Katzenfilter macht Politik: Pressekonferenz in Pakistans Provinz als Social Media Event

Katzenfilter macht Politik: Pressekonferenz in Pakistans Provinz als Social Media Event

Die Wahrscheinlichkeit, dass eine Pressekonferenz aus einer Provinz in Pakistan international für Aufsehen sorgt, ist grundsätzlich sehr gering. Zu wenig Beachtung würde den verhandelten Themen angesichts der globalen Krisen und länderspezifischen News geschenkt. Die besprochenen Themen der Pressekonferenz der Regierung der Grenzprovinz Khyber Pakhtunkhwa sind wiederum kein Gesprächsthema, wohl aber die Art und Weise, wie diese präsentiert wurden. Denn aus Versehen war bei der Übertragung der Konferenz über Facebook Live der Katzenfilter für einige Zeit eingeschaltet.
Katzenfilter macht Presseerklärung zum Ereignis
Eigentlich ist es nur ein kleiner Fauxpas innerhalb des Social Media Teams. Die Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf, der der Informationsminister für Khyber Pakhtunkhwa angehört, erklärte in einem Statement bereits, dass es sich um einen „menschlichen Fehler“ gehandelt habe.

Clarification regarding coverage of Press Briefing held by KP’s Information Minister Shoukat Yousafzai: #PTISMTpic.twitter.com/Oudb9r3lGz
— PTI (@PTIofficial) June 15, 2019

Kurzum, wie der Indian Express und andere Medien berichten, war bei dem Presse-Briefing, das der Informationsminister Shoukat Yousafzai abhielt und das live über Facebook gestreamt wurde, der Katzenfilter noch aktiviert. Das wurde bereits nach kurzer Zeit von einem Zuschauer bemerkt und kommuniziert, woraufhin das Feature ausgestellt wurde. Bis dahin aber gab es nicht nur reichlich Screenshots, sondern auch eine amüsante Story für Social Media.

You can’t beat this! Khyber Pakhtunkhwa govt’s live presser on Facebook with cat filters.. 😹 pic.twitter.com/xPRBC2CH6y
— Naila Inayat नायला इनायत (@nailainayat) June 14, 2019

According to KP government’s social media team we now have a cat in the cabinet #Filterpic.twitter.com/LNl7zwOfLU
— Mansoor Ali Khan (@_Mansoor_Ali) June 14, 2019

So this happened today when PTI’s SM team forgot to turn off the cat filter while live streaming a press conference on Facebook. @SAYousafzaiPTI looks kinda cute pic.twitter.com/IjjJrua7DL
— Ahsan Hamid Durrani (@Ahsan_H_Durrani) June 14, 2019

Natürlich geht es hierbei nur um eine Fußnote der Absurditäten, die uns die Features verschiedener sozialer Medien präsentieren. Die Chancen, die die Filter bieten, sind normalerweise eher auf den Privatgebrauch oder das digitale Advertising beschränkt. Nichtsdestotrotz hat die Provinzregierung aus Pakistan durch diesen Fehler – der in Zukunft mit Vehemenz vermieden werden soll – eine ganz besondere Aufmerksamkeit generieren können. Diese wird international von kurzer Dauer sein. Wer weiß aber, ob der Ausrutscher in Pakistan nicht sogar positive Folgen hat. Zwar zeugt die Katzenfilter-Affäre zunächst nicht von einem fehlerfreien Umgang mit Social Media; doch kann gerade diese Präsentation authentisch wirken, in Zeiten, da Filter manchem den Alltag erhellen oder einfach nur für Ablenkung sorgen. Das ist im politischen Kontext natürlich nicht Sinn der Sache. Und so schnell werden wir eine Pressekonferenz mit Katzenfilter wohl nicht mehr erleben. Als Lehre bleibt der Politik und allen anderen Organisationen oder Unternehmen: auch Social Media will gelernt seine und hat sein Fallstricke. Das kann sogar der Katzenfilter bei Facebook sein.

Heikles Machtgeständnis von Zuckerberg: Dieses Deepfake-Video stellt Facebook vor ein Problem

Heikles Machtgeständnis von Zuckerberg: Dieses Deepfake-Video stellt Facebook vor ein Problem

Auf Instagram kursiert ein Video von Mark Zuckerberg, in dem er in die Kamera sagt: „Imagine this for a second: One man, with total control of billions of people’s data, all their secrets, their lives, their futures“. Das Video ist nicht echt, sondern Teil eines Kunstprojekts, das vom israelischen Startup Canny AI ins Leben gerufen wurde. Mit Hilfe von Videomaterial aus 2017 und der Nutzung von KI-Technologien, auch als Deepfake-Technologien bekannt, legen die Künstler dem Facebook-Gründer Worte in den Mund, die er so nie gesagt hat. Stattdessen wurden sie von einem Schauspieler gesprochen.
Wird Facebook das Video so stehen lassen?
Interessant wird der Umgang des Netzwerks mit dem Video sein: Erst letzten Monat hatte Facebook sich geweigert, ein Video von der Plattform zu nehmen, das die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses Nancy Pelosi zeigte, wie sie in einer Rede lallte. Auch dieses Video war manipuliert worden und stellte nicht die Realität dar. Pelosi zeigte sich unzufrieden mit Facebooks Reaktion, die lediglich beinhaltete, den Inhalt herunterzustufen, so dass er nicht so vielen Nutzern im Newsfeed angezeigt würde, doch Neil Potts, Director Public Policy bei Facebook, gab damals an:
If it was the same video, inserting Mr. Zuckerberg for Speaker Pelosi, it would get the same treatment.
Diese Aussage wird sich jetzt beweisen müssen, denn der Inhalt des Zuckerberg-Videos, in dem er andeutet, dass er die Kontrolle über die Daten von Millionen Menschen hat und jetzt bereit ist, damit die Zukunft zu kontrollieren, kann nicht im Interesse des Unternehmens sein.
Eine richtige Entscheidung gibt es kaum
We will treat this content the same way we treat all misinformation on Instagram. If third-party fact-checkers mark it as false, we will filter it from Instagram’s recommendation surfaces like Explore and hashtag pages,
sagte ein Sprecher von Instagram. Der Umgang mit dem Video jetzt könnte nachfolgenden Deepfake-Videos als Präzedenzfall dienen und sollte wohl durchdacht sein. Die Entscheidung wird nicht dadurch erleichtert, dass CBS, denen das ursprüngliche Videomaterial gehört, sich jetzt beschwerten und die Löschung des Videos forderten.

