wenn die Stories direkt in der Googlesuche auftauchen. Noch können wir die Ansicht aus dem Vortrag nicht reproduzieren – doch das dürfte nur eine Frage der Zeit sein.
Die Stories könnten auch deshalb ein Erfolg für das AMP Project werden, weil sie sich monetarisieren lassen. Seit letztem Sommer finden sich verschiedene Optionen dafür, etwa die Auto Ads Extensions für das Einfügen von Werbeanzeigen.
Ads als Monetarisierungsmöglichkeit in den AMP Stories, © Google, Github CTAs wie Explore, Shop, Read oder Install lassen Advertisern diverse Möglichkeiten. Schon zu dieser Zeit wurden für das visuelle Layout der Stories neue Komponenten hinzugefügt.
Mit der Integration in die Googlesuche kann Google die AMP Stories prominent anzeigen und auf lange Sicht sicherlich als populäre Alternative in den SERPs etablieren. Damit können Publisher auf eine von Google ausgehende ganz neue Interaktion mit den Nutzern hoffen. Doch bedarf es dazu zum einen der Kreation passender und hochwertiger Stories, zum anderen müssen sich die Entwickler dieser im Wettbewerb um die beste Platzierung schon jetzt auf eine Stories SEO einstellen. Für den Nutzer kann das nur gut sein; und für Publisher eröffnet sich gleichsam ein ganz neuer Zugang, über den die visuell-textliche Informationsvermittlung des populären Formats zum Publikum gelangen kann.

Google erlaubt Publisher URL-Anzeige bei AMP Websites mit Signed Exchanges

Google erlaubt Publisher URL-Anzeige bei AMP Websites mit Signed Exchanges

Google arbeitet mit Cloudflare zusammen, um Publishern endlich die Möglichkeit zu geben, sogenannte AMP Real URLs zu nutzen. Kurz gesagt können diese dank Signed Exchanges bei ihrer eigenen Domain das unmittelbare Laden einer AMP-Seite ermöglichen. Bisher war die URL für AMP-Seiten stets mit Googles AMP URL-Struktur versehen; doch das ändert sich nun.
AMP Real URLs sind auf dem Weg
Das Projekt AMP von Google hat sich in unserer inzwischen Mobile-zentrierten digitalen Welt bereits bewährt. Es handelt sich dabei um ein Open Source HTML Framework, das beschleunigt ladende Inhalte im Mobile-Bereich hervorbringen kann. Dabei können Publisher, Werbetreibende und Co. sowohl Websites als auch Ads, Stories oder E-Mails über AMP erstellen. Im AMP Playground kann das direkt ausprobiert werden.
Ein Problem, das gerade Publisher mit AMP Websites haben, ist die Tatsache, dass die URL immerzu Googles https://google.com/amp/ enthält, da die Seite aus Googles Cache geliefert wird. Im offiziellen Blogpost von Cloudflare, das Google nun als Partner bei einer Lösung für das Problem hilft, wird dafür ein Beispiel gegeben.
AMP URL bei der BBC, Quelle: Cloudflare Blickt der Nutzer auf die URL im Browser, scheint sie anzugeben, dass es sich um eine Google-Domain handelt. Allerdings soll sich genau das ändern, wie das AMP Project auf Twitter ankündigte.

AMP pages are beautiful, but links to AMP pages? Not so much …
Until today! Signed exchanges are here: now you can get instant loading for AMP on your own domain! 🙌 #AMPConfpic.twitter.com/OSEcKDc3A5
— AMP Project (@AMPhtml) April 17, 2019

Mit dem AMP Loading für die eigene Domain kann eine Verwirrung beim Nutzer aufgrund der URL ausgeschlossen werden. Dabei müssen jedoch technologische Hürden überwunden werden.
Das Problem mit der Cache-Auslieferung
Ein Problem, das sich für User darstellt, wenn sie eine über Googles Cache ausgespielte AMP Website und die URL mit Googles Struktur sehen, ist, dass das SSL-Zertifikat des eigentlichen Publishers nicht mehr nachvollzogen werden kann. Aber an diesem Problem wurde bereits Ende letzten Jahres gearbeitet. Dank Web Packaging können Seiten nun in einem AMP Cache gespeichert und von dort ausgeliefert werden, während zugleich die originale URL des Publishers im Browser angezeigt wird. Seit heute können alle Nutzer auf das als AMP Real URL bezeichnete Feature zurückgreifen.
Doch wie funktioniert das überhaupt? Googles AMP Crawler lädt den Content einer Seite herunter und speichert ihn mehrmals täglich im AMP Cache. Wenn diese Seite nun AMP Real URL als Feature hat, wird Cloudflare deren Inhalte digital „unterschreiben“, also kryptographisch absichern, dass es von dem entsprechenden Publisher bereitgestellt wird. Ein Browser (derzeit aber nur Chrome bei Android) kann dank dieser „Unterschrift“ die korrekte URL anzeigen, wenn ein Nutzer auf die AMP Website des Publishers zugreift.
Grafische Ansicht des Systems zur AMP Real URL, © Cloudflare Mit dem beschriebenen System sollen Nutzer nun also nicht mehr Googles AMP URL-Struktur sehen, sondern nur die URL des Publishers. Trotzdem werden die Seiten noch immer von Googles AMP Cache ausgeliefert.
Was sind die Vorteile von AMP Real URL?
Cloudflare gibt an, dass das neue System beim Gebrauch von AMP Websites einige Vorteile bietet. Darunter eine unique Brand-Präsentation im Browser oder eine simplere Analytics-Einordnung. Ohne den grauen Balken der AMP URL-Struktur Googles gibt es zudem mehr Screen Space und die Bounce Rate soll ebenfalls reduziert werden. Schließlich bietet die „Unterschrift“ für die Inhalte noch eine Sicherheit, dass der Content nicht kompromittiert wurde.
AMP has played a key role in helping us to more effectively reach our audience and develop our online community, we’re keen to use AMP Real URL to better manage our online presence and keep our users engaged on the site,
sagt etwa Andrew Warner, CTO von Genius.
Auch bei Google ist das Feature ab heute verfügbar, zunächst für die Suchergebnisse. Bislang nur im Chrome Browser zu nutzen, sollte die Option der Signed Exchanges bald auch umfassender zur Verfügung stehen. AMP Real URL soll zudem nach Gesprächen mit Nutzern und Publishern nicht kostenpflichtig sein. Denn Cloudflare und Google meinen, dass die Integration von AMP Real URL das mobile Internet besser machen wird und daher von allen AMP-unterstützten Seiten eingeführt werden sollte.

