OVK bringt mit Initial/Subload Lösung, um Page Speed und Ad Load zu beschleunigen

OVK bringt mit Initial/Subload Lösung, um Page Speed und Ad Load zu beschleunigen

Der Online-Vermarkterkreis (OVK) im BVDW hat jüngst das Konzept Initial/Subload vorgestellt, das eine bessere UX danke schneller ladender Seiten gewährleisten soll. Weißflächen sollen vermieden werden, da Werbemittel im Initialbereich des Downloads bereits ein Visual des Werbetreibenden aufzeigen müssen.
Polite Download abgelöst: Neue Lösung für schneller ladende Seiten
Die bisherige Lösung des BVDW zur Sicherstellung, dass Nutzer bei geladenen Seiten direkt die vorhandenen Ads sehen, war der Polite Download. Er sieht vor, dass nach dem Initialload bereits der Werbemittelinhalt dargestellt wird. Auch, weil die Werbeform im Gewicht der Datei dem initialen Download entspricht. Zudem darf hierbei das Nachladen erst nach dem Laden der Seite selbst gestartet werden, nicht direkt im Anschluss an den Initialload.
Diese Lösung soll durch Initial/Subload jedoch obsolet werden. Immerhin konnten die Vorgaben des Polite Downloads nicht umfassend eingehalten werden. Nun sieht der OVK eine neue Standardspezifikation vor, die bei Github im Detail nachzuvollziehen ist. Das Konzept wurde vom IAB Tech Lab bereits in seine LEAN-Richtlinien übernommen. Beim Konzept wird das Gesamtdateigewicht eines Werbemittels zweigeteilt in einen initialen und einen nachgeladenen Teil. Die Ladezeiten der Websites von Publishern, die im OVK versammelt sind, sollen nun deutlich geringer ausfallen, weil das Laden der Werbeinhalte vorerst auf den initialen Teil beschränkt wird. Andreas Kühner (United Internet Media), Leiter der Unit Ad Technology im OVK, erklärt:
Das Online-Erlebnis der Nutzer verbessert sich spürbar, denn die Websites laden deutlich schneller. Die neue Lösung macht das bisherige Konzept ‚Polite Download’‚ obsolet, das das ‚Polite‘-Versprechen zur Steigerung der Nutzerfreundlichkeit nur bedingt einlösen konnte.
Werbebotschaft muss nach Initialdownload vorhanden sein
Initial/Subload sieht vor, dass nach Abschluss des Initialloads bereits ein Motiv des Werbetreibenden auf der Werbefläche zu sehen ist. Die Werbebotschaft soll „unmittelbar mit dem Aufbau der Seite gestreut werden“ können. An diesem Punkt sollen technische KPIs wie Ad Impressions und Sichtbarkeitsmessungen erhoben werden. Weißflächen, die erst verzögert mit Werbeinhalten gefüllt werden, sollen auf diese Weise vermieden werden. Demnach werden die aufgerufenen Inhalte von Nutzern sofort gesehen. Die abgeteilten Subload-Anteile der Werbemittel werden dann nach dem vollständigen Laden der Website nachgeladen.
Für aufwendige Kreationen im Bereich der Werbemittel hat der OVK einige Lösungen bereit. Wenn das Gesamtdateigewicht beim Initialload nicht ausreicht, können bis zur Spezifikationsgrenze des Subloads zusätzliche Inhalte nachgeladen werden. Demnach wird der Subload  „durch das Event der Hauptseite „readystate=complete“ angestoßen“. Allerdings kann bei diversen Werbemitteln nicht in allen Integrationsvarianten auf dieses Event zugegriffen werden. So hat die Unit AdTechnology des OVK Lösungen bereitgestellt, die mit dem IAB Tech Lab abgestimmt werden. Diese Lösungen sind:
Direkter Zugriff auf das readystate-Event der Hauptseite
Alternativ: Reagieren auf das postmessage Signal „IAB_HOST_LOADED“ der Seite
Die maximale Wartezeit ist auf 4 Sekunden beschränkt
Wichtig: Es ist sicherzustellen, dass der Subload nur einmal pro Werbemittel gestartet wird, da unter Umständen entsprechende Signale mehrfach übergeben werden.
Wenn das neue Konzept des Online-Vermarkterkreises umfassend Anwendung findet, dürfte sich die Ladezeit der Websites also deutlich verringern. Und das hat nicht nur für den User und die Seitenbetreiber ob der optimierten UX Vorteile, sondern im Zuge dessen auch für die Performance der Ads.

Google ermöglicht bald automatische Löschung von Locationdaten

Google ermöglicht bald automatische Löschung von Locationdaten

Für all jene, die ihre Locationdaten und Angaben zur Aktivität bei Google nicht dauerhaft gespeichert wissen wollen, führt die Suchmaschine nun Kontrollen ein, die eine automatische Löschung erlauben. Damit lassen sich die eigenen Daten noch simpler verwalten.
Automatische Löschung nach einem bestimmten Zeitraum möglich
Die Daten aus der Standorthistorie der Nutzer oder aus deren Web- und App-Aktivitäten erlauben es Google, seine Dienste und Angebote immer weiter zu optimieren und auch zu personalisieren. Dennoch fordern viele User, dass es einfachere Kontrollen geben soll, um im Google Account die betreffenden Daten für eine Löschung vorzusehen. Bisher existieren bereits übersichtliche Optionen, um beispielsweise den Standortverlauf zu verwalten. Dabei können solche Aspekte bei den Aktivitätseinstellungen mit simplen On-/Off-Kontrollen reguliert werden.
Doch nun gab Google bekannt, dass darüber hinaus Auto-Delete-Kontrollen für die Standortdaten und die Web- und App-Aktivitäten eingeführt werden. Das GIF präsentiert, wie das Ganze funktioniert.

Set it and forget it: Rolling out soon to your Google Account, new auto-delete controls will make it even easier to manage your Location History and activity data → https://t.co/IkOP6srCjA pic.twitter.com/DIzQ4yJZrA
— Google (@Google) May 1, 2019

Demnach können drei Optionen angewählt werden:
die Daten erhalten, bis sie manuell gelöscht werden
die Daten 3 Monate lang erhalten und ältere automatisch löschen
oder die Daten 18 Monate lang erhalten und ältere automatisch löschen
In den kommenden Wochen sollen diese Optionen für die beiden genannten Bereiche ausgerollt werden. Der Speicherung verschiedener Daten können Nutzer in ihren Konten durch eine Deaktivierung einen Riegel vorschieben. Mit den neuen Kontrollen soll die Datenverwaltung also noch simpler werden.
Ob die nach einiger Zeit automatisch gelöschten Daten wirklich für immer vegessen sind, können wir dabei aber nicht nachvollziehen, sondern müssen uns auf Googles Wort verlassen. Immerhin zeigte sich letztes Jahr, dass Google auch mit ausgeschalteten Locationdaten Geräte tracken konnte. Wer aber einen umfassenden und personalisierten Service bei Google erwartet, etwa beim Assistant, muss mit Google verschieden Daten teilen. Darin liegt die Crux und Nutzer müssen sich hier wahrlich entscheiden, welche Aspekte ihnen im digitalen Alltag wichtiger sind. Dass sie jedoch die Option haben, sich zu entscheiden, spricht trotz allem für Google.