In Zukunft braucht es Regeln für den Umgang mit Deepfake-Videos
Der Clip von Zuckerberg war als Teil eines Kunstprojekts, das auch Deepfake-Videos von Kim Kardashian und Donald Trump zeigt, auf dem Sheffield Doc/Fest in England ausgestellt worden und sollte den Zuschauern deutlich machen, wie einfach es mittlerweile ist, nicht nur Bilder zu faken, sondern eben auch Videomaterialien so zu bearbeiten, dass glaubhafte Resultate dabei herauskommen. Mit der Entwicklung dieser neuen Technologien müssen Entscheidungen getroffen werden, die den Verlauf des weiteren Umgangs mit ihnen maßgeblich beeinflussen könnten. In diesem Fall sind die Deepfake-Videos zumindest in der Art, wie sie veröffentlicht und mit welchen Hashtags sie versehen wurden, relativ deutlich als Kunst ausgewiesen, doch das nächste Fake-Video könnte nicht so einfach als solches zu erkennen sein. Ein schnelles Verbreiten über Facebook und Instagram würde in so einem Fall ein ernstes Problem darstellen.

Google Stadia kommt im November: Updates zu Spielen und Angebot

Google Stadia kommt im November: Updates zu Spielen und Angebot

Die Vision von Google Stadia ist zeitgemäß und vielversprechend. Gamer können am PC oder an mobilen Geräten Cloud-basiert zocken, brauchen dafür keine Konsole, sondern nur den Stream. Nun hat Google angekündigt: im November startet der Service mit Spielen wie Wolfenstein: Youngblood, DOOM Eternal oder Fußball Manager 2020. Wer noch 2019 bei Stadia spielen möchte, muss aber auf das kostenpflichtige Founder’s Edition-Paket zurückgreifen.
Cloud Gaming ab Herbst 2019
Im März kündigte Google auf der Game Developers Conference (GDC) seine Lösung Stadia an und verblüffte damit nicht nur die Gamer-Gemeinde. Denn die Cloud Gaming-Option könnte den Spielemarkt umfassend ändern. Das Ziel: keine physischen Spiele mehr, keine Updates oder Downloads, die aufhalten.
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Der Streamingdienst für Spiele hat nun auch einen Starttermin. Ab dem November 2019 wird er zunächst in 14 Ländern, darunter auch Deutschland, verfügbar sein.

Stadia launches this November in these 14 countries, with more to come in 2020 and beyond. #StadiaConnect 🗺 pic.twitter.com/f5gqypmJSh
— Stadia (@GoogleStadia) June 6, 2019

Dabei sind die Voraussetzungen zum Spielen variabel. Gezockt werden kann bei einer Auflösung von 4K bis 720p, je nach Netzwerk, oder mit Verbindungen von 35 Mbp/s und mehr bis zum empfohlenen Minimum von 10 Mbp/s.
Ein paar technische Daten zu Stadia, © Google Doch bevor gespielt wird, dürfte die potentiellen Nutzer interessieren, welche Spiele überhaupt zur Verfügung stehen. Hierzu gab Google bereits eine Auswahl bekannt. Dazu gehören: DRAGON BALL XENOVERSE 2, DOOM Eternal, Wolfenstein: Youngblood, Destiny 2, GRID, Baldur’s Gate 3, Metro Exodus, Thumper, FINAL FANTASY XV, Rage 2, Tomb Raider Trilogy, SAMURAI SHODOWN, Football Manager 2020, Get Packed, The Elder Scrolls Online, Gylt, The Crew 2, The Division 2, Ghost Recon Breakpoint, Just Dance, Trials Rising, NBA 2K, Borderlands 3, Farming Simulator 19, Mortal Kombat 11, Darksiders Gen und auch Assassin’s Creed Odyssey. Am Beispiel dieses Ubisoft Games präsentierte Google im März, wie einfach es für User werden soll, direkt von einem Trailer bei YouTube ins Spiel einzusteigen. 
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Wie Gamer bei Stadia einsteigen können
Google erklärt, dass das Spielen mit jedem unterstützten Gerät, auch über leistungsfähige Smartphones oder das TV-Gerät, möglich ist.

Play Anywhere.
At launch, Stadia will be supported on:📺TV🖥️Desktop💻Laptop📱Smartphones, starting with Pixel 3 & Pixel 3a#StadiaConnectpic.twitter.com/GfT6NCRXe0
— Stadia (@GoogleStadia) June 6, 2019

Dennoch wird dazu geraten, den passenden Stadia Controller zu erwerben. Um bei Google Stadia noch 2019 einzusteigen, müssen User auf die limitierte Founder’s Edition setzen. Diese können sie nun vorbestellen, für 129 Euro. Sie beinhaltet einen Zugangscode für drei Monate Stadia Pro und einen Buddy Pass, mit dem du einem Freund drei Monate Stadia Pro schenken kannst. Außerdem ist der exklusive Controller in Night Blue dabei und Google Chromecast Ultra sowie die Option, dir als Founder deinen Stadia-Namen zu sichern. Zudem gibt es für die Early Adopter ein Founder’s Badge. Mit Chromecast kann Stadia auch ganz einfach auf dem Fernseher gespielt werden.
Stadia ermöglicht Cloud Gaming auf allen Geräten, © Google Teil der Edition wird dann Stadia Pro sein, das 9,99 Euro monatlich kosten soll und verschiedene Features ermöglicht.

Introducing our Stadia Pro subscription, which gets you:
✅ Up to 4K Resolution✅ 5.1 surround sound✅ Free games✅ Exclusive discounts
All for $9.99 a month. #StadiaConnect
— Stadia (@GoogleStadia) June 6, 2019

Ab nächstem Jahr soll ebenfalls Stadia Base verfügbar sein. Diese Version ist kostenlos, ermöglicht aber nur eine Auflösung bis 1080p, Stereo Sound und beinhaltet keine exklusiven Angebote und keine zusätzlichen kostenfreien Games wie Destiny 2: The Collection.
Alles in allem erscheint dieses Streaming-Angebot für viele Gamer schon sehr verlockend. Vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass ein nahtloses Zocken über verschiedenste, auch mobile, Geräte möglich wird. Und das Ganze simpel und Cloud-basiert. Die Popularität von Streamingdiensten für Musik und Serien oder Filme könnte ein Fingerzeig für Google sein, dass Stadia langfristig zum Erfolg wird. Die Voraussetzungen sind geschaffen und Sony sowie Microsoft müssen mit der PlayStation und Xbox mehr Konkurrenz fürchten. Allerdings wird Stadia ihnen nicht den Rang ablaufen, solange die populärsten Spiele überhaupt noch nicht im Repertoire zu finden sind. Darunter Fortnite, FIFA oder Playerunknown’s Battlegrounds. Nichtsdestotrotz ist Stadia ein bemerkenswertes Projekt, das Google noch eine weitere große Einnahmequelle verschaffen dürfte.