Konkurrenz für Spotify? Amazon plant kostenloses Musik-Streaming mit Ads

Konkurrenz für Spotify? Amazon plant kostenloses Musik-Streaming mit Ads

Noch im April könnte es dazu kommen, dass Amazon einen neuen Streamingdienst für Musik launcht, der anders als die aktuellen Angebote kostenfrei ist. Das Besondere: dieser Dienst soll über die eigenen Echo-Geräte laufen und via Alexa aktiviert werden können. Vor allem aber soll er durch Werbung unterstützt sein und würde eine neue Erfahrung bedeuten, für User wie für Advertiser.
Kommt Amazons neuer Streamingdienst für Musik?
Nach Informationen von Billboard ist das Unternehmen in Verhandlungen mit großen Musiklabels, um die Details für das Streaming zu klären. Amazon weigerte sich die Annahmen zu kommentieren, dementierte sie jedoch auch nicht. Ein kostenfreies Musikangebot via Stream ist für die User derzeit vor allem über Spotifiy möglich. Dort gibt es neben der kostenpflichtigen Premium-Version die Möglichkeit kostenfrei zu hören – hierbei werden jedoch zahlreiche Ads zwischengeschaltet. Ähnlich könnte es bei Amazons neuem Dienst aussehen. Der Unterschied wäre jedoch, dass dieser eher für Amazon-Kunden ausgelegt ist, die ein Echo-Gerät besitzen.
Tatsächlich hat Amazon bisher schon Musikangebote in verschiedenen Variationen in petto. Amazon Prime-Nutzer können die limitierten Inhalte von Prime Music nutzen, wenn sie ihren Jahresbeitrag zahlen. Außerdem gibt es noch die Option, auf Amazon Music Unlimited zurückzugreifen. Dieses Angebot kostet 9,99 Euro monatlich (7,99 Euro für Prime-Mitglieder); und in den USA können Nutzer, die lediglich über ihr Echo-Gerät hören, den Dienst für 3,99 US-Dollar nutzen.
Obwohl immer mehr Menschen bereit sind, für Streamingdienste ohne Werbung zu zahlen – Spotifiy hat fast 100 und Amazon über 20 Millionen zahlende Hörer –, sind die kostenfreien Angebote verlockend. Und sei es nur, um langfristig neue Kunden für ein Premium-Angebot zu gewinnen.
Spielt Alexa nun bald Musik for free ab?
Setzt Amazon tatsächlich auf einen Musikdienst, wie er bei Billboard beschrieben wird, geht man damit nicht nur auf den boomenden digitalen Musikmarkt ein. Denn die Verbindung zu den Smart Speakern der Echo-Reihe und zur Sprachassistenz Alexa bedeutet auch eine Fokussierung auf moderne Zugriffsoptionen der Nutzer. Über Voice wird immer mehr Alltägliches im digitalen Raum abgewickelt. Insbesondere im Kontext des Hörens von Musik wird Alexa oder auch der Google Assistant gern genutzt, vornehmlich zu Hause, im Auto oder auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel.
Zu Hause und im Auto wir dam meisten auf Voice Search zurückgegriffen, © Uberall Auch wenn die User hier gern eine ununterbrochene Musikerfahrung haben möchten, könnte ein kostenfreies Angebot, das sich über Alexa – die ja inzwischen auch in einigen Autos integriert ist – abrufen lässt, eine Vielzahl von Hörern erreichen. Und diesen würden dann eine Menge Ads ausgespielt werden. Für Werbetreibende wäre diese Positionierung wertvoll, weil ein Überspringen hier nicht möglich ist. Außer, der Hörer wird zum Kunden und zahlt für einen Musikdienst, was wiederum Amazon mehr Einnahmen brächte.
Das Unternehmen soll einigen Labels auch angeboten haben, eine bestimmte Summe pro Stream an diese zu zahlen, allerdings unabhängig von der Menge der verkauften Werbung. So oder so, mit einem derartigen Angebot könnte Amazon sich im Musikmarkt der Zukunft stärker positionieren und vor allem dem Platzhirsch Spotify noch mehr Paroli bieten. Da man in Sachen Smart Speaker auch als Marktführer gilt, könnte Amazon im Audio-Bereich zu neuen Höhen emporsteigen. Für die Musiklabels und die Hörer ist das eine neue Option, die Interesse wecken dürfte, für Amazon eine sinnvolle Erweiterung der Marketingmöglichkeiten. Die Advertiser hingegen erhielten eine ganz neue Möglichkeit, um besonders audio- und Voice-affine User mit ihren Ads zu erreichen.
Ob der Service tatsächlich zeitnah anläuft, bleibt vorerst abzuwarten. Sollte dies jedoch der Fall sein, ist davon auszugehen, dass der Dienst auch bald nach Deutschland kommen könnte.

Amazons Mitarbeiter hören sich deine Gespräche mit Alexa an

Amazons Mitarbeiter hören sich deine Gespräche mit Alexa an

Wer gemutmaßt hat, dass Gespräche mit Amazons Sprachassistenz Alexa nicht immer privat bleiben, liegt richtig. Wie nun bekannt geworden ist, hören Mitarbeiter bei Amazon auch private Mitschnitte aus Gesprächen. Bei zu privaten Themen soll die Transkription und Analyse aufhören; doch wie können Nutzer darauf vertrauen, wenn sie bereits vom Mithören nichts wissen?
Alexa: Jemand hört mit
Der Mensch ist den Maschinen insbesondere in Sachen Sprache noch um Einiges voraus. Deshalb setzt Amazon auf eine menschliche Analyse von Anfragen an oder Gesprächen mit Alexa. Davon wissen die betroffenen Nutzer allerdings nichts, wie etwa Bloomberg berichtet. In Außenstellen wie Costa Rica, Indien, Boston oder Rumänien werden pro Schicht eines Mitarbeiters bis zu 1.000 Audio Clips analysiert. Obwohl diese Mitarbeiter Versicherungen zum Stillschweigen unterschrieben haben, ist diese Praktik Amazons nun an die Öffentlichkeit gelangt.
Beim Anhören der Interaktionen werden häufig bloß simple Assoziationen gesetzt. Mitunter werden jedoch äußerst private Dinge aufgezeichnet und abgehört. Nach Bloombergs Informationen sollen die Mitarbeiter auch Hilfeschreie oder vermeintliche sexuelle Übergriffe mitangehört haben. Werden Klarnamen oder Bankdaten mitgehört, sollen diese als „kritische Daten“ angemerkt werden. In einem Statement gegenüber dem Publisher erklärte Amazon:
We only annotate an extremely small sample of Alexa voice recordings in order [to] improve the customer experience. For example, this information helps us train our speech recognition and natural language understanding systems, so Alexa can better understand your requests, and ensure the service works well for everyone. We have strict technical and operational safeguards, and have a zero tolerance policy for the abuse of our system. Employees do not have direct access to information that can identify the person or account as part of this workflow. All information is treated with high confidentiality and we use multi-factor authentication to restrict access, service encryption and audits of our control environment to protect it.
Wissen die Mitarbeiter über die Nutzer Bescheid?
Nach Amazons Aussage können die Analysten die Audio Clips keinen Nutzern zuordnen. Allerdings hat Bloomberg einen Screenshot der übermittelten Aufzeichnungen analysiert, der zeigt, dass zumindest der Vorname des Users, eine Account-Nummer und die Seriennummer seines genutzten Geräts übermittelt werden. Das dürfte letztlich ermöglichen, eine Person zu identifizieren.
Zwar können Nutzer in den Einstellungen unter „Alexa Konto“ und „Alexa Datenschutz“ der Verwendung ihrer Daten für die Verbesserung des Dienstes widersprechen – doch den Informationen Bloombergs zufolge werden auch Aufnahmen dieser User zum Teil abgehört. Außerdem sollen gut 100 der etwa 1.000 pro Schicht überprüften Audio-Schnipsel Aufzeichnungen sein, die ohne ein Aktivierungswort wie „Alexa“ oder „Echo“ aufgenommen wurden.
Alexa hat sich als Sprachassistenz bereits ein sehr gutes Verständnis angeeignet, kann jedoch Akzente oder anderssprachige Wörter auch fehlinterpretieren. Oft werden Wörter oder Passagen auch nicht verstanden. Um diese Lücken, die der Algorithmus noch offenbart, zu schließen, wurden die Teams der Mitarbeiter zusammengestellt, die mit der Analyse der Clips eine bessere Performance der Sprachassistenz ermöglichen sollen. Auch Aufnahmen des Google Assistant werden Mitarbeitern bei Google manchmal zur Analyse vorgelegt, aber laut dem Unternehmen sind diese verzerrt und lassen keinerlei Informationen zum tatsächlichen Sprecher und Nutzer zu.
Viele User Alexas fragen die Sprachassistenz immer wieder, ob jemand anderes mithört. Diese Frage kann mit ja beantwortet werden und das stellt keine allzu große Überraschung dar. Wieder einmal stellt sich jedoch die Frage, ob die Verbesserung eines innovativen Dienstes wie Alexa es wert ist, in die Privatsphäre so vieler Menschen ohne deren Wissen einzudringen. So hilfreich Alexa und Co. für den Nutzer auch sind, diese Technologien tragen orwellsche Züge.