Reviewer im Alexa-Team können Nutzeradressen ermitteln

Reviewer im Alexa-Team können Nutzeradressen ermitteln

Wer sich Alexa ins Haus holt, lädt gewissermaßen auch andere Personen mit ein. Vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass Amazon-Mitarbeiter private Mitschnitte von Gesprächen über Alexa mitanhören, um diese zu analysieren und die KI zu optimieren. Während der Grad der Anonymität dabei noch eher gewährleistet war, zeigt sich nun, dass Reviewer der Sprachassistenz sogar die Privatadressen der User herausfinden können. Trotz Regulierung durch Amazon ist dieser Gedanke besorgniserregend.
Hat Alexa orwellsche Züge?
Die Popularität von Amazons Sprachassistenz Alexa, die über Smart Speaker wie den Echo Dot und Co. läuft, steigt immerzu. Über 100 Millionen Geräte wurden längst schon verkauft. Sprachassistenten werden von Usern immer mehr in den Alltag integriert und helfen ihnen bei verschiedensten Aspekten ihres Lebens. Dabei bekommen jedoch nicht nur die Nutzer Informationen ausgespielt. Auch die Betreiber der Sprachassistenz, im Falle Alexas Amazon, greifen auf die Nutzerdaten zurück, um ihre Produkte und ihre Dienstleistung zu verbessern. Doch diese Einsicht in die Nutzerdaten entpuppt sich bei Alexa zusehends als datenschutzrechtliche Gratwanderung, ja fast als dystopische Realität.
Zwar kann man bei den Echo-Geräten von Amazon nicht davon ausgehen, dass sie eine Überwachung à la 1984 bedingen. Trotzdem zeigt sich, dass die Nutzung von Alexa die Privatsphäre gewissermaßen beeinträchtigt. Nun darf man darüber hinaus nicht vergessen, dass das bei anderen Diensten ebenso der Fall ist. Und die Nutzung jeder App kann letztlich zur – wenn auch unfreiwilligen – Weitergabe sensibler Informationen führen. Doch allein aufgrund der sprachbasierten Interaktion stimmt einen die Überwachung von Alexa skeptisch. Beunruhigend ist der Faktor, dass einige Alexa-Teams auch sehr private Gespräche mitanhören. Amazon erklärt zwar, dass nur kleine Stichproben von Tonaufnahmen überprüft werden und dass die Mitarbeiter Nutzer nicht identifizieren können; Mitarbeiter in Außenstellen bearbeiten pro Schicht jedoch 1.000 Sound Clips und hören mitunter auch Hilfeschreie, sexuelle Handlungen, die Nennung von Bankdaten usw. Und Geheimdienste wollen laut Informationen der FAZ den Dienst ebenfalls zur Informationsbeschaffung nutzen.
Im Dezember letzten Jahres hatte ein Fehler außerdem dafür gesorgt, dass 1.700 Sprachdateien eines Nutzers bei einem völlig Fremden gelandet waren, was die Datenschutzproblematik ebenfalls vor Augen führte. Die FAZ hatte seinerzeit berichtet und erwähnt, dass Datenschutzfachleute vor Sprachassistenten warnen. Offenbar zurecht, denn Reviewer können neuen Informationen zufolge sogar die Privatadressen von Usern ermitteln.
Was die Dateneinsicht bedeuten kann
In den Nutzungsbedingungen für Alexa steht Folgendes:
Wenn Sie einen Dienst Dritter verwenden, tauschen wir unter Umständen entsprechende Informationen mit diesem Dienst aus, z. B. Ihre Postleitzahl, wenn Sie nach dem Wetter fragen, Ihre üblichen Musiksender oder den Inhalt Ihrer Anfragen.
Amazon gibt an, dass die Mitarbeiter der Alexa-Teams Nutzer nicht identifizieren können. Doch Ad Age berichtet nun mit Bezug auf Quellen aus Mitarbeiterkreisen, dass die Reviewer von Gesprächen Zugang zu Locationdaten haben und in einigen Fällen damit auch Nutzeradressen ausfindig machen können. Demnach lassen sich geographische Koordinaten der Endnutzer einsehen, die einfach als Ort identifiziert werden können. Bloomberg hatte die Erkenntnis publik gemacht.

With a few keystrokes, Amazon employees listening to Alexa commands can figure out where you live https://t.co/BRWnMqEhbMpic.twitter.com/skFF3wLZQL
— Bloomberg (@business) April 24, 2019

Damit wissen einige Mitarbeiter in Alexa-Teams zum Teil, was die User erzählen, aber auch wo sie sich dabei aufhalten. Zunächst scheint es nicht allzu schlimm zu sein, dass ein Unternehmen die Adresse kennt. Allerdings könnte es zu heiklen Vorfällen kommen, da die Nutzer ihren Aufenthaltsort und über Alexa besprochene Dinge lieber nicht preisgeben würden. Weiterhin ist auch der Gedanke, dass irgendwelche Reviewer Privatadressen mit Gesprächsinhalten in Verbindung bringen können, alarmierend. Denn ein solches Wissen kann durchaus missbraucht oder verkauft werden. Amazon gibt weiter an:
[A] ccess to internal tools is highly controlled, and is only granted to a limited number of employees who require these tools to train and improve the service by processing an extremely small sample of interactions. Our policies strictly prohibit employee access to or use of customer data for any other reason, and we have a zero tolerance policy for abuse of our systems. We regularly audit employee access to internal tools and limit access whenever and wherever possible.
Einige Mitarbeiter – die Verschwiegenheitsklauseln unterschrieben haben – gehen dennoch davon aus, dass sehr viele in den Alexa-Teams auf eine Software zur Datenauswertung zugreifen können. Darin sind Privatadressen und Telefonnummern der Nutzer einzusehen. Nach den jüngsten Berichten hat Amazon diesen Zugriff laut Ad Age jedoch deutlich reduziert.
Für Amazon wie auch andere Anbieter von Sprachassistenten ist die Balance zwischen einem hochpersonalisierten sprachbasierten Service und der Wahrung der Privatsphäre ein Drahtseilakt. Wer Alexa nutzt, dürfte also wissen, dass seine Daten und Gespräche wohl niemals so ganz privat bleiben. Die Verknüpfung von digitalem Datenmanagement und privaten, stark personenbezogenen Informationen sollte jedoch Skepsis hervorrufen. Wie viel wissen die Alexa-Mitarbeiter wirklich? Denn die Beschränkung des Zugriffs auf die persönlichen Daten erfolgte erst nach einigen kritischen Publikationen. Die Gefahr all dieser Datenweitergabe mag nicht immer schwerwiegend und oft nur latent sein; doch sie ist da.