Amazon launcht KI-basierte Suchmaschine StyleSnap für Kleidung

Amazon launcht KI-basierte Suchmaschine StyleSnap für Kleidung

Wie oft überlegt man, welcher Suchbegriff, welche Phrase das Kleidungsstück am besten beschreibt, das man sucht? Dieser Hürde will Amazon in seiner App ein Ende machen. StyleSnap ist ein KI-basiertes Tool, das es erlaubt, auf Grundlage von Screenshots und Bildern direkt genau den Look zu finden, den man sucht. Das hat auch für Influencer Vorteile, soll vor allem aber die Sales fördern.
StyleSnap als visuelle Suchmaschine
Wenn man annimmt, dass Bilder mehr als tausend Worte sagen, dann ist die visuelle Suche gerade im E-Commerce-Kontext eine effektive Verbesserung. Daher setzt nun auch Amazon darauf. Für die Amazon App wurde StyleSnap gelauncht, ein Tool, dessen KI-Hintergrund den Namen zum Programm macht. Über das Kamera-Icon der Amazon App kann nun auf die Funktion zugegriffen werden. Dann lässt sich ein Foto oder Screenshot des Looks, der einem gefällt, hochladen und es werden dazu passende Kleidungsstücke angezeigt. Consumer Worldwide CEO Jeff Wilke kommentiert:
The simplicity of the customer experience belies the complexity of the technology behind it.
Dabei ist allerdings noch abzuwarten, wie gut das Tool den gesuchten und gewünschten Look in den Angeboten wirklich widerspiegeln kann. Unklar ist auch, welche Marken oder Verkäufer angezeigt werden; man darf hoffen, dass die KI hier unvoreingenommen selektiert. Bei Amazon heißt es hierzu:
When providing recommendations, StyleSnap considers a variety of factors such as brand, price range, and customer reviews.
Deep Learning macht das Tool effizienter
Gerade bei komplexeren Bildkompositionen, also etwa einem Foto von Influencern am Strand, kann StyleSnap dank Deep Learning-Prozessen die Kleidung als Bildelement extrahieren. Außerdem wird dann eingeordnet, ob es sich um bestimmte Materialien oder Kleidungsmuster handelt. Die Layer, die Amazon für das Learning im Neural Network konzipiert hat, zeigen zunächst die Unterschiede bei Konzepten wie Farben und Formen. Dann werden etwa Muster (wie florale) und Stoffe identifiziert. Auch die Passform oder ein Outfit Style sollen erkennbar sein. Als besonderes Feature für StyleSnap wird angegeben, dass nicht nur gelernte Muster miteinbezogen, sondern auch neue und komplexe Konzepte wahrgenommen und in die Entscheidung integriert werden.
Das kommt auch Influencern zugute. Oft werden sie danach gefragt, wo sie ihre Kleidung kaufen, was ihnen häufig zu Marketing Deals verhilft. Jetzt können Nutzer aber auch mithilfe eines Bildes der Influencer über die Amazon App versuchen, den Style derselben zu rekreieren. Für Fashion Influencer ermöglicht das neue Möglichkeiten der Interaktion mit den Nutzern. Sind sie Teil des Amazon Influencer-Programms, können sie sogar Komission für bei Amazon verkaufte Artikel fordern, wenn sie nachweislich die Inspiration gegeben haben.
Letztlich kommentiert Wilke:
We are highly innovative and customer-obsessed, and we will continue to create new experiences for customers to discover the products they want and love. We are incredibly excited about StyleSnap and how it enables our customers to shop visually for Fashion on Amazon.
Und mit dieser visuellen Shopping-Suchfunktion dürfte Amazon im Fashion-Bereich, in dem man nicht zwingend als erste Anlaufstelle gilt, aufholen. Wenn denn das Tool hält, was es verspricht. Doch je mehr Nutzer darauf zurückgreifen, desto besser dürfte es langfristig funktionieren. Einen Versuch ist es wert, wenn man einen ganz bestimmten Style rekreieren möchte – oder einfach nur dieses eine Kleidungsstück sucht, das einem bisher verwehrt blieb.

Konkurrenz für Snapchats Bitmojis: Facebook Avatars

Konkurrenz für Snapchats Bitmojis: Facebook Avatars

Facebook Avatars sind der neueste Clou des Sozialen Netzwerks. Sie sollen den Nutzern die Möglichkeit geben, über normale Emojis hinaus ihre Emotionen und Reaktionen individuell darzustellen. Zu diesem Zweck soll jeder Facebook-Nutzer seinen eigenen Avatar erstellen können, der ihn über die Plattform begleitet und in Kommentaren oder im Messenger genutzt werden kann, wie TechCrunch berichtet. Das neue Feature ist ab sofort in Australien verfügbar. Der Rest der Welt kann erst gegen Ende 2019 und Anfang 2020 mit einer Einführung rechnen.
Die Avatare werden von den Nutzern nach ihrem eigenen Vorbild erstellt und Facebook hat eine Menge Arbeit in die Entwicklung investiert, um, nach eigenen Angaben, keine Gruppe auszulassen. Bei der Erstellung können Nutzer zwischen zahlreichen Hauttönen, Haarfarben und -frisuren sowie Kleidung wählen. Nur das Alter lasse sich bisher nicht verändern, was daran liegen kann, dass das neue Feature eher die jüngeren Nutzer ansprechen soll, die Facebook zunehmend für Instagram und Snapchat hinter sich lassen. Laut Facebook soll diese Möglichkeit aber auch im Laufe des Jahres ergänzt werden, so dass ein Unterschied zwischen Jugendlichen und ihren Eltern gemacht werden kann.