Mehr Interaktion über Sprache und Screens – Die Zukunft von Voice Search, Voice Games und Co.

Mehr Interaktion über Sprache und Screens – Die Zukunft von Voice Search, Voice Games und Co.

Die Zahl der Smart Speaker steigt rasant, der Google Assistant weiß inzwischen auf viele Fragen sehr gute Antworten und Alexa versorgt immer mehr Menschen mit alltagsnahen und situativen Informationen. Die Voice Search gewinnt mit jeder technologischen Optimierung an Bedeutung – sodass Unternehmen und Websites auch sprachbasiert gefunden werden wollen. Visuelle und sprachlich vermittelte Inhalte werden künftig ein für User elementares Zusammenspiel darstellen, auf das es sich einzustellen gilt, etwa mit Voice Apps. Wir haben mit Tom Sebastian Mayr von Voicehub gesprochen, um zu erfahren, warum die meisten Suchanfragen schon heute per Voice beantwortet werden können, warum Voice Apps einen entscheidenden Vorteil haben und wie sich die generierten Daten für weiteres Marketing einsetzen lassen.
Voice-Lösungen können den Alltag der User erleichtern – und Anbietern Vorteile verschaffen
Obwohl wir immer mehr mit Künstlicher Intelligenz, Machine Learning-Prozessen und Sprachassistenzen im digitalen Raum in Berührung kommen, sind Unternehmen und Websites oft noch gar nicht auf die Anforderungen und Potentiale von Voice-Lösungen vorbereitet. Noch sagen viele User, dass sie deshalb keine Voice Search nutzen, weil sie es nicht gewohnt sind.
Gründe, warum User Voice Search nicht nutzen, © Uberall Doch das wird sich ändern. Es gibt zahlreiche Optionen, um sich im Age of Assistance auf Voice Search vorzubereiten. Dazu zählen Markups, eine simple Sprache, eine gehobene Sicherheit der Seite, FAQs, schnell ladende Websites usw. Doch auch Voice Apps und Alexa Skills sind Möglichkeiten, um sich in einem immer mehr durch Sprache gesteuerten Digitalraum Vorteile zu verschaffen.
So hat das Unternehmen Voicehub – Spezialist für Voice App Management – zusammen mit JustWatch einen Alexa Skill entwickelt, der als Streaming-Suchmaschine fungiert. Mit diesem können Nutzer erfragen, bei welchem Streamingdienst bestimmte Inhalte verfügbar sind.
Beispielfragen beim Alexa Skill JustWatch, Screenshot Amazon.de Christoph Hoyer, CMO bei JustWatch, erklärte uns:
Wir sehen in Sprachassistenten wie Amazon Alexa für JustWatch ein spannendes, wie relevantes Zukunftsfeld. Mit dem neuen Alexa Skill werden wir erstmals wertvolle Erfahrungen mit dieser Technologie sammeln können. Diese sollen uns bei der Weiterentwicklung, Konzeption und Integration der Sprachsteuerungskomponente in künftige JustWatch Produkte helfen.
Während uns die Optionen, die solch ein Skill liefert, im Alltag schon einige Vorteile liefern können, finden sich im Kontext der Nutzung von sprachbasierten Lösungen noch viel mehr Anwendungsbereiche – auch für innovatives Marketing. Darum haben wir mit Tom Sebastian Mayr, dem Gründer und Geschäftsführer von Voicehub, gesprochen und im Interview einige aufschlussreiche Insights zum Status quo und zur Zukunft von Voice erhalten.
Das Interview
OnlineMarketing.de: Voice hat mit dem Google Assistant, Alexa, auch Siri und Cortana längst den digitalen Alltag erobert. Glaubst du, dass in fünf Jahren der Großteil der Suche und Informationsbeschaffung auf dieser Ebene abläuft?
Tom Sebastian Mayr von Voicehub, © Tom Sebastian Mayr Tom Sebastian Mayr: Davon bin ich fest überzeugt und ich kann dir auch sagen warum: Wenn man sich den Großteil der Suchanfragen im Web anschaut, dann kann der überwiegende Teil an Anfragen mit nur wenigen Sätzen beantwortet werden. Dieser Teil lässt sich sehr einfach durch Voice abbilden und ermöglicht dem Nutzer, dass er schneller die Antwort auf seine Suchanfrage bekommt. Alle Anfragen, bei denen die Antwort eine ausführliche Recherche mit dem Vergleich von vielen unterschiedlichen Quellen bedarf, wird auch zunächst weiterhin die Unterstützung eines Screens benötigen. Die Kombination von visuellen Inhalten und sprachbassierten Suchanfragen ist da eine spannende Möglichkeit.
OnlineMarketing.de: Websites sollten auf Strukturierte Daten setzen, um ihren Content für Googles Assistant zu optimieren. Alexa Skills oder Voice Apps sind weitere Optionen, um die Nutzer entsprechend dieser Entwicklung abzuholen. Sollten Unternehmen also eher gestern als morgen auf eine eigene Strategie setzen, um ihre Inhalte und Produkte sprachbasiert darzustellen?
Tom Sebastian Mayr: Die Frage kann ich mit einem klaren „Ja“ beantworten. Es gilt aber auch das ganze ins Verhältnis zu setzen. Ich denke es ist wie immer eine Verlagerung von den Kanälen. Dabei wird Voice natürlich nicht der einzige Kanal für die Beschaffung von Informationen über Produkte oder Dienstleistungen sein, jedoch ein sehr wichtiger. Somit sollten Unternehmen definitiv so früh wie möglich damit Anfangen ihren Kunden sprachbasierte Inhalte zur Verfügung zu stellen, denn gerade jetzt am Anfang dieser Entwicklung ist die Konkurrenz in vielen Bereich noch nicht sehr hoch. Das bietet einige Chancen für Unternehmen, sich First Mover Vorteile zu sichern.
OnlineMarketing.de:  Was können Voice Apps hierbei konkret leisten?
Tom Sebastian Mayr: Voice Apps haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber einer klassischen Voice Search-Anfrage: Ich kann als Unternehmen bestimmen, wie ich mit einem Nutzer interagiere. Innerhalb einer Voice App kann ich Rückfragen an den Nutzer stellen und so eine tiefergehende Interaktion erreichen. Dadurch lerne ich extrem viel über den Nutzer. Auch bei Fragestellungen, bei denen vom Nutzer selbst keine Voice App initial angesprochen hat, wird der Sprachassistent vermehrt auf Voice Apps zurückgreifen. Der Grund dafür ist, dass innerhalb von Voice Apps der Content für die Sprachausgabe optimiert ist. Welche Voice App da von Amazon Alexa oder dem Google Assistant angesprochen wird, ist davon abhängig, welche App die meisten Nutzer und die besten Interaktionsraten hat.
OnlineMarketing.de: In welchem Umfang können die Daten, die bei der Nutzung von Voice Apps erhoben werden, künftiges Targeting und auch die eigene Content-Kreation beeinflussen?
