Budweiser korrigiert lächerlich diskriminierende Werbung aus den 50ern

Budweiser korrigiert lächerlich diskriminierende Werbung aus den 50ern

Budweiser hat zum Weltfrauentag ehemalige Printwerbung neu interpretiert. Die direkte Gegenüberstellung der Motive soll die Verschiebung der Markenwerte hin zu einem starken und gleichberechtigen Frauenbild demonstrieren.
Eine Biermarke mit Makeover zum Weltfrauentag
Die 50er und 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts sind für sexistische und stereotypische Rollenbilder in der Werbung bekannt. Der Mann arbeitet hart und die Frau macht ihm das Leben drumherum so angenehm wie möglich – so der allgemeine Konsens. Da machten die Biermarken keine Ausnahme, vor allem da Alkoholika ohnehin vorrangig Männer als Zielgruppe bedachten.
Das US-amerikanische Budweiser als Marke des Brauerreigiganten Anheuser-Busch InBev nahm den diesjährigen Weltfrauentag zum Anlass, sich aktiv mit dem damaligen Sexismus auseinanderzusetzen und endgültig damit aufzuräumen. Dazu engagierten die Verantwortlichen drei Künstlerinnen, um Plakate aus der fraglichen Zeit neu zu interpretieren: Heather Landis, Nicole Evans und Dena Cooper. Aus den Illustrationen entstand eine Kampagne, die als Fullpager in der New York Times, Los Angeles Times und im Chicago Tribune erschienen sind.
Aus antiquierten Rollenbildern wird modernes Weltbild
Die Künstlerinnen modellierten die Alltagssituationen um. So präsentierte Budweiser 1962 einen Mann, der von der Arbeit kommt und am Essen schnuppert, das seine Frau – natürlich Hausfrau – zubereitet hat. Er wird aufgefordert die Krawatte zu lockern und sein Bier zu genießen. Die Version aus 2019 zeigt hingegen eine Frau mit Hund, die sich etwas von einem Lieferservice hat kommen lassen und am Freitagabend nach der Arbeit endlich Zeit für etwas Entspannung findet.

Statt dem Mann, der nach der Heimarbeit 1958 ein Bier von seiner Frau eingeschenkt bekommt, stößt heute ein Paar nach getaner Renovierungsarbeit bei einer Pizza gemeinsam an.

Die frisch verheiratete Frau, die 1959 unsicher ist, wie sie ihren Ehemann zufrieden stellen kann, wird zu einer rundum glücklichen und sich selbst verwirklichenden Person, die Freundinnen auf ein Bier trifft. Die vorherrschenden Motive sind also Unabhängigkeit, Gleichberechtigung und Selbstverwirklichung.

Es gehört definitiv Mut dazu, die aus heutiger Sicht unangemessenen Anzeigen von damals hervorzuholen und sie öffentlich zu diskutieren. Schließlich macht sich der Konzern damit auch angreifbar. Monica Rustgi, Vice President Marketing von Budweiser, sieht es aber vielmehr als Möglichkeit denn als Gefahr:

For us, it’s all about using our past to really serve as a launch pad showing women in a more balanced fashion.

Hinter der Kampagne steht die Agentur VaynerMedia aus New York, die von der Medienikone Gary Vaynerchuk gegründet wurde. Die Ads werden außer in Print schon bald in Digital und Social Media zu sehen sein. Am Freitag gingen sie bereits beim offiziellen Budweiser Account auf Twitter online.

This year, in honor of #InternationalWomensDay, we are reimagining our ads of the past to better portray balance and empowerment. Budweiser is proud to partner with @seeher2020, an organization devoted to the accurate portrayal of women in media and advertising. pic.twitter.com/0XCyW3GWp1
— Budweiser (@budweiserusa) March 8, 2019

Budweiser unterstützt jetzt #SeeHer
Gleichzeitig nutzt Budweiser die Kampagne für die Bekanntmachung einer größeren Weichenstellung. Der Konzern verkündet in diesem Zuge, dass er nun Teil der #SeeHer-Bewegung ist. Dabei handelt es sich um eine Initiative der Association of National Advertisers, die sich für ein zeitgemäßes Frauenbild in der Werbung einsetzt. Die Kampagne ist der Startschuss für eine langfristige Zusammenarbeit, erklärt Monica Rustgi gegenüber The Drum:

As a leader in advertising, it’s our responsibility to showcase women in more balanced and empowered roles. We are proud to officially announce our long-term partnership with #SeeHer to better inform and evaluate our future creative.