Verschiedene Styles des Avatars. © Facebook Die Avatare werden in Stickern eingefügt, die regelmäßige Updates erhalten. Sie zeigen die Figuren mit verschiedenen Reaktionen und Emotionen sowie bekannten und aktuellen Sprüchen wie „deal with it“ oder „congrats“. Die kleinen Figuren sollen eventuell auch als Profilbild einstellbar sein oder die Nutzer in Gruppen darstellen. Schließlich wird dort mit Fremden interagiert, denen man unter Umständen nicht immer das eigene Gesicht zeigen möchte, das zweidimensionale Gesicht des Avatars könnte dabei etwas Komfort bieten. Die Avatare könnten so Facebooks Privatsphäre-Strategie unterstützen. Schließlich wäre es ein großer Schutz, die eigene Identität nicht immer durch ein Foto offenzulegen.
Zunächst sollen die Avatare nicht monetarisiert werden, doch Facebook ist der Idee grundsätzlich nicht abgeneigt. So wäre denkbar, dass Nutzer nach der Einführung Markenklamotten oder neue Styles für ihre Mini-Me’s kaufen.
It would help personalize it for sure and from a business perspective that would be smart,
so Jimmy Raimo, der Communication Manager für die Facebook Avatars. Vielleicht liegt hier auch eine Anwendung von Facebooks angekündigter Kryptowährung.
So erstellen Nutzer ihren Avatar
Um ihren eigenen Avatar zu erstellen, klicken Nutzer auf die Stickerauswahl und dort auf den neuen Button, der erscheinen wird, sobald die Funktion verfügbar ist. Der Prozess startet mit einem genderneutralen Gesicht und Körper, die User komplett nach ihren eigenen Vorstellungen designen können. Dabei sieht Facebook es vor, dass Nutzer wirklich sich selbst darstellen und nicht einfach nur einen witzigen Avatar erstellen.
Die Avatare zeigen sich in verschiedenen Szenarien. © Facebook Noch können Nutzer kein Foto von sich nutzen, um ihren Avatar zu erstellen, auch schlägt Facebook selbst kein Aussehen vor.
We want to make sure we don’t show you something totally opposite of the photo. There’s sensitivity around facial recognition,
erklärt Raimo. Daher müssen Nutzer bislang selber aktiv werden und ihren Avatar designen.
Die letzten im Spiel
Als Folgeschritt nach Likes und Reaktionen ist Facebooks Versuch, durch die Avatare ihr Image aufzufrischen, auch als Konkurrenz zu Snapchats Bitmojis zu sehen, die auf der eigenen sozialen Plattform schon lange verfügbar sind. “We’re by no means the first ones here”, gibt auch Amit Fulay von Facebook zu. „The notion of having digital representation has been around for a really long time. What we’re trying to do is this at scale.” Facebook hat hierbei nicht das Anliegen, alles selbst zu erfinden, sondern möchte vielmehr die vorhandenen Funktionen für sich nutzen und derart gestalten, dass viele User sie für sich nutzen und Spaß daran haben.
Facebook Avatars links und rechts Snapchats Bitmojis. © Facebook Es bleibt abzuwarten, wie die Facebook-Nutzer die Avatare annehmen. Bis Ende des Jahres mindestens müssen wir uns in Deutschland noch gedulden, um eigene Avatare erstellen zu können, doch die der australischen Nutzer werden uns sicherlich das ein oder andere Mal in den Kommentaren begegnen.

Apples WWDC: Ende für iTunes, Dark Mode für iOS und ein Mac für 6.000 US-Dollar

Apples WWDC: Ende für iTunes, Dark Mode für iOS und ein Mac für 6.000 US-Dollar

Die Erwartungen sind groß, wenn der CEO eines Unternehmens wie Apple die Bühne betritt, um über die aktuellsten Neuerungen zu sprechen, die weltweit so viele Menschen betreffen. Bei der WWDC in San José gab es diverse News zu verdauen: iTunes wird abgelöst, das iPad erhält ein eigenes Betriebssystem, ein hochprofessioneller neuer Mac kommt auf den Markt, die Apple Watch wird unabhängiger usw. Viel Neues, doch harmoniert alles mit den Vorstellungen von Tim Cook zur Privatsphäre?
Der Dark Mode für iOS 13 kommt
Schon vor der Präsentation auf der Entwicklerkonferenz wurden Screenshots des Dark Mode für iOS 13 geleakt. Das auch bei anderen Apps, Browsern etc. beliebte Feature soll vor allem Augen und Akku schonen. iPhone-X-Modelle mit Oled-Display werden mehr Batterielaufzeit haben, wenn der Dark Mode aktiviert ist.
iOS 13 Dark Mode (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © Apple Zudem soll die Gesichtserkennung bei iOS 13 bis zu drei Mal schneller vonstatten gehen, wie auch die WELT berichtet. App Downloads könnten mitunter doppelt so schnell und Updates auch bis zu 60 Prozent kleiner werden. Weitere Features, die für Nutzer von Interesse sein dürften, sind Songtextanzeigen bei Apple Music und insbesondere eine neue Rundumsicht bei der eigenen Karten-App. Diese stand Google Maps bisher in Sachen Usability in einigen Aspekten nach; das könnte sich nun ändern. Die vorgestellten Updates sollen in den USA in diesem Jahr zur Verfügung stehen, für uns in Deutschland und in anderen Ländern wird es aber erst 2020 dazu kommen.
iTunes wird durch einzelne Apps ersetzt
Als große Neuheit, in der Sache aber nicht überraschend, präsentiert Apple die Zerschlagung von iTunes. Die Multimedia-Verwaltungssoftware ist durchaus in die Jahre gekommen und inzwischen nicht mehr zeitgemäß, was die Nutzerfreundlichkeit angeht.
Mit dem neuen Betriebssystem macOS Catalina wird iTunes in den Ruhestand geschickt und durch die Apps Apple Music, Apple Podcasts und Apple TV ersetzt. Diese Apps eröffnen Nutzern die ganze Welt der Medien, 50 Millionen Songs, Playlists und Musikvideos bei Music oder personalisierte Empfehlungen und über 100.000 iTunes Filme und Serien bei Apple TV. Die Podcasts App bietet über 700.000 Sendungen und auch die Option, sich über neue Folgen benachrichtigen zu lassen. Zudem können Folgen nach Gastgeber, Gast oder Gesprächsthema gefunden werden.
Die Apple Podcasts App, © Apple Werden diese Apps und Medien mit einem Mac verbunden, erscheinen sie direkt im Finder.
Außerdem gab Apple bekannt, dass Nutzer ihren Desktop erweitern können, indem das iPad als zweites Display verwendet wird. Craig Federighi, Senior Vice President für Software Engineering von Apple, erklärt:
Mit macOS Catalina bringen wir ganz neue Apps auf den Mac, angefangen mit eigenständigen Versionen von Apple Music, Apple Podcasts und der Apple TV App. Die Benutzer können jetzt mit Sidecar ihren Arbeitsbereich erweitern, wodurch es möglich ist, auf neue Art mit Mac Apps mit dem iPad und dem Apple Pencil zu interagieren.