Tom Sebastian Mayr: Die Daten von Voice Apps können eine sehr große Rolle für das Targeting von Inhalten spielen. Lass mich dazu auf folgendes Beispiel eingehen: Stell dir einen Nutzer vor, der gerade ein Smart-Display vor sich hat und nach einem T-Shirt sucht. Nun betrachtet der Nutzer gerade ein T-Shirt auf dem Screen, er will das Shirt aber in einer anderen Farbe haben. Also sagt er z.B. „Alexa, gibt es das T-Shirt auch in Grün?“ Wenn er ausschließlich ein grünes T-Shirt haben will und Alexa antwortet „Tut mir leid, das haben wir leider nicht.“, dann wird der Nutzer den Kauf wahrscheinlich abbrechen. Wir haben jedoch einen wichtigen neuen Insight gewonnen: Der Nutzer hat aktiv nach diesem T-Shirt in grün gefragt. Somit können wir das im Targeting verwenden und ihm das grüne T-Shirt anbieten, sobald es auf Lager ist. Wir lernen also sehr viel über den Nutzer, indem wir gezielte Rückfragen stellen und dadurch Informationen sammeln, die wir nicht bekommen hätten, wenn der Nutzer innerhalb von einer Webseite oder Smartphone App mit dem Unternehmen interagiert hätte.
OnlineMarketing.de: Ihr habt gerade einen Case mit Amazon und JustWatch in Arbeit. Kannst du uns aus deiner Sicht darlegen, warum es so wichtig ist, dass die User Voice-gestützt Abhilfe bei der Film- und Serienauswahl erhalten?
Tom Sebastian Mayr: Generell sind Streamingplattformen seit Jahren extrem am Wachsen. Beinah wöchentlich gibt es neue Serien und Filme. Mir fällt es da manchmal extrem schwer den Überblick über das Angebot zu behalten. Folgendes Beispiel dazu: Du sitzt abends auf der Couch mit ein paar Freunden und ihr überlegt, welchen Film ihr schauen wollt. Sobald die ersten Ideen vorhanden sind, stellt sich eine entscheidende Frage: Welche Filme kann ich auf welcher Plattform überhaupt schauen? Mit Hilfe des Alexa Skills von JustWatch kannst du das ganz einfach herausfinden. Z.B. kannst du fragen: „Alexa, frag JustWatch wo wir Stirb Langsam Teil 1 schauen können!“ Alexa wird dir dann sagen, ob du den Film bei irgendeinem deiner zuvor definierten Streaminganbieter streamen kannst. Dabei ist der ganze Vorgang wesentlich schneller, als wenn du dafür einen Laptop oder dein Smartphone bemühst. In der Zukunft ist z.B. auch denkbar, dass der Skill dir Filme und Serien basierend auf deinen Suchanfragen und verfügbaren Streamingplattformen empfiehlt.
OnlineMarketing.de: Steht Voice als Sprachassistenz also an der Schwelle von einer beeindruckenden Option zur Antwort auf klar formulierte Fragen hin zur KI-basierten Beratungsfunktion?
Tom Sebastian Mayr: Innerhalb von bestimmten Restriktionen ist es auch jetzt schon möglich Empfehlungen durch Voice Apps anzubieten. In der simpelsten Form kann ich dem Nutzer beim erstmaligen Starten meiner Voice App ein paar kurze Set-Up-Fragen stellen. Mit Hilfe der Antworten kann ich eingrenzen, an welchen Produkten er eventuell interessiert ist und diese Informationen für das Ausspielen von Empfehlungen nutzen. Momentan ist es jedoch noch so, dass ich als Entwickler zuvor mögliche Antworten definieren muss (vor allem bei Alexa). Das bedeutet, dass der Nutzer nicht wirklich frei auf meine Set-Up-Fragen antworten, sondern lediglich zwischen bestimmten Antwortmöglichkeiten wählen kann. Das macht es schwierig, dem Nutzer die perfekte Empfehlung zu geben. Google und Amazon arbeiten aber schon verstärkt daran Entwicklern hier mehr Möglichkeiten zu bieten.
OnlineMarketing.de: User setzen gerade in Search auf Reviews und Co., um sich zu entscheiden. Können Empfehlungen über Voice Apps gerade im digitalen Produktmarketing in der Voice Search das Zünglein an der Waage spielen?
Tom Sebastian Mayr: Voice Apps können definitiv eine große Rolle in diesem Bereich spielen. Eine wichtige Bedingung muss jedoch zuvor erfüllt sein: Die Empfehlungen müssen glaubhaft und authentisch sein. Meistens wird per Voice nur eine Antwort ausgegeben, im besten Fall gibt es noch eine oder zwei Alternativen. So müssen die Nutzer darauf vertrauen können, dass die wenigen Antworten glaubhaft und im ihrem Interesse sind.Deswegen glaube ich auch, dass z.B. Voice Ads noch länger kein Thema für Alexa oder den Google Assistent sein werden. Denn Voice Ads haben wahrscheinlich nicht immer das beste Ergebnis für den Nutzer im Sinn, sondern sind meistens positiv für denjenigen, der am meisten für die beste Positionierung bezahlt.
OnlineMarketing.de: Für welche konkreten Bereiche und Branchen sind deiner Meinung nach Voice Apps schon jetzt eine messbar marketingrelevante Lösung?
Tom Sebastian Mayr: Hier gibt es wirklich schon einige Bereiche, die da sehr spannend sind. Um erstmal ein Gegenbeispiel zu liefern: Wenn es einen Wetterdienst gibt, der noch keinen eigenen Skill bzw. Action rausgebracht hat, dann hat er diese Entwicklung, obwohl sie noch so jung ist, schon komplett verschlafen. Ansonsten sehe ich drei Bereiche / Branchen bei Voice aktuell ganz vorne mit dabei: Versicherungen, Einzelhändler und Spiele-Entwickler.Im Bereich Versicherung gibt es schon einige sehr relevante Beispiele, wie dort mit Kunden interagiert wird. So haben die Techniker Krankenkasse oder die Barmer Versicherung zunächst reine Marketing-Skills veröffentlicht. Die kommen mit ihren Entspannungsprogrammen extrem gut an. Andere, wie die Deutsche Familienversicherung oder die Allianz, haben bereits produktbezogene Anwendungen veröffentlicht. Im Einzelhandel hat etwa. REWE schon ordentlichen Erfolg mit einem Skill, welcher dir dabei hilft deine Einkaufsliste zu verwalten oder Rezepte empfiehlt. Auch Voice Games haben sich als ein großer Bereich herausgestellt, der von Spieleentwicklern bereits aktiv vorangetrieben wird und der mit Unternehmen wie Volley aus den USA auch schon erste Erfolgsgeschichten vorzuzeigen hat.
OnlineMarketing.de: Glaubst du, dass wir schon bald Produkte und Content bei großen Plattformen vorrangig über Voice suchen werden oder wird diese Option die klassische Klick-, Swipe- und Textbedienung lediglich ergänzen?
Tom Sebastian Mayr: Das ist ein grundlegender Glaube, den wir bei Voicehub haben und war auch einer der Gründe, warum wir Voicehub gegründet haben. Voice wird hier sicherlich eine große Rolle spielen und auch in einigen Bereichen die dominante Form der Kommunikation sein, aber ich denke nicht, dass Voice alles komplett übernehmen wird. Ich glaube, dass es eine Verschiebung zwischen den Kanälen geben wird. Das konnten wir auch schon bei den letzten Entwicklungszyklen von anderen Technologien beobachten. Tastaturen oder Touchscreens werden weiterhin eine Rolle spielen.Auch werden Screens nicht vollständig wegfallen. Ganz im Gegenteil: Voice wird zunehmend in Geräte integriert, die auch einen Screen haben (z.B. Fernseher). Wir als Menschen werden auch weiterhin viele Informationen über unsere Augen wahrnehmen. Dass insgesamt ein immer größer werdender Teil der Interkationen mit Sprache und Screen oder nur per Sprache stattfinden wird, davon bin ich überzeugt.
Wir bedanken uns herzlich für das Interview und die interessanten Einsichten zu diesem spannenden und zukunftsorientierten Thema.

