Jeder Fünfte kauft Produkte nach Influencer-Werbung – besonders junge User sind empfänglich

Jeder Fünfte kauft Produkte nach Influencer-Werbung – besonders junge User sind empfänglich

Der Kontakt von Internetnutzern zu Influencern nimmt zu, insbesondere wenn jüngere User im Fokus stehen. Den Großteil der Nutzer stören dabei Ads der Influencer nicht, wenn sie auch als solche gekennzeichnet sind. Da ist es wenig verwunderlich, dass gut ein Viertel der Befragten der BVDW-Studie auch schon auf Grundlage solcher Werbung ein Produkt gekauft hat.
Influencer sind Teil des Alltags für junge Internetnutzer
Der BVDW hat in einer Umfrage zum Umgang mit Influencern in Deutschland 1.051 Personen befragt und sich ein repräsentatives Meinungsbild für die Bevölkerung ab 16 Jahren hierzulande verschafft. Die Erkenntnisse der Studie zeigen, dass jüngere Nutzer in der Regel deutlich mehr mit Influencern in Social Media in Berührung kommen. Mehr als jeder Vierte (26 Prozent) kommt mindestens täglich mit Influencern bei YouTube, Instagram und Co. in Kontakt.
BVDW-Umfrage zum Kontakt mit Influencern, © BVDW Dabei gibt es zwischen Frauen und Männern nur sehr geringe Unterschiede, was die Häufigkeit des Kontakts in den sozialen Medien angeht. Allerdings wird deutlich: je jünger die Nutzer sind, desto häufiger kommen sie mit Influecern in Kontakt. 44 Prozent der 16- bis 24-Jährigen haben mehrmals täglich Kontakt, während bei den 35- bis 44-Jährigen nur acht Prozent diese Angabe machten. Ein Viertel der 45- bis 54-Jährigen gab an, seltener als einmal pro Monat mit einem Influencer in sozialen Medien in Berührung zu kommen.
Wenig überraschend spielt das Alter beim Kontakt mit Influencern in Social Media eine große Rolle (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © BVDW Die Kontakte zeigen im Kontext des Marketing auch Wirkung. Denn gut jeder Fünfte hat bereits aufgrund der Aussagen oder Bewerbung vonseiten eines Influencers ein Produkt gekauft oder eine spezifische Marke ausgewählt. Auch hier gilt, dass jüngere User schon deutlich öfter aufgrund von Influencer-Werbung etwas gekauft haben.
Vor allem junge Nutzer kaufen im Rahmen von Influencer Marketing (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © BVDW Als bester Treiber für Verkäufe in diesem Sinne dient natürlich die Bindung von Influencer und Nutzer. Je öfter diese miteinander interagieren – oder der Nutzer zumindest Inhalte des Influencers rezipiert –, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine Kaufintention besteht. Das bestätigt eine weitere Statistik. Wer regelmäßig in Kontakt mit Influencern kommt, kauft eher die von diesen beworbenen Produkte. Für 43 Prozent der Befragten gilt das. Hier ist jedoch vor allem die Altersklasse von 35 bis 44 Jahren mit 52 Prozent aktiv. Und es zeigt sich ebenfalls: Frauen kaufen bei regelmäßigem Kontakt zu Influencern deutlich eher bei einer Marke (49 Prozent), die sie bei diesen entdeckt haben, als Männer (37 Prozent).
Beinah jeder Zweite hat bei regelmäßigem Kontakt zu Influencern schonmal bei einer von diesen beworbenen Marke gekauft (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © BVDW Die meisten Nutzer stört die Influencer-Werbung nicht – wenn sie gekennzeichnet ist
Auf die Frage, ob es als störend empfunden wird, dass Influencer gegen ein Entgelt Produkte oder Marken empfehlen, antworteten immerhin 22 Prozent mit ja. Knapp ein Drittel (32 Prozent) stört das grundsätzlich nicht. Für die meisten aber, 40 Prozent der Befragten, ist dieses Marketing nicht störend, solange die Werbung als solche gekennzeichnet ist. Wieder wird deutlich, dass jüngere Nutzer sich ebenfalls weniger an der Werbung stören als ältere. Gleichzeitig fordern sie jedoch prozentual am stärksten eine Werbekennzeichnung ein.
Der werbliche Charakter bei Influencern stört jüngere Nutzer weniger (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), © BVDW Die jüngeren Generationen haben weniger Probleme mit Werbung. Sie erkennen darin einen Nutzen für sich. Wichtig ist, dass Werbung auch als solche gekennzeichnet wird, egal, ob auf klassischen Kanälen oder im Influencer Marketing,
erklärt BVDW-Geschäftsführer Marco Junk.
Die Umfrage des BVDW stammt aus dem März und hat damit Aktualität vorzuweisen. Sie offenbart, dass das Influencer Marketing hierzulande funktioniert und in Anbetracht der Akzeptanz gerade in der jüngsten befragten Zielgruppe noch große Potentiale liefert. Dabei muss jedoch die Kennzeichnungspflicht für soziale Medien unbedingt ernst genommen werden. Über 70 Prozent der Nutzer stört es nicht, wenn bei YouTube, Instagram oder Snapchat Werbung von Influencern gemacht wird.
Die Einflussnahme von populären Personen des öffentlichen Lebens ist sicherlich keine wirklich neue Werbeform. Doch die zunehmende Akzptanz dieses Marketing-Segments bedeutet eine Etablierung, die Marken künftig zu noch innovativeren Kooperationen mit Influencern inspirieren könnte und sollte. Das A und O beim erfolgreichen Influencer Marketing bleibt jedoch die regelmäßige Interaktion – weshalb die Inhalte der Influencer stets einem Qualitätsanspruch genügen müssen, um für die Integration werblicher Inhalte prädestiniert zu sein.