Kaum Erfolg im E-Mail Marketing? 3 Strategien für Mails, die nicht ignoriert werden

Kaum Erfolg im E-Mail Marketing? 3 Strategien für Mails, die nicht ignoriert werden

E-Mail Marketing klingt toll: Du erreichst deine Zielgruppe direkt und ohne für jeden Klick zu bezahlen. E-Mails gehen nicht zwischen Katzenvideos im Newsfeed unter und du hast klare Zahlen, die dir beim Messen und Optimieren helfen. Soweit die Versprechen. In der Praxis haben viele Unternehmen Probleme mit niedrigen Click-Through-, und Open Rates, schlechter Deliverability und insgesamt einem schlechten ROI mit ihrem E-Mail Marketing. Deshalb braucht es Strategien, um im Postfach aufzufallen. Hier kommen drei bewährte.
So viele Mails, so viele Eindrücke
Das liegt vor allem daran, dass die meisten Newsletter wie Werbung aussehen und in der Menge untergehen. 2015 bekamen Menschen durchschnittlich 88 E-Mails täglich (eine Anzahl, die sich seitdem wohl kaum verändert hat, eher noch gestiegen ist). Deswegen gilt es, im Grundrauschen des Postfachs aufzufallen. Während 1990 auch offensichtliche Marketing E-Mails interessant waren, werden schlechte Newsletter heutzutage bestenfalls ignoriert und schlimmstenfalls als Spam abgestempelt und ungelesen gelöscht.
Damit deinen E-Mails das nicht (mehr) passiert, lernst du in diesem Artikel drei Strategien kennen, die deine E-Mails im Postfach auffallen lassen, sodass sie geöffnet und geklickt werden, sodass du einen guten ROI durch dein E-Mail Marketing erreichen kannst.
1. Höhere Open Rates? Das hier ist wichtiger als die Betreffzeile
Wenn deine E-Mails einen uninteressanten Ersteindruck machen, dann sinkt deine Open Rate unweigerlich. Herkömmliche E-Mail Marketing Tipps raten, mit interessanten Betreffzeilen höhere Open Rates zu erreichen. Das scheint erstmal logisch: Der Betreff ist das Erste, was wir von einer E-Mail sehen. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Bessere Betreffzeilen bringen eine höhere Open Rate.

And the prize for the best #GDPR email subject line goes to @Harlands_NE. pic.twitter.com/ZHjT3G8yhV
— Gary Turner (@garyturner) May 22, 2018