Infolge der Urheberrechtsreform: Flickr und Pixsy setzen auf „Uploadfilter“-Technologie

Infolge der Urheberrechtsreform: Flickr und Pixsy setzen auf „Uploadfilter“-Technologie

Die EU-Urheberrechtsrichtlinie dürfte schon bald inkrafttreten und die Mitgliedstaaten zur Umsetzung der darin formulierten Ziele zum Schutz der Urheber auffordern. Zu diesen zählen auch die Fotografen, deren Bildrechte geschützt werden wollen. Nun kooperiert die populäre Fotoplattform Flickr mit Pixsy, einem Legal Tech-Unternehmen, um eine automatisierte Bildüberprüfung für die Plattform bereitzustellen – und somit den Anforderungen von Artikel 17 gerecht zu werden.
Flickr baut schon jetzt auf ein Richtlinien-konformes System
Vor zwei Wochen hat das EU-Parlament für eine EU-weite Urheberrechtsrichtlinie gestimmt, die insbesondere für große Plattformen Veränderungen bedeuten dürfte. Während die Mitgliedstaaten die Richtlinie noch absegnen müssen, wird diese in der Folge innerhalb von zwei Jahren in den jeweiligen Gesetzgebungen dieser Länder zu integrieren sein. Ein Streitpunkt ist der im ehemaligen Entwurf als Artikel 13 bekannt gewordene Artikel 17. Darin heißt es konkret:
Die Mitgliedstaaten sehen vor, dass ein Diensteanbieter für das Teilen von OnlineInhalten eine Handlung der öffentlichen Wiedergabe oder eine Handlung der öffentlichen Zugänglichmachung für die Zwecke dieser Richtlinie vornimmt, wenn er der Öffentlichkeit Zugang zu von seinen Nutzern hochgeladenen urheberrechtlich geschützten Werken oder sonstigen Schutzgegenständen verschafft.Ein Diensteanbieter für das Teilen von Online-Inhalten muss deshalb die Erlaubnis von den in Artikel 3 Absatz 1 und 2 der Richtlinie 2001/29/EG genannten Rechteinhabern einholen, etwa durch den Abschluss einer Lizenzvereinbarung, damit er Werke oder sonstige Schutzgegenstände öffentlich wiedergeben oder öffentlich zugänglich machen darf.
Es gibt eine Reihe von Einschränkungen und Sonderfällen, dennoch bedeutet der Artikel, dass große Plattformen dafür Sorge zu tragen haben, dass bei ihnen hochgeladene Inhalte urheberrechtskonform sind. Aus diesem Grund hat sich die kommerzielle Fotoplattform Flickr dazu entschieden, mit Pixsy zu kooperieren. Dieses Unternehmen stellt eine Technologie zur Verfügung, die die Bildrechte bei einer Suche klärt und etwaige urheberrechtliche Ansprüche offenbart. In der Pressemitteilung von Flickr heißt es, dass das auf KI basierende Programm Pixsys die Verbreitung von Bildern in Echtzeit zu scannen in der Lage ist. Flickr-Mitglieder können – nach der Verknüpfung ihres Kontos mit Pixsy – auf diesen Dienst zurückgreifen. Kommt bei der automatisierten Prüfung heraus, dass eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, so wird der Rechtehalter benachrichtigt und kann über Pixsy direkt rechtliche Schritte einleiten. Der CEO von Pixsy, Kain Jones, erklärt:
Flickr ist die einflussreichste Fotoplattform der Welt. Ihre Mitglieder wissen nun, dass ihre Bilder mit Pixsy aktiv geschützt werden. Wir verwenden modernste Technologie, um den Diebstahl von Bildern aufzudecken und zu bekämpfen.

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Rechtssicherheit und Vergütung für die Fotografen
Fotografen, die ein Flickr-Konto besitzen, sollen durch die Kooperation mit Pixsy zu mehr Rechtssicherheit gelangen. Der Anspruch auf entgangene Lizenzeinnahmen und Schadenersatz kann mit dem Pixsy-Rechstservice geltend gemacht werden, wenn ein Verstoß gegen das Urheberrecht vorliegt. Das Unternehmen arbeitet dafür mit internationalen Kanzleien zusammen. Die Option, die eigenen Bilder im US-Urheberrechtsregister eintragen zu lassen, ermöglicht es Fotografen, automatisch Rechtsaufforderungen zur Entfernung von Verstößen zu verschicken. Andrew Stadlen, Vice President Product bei Flickr, kommentiert:
Wir möchten, dass sich unsere Nutzer sicher dabei fühlen, ihre Arbeiten online zu teilen. Wir bieten eine klare Kontrolle über Datenschutz und Urheberrecht und unterstützen unsere Fotografen dabei, ihre Rechte bei Fällen von Bilddiebstahl geltend zu machen. Mit einem Unternehmen wie Pixsy zusammenzuarbeiten, ist absolut sinnvoll für unsere Gemeinschaft und hilft uns dabei, die Grundwerte von Flickr zu schützen.
Mit dem technologischen System zur automatischen Bildüberwachung geht Flickr schon jetzt, ehe die EU-Urheberrechtsreform inkraftgetreten ist, mit den Vorgaben der Richtlinie konform. Das Beispiel der Fotoplattform zeigt hierbei, wie ein Filtersystem für urberrechtlich geschützte Inhalte aussehen kann. Was bei Fotografien womöglich leichter nachzuvollziehen ist, dürfte bei Video Content oder gemischten Inhalten jedoch für mehr Komplikationen sorgen, wenn es darum geht, das Recht an diesen Inhalten einwandfrei darzulegen.
Dennoch ist der Ansatz von Flickr und Pixsy für die Fotografen und ihre Urheberrechte ein Schritt in die richtige Richtung. Damit ließe sich auch ein Fall verhindern, wie er vor Kurzem aufgetreten ist, als bekannt wurde, dass IBM beinah eine Million Fotos von Flickr für eine Gesichtserkennungssoftware genutzt hatte – ohne den Flickr-Nutzern Auskunft über diese Nutzung zu geben. Verletzungen von Bildrechten sollen durch Flickrs neues System deutlich eingedämmt, vor allem aber schnell erkannt werden. Ob auch andere Fotoplattformen zumindest im EU-Raum künftig auf ähnliche Technologien setzen werden, ist derzeit unklar, jedoch in Anbetracht der Ziele der EU-Urheberrechtsrichtlinie wahrscheinlich.

Jumbo räumt auf: Die Privacy-App verwaltet Einstellungen auf Facebook und Co.

Jumbo räumt auf: Die Privacy-App verwaltet Einstellungen auf Facebook und Co.