Tim Cook sieht keinen anderen Weg: Technologie muss reguliert werden

Tim Cook sieht keinen anderen Weg: Technologie muss reguliert werden

Die schöne neue Welt der technologisierten Gesellschaft zeigt täglich mehr Risse. Die schier ungeahnten Möglichkeiten, die mit der Digitalisierung einhergehen, bieten gleichermaßen Raum für groß angelegte Manipulation und Verunglimpfung, für Betrug und Hassnachrichten und besonders auch für Datenschutzprobleme. Nicht zuletzt deshalb folgt Apples CEO Tim Cook nun Mark Zuckerberg mit seiner Forderung nach einer Regulierung für die Technologie.
„I do not see another path at this point“
Die Aussage Tim Cooks beim TIME 100 Summit in New York war eindeutig:
We are advocating strongly for regulation — I do not see another path.
Der Chef des mächtigen Tech-Unternehmens Apple fordert eine Regulierung der Technologie. Denn so wie es derzeit im Tech-Sektor läuft, könne es nicht weitergehen. Im Interview mit der früheren Chefredakteurin des TIME Magazines, Nancy Gibbs, erklärt Cook:
We all have to be intellectually honest, and we have to admit that what we’re doing isn’t working. Technology needs to be regulated. There are now too many examples where the no rails have resulted in a great damage to society.
[embedded content]
Cook folgt damit gewissermaßen Facebooks CEO und Gründer Mark Zuckerberg, der vor wenigen Wochen für eine Regulierung des Internets plädiert hatte. Zuckerberg, neben Cook eine der mächtigsten Stimmen im Silicon Valley und der Tech-Szene, hatte sich für eine Überprüfung durch Dritte wie die Regierung ausgesprochen:
I believe we need a more active role for governments and regulators.
Er hatte diesbezüglich vier zentrale Aspekte in den Mittelpunkt gestellt:
gefährliche Inhalte
Integrität bei Wahlen
Datenschutz
Datenübertragbarkeit
Cook hingegen betonte in seinem Interview, dass er die DSGVO als einen Ansatz zur Regulierung zwar als „nicht ideal“ erachte, dass die Verordnung aber ein „Schritt in die richtige Richtung“ sei.
Apples Haltung zur Technologie-Nutzung
Hinsichtlich der eigenen Rolle oder der von Apple im digitalen Gefüge gab Tim Cook ebenfalls einige Aussagen zum Besten. Dabei betonte er:
We focus on policies, not politics.
Zudem sagte er, dass Apple als eines der wenigen großen Tech-Unternehmen kein Political Action Committee (PAC) hat. Er lehne es ab, denn es sollte nicht existieren. Dieser Ansatz ist in der Tech-Szene selten und darf ebenso honoriert werden wie das Ideal, dass es nicht im Sinne des Unternehmens ist, die Nutzerzeit immer weiter zu erhöhen.
We’ve never been about that. We’re not motivated to do that from a business point of view, and we’re certainly not motivated from a values point of view. If you’re looking at a phone more than someone’s eyes, you’re doing the wrong thing,
so Cook weiter. Hiervon glaubt der CEO, dass es das Richtige ist. Und seiner Meinung nach sollten die Führungskräfte großer Unternehmen das tun, was sie für richtig erachten, nicht, was am wenigsten kontrovers ist. Insofern dürften Mark Zuckerbergs Forderungen ganz mit Tim Cooks Anforderungen d’accord gehen.
Natürlich würde eine geringere Nutzung etwa der Technologie Apples dem Unternehmen auf lange Sicht schaden. Und das kann nicht das Ziel sein. Allerdings zeigt sich zusehends, dass der Einfluss von digitalen Medien, insbesondere Social Media, und moderner Technologien bei Smart Speakern und Smartphones auf die Gesellschaft enorm ist – und zuweilen schädlich. Daher ist der Gedanke einer Regulierung der Technologie und des Internets zunächst kontrovers, langfristig aber unbedingt nötig. Immerhin haben wir auch andere Lebensbereiche mit gesellschaftsfähigen Regeln versehen. Hier müssen Politik und Unternehmen „politics“ und „policies“ zusammendenken, um zu haltbaren Ergebnissen zu gelangen. Dass Größen wie Tim Cook und Mark Zuckerberg Ansätze liefern und den Diskurs befeuern, kann dabei nur helfen. Eine derartige Regulierung wird jedoch höchst komplex sein und langwierig. So braucht es kluge Köpfe und eine Branche, die sich dieser, ihrer vielleicht größten Aufgabe stellt. Die Aufgabe ist dabei für uns alle von Bedeutung.

AMP Stories kommen in die Googlesuche

AMP Stories kommen in die Googlesuche

Seit letztem Jahr gibt es die AMP Stories von Google, die Publishern die Möglichkeit bieten über das populäre Format Inhalte quasi per Storytelling zu vermitteln. Nun sollen die AMP Stories nach und nach in die Suche integriert werden, was ihnen eine enorme Aufmerksamkeit bescheren könnte. Immerhin soll es dafür eigens einen Block in den Suchergebnissen geben.
Die AMP Stories: Google mischt populäres Format mit eigener Marktmacht
Bei Google sind die Menschen aufgrund verschiedenster Motivationen unterwegs. Manche suchen Produkte, andere Definitionen oder nach Namen, wieder andere googlen nach News usw. Dabei hat sich die Googlesuche schon extrem weiterentwickelt. Das Knowledge Panel bedeutet immer häufiger No Click-Suchen, während beispielsweise Videos gerade in der mobilen Suche bei den SERPs prominent sind.
Damit Publisher über Google noch mehr Aufmerksamkeit generieren, hat Google Anfang 2018 die AMP Stories eingeführt. Mit ihnen können News visuell ansprechend und an die Rezeption aus Social Media angelehnt vermittelt werden.

Bei der AMP Conference wurde nun verkündet, dass die AMP Stories in den kommenden Wochen und Monaten direkt für die Googlesuche ausgerollt werden.

AMP Stories now appears in a dedicated section in search results for general queries such as “things to do in Tokyo”. It’s a new opportunity to attract users in SEO. #ampconfpic.twitter.com/3oFHflL8FW
— Kenichi Suzuki💫鈴木謙一 (@suzukik) April 17, 2019

Das Feature startet zuerst in den USA, soll dann sukzessive weiter ausgerollt werden. Wer also künftig bei Google nach etwas sucht, kann in den SERPs auf die AMP Stories stoßen, die zur Suchanfrage passende Inhalte bereitstellen. Dabei werden die Stories in einem eigenen Block angezeigt. Zunächst wird dies im Kontext von Reisen eingeführt. Bei der Präsentation war die Suchanfrage „things to do in Tokyo“.
Stories bei der Suchanfrage nach Dingen, die man in Tokio machen kann (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © The AMP Channel Der Start mit dem Reisebereich wird damit erklärt, dass Stories besonders in diesem Kontext ein besseres Verständnis von etwaigen Reisezielen vermitteln können. Bei der Vorstellung auf der AMP Conference wurde auch dargelegt, was Nutzer beachten sollten. Jedenfalls ist der Einsatz von Rich Media und Text für eine gute Experience der Nutzer sinnvoll; so können ihnen ganz neue Suchergebnisse vermittelt werden.
[embedded content]
AMP Stories sollten mehr adaptiert werden; und sie lassen sich monetarisieren
Google und das AMP Project ermutigen nicht nur dazu, mehr auf AMP zu setzen, um mobile Inhalte schneller zu machen, sondern auch Stories zu kreieren, die die Nutzer auf relevante Inhalte aufmerksam machen. Dazu gibt es eigens ein Best Practice Video zum Erstellen dieser AMP Stories. Dabei geht es vor allem darum, ein Datum und das eigene Branding zu integrieren, Visuals passend zurechtzuschneiden, Animationen und ansprechende Captions einzusetzen oder über Anhänge weitere Inhalte an die Story zu knüpfen.
[embedded content]
Immer wieder fällt in diesem Kontext das Stichwort Storytelling. Denn das ist es, was Nutzer in Social Media wie Instagram langfristig begeistert; und Publisher beispielsweise können mit einem social-esquen Format auf mehr Engagement und Klicks hoffen. Vor allem dann, wenn die Stories direkt in der Googlesuche auftauchen. Noch können wir die Ansicht aus dem Vortrag nicht reproduzieren – doch das dürfte nur eine Frage der Zeit sein.
Die Stories könnten auch deshalb ein Erfolg für das AMP Project werden, weil sie sich monetarisieren lassen. Seit letztem Sommer finden sich verschiedene Optionen dafür, etwa die Auto Ads Extensions für das Einfügen von Werbeanzeigen.
Ads als Monetarisierungsmöglichkeit in den AMP Stories, © Google, Github CTAs wie Explore, Shop, Read oder Install lassen Advertisern diverse Möglichkeiten. Schon zu dieser Zeit wurden für das visuelle Layout der Stories neue Komponenten hinzugefügt.
Mit der Integration in die Googlesuche kann Google die AMP Stories prominent anzeigen und auf lange Sicht sicherlich als populäre Alternative in den SERPs etablieren. Damit können Publisher auf eine von Google ausgehende ganz neue Interaktion mit den Nutzern hoffen. Doch bedarf es dazu zum einen der Kreation passender und hochwertiger Stories, zum anderen müssen sich die Entwickler dieser im Wettbewerb um die beste Platzierung schon jetzt auf eine Stories SEO einstellen. Für den Nutzer kann das nur gut sein; und für Publisher eröffnet sich gleichsam ein ganz neuer Zugang, über den die visuell-textliche Informationsvermittlung des populären Formats zum Publikum gelangen kann.