Aber der Betreff ist nicht das einzige, was den Ersteindruck einer E-Mail beeinflusst. Denn du sendest noch eine andere Info: Den Absender.
Sieh es so: Wenn du von deinem Chef oder Kunden eine E-Mail bekommst, dann löschst du sie nicht, sondern öffnest und liest sie – unabhängig vom Betreff. Das liegt daran, dass du weißt, dass der Inhalt für dich wichtig ist. Wenn du willst, dass Leser deine E-Mails instinktiv öffnen, dann müssen sie diese als wichtig und/oder wertvoll wahrnehmen. Das erreichst du, indem du nur relevante E-Mails schickst, die deine Leser unterhalten und ihnen einen Mehrwert bieten.
Wer sollte der Absender sein?
Benutze nicht deinen Unternehmensnamen, sondern eine Person. Bei kleineren Unternehmen empfiehlt sich dafür der Gründer oder Geschäftsführer, größere Unternehmen nutzen am besten ein Team-Mitglied, mit dem der Leser bei Interesse auch sprechen würde. Mit einer Person als Absender wird deine E-Mail nicht sofort als Werbung abgestempelt und ignoriert.
Praxistipp: Wenn du verschiedene Abteilungen hast, probiere aus, den Empfänger zu wechseln. Durch den unerwarteten Namen öffnen mehr Menschen deine E-Mail. Bleibe dabei ehrlich und wechsle nur, wenn deine Botschaft auch anders ist als sonst. Sonst stiftet der Wechsel nur Verwirrung.
2. Um wen geht es hier
Viele ineffektive Marketing E-Mails verfolgen das falsche Ziel. Die Newsletter beschreiben, welche Projekte das Unternehmen umgesetzt hat und welche Neuigkeiten es sonst gibt. Dabei vergessen viele Unternehmen den Kunden.
Menschen interessieren sich vor allem für sich selbst. Das gilt auch für deine Kunden. Sprich deine Leser in den E-Mails deswegen direkt an und mache klar, warum die Infos in der Mail relevant sind. Das heißt natürlich nicht, dass es gar nicht um dich und dein Unternehmen gehen darf. Vergleiche diese beiden fiktiven E-Mail Marketing-Beispiele eines Fitnessstudios namens PrimaFit:
Fokus aufs Unternehmen: Wir feiern unseren 12. Geburtstag!
Seit der PrimaFit Gründung im Jahr 2007 ist viel geschehen: Wir haben ein neues Gebäude bezogen und unsere Geräte von Grund auf erneuert. Außerdem gibt Alex seit mittlerweile drei Jahren am Mittwoch den Kickbox-Kurs und Tanja hilft unseren Mitgliedern dienstags beim Yoga beim Entspannen. Wir freuen uns auf die nächsten 12 Jahre und geben allen Mitgliedern einen gratis Monat PrimaFit aus!
Fokus auf den KundenGratis-Monat für dich!
Vielleicht kennst du noch das erste Gebäude in der Frühlingstraße und die alten Geräte, mit denen wir 2007 losgelegt haben. Vielleicht bist du auch erst später dazugekommen und kennst PrimaFit gar nicht ohne Kickboxen, Yoga und hochwertige Geräten. Ob du nun ein ,alter Hase’ oder ganz neu dabei bist: Wir freuen uns über dich—und wollen dir zu unserem 12. Geburtstag ein Geschenk machen: Deine monatliche Gebühr wird diesen Monat nicht von deinem Konto abgebucht.
Wahrscheinlich hast du gemerkt, dass die direkte Ansprache des Kunden deutlich ansprechender ist. Schon die Überschrift macht das deutlich. Wie könnte man einen Gratis-Monat ignorieren?
Praxistipp: Probiere, für jedes „wir/ich“ mindestens zwei „du/Sie“ zu haben.
3. Storytelling
Auch mit Kundenfokus bleiben viele Marketing E-Mails langweilig. Sie enthalten zwar wertvolle Informationen, drücken diese aber so aus, dass sich der Kunde daran nicht erinnert. So geht die Botschaft wieder im Grundrauschen unter. Die Lösung: Erzähle eine Geschichte. Gerade im deutschen Sprachbereich wird Storytelling im E-Mail Marketing noch weniger benutzt. Das gibt dir die Chance, mit deinen E-Mails aufzufallen. Geschichten erlauben es dir, deine Informationen so zu verpacken, dass sie deine Kunden unterhalten und sich daran unterhalten. Vergleiche die beiden Versionen aus einem fiktiven Newsletter einer Werbeagentur.
Durchschnittlich
Diesen Monat durften wir eine neue Website für Firma Schulz und Söhne aufsetzen. Das Projekt war ein voller Erfolg und der Kunde ist zufrieden. Mit einer Content-Strategie werden wir langfristig dafür sorgen, dass unser neuester Kunde gut von Suchmaschinen gefunden wird. Wir begrüßen Schulz und Söhne als zufriedenen Kunden.
Storytelling
Als Firma Schulz und Söhne auf uns zukam, hatten sie wenig Kundenanfragen. In der Erstberatung beschlossen wir, eine Webpräsenz zu entwickeln, die im Internet besser gefunden wird. Nach Fertigstellung der Website beschlossen wir, langfristig eine Content-Strategie umzusetzen. ,Kundenanfragen kommen übers Internet, ganz ohne täglich Stunden vorm PC zu verbringen’, sagt Christian Schulz, Geschäftsführer der Firma Schultz und Söhne.
Die meisten Marketing E-Mails sehen leider eher wie das erste Beispiel aus, während das zweite Beispiel deutlich interessanter und unterhaltsamer ist. Erzähle deswegen in deinem E-Mail Marketing Geschichten.
Praxistipp: Die Kernelemente jeder Story sind eine Hauptfigur, ein zu lösendes Problem, eine Entdeckung und die Lösung des Problems durch die Entdeckung.
Zusammenfassung
Dir ist vielleicht aufgefallen, dass es in diesem Artikel darum ging, deine Marketing E-Mails für den Kunden so interessant, wertvoll und unterhaltsam wie möglich zu gestalten. Und genau darum geht es in wirklich effektivem E-Mail Marketing: Dem Kunden einen klaren Mehrwert zu bieten.
Die Essenz dieses Artikels mit direkt umsetzbaren Tipps findest du in der knappen Checkliste. So kannst du dich und/oder dein Team daran erinnern, wenn du die Übersicht immer wieder zu Gemüte führst.
Die Checkliste: Kurz und knackig: 3 Strategien, die deine E-Mails unignorierbar machen
1. Du willst höhere Open Rates? Der Absender ist wichtiger als der Betreff.
Während gute Betreffzeilen viel Einfluss auf die Open Rates haben, öffnen Leser E-Mails, weil sie Mehrwert und Unterhaltung davon erwarten. Wenn du das verlässlich lieferst, dann werden deine E-Mails geöffnet, weil sie von dir kommen – deine Zielgruppe vertraut dir.
Wie du das umsetzt: 
Mache den Absender eine (echte!) Person, im Optimalfall Gründer oder CEO (NICHT das Unternehmen oder ein Team). Mache deine E-Mails wertvoll für den Kunden.
2. Es geht immer um den Kunden.
Der Kunde liest deine E-Mails für seinen eigenen Vorteil. Sprich ihn deswegen direkt an und gib ihm das Gefühl, dass er eine persönliche Botschaft liest, keinen „Newsletter“.
Wie du das umsetzt:
Minimiere „ich“ und „wir“.Maximiere „du“/„Sie“.Ein gutes ich/du Verhältnis ist ca. 30/70.Überlege dir vorm Schreiben deiner E-Mail, was du dem Kunden mitgeben möchtest.Stelle dir beim Korrekturlesen für jeden Satz die Frage, ob er deinem Kunden weiterhilft.
3. Erzähle Geschichten 
Menschen können nicht aufhören, eine gute Geschichte zu lesen. Bringe den Content deiner E-Mails in ein Story-Format.
Wie du das umsetzt:
Lege den Fokus in jeder Story immer noch auf den Kunden. Frage dich, ob die Geschichte wirklich relevant für den Kunden ist.Eine gute Story enthält die folgenden vier Elemente:
Hauptfigur
Problem
Entdeckung, die das Problem löst
Lösung des Problems
Menschen können nicht aufhören, eine gute Geschichte zu lesen. Bringe den Content deiner E-Mails in ein Story-Format.