Mac-Nutzer können ihren Arbeitsbereich erweitern, © Apple Das Sidecar Feature ermöglicht auch mobil ein Arbeiten über verschiedene Displays und verschiedene Apps, gegebenenfalls mit dem Apple Pencil als Instrument. Es läuft über eine kabellose Verbindung.
iPad mit eigenem Betriebssystem
Neu bei Apple ist auch, dass das iPad nun ein eigenes Betriebssystem erhalten wird. Dieses basiert auf iOS und soll iPadOS heißen. Das Multitasking wurde dabei in den Mittelpunkt gestellt. Es kann mit Apps in mehreren Fenstern gearbeitet werden. Außerdem bringt es dank eines neuen Home-Bildschirms gleich mehr Informationen auf einen Blick für die Nutzer.
iPadOS mit mehr Informationen, © Apple Der Apple Pencil soll mit dem System noch natürlicher eingesetzt werden können. Darüber hinaus kann auch innerhalb einer App dank Split View mit mehreren Dateien gearbeitet werden oder via Slide Over werden verschiedene Apps schnell gewechselt.
Das aktualisierte Slide Over Feature bei iPadOS, © Apple Spannend ist auch, dass Textpassagen leichter markiert werden können und dass das System Websites als Desktopversion, aber für Touch optimiert und skaliert anzeigt. Auch für iPadOS soll es einen Dark Mode geben, dazu eigene Schriften und vieles mehr.
Die Apple Watch wird unabhängiger
Nicht nur das iPad, auch die Apple Watch soll als Gerät unabhängiger werden. Mit der Version watchOS 6 kommt der App Store erstmals direkt auf die Smartwatch. Entwickler können Apps nun ebenso nur für die Apple Watch erstellen. Neu sind unter anderem dynamische Ziffernblätter und weitere Anpassungsoptionen, Apps für Hörbücher und Sprachmemos, eine umfassende Zyklustracking App, eine Noise App mit Dezibelmesser und weitere ausführliche Gesundheits- und Fitnessoptionen.
Eine Zyklustracking App auf der Apple Watch, © Apple Apple betont zudem, dass die Noise App keine Audiosignale der Umgebung speichert. Die Daten aller Gesundheitsfunktionen werden auf dem Gerät verschlüsselt und werden bei der Aktivierung von iCloud Backup auch in der iCloud verschlüsselt.
Apple TV wird persönlicher
Im Hinblick auf das Serien- oder Filmerlebnis ist Apple-Nutzern ebenfalls mehr Komfort sicher. Denn mit tvOS 13 werden Neuerscheinungen im Netflix-Stil auf dem Home Screen als Trailer abgespielt. Dazu kann jeder Nutzer sein eigenes, persönliches Seherlebnis über das System erfahren, kuratierte Empfehlungen inbegriffen. Auch Apple Music oder Apple Arcade lassen sich über tvOS 13 ansteuern – und das künftig ebenso mit Xbox One oder PlayStation 4 Controllern.
Im Herbst folgt dann noch der Start des eigenen Streamingdiensts Apple TV+, der dank hochkarätiger Schauspieler und Regisseure schon jetzt vielversprechend anmutet.
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Der neue Mac Pro: 6.000 US-Dollar für Arbeit der Extraklasse
Der neue Mac Pro ist nur etwas für professionelle Nutzer. Immerhin kostet er knapp 6.000 US-Dollar. Dafür liefert er Xeon-Prozessoren auf Workstation-Niveau mit bis zu 28 Kernen, ein leistungsstarkes Speichersystem mit einer Kapazität von 1,5 TB, acht PCIe-Erweiterungssteckplätzen und die beste Grafikkarte der Welt, so Apple. Drei 8K ProRes RAW-Videostreams können parallel abgespielt werden. Das 6K 32 Zoll Retina Display überzeugt potentielle Käufer sicher genauso wie die Griffe für mehr Transportkomfort und ein abnehmbares Gehäuse für mehr direkten Zugriff auf das Gerät.

Benutzer können den Mac für ihre eigenen Ansprüche konfigurieren, dafür sorgen etwa die acht PCI Express-Erweiterungssteckplätze. Und Apples neue Beschleunigerkarte Afterburner kann 6,3 Milliarden Pixel pro Sekunde dekodieren. Alle relevanten Informationen zur bahnbrechenden neuen Mac Pro-Version fasst Apple selbst zusammen.
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Weitere App News und die große Voice-Optimierung
Besonders in Sachen Voice hat sich Apple weiterentwickelt. Denn Nutzer können ihre sämtlichen Geräte allein mit der Stimme steuern. Das geht vom Nachrichtenschreiben bis zur Bildauswahl. Damit werden beeinträchtigte User dank Siris integrierter Spracherkennungstechnologie mit mehr Möglichkeiten ausgestattet.
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Was die allgemeine Nutzung von Apps und Websites über Apple-Geräte angeht, können die Nutzer diese via „Bildschirmzeit“ in Stunden, Minuten usw. dargestellt bekommen. Die gesamte Nutzung kann Ende-zu-Ende verschlüsselt privat über die iCloud erfasst werden. Und die Gerätenutzung durch Kinder lässt sich zudem besser verwalten, was ihre Kontakte und ihre Nutzungszeit angeht.
Bildschirmzeit wird auf dem Mac angezeigt, © Apple Es gibt zahlreiche Neuerungen und Verbesserungen bei Apples Geräten und Software. Doch wie sieht es mit der Sicherheit aus? Das Unternehmen hat meist Verschlüsselungsoptionen bereitgestellt. Und bei einen Zugriff auf Benutzerdokumente müssen Apps sämtlich eine Erlaubnis einholen.
Über eine Bestätigung mit der Apple Watch können die Benutzer viele Sicherheitsabfragen gestatten, indem sie einfach auf die Seitentaste ihrer Apple Watch tippen,
heißt es bei Apple. Tim Cook hatte vor Kurzem erst bei einem CBS Interview erklärt, dass die Privatsphäre extrem wichtig ist, für die Demokratie und die Ausdrucksfähigkeit der Menschen.