Pierre Valade, Entwickler der beliebten Kalender-App „Sunrise“ hat mit „Jumbo“ ein neues Projekt gestartet. Die Privatsphäre-App bietet ein Rundum-Sorglos-Paket in Sachen Datenschutz und räumt auf Facebook, Twitter und Co. auf.
Jumbo kann:
30 Privatsphäreeinstellungen auf Facebook verändern
alte Tweets löschen (und vorher auf dem Telefon speichern)
den Verlauf der Google-Suche löschen
Alexas Verlauf löschen
und soll bald auch auf Instagram und Tinder klar Schiff machen
Während gerade auf Facebook eine langwierige Recherche den Änderungen der Einstellungen vorhergehen muss, erledigt Jumbo alles für den User mit ein paar Klicks. Viele Nutzer sind zu bequem, um sich wirklich in die Materie einzuarbeiten und belassen die Einstellungen deswegen oft einfach so, wie sie von Anfang an sind. Das möchte Jumbo ändern.
Privacy is something that people want, but at the same time it just takes too much time for you and me to act on it. So you’re left with two options: you can leave Facebook, or do nothing,
sagte der Entwickler von Jumbo Pierre Valade.
Eine Übersicht der Funktionen. © Jumbo Blog So funktioniert es:
In der App geben User ihren Benutzernamen und ihr Passwort ein. Da keine API für die Facebookeinstellungen existiert, wird Jumbo den Nutzer imitieren und für ihn die Buttons klicken. In drei Abstufungen (weak – medium – strong) kann der Nutzer auswählen, wie strikt seine Privatsphäre geschützt werden soll. Eine Liste aller Unterschiede der drei Einstellungsmöglichkeiten in den verschiedenen Bereichen findet sich auf der Website. So stellt Jumbo beispielsweise Fragen wie:
Dürfen Suchmaschinen außerhalb von Facebook auf dein Profil verweisen?
Wer soll deine zukünftigen Posts sehen können?
Soll Facebook dich in Fotos und Videos erkennen können?
Jumbo hat selbst keinen Zugriff auf die Daten
Die Jumbo-App selbst sieht nie etwas von den Daten der Nutzer – z.B. wenn der Assistent auf Twitter alte Tweets löscht -, denn alles wird lokal auf dem Telefon verarbeitet. „There isn’t a server-side component that we own that processes your data in the cloud“, stellte Valade klar. Im Gegensatz zu anderen Apps, die ähnliche Dienste anbieten, ist Jumbo das erste Rundumpaket, das für alle großen Player nutzbar sein soll. Seit gestern ist die App für iOS verfügbar, bald soll sie auch für Android kommen. Noch ist der Service kostenlos, aber es ist zu erwarten, dass einige Features bald nur für Premium-Accounts verfügbar sein werden, die dann Geld kosten.
Eine Herausforderung für Facebook
Beinahe erwartet wird von Valade, dass die großen Unternehmen wie Facebook und Twitter sich gegen die Anwendung von Jumbo sträuben werden. Schließlich verdienen sie am meisten, wenn die Nutzer ihre Datenschutzeinstellungen am besten gar nicht berühren und dadurch viele Daten liefern. Sollte Facebook Jumbo auf der Plattform blockieren, gibt sich Valade zuversichtlich, dass es nur auf Zeit wäre:
If the social network blocks us, we will disable the integration in Jumbo until we can find a solution to make them work again.
Im Grunde kann sich Facebook mit all den Skandalen in letzter Zeit nicht noch mehr negative Aufmerksamkeit leisten. Die Blockierung eines für viele Nutzer sicherlich rettenden Privatsphäre-Assistenten, den Facebook schon längst hätte selbst entwickeln können, würde ein falsches Licht auf die Motive des Sozialen Netzwerks werfen. Mit genügend Unterstützung durch Anwender und gutem Feedback (das derzeit mit 37 Ratings bei 4,9 von 5 Sternen im AppStore liegt) wäre die Empörung sicher zu groß, als dass eines der Unternehmen sich das leisten wollen würde. Doch noch ist die App zu klein, als dass sie Facebook in der Hinsicht einschüchtern könnte. Derzeit hätte die Plattform wohl keine Schmerzen damit, den Zugriff von Jumbo auf die eigene Seite zu sperren.

Voice Search: Die Branche ist kaum vorbereitet

Voice Search: Die Branche ist kaum vorbereitet

Ob mit Alexa oder dem Google Assistant, die Nutzer greifen vermehrt auf Sprachassistenzen zurück, um digitale Interaktionen voranzutreiben. Voice Search könnte zum Standard in der Suche werden und Websites und Unternehmen müssen darauf vorbereitet sein. Doch wie bereit sind die schon heute für die sprachbasierte Suche, während immer mehr User Smart Speaker verwenden und sprachbasierte KI immer mehr zum Alltag werden?
Voice Search: Unternehmen hinken der Entwicklung hinterher
Wer Voice Search ready ist, kann sich im digitalen Wettbewerb langfristig Vorteile verschaffen. Das untermauern verschiedene Studien und Schätzungen, die aufzeigen, wie stark die Nutzung von Smart Speakern und Sprachassistenzen ansteigt. So gab Amazon vor wenigen Monaten an, bereits über 100 Millionen Geräte mit Alexa verkauft zu haben, während der Google Assistant auf über einer Milliarde Geräten zur Verfügung steht. Es gibt eine ganze Reihe von Tipps, wie Websites für Voice optimiert werden können. Sie müssen schnell laden und Strukturierte Daten aufweisen, während eine starke Sicherheit und FAQs durchaus helfen. Wir haben einige hilfreiche Ansätze zusammengestellt.
Eine aktuelle Studie zur Voice Search Readiness von Uberall kommt jedoch zu dem Schluss, dass lediglich vier Prozent aller Unternehmen bestens darauf vorbereitet sind, die Voice-Nutzer zu erreichen. Das ist angesichts der aktuellen Entwicklung eine zu geringe Zahl. Allein in den US-Haushalten ist die Zahl der Smart Speaker von 2017 bis 2018 um 78 Prozent auf 118,5 Millionen angestiegen.
Zahl der Smart Speaker in US-Haushalten 2017-2018, © Uberall Während nun der Großteil der Befragten der Studie (57,2 Prozent) angab, im vergangenen Jahr nicht auf Voice Search zurückgegriffen zu haben, gaben doch knapp zehn Prozent an, sie täglich zu nutzen. Immerhin elf Prozent suchten mindestens einmal pro Woche sprachbasiert. Diese Werte dürften sich jedoch in den kommenden Monaten und Jahren deutlich ändern. Daher hat Uberall einen Voice Search Readiness Score erstellt, um zu prüfen, wie bereit Unternehmen für diese Form fouder Suche sind.