Google erlaubt Publisher URL-Anzeige bei AMP Websites mit Signed Exchanges

Google erlaubt Publisher URL-Anzeige bei AMP Websites mit Signed Exchanges

Google arbeitet mit Cloudflare zusammen, um Publishern endlich die Möglichkeit zu geben, sogenannte AMP Real URLs zu nutzen. Kurz gesagt können diese dank Signed Exchanges bei ihrer eigenen Domain das unmittelbare Laden einer AMP-Seite ermöglichen. Bisher war die URL für AMP-Seiten stets mit Googles AMP URL-Struktur versehen; doch das ändert sich nun.
AMP Real URLs sind auf dem Weg
Das Projekt AMP von Google hat sich in unserer inzwischen Mobile-zentrierten digitalen Welt bereits bewährt. Es handelt sich dabei um ein Open Source HTML Framework, das beschleunigt ladende Inhalte im Mobile-Bereich hervorbringen kann. Dabei können Publisher, Werbetreibende und Co. sowohl Websites als auch Ads, Stories oder E-Mails über AMP erstellen. Im AMP Playground kann das direkt ausprobiert werden.
Ein Problem, das gerade Publisher mit AMP Websites haben, ist die Tatsache, dass die URL immerzu Googles https://google.com/amp/ enthält, da die Seite aus Googles Cache geliefert wird. Im offiziellen Blogpost von Cloudflare, das Google nun als Partner bei einer Lösung für das Problem hilft, wird dafür ein Beispiel gegeben.
AMP URL bei der BBC, Quelle: Cloudflare Blickt der Nutzer auf die URL im Browser, scheint sie anzugeben, dass es sich um eine Google-Domain handelt. Allerdings soll sich genau das ändern, wie das AMP Project auf Twitter ankündigte.

AMP pages are beautiful, but links to AMP pages? Not so much …
Until today! Signed exchanges are here: now you can get instant loading for AMP on your own domain! 🙌 #AMPConfpic.twitter.com/OSEcKDc3A5
— AMP Project (@AMPhtml) April 17, 2019

Mit dem AMP Loading für die eigene Domain kann eine Verwirrung beim Nutzer aufgrund der URL ausgeschlossen werden. Dabei müssen jedoch technologische Hürden überwunden werden.
Das Problem mit der Cache-Auslieferung
Ein Problem, das sich für User darstellt, wenn sie eine über Googles Cache ausgespielte AMP Website und die URL mit Googles Struktur sehen, ist, dass das SSL-Zertifikat des eigentlichen Publishers nicht mehr nachvollzogen werden kann. Aber an diesem Problem wurde bereits Ende letzten Jahres gearbeitet. Dank Web Packaging können Seiten nun in einem AMP Cache gespeichert und von dort ausgeliefert werden, während zugleich die originale URL des Publishers im Browser angezeigt wird. Seit heute können alle Nutzer auf das als AMP Real URL bezeichnete Feature zurückgreifen.
Doch wie funktioniert das überhaupt? Googles AMP Crawler lädt den Content einer Seite herunter und speichert ihn mehrmals täglich im AMP Cache. Wenn diese Seite nun AMP Real URL als Feature hat, wird Cloudflare deren Inhalte digital „unterschreiben“, also kryptographisch absichern, dass es von dem entsprechenden Publisher bereitgestellt wird. Ein Browser (derzeit aber nur Chrome bei Android) kann dank dieser „Unterschrift“ die korrekte URL anzeigen, wenn ein Nutzer auf die AMP Website des Publishers zugreift.
Grafische Ansicht des Systems zur AMP Real URL, © Cloudflare Mit dem beschriebenen System sollen Nutzer nun also nicht mehr Googles AMP URL-Struktur sehen, sondern nur die URL des Publishers. Trotzdem werden die Seiten noch immer von Googles AMP Cache ausgeliefert.
Was sind die Vorteile von AMP Real URL?
Cloudflare gibt an, dass das neue System beim Gebrauch von AMP Websites einige Vorteile bietet. Darunter eine unique Brand-Präsentation im Browser oder eine simplere Analytics-Einordnung. Ohne den grauen Balken der AMP URL-Struktur Googles gibt es zudem mehr Screen Space und die Bounce Rate soll ebenfalls reduziert werden. Schließlich bietet die „Unterschrift“ für die Inhalte noch eine Sicherheit, dass der Content nicht kompromittiert wurde.
AMP has played a key role in helping us to more effectively reach our audience and develop our online community, we’re keen to use AMP Real URL to better manage our online presence and keep our users engaged on the site,
sagt etwa Andrew Warner, CTO von Genius.
Auch bei Google ist das Feature ab heute verfügbar, zunächst für die Suchergebnisse. Bislang nur im Chrome Browser zu nutzen, sollte die Option der Signed Exchanges bald auch umfassender zur Verfügung stehen. AMP Real URL soll zudem nach Gesprächen mit Nutzern und Publishern nicht kostenpflichtig sein. Denn Cloudflare und Google meinen, dass die Integration von AMP Real URL das mobile Internet besser machen wird und daher von allen AMP-unterstützten Seiten eingeführt werden sollte.