Apple CEO @tim_cook: “If there’s no privacy, your freedom of expression just plummets, because now you’re going to be thinking– that everybody is going to know every single thing you’re doing. This is not good for our country, not good for democracy.” https://t.co/C2jVUMFKbJpic.twitter.com/MiMLeaqueX
— CBS Evening News (@CBSEveningNews) June 3, 2019

Hoffen wir, dass Apple diesen Prinzipien treu bleibt. Denn die Features, ob Hardware oder Software, sind durchaus mehr als nur nützlich, sie sind fortschrittlich und für Millionen Menschen verlockend.

Chrome wird moderne Adblocker-Technologie auf Unternehmenskunden beschränken

Chrome wird moderne Adblocker-Technologie auf Unternehmenskunden beschränken

Google kündigte Anfang des Jahres Veränderungen für Chrome an, nach denen eine neue API die webRequest API ablösen sollte, was Erweiterungen für Adblocker wie uBlock Origin vor das Aus stellt. Nach negativem Feedback und Hinweisen auf die fortlaufende Entwicklungsphase deutet Google nun an, dass bestimmte Adblocking-Verfahren bei Chrome künftig nur für Unternehmen möglich sein werden.
Der normale Chrome-Nutzer wird Einschnitte beim Adblocking erleben
Das, vereinfacht gesprochen, Aussperren von Adblockern bei Google Chrome ist für die Netzgemeinde ein großes Diskussionsthema. Ein Entwickler hatte sich zum geplanten Wechsel von der webRequest API zur declarativeNetRequest API entsprechend geäußert:
If this (quite limited) declarativeNetRequest API ends up being the only way content blockers can accomplish their duty, this essentially means that two content blockers I have maintained for years, uBlock Origin (‚uBO‘) and uMatrix, can no longer exist.
Im Februar hatte Google zunächst beschwichtigend erklärt, dass man am Manifest V3, das diese Änderungen beinhaltet, noch arbeite und es keine konkreten Entscheidungen gebe. Jetzt hat Google aber, wie 9to5google berichtet, mehr Informationen preisgegeben, die sich auf das Manifest V3 beziehen. Darin heißt es konkret:

Chrome is deprecating the blocking capabilities of the webRequest API in Manifest V3, not the entire webRequest API (though blocking will still be available to enterprise deployments). Extensions with appropriate permissions can still observe network requests using the webRequest API. The webRequest API’s ability to observe requests is foundational for extensions that modify their behavior based on the patterns they observe at runtime.

Demnach werden nur zahlende Firmenkunden als Nutzer weiterhin auf die Option zurückgreifen können, Adblocking-Erweiterungen zu nutzen, die auf der webRequest API basieren. Für alle anderen gilt, dass sie mit Systemen arbeiten müssen, die über die declarativeNetRequest API laufen. Und diese zeigt sich in Bezug aufs Adblocking problematisch, da ein Filtersystem mit „nur“ 30.000 Elementen implementiert wird, während Adblocker meist Datenbanken mit an die 70.000 Einträge aufweisen, EasyList etwa hat 75.000.
Google will dem eigenen Geschäft nicht schaden und doch diplomatisch sein
Im Manifest V3 gibt Google auch an, dass man die Zahl der Elemente noch erhöhen könnte:
We are planning to raise these values but we won’t have updated numbers until we can run performance tests to find a good upper bound that will work across all supported devices.
Nüchtern betrachtet ist es aber nicht abwegig, dass für Chrome die Erweiterungen sehr umfassender Adblocker eingeschränkt werden. Immerhin ist der Browser ein Vehikel, mit dem Nutzer auf Seiten zugreifen, bei denen Google ihnen Werbung ausspielen möchte. Das ist schließlich das Kerngeschäft der Suchmaschine. Und so scheint eine größere Kontrolle über die Art der Adblocking-Erweiterungen, die mithilfe der zugrundeliegenden API ausgeübt wird, nur folgerichtig. Nichtsdestotrotz möchte Google weder User noch Entwickler vor den Kopf stoßen. Daher hat man bei 9to5google auch ein aktuelles Statement abgegeben, welches hervorhebt, dass die Entwicklung des Manifests V3 noch nicht abgeschlossen ist.
Chrome supports the use and development of ad blockers. We’re actively working with the developer community to get feedback and iterate on the design of a privacy-preserving content filtering system that limits the amount of sensitive browser data shared with third parties.
Der Verweis hierauf erlaubt natürlich eine gewisse Pufferzone, solange nichts endgültig beschlossen ist. Trotzdem können wir davon ausgehen, dass das Adblocking über Chrome bald in seiner Diversität und im Umfang eingeschränkt werden könnte. Den Grund für die Änderung darf man den Nutzern jedoch nicht vorenthalten, denn es geht um ihre eigene Datensicherheit, die durch die webRequest API mitunter gefährdet ist.

The alternative is that any extension can steal all your cookies and manipulate any content on every page you visit. Unfortunately that’s how any API with the capability of the webRequest API must work, because that’s how manipulating the HTTP stack works.
— Justin Schuh 🤬 (@justinschuh) January 23, 2019

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Entwicklung des Manifests V3 schließlich auf die Nutzung von Chrome auswirkt – und welche Adblocker dadurch vor großen Problemen stehen.