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Der Score für Voice Search Readiness
Für die Erstellung des Scores hat Uberall die wichtigsten Verzeichnisse in den USA ausgemacht, darunter Google, Google Maps, Yelp, Bing, Facebook, Foursquare usw. Daraufhin wurden die zentralen Geschäftsinformationen festgelegt. Diese sind:
Adresse
Öffnungszeiten
Telefonnummer
Website
Unternehmensname
Postleitzahl
Auf Grundlage eines Datensets von 73.000 Unternehmen der Metropolregion Boston wurde der Score für die einzelnen Unternehmen im Bereich von ein bis 100 Prozent ermittelt. Im Schnitt lagen die Unternehmen der Region bei 44,12 Prozent – man kann sich bereits vorstellen, dass die Voice Search Readiness in anderen Ländern, wie Deutschland, auf einem weniger weit entwickelten Level ist. Bestwerte konnten Zahnärzte oder Läden mit gesundem Essen erzielen, über 96 Prozent, während Kunstgalerien (1,65 Prozent) oder Verbraucherschutzorganisationen (0,2 Prozent) besonders schlecht abschnitten. Nur knapp vier Prozent konnten bei drei Verzeichnissen korrekte Informationen über Voice angeben. Davon waren zwar die meisten (39,1 Prozent) große Unternehmen; doch die mittelgroßen Player (36,4 Prozent) und kleinen Unternehmen (24,6 Prozent) waren nicht weit abgeschlagen.
Ein ausgeglichenes Bild bei den Unternehmen, die Voice Search ready waren, © Uberall Das zeigt, dass auch unabhängig von der Unternehmensgröße die Optimierung für die Sprachsuche angegangen werden kann – und sollte.
Zentrale Fehlerquellen, die zum Problem werden können
Zum Problem bei den Geschäftsinformationen, gerade im Kontext der Voice Search, können natürlich auch fehlerhafte Angaben werden. In Uberalls Analyse wiesen fast die Hälfte aller geprüften Unternehmen fehlerhafte Öffnungszeiten bei zentralen Verzeichnissen wie Google oder Bing auf. Aber auch in Bezug auf die Website und den richtigen Namen der Location waren viele Angaben falsch. Das ist deshalb problematisch, weil Leute, die über die Sprachsuche nach lokalen Unternehmen suchen, womöglich direkt zum Laden kommen möchten oder sogar eine Kaufintention haben. Daher müssen Unternehmen nicht nur für die Sprachsuche bereit sein, sondern auch die Richtigkeit der vermittelten Informationen angeben.
Tatsächlich nutzen die meisten Menschen Voice Search noch am meisten zu Hause oder im Auto.
Zu Hause und im Auto wird am meisten auf Voice Search zurückgegriffen, © Uberall Und was die Nutzer tun, ist auch für die Unternehmen entscheidend. Denn diese Nutzer wollen die Unternehmen auf ihre Seiten und zu ihren Angeboten oder Diensten und Inhalten locken. Dabei sind sich die Nutzer noch nicht ganz einig darüber, wie wichtig die Sprachsuche in Zukunft eigentlich wird.
Die Meinung der Nutzer zur künftigen Relevanz der Voice Search ist unterschiedlich, © Uberall Es gilt hierbei aber zu untersuchen, weshalb die Nutzer die Möglichkeiten der Voice Search (noch) nicht wahrnehmen. Mehr als ein Drittel gab bei Uberalls Studie zwar andere Gründe an, doch mit 23,2 Prozent sagte auch fast ein Viertel, dass der Umstand, dass sie Voice Search nicht gewohnt sind, sie von der Nutzung abhält. Und immerhin 13,5 Prozent sind skeptisch, was die Genauigkeit und Richtigkeit der Suchergebnisse angeht.
Gründe, warum Nutzer Voice Search nicht nutzen, © Uberall Bei den Momenten, die dafür sorgen könnten, dass die Sprachsuche mehr verwendet wird, lässt sich aus der Studie kein klarer Trend ableiten. Noch ist die Technologie für einige zu limitiert, während wieder andere durch Angebote und Deals gelockt werden könnten. Knapp 21 Prozent der Befragten sind mindestens wöchentlich über die Sprachsuche aktiv, Tendenz steigend.
Die Chancen für Unternehmen, um Voice Search ready zu werden
Die Studie von Uberall gibt nicht nur den Zustand der Voice Search Readiness im Kontext der untersuchten Unternehmen an, sondern liefert auch Hinweise, wie man sich für die Entwicklung wappnen kann. Dass die Sprachsuche immer gewichtiger wird, davon ist auch Norman Rohr, Senior Vice President Marketing bei Uberall, überzeugt:
Nutzeranfragen über Voice Search sind stark im Kommen und werden derzeit regelrecht gehypt. Gerade deswegen handelt es sich um ein Thema, bei dem nach wie vor viel Aufklärungsarbeit nötig ist. Nur sehr wenige Unternehmen wissen heute, was es heißt, Voice Search Ready zu sein, was sie tun müssen, um es zu werden und ob sich die Investition überhaupt lohnt […] Wir haben VSR mit einem prozentualen Bewertungssystem messbar gemacht, das die optimierte Onlinepräsenz eines Unternehmens analysiert. Auf diese Weise kann ein Unternehmen sehen, ob seine Online-Listings für lokale Sprachsuchen optimiert sind und welche Probleme behoben werden müssen.
Einige der grundlegenden Hinweise dürften hier nicht neu sein. Es gilt, seine Fakten zu prüfen, bei Google My Business registriert zu sein, Yahoo, Bing und Co. aber auch nicht außen vor zu lassen. Darüber hinaus muss natürlich auf Voice-freundliche strukturierte Sprache gesetzt werden – ebenso wie auf Markups. Außerdem könnten externe Anbieter helfen. Von Interesse für die Unternehmen und die Webmaster ist jedoch sicherlich die ausführliche Checkliste, die Uberall kreiert hat. Sie zeigt im Detail, wie in Bezug auf Verzeichnisse, den eigenen Content oder die eigene Seite Elemente optimiert werden können, um bei der Voice Search ganz vorne zu landen.
Ausschnitt aus der Voice Search Readiness Checklist, © Uberall Wer sich für die Sprachsuche bereit machen möchte, sollte sich den Bericht von Uberall komplett anschauen. Denn er zeigt: die meisten Unternehmen sind für Voice Search noch nicht bereit – obwohl sie es sein sollten. Denn die User werden sich daran gewöhnen, mehr über Sprache zu interagieren. Mit Alexa, dem Google Assistant etc. Und so wird der Weg zur Voice Search Readiness eine der größten SEO-Aufgaben für Unternehmen und Websites überhaupt.

Arztbesuch der Zukunft – Wie Alexa nun Patienten versorgt

Arztbesuch der Zukunft – Wie Alexa nun Patienten versorgt

Auf die Frage „Gibt es etwas, das Technik nicht kann?“, scheint es immer weniger Antworten zu geben und Amazon ist auf dem besten Weg, eine weitere zu streichen. Der Personal Assistant des Unternehmens, Amazon Alexa, auf Smart Speakern wie dem Echo oder in der Smartphone App genutzt, soll nun fähig sein Gesundheitsinformationen an Patienten von Krankenhäusern und ähnlichen Institutionen zu kommunizieren. Angekündigt wurde dies von der Leiterin des Projekts, Rachel Jiang, in einem Blogpost.
Die Gesetzesproblematik
Eine Hürde stand Alexa entgegen, bevor sie zur medizinischen Fachangestellten des eigenen Haushalts werden konnte. In Amerika besteht der sogenannte Health Insurance Portability and Accountability Act von 1996 (HIPAA). Ein Gesetz, demzufolge medizinisch vertrauliche Informationen nur zwischen Patienten und Mitarbeitern des Gesundheitswesens, Ärzten und Co. geteilt werden dürfen. Dementsprechend sind Daten zu Diagnosen und Verschreibungen vertraulich zu handhaben und nicht für Dritte zugänglich zu machen.
Mit Alexas neuen Funktionen plant Amazon nun auch in der Medizin Fuß zu fassen. Juristisch ausgelegt kann man hierbei hinterfragen, ob Alexa, und wenn nicht Alexa, dann Amazon, als Mittler der Informationen womöglich als dritte Partei anerkannt werden müsste. Dem Unternehmen zufolge werden hierbei jedoch keine Verstoße vorliegen, da eine HIPAA-konforme Umgebung errichtet wurde. Dank dieser sei es Alexa möglich wertvolle Informationen an die Patienten weiterzuleiten, jedoch sei es auch den Entwicklern ermöglicht Sprachprogramme – Amazon bezeichnet diese als „Skills“ – zu konstruieren, welche allesamt HIPAA-konform sind. Bereits seit Längerem widmet Amazon sich dem Einstieg in die Medizin und somit auch diesem Projekt. Es ist demnach davon auszugehen, dass die nötige Arbeit verrichtet wurde, um mit dem angebotenen Service gesetzeskonform zu agieren.