Konkurrenz für Spotify? Amazon plant kostenloses Musik-Streaming mit Ads

Konkurrenz für Spotify? Amazon plant kostenloses Musik-Streaming mit Ads

Noch im April könnte es dazu kommen, dass Amazon einen neuen Streamingdienst für Musik launcht, der anders als die aktuellen Angebote kostenfrei ist. Das Besondere: dieser Dienst soll über die eigenen Echo-Geräte laufen und via Alexa aktiviert werden können. Vor allem aber soll er durch Werbung unterstützt sein und würde eine neue Erfahrung bedeuten, für User wie für Advertiser.
Kommt Amazons neuer Streamingdienst für Musik?
Nach Informationen von Billboard ist das Unternehmen in Verhandlungen mit großen Musiklabels, um die Details für das Streaming zu klären. Amazon weigerte sich die Annahmen zu kommentieren, dementierte sie jedoch auch nicht. Ein kostenfreies Musikangebot via Stream ist für die User derzeit vor allem über Spotifiy möglich. Dort gibt es neben der kostenpflichtigen Premium-Version die Möglichkeit kostenfrei zu hören – hierbei werden jedoch zahlreiche Ads zwischengeschaltet. Ähnlich könnte es bei Amazons neuem Dienst aussehen. Der Unterschied wäre jedoch, dass dieser eher für Amazon-Kunden ausgelegt ist, die ein Echo-Gerät besitzen.
Tatsächlich hat Amazon bisher schon Musikangebote in verschiedenen Variationen in petto. Amazon Prime-Nutzer können die limitierten Inhalte von Prime Music nutzen, wenn sie ihren Jahresbeitrag zahlen. Außerdem gibt es noch die Option, auf Amazon Music Unlimited zurückzugreifen. Dieses Angebot kostet 9,99 Euro monatlich (7,99 Euro für Prime-Mitglieder); und in den USA können Nutzer, die lediglich über ihr Echo-Gerät hören, den Dienst für 3,99 US-Dollar nutzen.
Obwohl immer mehr Menschen bereit sind, für Streamingdienste ohne Werbung zu zahlen – Spotifiy hat fast 100 und Amazon über 20 Millionen zahlende Hörer –, sind die kostenfreien Angebote verlockend. Und sei es nur, um langfristig neue Kunden für ein Premium-Angebot zu gewinnen.
Spielt Alexa nun bald Musik for free ab?
Setzt Amazon tatsächlich auf einen Musikdienst, wie er bei Billboard beschrieben wird, geht man damit nicht nur auf den boomenden digitalen Musikmarkt ein. Denn die Verbindung zu den Smart Speakern der Echo-Reihe und zur Sprachassistenz Alexa bedeutet auch eine Fokussierung auf moderne Zugriffsoptionen der Nutzer. Über Voice wird immer mehr Alltägliches im digitalen Raum abgewickelt. Insbesondere im Kontext des Hörens von Musik wird Alexa oder auch der Google Assistant gern genutzt, vornehmlich zu Hause, im Auto oder auf dem Weg zu einem bestimmten Ziel.
Zu Hause und im Auto wir dam meisten auf Voice Search zurückgegriffen, © Uberall Auch wenn die User hier gern eine ununterbrochene Musikerfahrung haben möchten, könnte ein kostenfreies Angebot, das sich über Alexa – die ja inzwischen auch in einigen Autos integriert ist – abrufen lässt, eine Vielzahl von Hörern erreichen. Und diesen würden dann eine Menge Ads ausgespielt werden. Für Werbetreibende wäre diese Positionierung wertvoll, weil ein Überspringen hier nicht möglich ist. Außer, der Hörer wird zum Kunden und zahlt für einen Musikdienst, was wiederum Amazon mehr Einnahmen brächte.
Das Unternehmen soll einigen Labels auch angeboten haben, eine bestimmte Summe pro Stream an diese zu zahlen, allerdings unabhängig von der Menge der verkauften Werbung. So oder so, mit einem derartigen Angebot könnte Amazon sich im Musikmarkt der Zukunft stärker positionieren und vor allem dem Platzhirsch Spotify noch mehr Paroli bieten. Da man in Sachen Smart Speaker auch als Marktführer gilt, könnte Amazon im Audio-Bereich zu neuen Höhen emporsteigen. Für die Musiklabels und die Hörer ist das eine neue Option, die Interesse wecken dürfte, für Amazon eine sinnvolle Erweiterung der Marketingmöglichkeiten. Die Advertiser hingegen erhielten eine ganz neue Möglichkeit, um besonders audio- und Voice-affine User mit ihren Ads zu erreichen.
Ob der Service tatsächlich zeitnah anläuft, bleibt vorerst abzuwarten. Sollte dies jedoch der Fall sein, ist davon auszugehen, dass der Dienst auch bald nach Deutschland kommen könnte.

Amazons Mitarbeiter hören sich deine Gespräche mit Alexa an

Amazons Mitarbeiter hören sich deine Gespräche mit Alexa an

Wer gemutmaßt hat, dass Gespräche mit Amazons Sprachassistenz Alexa nicht immer privat bleiben, liegt richtig. Wie nun bekannt geworden ist, hören Mitarbeiter bei Amazon auch private Mitschnitte aus Gesprächen. Bei zu privaten Themen soll die Transkription und Analyse aufhören; doch wie können Nutzer darauf vertrauen, wenn sie bereits vom Mithören nichts wissen?
Alexa: Jemand hört mit
Der Mensch ist den Maschinen insbesondere in Sachen Sprache noch um Einiges voraus. Deshalb setzt Amazon auf eine menschliche Analyse von Anfragen an oder Gesprächen mit Alexa. Davon wissen die betroffenen Nutzer allerdings nichts, wie etwa Bloomberg berichtet. In Außenstellen wie Costa Rica, Indien, Boston oder Rumänien werden pro Schicht eines Mitarbeiters bis zu 1.000 Audio Clips analysiert. Obwohl diese Mitarbeiter Versicherungen zum Stillschweigen unterschrieben haben, ist diese Praktik Amazons nun an die Öffentlichkeit gelangt.
Beim Anhören der Interaktionen werden häufig bloß simple Assoziationen gesetzt. Mitunter werden jedoch äußerst private Dinge aufgezeichnet und abgehört. Nach Bloombergs Informationen sollen die Mitarbeiter auch Hilfeschreie oder vermeintliche sexuelle Übergriffe mitangehört haben. Werden Klarnamen oder Bankdaten mitgehört, sollen diese als „kritische Daten“ angemerkt werden. In einem Statement gegenüber dem Publisher erklärte Amazon:
We only annotate an extremely small sample of Alexa voice recordings in order [to] improve the customer experience. For example, this information helps us train our speech recognition and natural language understanding systems, so Alexa can better understand your requests, and ensure the service works well for everyone. We have strict technical and operational safeguards, and have a zero tolerance policy for the abuse of our system. Employees do not have direct access to information that can identify the person or account as part of this workflow. All information is treated with high confidentiality and we use multi-factor authentication to restrict access, service encryption and audits of our control environment to protect it.
Wissen die Mitarbeiter über die Nutzer Bescheid?
Nach Amazons Aussage können die Analysten die Audio Clips keinen Nutzern zuordnen. Allerdings hat Bloomberg einen Screenshot der übermittelten Aufzeichnungen analysiert, der zeigt, dass zumindest der Vorname des Users, eine Account-Nummer und die Seriennummer seines genutzten Geräts übermittelt werden. Das dürfte letztlich ermöglichen, eine Person zu identifizieren.
Zwar können Nutzer in den Einstellungen unter „Alexa Konto“ und „Alexa Datenschutz“ der Verwendung ihrer Daten für die Verbesserung des Dienstes widersprechen – doch den Informationen Bloombergs zufolge werden auch Aufnahmen dieser User zum Teil abgehört. Außerdem sollen gut 100 der etwa 1.000 pro Schicht überprüften Audio-Schnipsel Aufzeichnungen sein, die ohne ein Aktivierungswort wie „Alexa“ oder „Echo“ aufgenommen wurden.
Alexa hat sich als Sprachassistenz bereits ein sehr gutes Verständnis angeeignet, kann jedoch Akzente oder anderssprachige Wörter auch fehlinterpretieren. Oft werden Wörter oder Passagen auch nicht verstanden. Um diese Lücken, die der Algorithmus noch offenbart, zu schließen, wurden die Teams der Mitarbeiter zusammengestellt, die mit der Analyse der Clips eine bessere Performance der Sprachassistenz ermöglichen sollen. Auch Aufnahmen des Google Assistant werden Mitarbeitern bei Google manchmal zur Analyse vorgelegt, aber laut dem Unternehmen sind diese verzerrt und lassen keinerlei Informationen zum tatsächlichen Sprecher und Nutzer zu.
Viele User Alexas fragen die Sprachassistenz immer wieder, ob jemand anderes mithört. Diese Frage kann mit ja beantwortet werden und das stellt keine allzu große Überraschung dar. Wieder einmal stellt sich jedoch die Frage, ob die Verbesserung eines innovativen Dienstes wie Alexa es wert ist, in die Privatsphäre so vieler Menschen ohne deren Wissen einzudringen. So hilfreich Alexa und Co. für den Nutzer auch sind, diese Technologien tragen orwellsche Züge.