Rap Hack: Mit manipulierten Klickzahlen bei Spotify und YouTube in die Charts

Rap Hack: Mit manipulierten Klickzahlen bei Spotify und YouTube in die Charts

Die Diskussion um die Klickzahlmanipulationen sind keine Neuheit. Für Furore sorgt das Video zum Rap Hack vom Y-Kollektiv dennoch, weil darin detailliert Praktiken dokumentiert werden, die die Klickzahlen der Musiker bei digitalen Plattformen wie YouTube und Spotify schnell in Millionenhöhe treiben. Dabei geht es nicht mit rechten Dingen zu und die Popularität bestimmter Songs und Künstler entpuppt sich als geradezu konstruiert.
Der Rap Hack: Neue Methode, um Stars zu schaffen
Im Musikgeschäft geht es darum, Stars zu stilisieren, Persönlichkeiten zu Aufmerksamkeit zu verhelfen und Hörer für deren Songs zu generieren. All das zielt darauf ab, Geld zu verdienen. So wurden früher von Managern auch gerne mal massenhaft CDs selbst gekauft, damit der Einstieg ihrer Künstler in die Charts erleichtert würde. Und Manipulation im großen Stil findet in der Branche auch seine Beispiele, man denke nur an Milli Vanilli.
Heutzutage zählen für Künstler aber auch die Metriken der relevanten Musikstreaming-Plattformen, allen voran Deezer, Apple Music, Amazon und Spotify. Bei diesen lassen sich, wie ein aktuelles Video vom Y-Kollektiv darstellt, Klickzahlen für einzelne Songs jedoch einfacher manipulieren, als so mancher gedacht haben dürfte. der Reporter Ilhan Coskun trifft im Video auf einen anonymisierten sogenannten Social Media-Experten, genannt Kai, der angibt, dass er Songs, gerade im Bereich Deutschrap, zum Durchbruch verhelfen kann. Dabei hackt Kai die Charts, indem er mithilfe eines regelrechten Konglomerats von Accounts die Songs in einer Dauerschleife in Playlisten abspielt und ihnen somit immer neue Zugriffe beschert. Woher er die Daten für die Vielzahl an Konten hat, erklärt er nicht.
Es ist mega einfach aus dem Nichts in die Charts zu kommen,
wird Kai zitiert. Dafür braucht es dann nur Geld. Um das zu überprüfen, hat Ilhan Coskun eigens einen Song mit Video erstellt, der – als Experiment gedacht – zu Popularität kommen sollte. Coskun ist eigentlich Kameramann und kein Rapper. Zusammen mit Freunden aus der Rapszene arbeitet er jedoch das Video 8K aus. Dieses hat inzwischen über 500.000 Views bei YouTube. Kai geht aber davon aus, dass es zwischendurch vonseiten YouTubes Strikes gab. Bei Spotify gab es fast 100.000 Abrufe, obwohl Ilhan Coskun kein Geld investiert hat.
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Zum Star ist Coskun allerdings nicht geworden. Wie schafft es Kai mit seinem Social Media-Team also, andere Rapper groß zu machen, indem Klicks manipuliert werden?
250.000 Accounts in Deutschland hören auf Dauerschleife
Kai gibt an, dass er eine Viertelmillion Accounts in Deutschland steuert, die Songs, die er pushen soll, in Dauerschleife in eigens erstellten Playlisten „hören“. Dabei werden übrigens auch andere Rapper in die Listen integriert, die gleichzeitig von der Praktik profitieren, ohne daran beteiligt zu sein. Das wird gemacht, damit Spotifys Algorithmus keinen Verdacht schöpft.
Ein Beispiel, das Kai gibt, ist der Account von Rapper Sero El Mero, bis dato eher unbekannt. Sein Track Ohne Sinn hat inzwischen über sechs Millionen Aufrufe bei YouTube und wurde erst Anfang Mai hochgeladen.
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Schon sieben Minuten nach dem Upload hatte es über 12.000 Likes und nur 24 Stunden später war es auf Platz eins der YouTube Trends. Kai hatte im Vorwege auf die wundersame Entwicklung hingewiesen. Er gibt aber auch an, dass er damit nichts zu tun hat und es für eine Manipulation keine Beweise gebe; aber Anzeichen seien da.
Als weiteres Beispiel nennt Kai die Summe, die ein Rapper mit nur einem Beispiel-Song und lediglich bei Spotify verdient hat: 256.000 US-Dollar. Die Effekte sind also enorm.
Keine Sicherheitsmechanismen?
Illegitime Praktiken zur Unterstützung von Songs und Künstlern gibt es viele, dafür muss nur ein gewisses Startkapital investiert werden. Möglich gemacht wird die Manipulation der Klickzahlen aber auch, weil die betroffenen Plattformen keine ausreichenden Sicherheitsmechanismen haben. Das bestätigt der „Social Media-Experte“ Kai. Außerdem wird in der Y-Kollektiv-Doku deutlich, wie gehackte Nutzerdaten für letztlich illegale Zwecke eingesetzt werden können.
Ilhan Coskun hat seinen Track bei den Streamingplattformen entfernt, weil er damit kein Geld verdienen möchte. Bei YouTube könnt ihr euch sein Video aber noch anschauen.
Es gibt in der Dokumentation keine Beweise dafür, dass bestimmte Künstler wie Sero El Mero und deren Labels in den Klickkauf involviert waren. Daher hat sich beispielsweise Groove Attack inzwischen von den impliziten Vorwürfen distanziert.

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Statement zum Beitrag „Der Rap-Hack: Kauf dich in die Charts! Wie Klickzahlen manipuliert werden“ von Y-Kollektiv/funk Funk veröffentlichte gestern den o. g. Beitrag und nannte dabei Groove Attack und Groove Attack TraX im Kontext mit Streaming-Manipulationen. Für den Beitrag haben wir vorab Interview-Fragen schriftlich beantwortet. Der Beitrag hat bei vielen Musikfans für Verwirrungen gesorgt. Groove Attack & Groove Attack TraX stellen klar, dass wir zu keinem Zeitpunkt Klicks gekauft oder sonstige Manipulationsbestrebungen unternommen haben, um Artists künstlich zu Ruhm zu verhelfen. Der große Erfolg unseres Künstlers Mero hat dazu geführt, dass auf Betreiben einer der Major-Companies eine Überprüfung der Streaming-Zahlen erfolgte. Die GfK stellte fest, dass die Abrufzahlen hoch seien, konnte aber keine Auffälligkeiten feststellen. Wir sind traurig, dass verdienten Künstlern aus unserem Hause unterstellt wird, dass ihr Erfolg auf Fälschungen basiere. Hunderttausende Fans hören täglich ihre Musik, haben Tickets für die Konzerte gekauft und folgen ihnen in den sozialen Netzwerken. Sie sind die Basis für den Erfolg, ihnen gebührt unser Dank!
A post shared by Groove Attack (@grooveattack) on May 24, 2019 at 8:23am PDT

