Googles Pläne „to build a better web“ – Über Cookies und  Privatsphäre

Googles Pläne „to build a better web“ – Über Cookies und Privatsphäre

Privatsphäre sei eines der wichtigsten Themen der heutigen Zeit, schreibt der CEO von Google, Sundar Pichai, in einem Artikel in der New York Times, in welchem er seine Meinung zu Google und Privatsphäre darlegt. Richtiger könnte er mit seiner Aussage nicht liegen: eine gesicherte Privatsphäre ist der Schlüssel zu zufriedenen Nutzern online. Grund genug für Google, um die eigenen Privatsphäre- und Sicherheitseinstellungen zu überarbeiten.
Updates im Handling von Cookies: mehr Transparenz und Kontrolle für Nutzer
Bei der I/O gab Google die Neuerungen in Chromes Umgang mit Cookies bekannt. Nach User Feedback bezüglich der Sicherheit ihrer Daten reagierte Google und plant, die Transparenz und Nutzerkontrolle hinsichtlich der Datensicherheit zu verbessern.
Cookies sind aus dem Browser-Erlebnis des Standardnutzers nicht mehr wegzudenken. Sie merken sich Seiteneinstellungen und Passwörter für uns, füllen beispielsweise Adressformulare für den Onlinehändler aus und tracken unsere Aktivitäten, um auf uns abgestimmte Werbeanzeigen ausliefern zu können. Nutzer haben die Möglichkeit, Cookies aus ihrem Browser zu löschen, nehmen damit aber in Kauf, von allen Seiten ausgeloggt zu werden und keine persönlichen Präferenzen mehr gespeichert zu haben. Auf die gleiche Art operieren Lösungen, die grundsätzlich alle Cookies blockieren. Eine andere Möglichkeit bieten meist fehleranfällige, heuristische Ansätze, die versuchen, die verschiedenen Cookies voneinander zu unterscheiden, und nur einige zu blockieren. Mit der Neuerung in Chrome soll es Nutzern möglich sein, alle ungewollten Cookies zu löschen und nur auf wenigen, ausgewählten Seiten zu bewahren. So möchte Google den Nutzern mehr Kontrolle über die eigene Privatsphäre geben. In der neuesten Entwicklerversion von Chrome können die neuen Features bereits getestet werden.
Das Ziel: a better web
Privatsphäre sei kein Luxus, sondern sollte vielmehr für jeden zur Verfügung stehen, macht Sundar Pichai in seinem Artikel mit einem Seitenhieb auf Apple seine Einstellung deutlich. Ja, Daten über Nutzer würden auch von Google gesammelt, um deren Produkte zu verbessern. Doch gleichzeitig würden die Nutzerinformationen von Google beschützt, wiegelt er ab.
We launched Chrome ten years ago with the objective of building a better web and improving the user experience. While our browser has evolved since 2008, our objective remains the same,
schreiben Ben Galbraith, Director, Chrome Product Management, und Justin Schuh, Director, Chrome Engineering, in ihrer Bekanntgabe zur neuen Cookie Policy. Der Tenor bei Google ist also: Bei uns sind eure Daten in sicheren Händen. Davon mag man halten, was man will, Fakt ist, dass die großen Tech-Konzerne derzeit ohne ernstzunehmende Konkurrenz dastehen.
Große Macht bringt große Verantwortung
Die Verantwortung, die die großen Player wie Google und Facebook bezüglich unserer Daten haben, ist enorm. Sie dominieren den Markt und lassen kaum Raum für Wettbewerb – etwas, das geändert werden sollte, „sonst lassen wir alles in den Händen von Unternehmen, die außerhalb demokratischer Kontrollen stehen“, wie die EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager findet. Auf der re:publica sprach sie daher darüber, wie Fairness und Wettbewerb in der digitalen Welt möglich sein können. Ihr Vorschlag: Die Daten, die große Firmen sammeln, sollten für kleine Unternehmen zugänglich gemacht werden. Nur so könnten sie konkurrenzfähig werden.
Doch es liegt nicht nur an den Unternehmen, etwas zu verändern und ihren Fokus auf die Privatsphäre und Sicherheit der Nutzer zu legen. Auch die Nutzer selbst müssten genau dies einfordern. Sie könnten sich nicht über die Macht der wenigen großen Player beschweren, wenn sie selbst die Monopolstellung dieser bestärken. „Wie viele von ihnen haben kürzlich eine andere Suchmaschine ausprobiert?“, fragt Vestager in ihrem Vortrag. Nur wenige Hände im Publikum heben sich. Es liegt genau so an den Usern, sich zu informieren, was mit ihren Daten geschieht, welche Möglichkeiten sie haben und Transparenz für sich selbst zu schaffen. Gerade Google, aber auch Facebook, gibt seinen Nutzern viele Einstellungsmöglichkeiten hinsichtlich der Privatsphäre, nur sie verändern muss jeder für sich selbst. Immerhin muss auch bedacht werden, dass die Sammlung von Daten das bequeme Nutzererlebnis, das wir mittlerweile gewohnt sind und online erwarten, ermöglicht. Es geht darum, einen Kompromiss zu finden, bzw. zu priorisieren, was wichtiger ist: Der Datenschutz oder das optimale Online-Erlebnis?