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Alexa, die Medizinerin für Zuhause
Die Bandbreite an Skills, welche Alexa bisher bietet, beschränkt sich zurzeit auf sechs. Wenn auch nicht viele, können diese bereits das Leben der Patienten aus organisatorischer Perspektive erheblich vereinfachen. Die Funktionen umfassen hierbei das Mitverfolgen der Lieferung von Medikamenten, Beantragung von Terminen, Updates zum Zustand nach einer Operation und noch mehr. Alle Skills wurden in Kooperationen mit Unternehmen des Gesundheitswesens errichtet und richten sich an Problematiken und Unannehmlichkeiten der Patienten.
Eine Ansicht der von Alexa gebotenen Funktionen (mit einem Klick zur Großansicht), Screenshot Amazon Alexa Den Nutzern Zugriff auf Informationen zu alldem zu gewähren und das von Zuhause aus, scheint unfassbar praktisch. Laut Amazon sollen noch weitere Skills folgen und somit die ursprünglichen sechs übersteigen.
Der Arztbesuch der Zukunft
Bisher ist das Programm für Skill-Entwickler invite only, jedoch erwartet Amazon dies zukünftig ändern zu können, um somit die Auswahl an angebotenen Skills zu erweitern und den Alexa-Nutzern mehr medizinische Funktionen zugänglich zu machen. Rachel Liang sagte dazu Folgendes:
Zukünftig erwarten wir weitere Entwickler zum Aufbau von Health Care Skills zu befähigen, um mehr Kunden die Alternative zum angenehmen Zugriff auf medizinische Informationen bieten zu können, einfach über Nutzung der Stimme.
Seit längerer Zeit versucht Amazon nun in der Medizin Fuß zu fassen und hat dementsprechend viel Geld investiert. Mit den jetzigen ersten Erfolgen ist es naheliegend, dass das Großunternehmen nicht plant, es hierbei zu belassen. Weitere Skills sind in Planung und was noch folgt, bleibt zu erwarten. Dass diese Funktionen ebenfalls nach Europa kommen, ist wahrscheinlich. Genaueres ist bisher allerdings nicht bekannt. Genauso würde Amazon sich hier mit gesetzlichen Hürden konfrontiert sehen, da die hiesigen Gesetze nicht denen Amerikas entsprechen. So gilt bei uns beispielsweise die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), für die erneut eine rechtskonforme Umgebung errichtet werden müsste. Es bleibt die Frage, inwiefern Alexas neu gewonnenes Know-how den Alltag ihrer Nutzer in den USA beeinflussen wird – und ob ein digitaleres Gesundheitssystem samt Voice-Optionen nicht sinnvoll für weitere Märkte ist.

Massiver Leak – Millionen Nutzerdaten Facebooks auf Amazon Servern gespeichert

Massiver Leak – Millionen Nutzerdaten Facebooks auf Amazon Servern gespeichert

Wie das Cyber Risk Team von UpGuard kürzlich berichtete, waren Nutzerdaten von Facebook gegenüber Dritten öffentlich zugänglich. Eines dieser Datensets umfasste hierbei 146 Gigabyte, in denen gut 540 Millionen Daten hinterlegt waren. Kommentare, Namen, Likes, Interaktionen und noch viel mehr wurden in dieser Datenbank hinterlegt und waren öffentlich im Internet abrufbar. Ein weiteres Backup einer in Facebook integrierten App namens „At The Pool“, hinterlegt im Speicherdienst Amazon S3 Bucket, war ebenso öffentlich. Neben Interessen, Musik, Bildern und Derartigem, wurden hier ebenso Passwörter hingelegt. Aller Wahrscheinlichkeit nach nur für die angegebene App, Nutzer, die ihre Passwörter doppelt verwenden, laufen nichtsdestotrotz Gefahr. Erneut stellen sich Fragen bezüglich der Vertrauenswürdigkeit Facebooks. Wie sicher sind meine Daten? Wie wichtig ist Facebook meine Sicherheit?
Passwörter für alle
„At The Pool“ ist zwar nicht die größte aufgedeckte Datenbank, jedoch mitunter die gefährlichste. Sie enthält etwas, womit nahezu jeder zu arbeiten weiß: klaren Text. Abgespeichert und zugänglich waren E-Mail-Adressen, Passwörter, Nutzernamen und Weiteres in der Richtung, klar gelistet und verzeichnet von über 22.000 Nutzern.
Gelistet und verzeichnet: Problemlos hatte UpGuard auf diese Tabelle Zugriff (mit einem Klick zur Großansicht). Wenn auch „At The Pool“ seit 2014 inaktiv sein mag, ist der öffentliche Zugang zu all diesen Daten absolut verantwortungslos, zumal nicht klar ist, wie lange genau diese bisher öffentlich zugänglich waren. Daten sind vertraulich zu handhaben und den Nutzern garantieren zu können, die gespeicherten Daten nicht öffentlich zugänglich zu machen, ist von höchster Wichtigkeit. Ihnen liegt ein eigenständiges Monetarisierungspotential zugrunde, da sie Grundlage für Prozesse wie Targeting sind und es Unternehmen erleichtern, bestimmte Zielgruppen zu erreichen. „Erreichen“ ist hierbei das Stichwort. Der Gedanke, dass jeder dies tun kann, wenn nicht Schlimmeres, und Zugriff aufs eigene Profil bekommt, da die hinterlassenen Daten nicht ordnungsgemäß behandelt wurden, ist für jeden Nutzer der absolute Albtraum.
Daten als Sammelware
Mehrfach bereits zeigte der Social Media-Gigant, dass dieser Albtraum bei ihm schnell Wahrheit werden kann. Vor wenigen Wochen erst stand Facebook in der Kritik, aufgrund abgespeicherter Passwörter, die für diverse Mitarbeiter lesbar waren. Besonders schlimm ist dies unter Berücksichtigung, dass Facebook bis vor Kurzem noch nach E-Mail-Passwörtern zur Verifikation des Accounts fragte, wie der Twitter-Nutzer originalesushi zuletzt festsellte.

Hey @facebook, demanding the secret password of the personal email accounts of your users for verification, or any other kind of use, is a HORRIBLE idea from an #infosec point of view. By going down that road, you’re practically fishing for passwords you are not supposed to know! pic.twitter.com/XL2JFk122l
— e-sushi (@originalesushi) March 31, 2019

Nach großer Kritik diesbezüglich entfernte das Social Network diese Funktion letztendlich und gab an, keines der angefragten Passwörter weiter hinterlegt zu haben. Ob dies der Wahrheit entspricht, bleibt fraglich, denn auch der zuvor genannte Leak ist kein Einzelfall. Wie bereits erwähnt, speicherte Facebook bereits mehrfach Passwörter im Klartext ab. UpGuard zufolge liegt dies an einer schier zu großen Anzahl an Daten. Facebook ist schlichtweg nicht mehr fähig, diese Unmengen adäquat zu kontrollieren. Es sei unausweichlich, dass weitere Leaks folgen und noch mehr Daten öffentlich zugänglich werden. Nutzer des Netzwerks müssen sich dessen bewusst sein, denn somit laufen auch ihre Daten Gefahr öffentlich zu werden.
Mangelnde Glaubwürdigkeit
Bereits am 10. Januar kontaktierte UpGuard Cultura Colectiva, die Besitzer der 146 Gigabyte Cloud. Erst gestern, am 3. April, folgte eine Reaktion seitens Facebooks. Drei Monate, in denen das Netzwerk diese 540 Millionen Daten öffentlich ließ.Viel redet Facebook über den Wert der Sicherheit der Daten, wenn jedoch in solch einem Szenario erst nach drei Monaten eine Reaktion folgt, lässt diese sich infrage stellen – und die Glaubwürdigkeit Facebooks bröckelt. Wie sicher die eigenen Daten sind, ist niemals wirklich transparent. Dementsprechend gilt ein unausgesprochenes Vertrauensverhältnis zwischen Plattform und Nutzer. Wie auch in diesem Fall, bestätigt sich zu häufig, dass es schwierig ist, dieses Vertrauensverhältnis aufrechtzuerhalten.
Facebook mag die Verantwortung ihrer Daten teils über Dritte verwalten, wie auch in den hier genannten Leaks, wenn sich jedoch mangelnder Umgang mit diesen im Hinblick auf den Datenschutz offenbart, wird Facebook hierfür von der Öffentlichkeit zur Rechenschaft gezogen. Den Dritten kann das Netzwerk scheinbar nicht immer vertrauen, alleine kriegt es die Daten jedoch nicht mehr verwaltet. Wenn Facebook jedoch so viel Wert auf die Daten der Nutzer legt, wie in diversen Interviews angegeben, muss hierfür eine Lösung gefunden werden.