Die Aufarbeitung der Werbemotive erinnert an eine Kampagne der brasilianischen Biermarke Skol, die vor zwei Jahren für Aufmerksamkeit sorgte. Die Macher verfolgten ein ähnliches Prinzip der Neuinterpretation ihrer eigenen Werbung. Allerdings musste Skol dafür nicht 70, sondern nur 15 Jahre in die Vergangenheit blicken.

Google Shopping-Kampagnen bald automatisch in Googles Bildersuche

Google Shopping-Kampagnen bald automatisch in Googles Bildersuche

Google hat Werbetreibende, die Google Shopping Ads ausspielen, davon unterrichtet, dass ihre Kampagnen demnächst auch in der Bildersuche bei Google auftauchen können; und zwar ohne Opt-In. Ob diese Entwicklung allen Advertisern zugute kommt, bleibt jedoch fraglich.
Google Bilder wird Teil des Suchnetzwerks für Shopping Ads
Die Relevanz von Bildinhalten für Ads ist unbestritten. Bilder funktionieren als Kaufanreiz besonders gut, Bewegtbild häufig umso besser. Google hatte vergangene Woche Shoppable Ads für die Bildersuche vorgestellt, die es Advertisern – derzeit vereinzelten im Test – ermöglichen, ihre Produkte mit passenden Bildern zu verlinken und Suchenden zu präsentieren.
Während diese Option Werbetreibenden gefallen dürfte, hat die Suchmaschine nun angekündigt, dass Ende März das Suchnetzwerk für die Shopping Ads um den Bereich Google Bilder erweitert wird. Davon berichtet etwa Clix Marketing. Laut der Mail Googles werden Kampagnen aus Google Shopping automatisch dafür qualifiziert, ebenfalls in der Bildersuche aufzutauchen, sofern Nutzer dort mit relevanten Keywords suchen. Die Advertiser brauchen für diese Option nun nicht mehr den Opt-In im Bereich Suchnetzwerk-Partner. Denn mit der Integration ins Suchnetzwerk wird Google Bilder zu einer weiteren Plattform für die Shopping Ads.
Clix Marketing zeigt die E-Mail von Google in Gänze:
Die Mail Googles an die Advertiser, Quelle: Clix Marketing Ist die Änderung für Google sinnvoller als für die Advertiser?
Das Unternehmen erhebt Google Bilder vom optionalen Raum zu Targeting mit Shopping Ads zu einem, der vorgegeben wird; da er demnächst zum Suchnetzwerk gehört. Google vermutet, dass Werbetreibende einen Anstieg beim Traffic im Suchnetzwerk und weniger Traffic im Bereich Suchnetzwerk-Partner wahrnehmen werden, wenn ihre Kampagnen bei letzterem laufen. Tun sie das nicht, werden sogar drei bis zehn Prozent Zuwachs beim Traffic bei geringeren CPC und ähnlichen Conversion Rates erwartet.
Doch, wie bei Clix Marketing ebenfalls anklingt, wie können die Werbetreibenden diese Conversion Rates vergleichen? Noch gibt es keine Segmentierung zur Messung nur über Google Bilder. Vielleicht soll dies folgen. Und wer immer sich dagegen entschieden hat, bei den Suchnetzwerk-Partnern per Opt-In eine Werbeausspielung zu erreichen, hat womöglich seine Gründe.
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Nun wird Googles Bildersuche aber vom Partner- in den Suchnetzwerk-Bereich verschoben. Und die Shopping-Kampagnen könnten dort auch dann auftauchen, wenn es den Advertisern nicht zupass kommt. Denn die Suchintention kann bei der Unterscheidung, ob ein Nutzer über Search oder die Bildersuche nach etwas sucht, stark variieren.
Allerdings werden User über Ads mit Bildinhalten so angesprochen, wie sie es aus Social Media beim Feature Shopping in den Instagram Stories zum Beispiel gewohnt sind. Daher könnten sich der Traffic und die Conversion Rates tatsächlich durch den aktuellen Schritt, der Ende März vollzogen sein soll, erhöhen. Ob das jedoch für das Gros der Advertiser gilt, bleibt abzuwarten. Zumindest ist die Kontrolle der Werbetreibenden etwas eingeschränkt worden, während Google seine immense Relevanz nutzt, um Usern noch mehr möglichst passende Werbung gerade im bildbasierten Kontext zu bieten.
Wer bei Google nun Shopping-Kampagnen ausspielt, sollte diese Entwicklung nicht ignorieren und genau beobachten. Vielleicht profitieren letztlich alle Beteiligten; Google selbst wird jedoch am ehesten die Vorteile dieser Verschiebung erfahren.