Während der Rap Hack also nicht klar beweist, an welcher Stelle Klickzahlen manipuliert, ja gekauft werden, zeigt das Video doch die Möglichkeiten dazu auf.
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Und wieder einmal basieren diese auf zahlreichen gehackten Nutzerdaten. Das Geschäft mit diesen bleibt also in der Digitalbranche ein immens großes und kann womöglich unbekannte Künstler zu Stars machen und den involvierten Managern und Labels viel Geld einbringen. Die Daten sind das große Potential für Werbung und Klicks in jedweden Digitalbereichen. Dass damit ganz besondere Leistungen erzielt werden können, wenn es um Metriken geht, die auf technologischen Werten basieren, steht außer Frage. Vielleicht müssen also auch in der digitalen Musikbranche die Kennwerte für Erfolg neu zur Diskussion gestellt werden. Zumindest aber gilt es, die Prüfung und die Sicherheit bei YouTube, Spotify und Co. zu verschärfen.

Schon vor der Einführung von iOS 13: Screenshots des Dark Mode geleakt

Schon vor der Einführung von iOS 13: Screenshots des Dark Mode geleakt

Am dritten Juni wird die Keynote zur folgenden WWDC von Apple stattfinden, zu der bekannterweise Apples neueste Änderungen offengelegt werden. Doch schon jetzt kursieren Screenshots im Netz, die das Aussehen eines neuen Features zeigen.
Exklusive Screenshots zeigen den Dark Mode unter iOS 13
Die Screenshots von 9to5 Mac zeigen das aktuellste Betriebssystem iOS 13, das mit einigen Veränderungen aufwartet: so kann unter iOS 13 der Dark Mode mobil über die Einstellungen oder über das Control Center eingestellt werden. Auf dem Homescreen ändert sich dadurch nur der Hintergrund des Docks, der statt hell jetzt dunkel gehalten wird. 9to5 Mac stellt die Vermutung in den Raum, dass auch neue Hintergründe zur Verfügung gestellt werden, die sich besser mit dem Dunkelmodus vertragen. In der Musik-App hingegen wird der gesamte Hintergrund schwarz, was sich besonders auf den Akku von OLED-Bildschirmen positiv auswirken sollte. Der Text ist weiß gehalten, doch für die Buttons und Links entschieden die Designer bei Apple sich für Rot, was teilweise etwas schwierig zu lesen sein kann.
Der neue Dark Mode unter iOS 13. © 9to5 Mac (Klick aufs Bild für eine größere Ansicht) Über weitere Veränderungen wird schon spekuliert
Auch auf Level des Betriebssystems gab es Änderungen. Die Oberfläche, die nach einem Screenshot erscheint, ist nicht mehr grau, sondern jetzt lediglich eine verzerrte Darstellung des Hintergrunds und die erscheinenden Tools sind deutlich realistischer als zuvor gestaltet. Auch in der Erinnerungen-App und den Apps „Find My Friends“ und „Find My Phone“ wird einiges geändert. Letztere sollen zu einer App zusammengefasst werden, die auch den Dark Mode unterstützt.
Wie üblich wird die Entwickler Beta-Version von iOS 13 vermutlich am Tag der Keynote zugänglich werden. Die öffentliche Beta-Version folgt dann einige Wochen später. Fans des Dark Mode werden sich also noch etwas gedulden müssen bis die Funktion auf ihren Geräten verfügbar ist.

Überlass es Googles KI: Lens Filter wählen von der Speisekarte und übersetzen für dich

Überlass es Googles KI: Lens Filter wählen von der Speisekarte und übersetzen für dich

Nur wenige Wochen nach der Entwicklerkonferenz I/O von Google sollen diese Woche die angekündigten Features ausgerollt werden. Wir berichteten über die Neuerungen, die uns die Konferenz versprach, und zwei davon sind für die ersten Nutzer bereits verfügbar. Die neuen Filter (Translate, Text, Auto, Shopping, Dining) können in der Google Lens aufgerufen werden, die Nutzer via Google Assistant, Google Photos oder Google Search App nutzen. Pixel User haben Google Lens direkt in ihre Kamera integriert.
Diese Filter wurden jetzt ausgerollt
Der Dining-Filter in der Google Lens. © Google Der Dining sowie der Translate-Filter der Google Lens sind für die ersten Nutzer unter Android und iOS bereits verfügbar. Der Dining-Filter ist etwas für alle Foodies und Menschen, die gern essen gehen: er greift auf die Daten von Google Maps zurück und kann auf besonders beliebte Gerichte eines Menüs hinweisen. Dabei werden dem Nutzer sogar Fotos und das Feedback anderer Kunden angezeigt, die bereits in dem Restaurant gegessen haben. Die neue Funktion errechnet auch die Kosten pro Person bei einer geteilten Rechnung und das Trinkgeld für die Kellner.
Der Translate-Filter übersetzt das, was vor der Kamera ist. © Google
Der Translate-Filter kann besonders für Reisende interessant werden. Richtet der Nutzer die Kamera auf einen Text einer fremden Sprache, überlagert Lens diesen mit der Übersetzung in der Wunschsprache. Über 100 Sprachen sind laut Google schon für die Funktion verfügbar. Das Interessante dabei ist, dass die Ausgangssprache laut Google eigenständig vom System erkannt wird und nicht von den Nutzern angegeben werden muss.
So wird die Google Lens genutzt
Um die Filter zu nutzen, richten Nutzer ihre Kamera auf das gewünschte Objekt und tippen den Center Button, um das Bild festzulegen, bzw. einzufrieren. Das Karussell an Filter-Auswahlmöglichkeiten verschwindet in die linke untere Ecke, so dass Nutzer sich komplett auf den Bildinhalt konzentrieren können. Diese können mit Hilfe einer weiteren neu eingeführten Funktion auch zugeschnitten werden, um ein präziseres Ergebnis zu erhalten.
Googles KI ist bereits tief in unserem Leben verwurzelt und generiert mit den neuen Funktionen noch mehr Daten, die Google viel über die Nutzer verraten und sich aus Werbesicht gut nutzen lassen. Wie sehr sich die neuen Filter in den Alltag integrieren lassen, bleibt offen, denn besonders die vorgestellten, jetzt eingeführten Filter sind erstmal für nicht ganz alltägliche Situationen wie Essen gehen und in den Urlaub fahren gedacht.