Mehr Interaktion über Sprache und Screens – Die Zukunft von Voice Search, Voice Games und Co.

Mehr Interaktion über Sprache und Screens – Die Zukunft von Voice Search, Voice Games und Co.

Die Zahl der Smart Speaker steigt rasant, der Google Assistant weiß inzwischen auf viele Fragen sehr gute Antworten und Alexa versorgt immer mehr Menschen mit alltagsnahen und situativen Informationen. Die Voice Search gewinnt mit jeder technologischen Optimierung an Bedeutung – sodass Unternehmen und Websites auch sprachbasiert gefunden werden wollen. Visuelle und sprachlich vermittelte Inhalte werden künftig ein für User elementares Zusammenspiel darstellen, auf das es sich einzustellen gilt, etwa mit Voice Apps. Wir haben mit Tom Sebastian Mayr von Voicehub gesprochen, um zu erfahren, warum die meisten Suchanfragen schon heute per Voice beantwortet werden können, warum Voice Apps einen entscheidenden Vorteil haben und wie sich die generierten Daten für weiteres Marketing einsetzen lassen.
Voice-Lösungen können den Alltag der User erleichtern – und Anbietern Vorteile verschaffen
Obwohl wir immer mehr mit Künstlicher Intelligenz, Machine Learning-Prozessen und Sprachassistenzen im digitalen Raum in Berührung kommen, sind Unternehmen und Websites oft noch gar nicht auf die Anforderungen und Potentiale von Voice-Lösungen vorbereitet. Noch sagen viele User, dass sie deshalb keine Voice Search nutzen, weil sie es nicht gewohnt sind.
Gründe, warum User Voice Search nicht nutzen, © Uberall Doch das wird sich ändern. Es gibt zahlreiche Optionen, um sich im Age of Assistance auf Voice Search vorzubereiten. Dazu zählen Markups, eine simple Sprache, eine gehobene Sicherheit der Seite, FAQs, schnell ladende Websites usw. Doch auch Voice Apps und Alexa Skills sind Möglichkeiten, um sich in einem immer mehr durch Sprache gesteuerten Digitalraum Vorteile zu verschaffen.
So hat das Unternehmen Voicehub – Spezialist für Voice App Management – zusammen mit JustWatch einen Alexa Skill entwickelt, der als Streaming-Suchmaschine fungiert. Mit diesem können Nutzer erfragen, bei welchem Streamingdienst bestimmte Inhalte verfügbar sind.
Beispielfragen beim Alexa Skill JustWatch, Screenshot Amazon.de Christoph Hoyer, CMO bei JustWatch, erklärte uns:
Wir sehen in Sprachassistenten wie Amazon Alexa für JustWatch ein spannendes, wie relevantes Zukunftsfeld. Mit dem neuen Alexa Skill werden wir erstmals wertvolle Erfahrungen mit dieser Technologie sammeln können. Diese sollen uns bei der Weiterentwicklung, Konzeption und Integration der Sprachsteuerungskomponente in künftige JustWatch Produkte helfen.
Während uns die Optionen, die solch ein Skill liefert, im Alltag schon einige Vorteile liefern können, finden sich im Kontext der Nutzung von sprachbasierten Lösungen noch viel mehr Anwendungsbereiche – auch für innovatives Marketing. Darum haben wir mit Tom Sebastian Mayr, dem Gründer und Geschäftsführer von Voicehub, gesprochen und im Interview einige aufschlussreiche Insights zum Status quo und zur Zukunft von Voice erhalten.
Das Interview
OnlineMarketing.de: Voice hat mit dem Google Assistant, Alexa, auch Siri und Cortana längst den digitalen Alltag erobert. Glaubst du, dass in fünf Jahren der Großteil der Suche und Informationsbeschaffung auf dieser Ebene abläuft?
Tom Sebastian Mayr von Voicehub, © Tom Sebastian Mayr Tom Sebastian Mayr: Davon bin ich fest überzeugt und ich kann dir auch sagen warum: Wenn man sich den Großteil der Suchanfragen im Web anschaut, dann kann der überwiegende Teil an Anfragen mit nur wenigen Sätzen beantwortet werden. Dieser Teil lässt sich sehr einfach durch Voice abbilden und ermöglicht dem Nutzer, dass er schneller die Antwort auf seine Suchanfrage bekommt. Alle Anfragen, bei denen die Antwort eine ausführliche Recherche mit dem Vergleich von vielen unterschiedlichen Quellen bedarf, wird auch zunächst weiterhin die Unterstützung eines Screens benötigen. Die Kombination von visuellen Inhalten und sprachbassierten Suchanfragen ist da eine spannende Möglichkeit.
OnlineMarketing.de: Websites sollten auf Strukturierte Daten setzen, um ihren Content für Googles Assistant zu optimieren. Alexa Skills oder Voice Apps sind weitere Optionen, um die Nutzer entsprechend dieser Entwicklung abzuholen. Sollten Unternehmen also eher gestern als morgen auf eine eigene Strategie setzen, um ihre Inhalte und Produkte sprachbasiert darzustellen?
Tom Sebastian Mayr: Die Frage kann ich mit einem klaren „Ja“ beantworten. Es gilt aber auch das ganze ins Verhältnis zu setzen. Ich denke es ist wie immer eine Verlagerung von den Kanälen. Dabei wird Voice natürlich nicht der einzige Kanal für die Beschaffung von Informationen über Produkte oder Dienstleistungen sein, jedoch ein sehr wichtiger. Somit sollten Unternehmen definitiv so früh wie möglich damit Anfangen ihren Kunden sprachbasierte Inhalte zur Verfügung zu stellen, denn gerade jetzt am Anfang dieser Entwicklung ist die Konkurrenz in vielen Bereich noch nicht sehr hoch. Das bietet einige Chancen für Unternehmen, sich First Mover Vorteile zu sichern.
OnlineMarketing.de:  Was können Voice Apps hierbei konkret leisten?
Tom Sebastian Mayr: Voice Apps haben einen entscheidenden Vorteil gegenüber einer klassischen Voice Search-Anfrage: Ich kann als Unternehmen bestimmen, wie ich mit einem Nutzer interagiere. Innerhalb einer Voice App kann ich Rückfragen an den Nutzer stellen und so eine tiefergehende Interaktion erreichen. Dadurch lerne ich extrem viel über den Nutzer. Auch bei Fragestellungen, bei denen vom Nutzer selbst keine Voice App initial angesprochen hat, wird der Sprachassistent vermehrt auf Voice Apps zurückgreifen. Der Grund dafür ist, dass innerhalb von Voice Apps der Content für die Sprachausgabe optimiert ist. Welche Voice App da von Amazon Alexa oder dem Google Assistant angesprochen wird, ist davon abhängig, welche App die meisten Nutzer und die besten Interaktionsraten hat.
OnlineMarketing.de: In welchem Umfang können die Daten, die bei der Nutzung von Voice Apps erhoben werden, künftiges Targeting und auch die eigene Content-Kreation beeinflussen?
Tom Sebastian Mayr: Die Daten von Voice Apps können eine sehr große Rolle für das Targeting von Inhalten spielen. Lass mich dazu auf folgendes Beispiel eingehen: Stell dir einen Nutzer vor, der gerade ein Smart-Display vor sich hat und nach einem T-Shirt sucht. Nun betrachtet der Nutzer gerade ein T-Shirt auf dem Screen, er will das Shirt aber in einer anderen Farbe haben. Also sagt er z.B. „Alexa, gibt es das T-Shirt auch in Grün?“ Wenn er ausschließlich ein grünes T-Shirt haben will und Alexa antwortet „Tut mir leid, das haben wir leider nicht.“, dann wird der Nutzer den Kauf wahrscheinlich abbrechen. Wir haben jedoch einen wichtigen neuen Insight gewonnen: Der Nutzer hat aktiv nach diesem T-Shirt in grün gefragt. Somit können wir das im Targeting verwenden und ihm das grüne T-Shirt anbieten, sobald es auf Lager ist. Wir lernen also sehr viel über den Nutzer, indem wir gezielte Rückfragen stellen und dadurch Informationen sammeln, die wir nicht bekommen hätten, wenn der Nutzer innerhalb von einer Webseite oder Smartphone App mit dem Unternehmen interagiert hätte.
OnlineMarketing.de: Ihr habt gerade einen Case mit Amazon und JustWatch in Arbeit. Kannst du uns aus deiner Sicht darlegen, warum es so wichtig ist, dass die User Voice-gestützt Abhilfe bei der Film- und Serienauswahl erhalten?
Tom Sebastian Mayr: Generell sind Streamingplattformen seit Jahren extrem am Wachsen. Beinah wöchentlich gibt es neue Serien und Filme. Mir fällt es da manchmal extrem schwer den Überblick über das Angebot zu behalten. Folgendes Beispiel dazu: Du sitzt abends auf der Couch mit ein paar Freunden und ihr überlegt, welchen Film ihr schauen wollt. Sobald die ersten Ideen vorhanden sind, stellt sich eine entscheidende Frage: Welche Filme kann ich auf welcher Plattform überhaupt schauen? Mit Hilfe des Alexa Skills von JustWatch kannst du das ganz einfach herausfinden. Z.B. kannst du fragen: „Alexa, frag JustWatch wo wir Stirb Langsam Teil 1 schauen können!“ Alexa wird dir dann sagen, ob du den Film bei irgendeinem deiner zuvor definierten Streaminganbieter streamen kannst. Dabei ist der ganze Vorgang wesentlich schneller, als wenn du dafür einen Laptop oder dein Smartphone bemühst. In der Zukunft ist z.B. auch denkbar, dass der Skill dir Filme und Serien basierend auf deinen Suchanfragen und verfügbaren Streamingplattformen empfiehlt.
OnlineMarketing.de: Steht Voice als Sprachassistenz also an der Schwelle von einer beeindruckenden Option zur Antwort auf klar formulierte Fragen hin zur KI-basierten Beratungsfunktion?
Tom Sebastian Mayr: Innerhalb von bestimmten Restriktionen ist es auch jetzt schon möglich Empfehlungen durch Voice Apps anzubieten. In der simpelsten Form kann ich dem Nutzer beim erstmaligen Starten meiner Voice App ein paar kurze Set-Up-Fragen stellen. Mit Hilfe der Antworten kann ich eingrenzen, an welchen Produkten er eventuell interessiert ist und diese Informationen für das Ausspielen von Empfehlungen nutzen. Momentan ist es jedoch noch so, dass ich als Entwickler zuvor mögliche Antworten definieren muss (vor allem bei Alexa). Das bedeutet, dass der Nutzer nicht wirklich frei auf meine Set-Up-Fragen antworten, sondern lediglich zwischen bestimmten Antwortmöglichkeiten wählen kann. Das macht es schwierig, dem Nutzer die perfekte Empfehlung zu geben. Google und Amazon arbeiten aber schon verstärkt daran Entwicklern hier mehr Möglichkeiten zu bieten.
OnlineMarketing.de: User setzen gerade in Search auf Reviews und Co., um sich zu entscheiden. Können Empfehlungen über Voice Apps gerade im digitalen Produktmarketing in der Voice Search das Zünglein an der Waage spielen?
Tom Sebastian Mayr: Voice Apps können definitiv eine große Rolle in diesem Bereich spielen. Eine wichtige Bedingung muss jedoch zuvor erfüllt sein: Die Empfehlungen müssen glaubhaft und authentisch sein. Meistens wird per Voice nur eine Antwort ausgegeben, im besten Fall gibt es noch eine oder zwei Alternativen. So müssen die Nutzer darauf vertrauen können, dass die wenigen Antworten glaubhaft und im ihrem Interesse sind.Deswegen glaube ich auch, dass z.B. Voice Ads noch länger kein Thema für Alexa oder den Google Assistent sein werden. Denn Voice Ads haben wahrscheinlich nicht immer das beste Ergebnis für den Nutzer im Sinn, sondern sind meistens positiv für denjenigen, der am meisten für die beste Positionierung bezahlt.
OnlineMarketing.de: Für welche konkreten Bereiche und Branchen sind deiner Meinung nach Voice Apps schon jetzt eine messbar marketingrelevante Lösung?
Tom Sebastian Mayr: Hier gibt es wirklich schon einige Bereiche, die da sehr spannend sind. Um erstmal ein Gegenbeispiel zu liefern: Wenn es einen Wetterdienst gibt, der noch keinen eigenen Skill bzw. Action rausgebracht hat, dann hat er diese Entwicklung, obwohl sie noch so jung ist, schon komplett verschlafen. Ansonsten sehe ich drei Bereiche / Branchen bei Voice aktuell ganz vorne mit dabei: Versicherungen, Einzelhändler und Spiele-Entwickler.Im Bereich Versicherung gibt es schon einige sehr relevante Beispiele, wie dort mit Kunden interagiert wird. So haben die Techniker Krankenkasse oder die Barmer Versicherung zunächst reine Marketing-Skills veröffentlicht. Die kommen mit ihren Entspannungsprogrammen extrem gut an. Andere, wie die Deutsche Familienversicherung oder die Allianz, haben bereits produktbezogene Anwendungen veröffentlicht. Im Einzelhandel hat etwa. REWE schon ordentlichen Erfolg mit einem Skill, welcher dir dabei hilft deine Einkaufsliste zu verwalten oder Rezepte empfiehlt. Auch Voice Games haben sich als ein großer Bereich herausgestellt, der von Spieleentwicklern bereits aktiv vorangetrieben wird und der mit Unternehmen wie Volley aus den USA auch schon erste Erfolgsgeschichten vorzuzeigen hat.
OnlineMarketing.de: Glaubst du, dass wir schon bald Produkte und Content bei großen Plattformen vorrangig über Voice suchen werden oder wird diese Option die klassische Klick-, Swipe- und Textbedienung lediglich ergänzen?
Tom Sebastian Mayr: Das ist ein grundlegender Glaube, den wir bei Voicehub haben und war auch einer der Gründe, warum wir Voicehub gegründet haben. Voice wird hier sicherlich eine große Rolle spielen und auch in einigen Bereichen die dominante Form der Kommunikation sein, aber ich denke nicht, dass Voice alles komplett übernehmen wird. Ich glaube, dass es eine Verschiebung zwischen den Kanälen geben wird. Das konnten wir auch schon bei den letzten Entwicklungszyklen von anderen Technologien beobachten. Tastaturen oder Touchscreens werden weiterhin eine Rolle spielen.Auch werden Screens nicht vollständig wegfallen. Ganz im Gegenteil: Voice wird zunehmend in Geräte integriert, die auch einen Screen haben (z.B. Fernseher). Wir als Menschen werden auch weiterhin viele Informationen über unsere Augen wahrnehmen. Dass insgesamt ein immer größer werdender Teil der Interkationen mit Sprache und Screen oder nur per Sprache stattfinden wird, davon bin ich überzeugt.
Wir bedanken uns herzlich für das Interview und die interessanten Einsichten zu diesem spannenden und zukunftsorientierten Thema.

Infolge der Urheberrechtsreform: Flickr und Pixsy setzen auf „Uploadfilter“-Technologie

Infolge der Urheberrechtsreform: Flickr und Pixsy setzen auf „Uploadfilter“-Technologie

Die EU-Urheberrechtsrichtlinie dürfte schon bald inkrafttreten und die Mitgliedstaaten zur Umsetzung der darin formulierten Ziele zum Schutz der Urheber auffordern. Zu diesen zählen auch die Fotografen, deren Bildrechte geschützt werden wollen. Nun kooperiert die populäre Fotoplattform Flickr mit Pixsy, einem Legal Tech-Unternehmen, um eine automatisierte Bildüberprüfung für die Plattform bereitzustellen – und somit den Anforderungen von Artikel 17 gerecht zu werden.
Flickr baut schon jetzt auf ein Richtlinien-konformes System
Vor zwei Wochen hat das EU-Parlament für eine EU-weite Urheberrechtsrichtlinie gestimmt, die insbesondere für große Plattformen Veränderungen bedeuten dürfte. Während die Mitgliedstaaten die Richtlinie noch absegnen müssen, wird diese in der Folge innerhalb von zwei Jahren in den jeweiligen Gesetzgebungen dieser Länder zu integrieren sein. Ein Streitpunkt ist der im ehemaligen Entwurf als Artikel 13 bekannt gewordene Artikel 17. Darin heißt es konkret:
Die Mitgliedstaaten sehen vor, dass ein Diensteanbieter für das Teilen von OnlineInhalten eine Handlung der öffentlichen Wiedergabe oder eine Handlung der öffentlichen Zugänglichmachung für die Zwecke dieser Richtlinie vornimmt, wenn er der Öffentlichkeit Zugang zu von seinen Nutzern hochgeladenen urheberrechtlich geschützten Werken oder sonstigen Schutzgegenständen verschafft.Ein Diensteanbieter für das Teilen von Online-Inhalten muss deshalb die Erlaubnis von den in Artikel 3 Absatz 1 und 2 der Richtlinie 2001/29/EG genannten Rechteinhabern einholen, etwa durch den Abschluss einer Lizenzvereinbarung, damit er Werke oder sonstige Schutzgegenstände öffentlich wiedergeben oder öffentlich zugänglich machen darf.
Es gibt eine Reihe von Einschränkungen und Sonderfällen, dennoch bedeutet der Artikel, dass große Plattformen dafür Sorge zu tragen haben, dass bei ihnen hochgeladene Inhalte urheberrechtskonform sind. Aus diesem Grund hat sich die kommerzielle Fotoplattform Flickr dazu entschieden, mit Pixsy zu kooperieren. Dieses Unternehmen stellt eine Technologie zur Verfügung, die die Bildrechte bei einer Suche klärt und etwaige urheberrechtliche Ansprüche offenbart. In der Pressemitteilung von Flickr heißt es, dass das auf KI basierende Programm Pixsys die Verbreitung von Bildern in Echtzeit zu scannen in der Lage ist. Flickr-Mitglieder können – nach der Verknüpfung ihres Kontos mit Pixsy – auf diesen Dienst zurückgreifen. Kommt bei der automatisierten Prüfung heraus, dass eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, so wird der Rechtehalter benachrichtigt und kann über Pixsy direkt rechtliche Schritte einleiten. Der CEO von Pixsy, Kain Jones, erklärt:
Flickr ist die einflussreichste Fotoplattform der Welt. Ihre Mitglieder wissen nun, dass ihre Bilder mit Pixsy aktiv geschützt werden. Wir verwenden modernste Technologie, um den Diebstahl von Bildern aufzudecken und zu bekämpfen.

Du möchtest auch innovative Technologien für dein Unternehmen nutzen? Dann  schau dir das Whitepaper von Quantcast zu „Lehren von Marken des 21.  Jahrhunderts“ an, denn es liefert konkrete Handlungsansätze für moderne Marken – insbesondere im Direktgeschäft. 
Jetzt herunterladen!
Rechtssicherheit und Vergütung für die Fotografen
Fotografen, die ein Flickr-Konto besitzen, sollen durch die Kooperation mit Pixsy zu mehr Rechtssicherheit gelangen. Der Anspruch auf entgangene Lizenzeinnahmen und Schadenersatz kann mit dem Pixsy-Rechstservice geltend gemacht werden, wenn ein Verstoß gegen das Urheberrecht vorliegt. Das Unternehmen arbeitet dafür mit internationalen Kanzleien zusammen. Die Option, die eigenen Bilder im US-Urheberrechtsregister eintragen zu lassen, ermöglicht es Fotografen, automatisch Rechtsaufforderungen zur Entfernung von Verstößen zu verschicken. Andrew Stadlen, Vice President Product bei Flickr, kommentiert:
Wir möchten, dass sich unsere Nutzer sicher dabei fühlen, ihre Arbeiten online zu teilen. Wir bieten eine klare Kontrolle über Datenschutz und Urheberrecht und unterstützen unsere Fotografen dabei, ihre Rechte bei Fällen von Bilddiebstahl geltend zu machen. Mit einem Unternehmen wie Pixsy zusammenzuarbeiten, ist absolut sinnvoll für unsere Gemeinschaft und hilft uns dabei, die Grundwerte von Flickr zu schützen.
Mit dem technologischen System zur automatischen Bildüberwachung geht Flickr schon jetzt, ehe die EU-Urheberrechtsreform inkraftgetreten ist, mit den Vorgaben der Richtlinie konform. Das Beispiel der Fotoplattform zeigt hierbei, wie ein Filtersystem für urberrechtlich geschützte Inhalte aussehen kann. Was bei Fotografien womöglich leichter nachzuvollziehen ist, dürfte bei Video Content oder gemischten Inhalten jedoch für mehr Komplikationen sorgen, wenn es darum geht, das Recht an diesen Inhalten einwandfrei darzulegen.
Dennoch ist der Ansatz von Flickr und Pixsy für die Fotografen und ihre Urheberrechte ein Schritt in die richtige Richtung. Damit ließe sich auch ein Fall verhindern, wie er vor Kurzem aufgetreten ist, als bekannt wurde, dass IBM beinah eine Million Fotos von Flickr für eine Gesichtserkennungssoftware genutzt hatte – ohne den Flickr-Nutzern Auskunft über diese Nutzung zu geben. Verletzungen von Bildrechten sollen durch Flickrs neues System deutlich eingedämmt, vor allem aber schnell erkannt werden. Ob auch andere Fotoplattformen zumindest im EU-Raum künftig auf ähnliche Technologien setzen werden, ist derzeit unklar, jedoch in Anbetracht der Ziele der EU-Urheberrechtsrichtlinie wahrscheinlich.