Content Marketing: Gated oder Ungated, das ist hier die Frage

Content Marketing: Gated oder Ungated, das ist hier die Frage

Gated oder Ungated Content ist eine uralte Debatte im Content Marketing, bei der es zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen gilt. Mit reinem Lehrbuchwissen kommen Marketer bei dieser Entscheidung oft nicht weiter. Deshalb werden in diesem Beitrag nicht nur die Vor- und Nachteile von Gated und Ungated Content aufgezeigt. Es werden die Hauptmotivatoren beider Seiten herausgebrochen und mit den Ergebnissen unseres eigenen Experiments verglichen. Wir decken spannende Zusammenhänge zwischen Content Gating und dem Lead Nurturing-Prozess auf, über die ihr möglicherweise noch nicht nachgedacht habt. Zum Schluss werden euch weitere Optionen dargelegt, die euch bei der Ansprache und Pflege von Leads helfen.
Pros & Cons
Jedes Unternehmen, das eigene Inhalte produziert, muss sich zwangsläufig fragen, wie diese Inhalte den Usern zur Verfügung gestellt werden. Soll man interessierten Besuchern Ungated Content bieten, die Inhalte also frei zugänglich für jeden machen? Oder ist es effizienter die Inhalte nur im Austausch gegen Informationen anzubieten? Besucher müssen dann beispielsweise ein Frageformular ausfüllen, bevor sie die Inhalte herunterladen können.
Als Leiter eines Marketing-Teams kenne ich diese Debatte nur zu gut. Sie war ein wiederkehrendes Thema bei unseren wöchentlichen Meetings und wurde immer wieder für verschiedene Inhalte wie Fallstudien, Reports oder Leitfäden diskutiert. Natürlich gibt es auf beiden Seiten gültige Argumente. Ein paar davon haben sich in der langen Debatte behauptet. Hier sind sie auf einen Blick zusammengefasst:

Die wahren Beweggründe
Auch wenn man alle Argumente fein säuberlich einander gegenüberstellt, beantwortet das leider noch nicht die Frage, welche Content-Strategie für euer Unternehmen am sinnvollsten ist. Dazu ist es nötig, die individuellen Marketing-Ziele in die Beurteilung einfließen zu lassen. Im Prinzip haben wir zwei Beweggründe, die eine essenzielle Rolle für euer Content Gating spielen.
1. Verschlüsselte Inhalte zur Lead-Generierung
Lead-Generierung ist für jedes Unternehmen, das Beziehungen zu neuen oder bestehenden Kunden aufbauen möchte, von entscheidender Bedeutung. Durch die Frageformulare sammelt ihr Informationen der Besucher, die mit eurer Marke interagieren und offenbar Interesse an euren Inhalten haben. Durch die Identifizierung kann diese Gruppe in den Lead Nurturing-Prozess aufgenommen werden.
Ein paar einfache Fragefelder können den entscheidenden Unterschied machen, wenn es darum geht einen Besucher zu klassifizieren und in einen Kunden zu verwandeln. Wir wollen die Hürde so niedrig wie möglich halten und verlangen daher nur drei simple Informationen von unseren Besuchern: Name, Firma und E-Mail.
2. Frei zugängliche Inhalte zur Steigerung der Brand-Awareness
Kein Zweifel – durch frei zugängliche Inhalte kommen eure Besucher leichter an die Informationen, die sie interessieren, die Bekanntheit eurer Marke wird gesteigert und ihr erreicht ein größeres Publikum. Wenn also euer Hauptziel darin besteht, mehr Klicks auf eure Inhalte zu bekommen, ist das ein klares Argument für Ungated Content. Die Idee dahinter ist, dass eure Marke mit all den nützlichen Informationen erst einmal in Vorleistung geht und später dafür belohnt wird, indem sich die Leser in relevanten Momenten an eure Marke erinnern und Entscheidungen zu euren Gunsten treffen. Je größer das Publikum ist, desto besser stehen die Chancen, dass sich die erbrachte Vorleistung auszahlt.
Während Lead-Generierung also ein klares Argument für Gated Content darstellt und Brand-Awareness für Ungated Content stehen, gibt es noch ein paar andere Dinge, über die ihr nachdenken solltet, bevor ihre eine Entscheidung für eure Content-Strategie trefft.
Kosten/Nutzen-Relation
Die Entscheidung über eure Content-Strategie hängt auch von ganz pragmatischen Gesichtspunkten ab. Welche Ressourcen stehen eurem Unternehmen zur Verfügung? Das wiederum ergibt sich aus der Größe und der finanziellen Situation des Unternehmens. Für gewöhnlich nehmen kleine Firmen ein größeres Risiko auf sich, wenn sie ihre Inhalte frei zur Verfügung stellen und auf die Kontaktinformationen potentieller Kunden verzichten. Bei wenigen Ressourcen und kleinem Budget sollten die Inhalte nicht allein zur Steigerung der Brand Awareness investiert werden. Denn es ist zweifelhaft, ob sich diese Investitionen auf kurze Sicht bezahlt machen.
Mehr Ungated Content als man denkt
Auch wenn ihr eure Fallstudien, Reports oder Webinare mit Frageformularen verschlüsseln wollt, produziert ihr vermutlich eine ganze Reihe an wertvollen Inhalten, die frei zugänglich sind. Das können Blogbeiträge zum Thema Thought Leadership, Videos, Infografiken, Anleitungen und vieles mehr sein. Macht euch das bewusst und setzt diese Inhalte noch besser in Szene. Springt auf neue oder aktuelle Themen auf, vertretet eine spezielle Sichtweise in einer Diskussion, bietet eurer Zielgruppe Unterhaltung oder exklusive Inhalte, die sie woanders nicht finden. Denn guter Ungated Content kann ebenfalls vielversprechende Besucherinteraktionen wie Demo-Anfragen, Newsletter-Abonnements usw. liefern.
Besucher erwarten kostenlose Inhalte
Ein Gegenargument zu Gated Content ist die Erwartungshaltung der User. Heutzutage sind die Leute gewohnt, Inhalte frei nutzen zu können. Ob nun Online-Navigationsdienste oder Unterhaltung auf Streaming-Plattformen, im Informationszeitalter gibt es überall kostenlose und frei zugängliche Inhalte. Also erwarten eure Besucher das auch von eurer Marke. Wenn die Bedürfnisse nicht schnell genug erfüllt werden, sucht der User woanders und ist schneller weg, als ihr Ungated sagen könnt.
Ein eigenes Experiment aufsetzen
Bis zu unserem Experiment hatten wir unsere Fallstudien, Reports und Leitfäden ausschließlich als Gated Content mit einem Frageformular angeboten. Wir wollten diese Besucherdaten unbedingt haben um sie in unsere Lead Nurturing-Prozesse einzufügen.
Die Hürde bei dem Gated Content wollten wir so niedrig wie möglich halten und verlangen daher nur drei einfache Informationen in unseren Frageformularen: Vollständiger Name, E-Mail-Adresse und Firmenname.
Um herauszufinden, welche Content-Strategie für unsere Marke die richtige ist, haben wir ein kontrolliertes Experiment über einen längeren Zeitraum durchgeführt. Da wir davon ausgegangen sind, dass verschiedene Inhalte verschiedene Zwecke für unsere Besucher erfüllen, haben wir zwei separate Experimente entwickelt: eines fokussierte sich auf unsere Leitfäden und Reports und ein anderes auf unsere Fallstudien.
In jedem Experiment wurden 50 Prozent unserer Besucher auf Landing Pages mit Gated Content geleitet, während die anderen 50 Prozent eine Version mit freiem Download zu sehen bekamen. Bei der Version mit frei zugänglichem Content ersetzten wir das Frageformular durch einen Call-to-Action-Button mit der Nachricht “No email required”. Den Besuchern sollte sofort klar sein, dass dieser Download Button ohne Angabe von Informationen funktioniert.
Hier seht ihr eine Gegenüberstellung der beiden Landing Pages:
Version A: Gated Content

Version B: Ungated Content

Unsere Haupthypothese
Besucher, die zuerst ein Frageformular ausfüllen müssen, brechen eher den Download-Prozess ab als Besucher, die freien Zugriff auf die Informationen haben. Insgesamt laden mehr Besucher Ungated Content herunter als Gated Content.
Doch nur für diese Erkenntnis haben wir den Test nicht durchgeführt. Die viel interessantere Frage für uns war, ob das Fehlen des Frageformulars andere Nebeneffekte oder Auswirkungen auf Metriken wie Demo-Anfragen haben würde.
Die Ziele unseres Experiments
Unterschiedliche Entwicklung der Click-Through-Rates (CTR) nachweisen.
Nachfolgendes Wachstum der Demo-Anfragen den Versuchsgruppen zuordnen.
Unser Ergebnis
Nach 144 Tagen erreichten unsere Messungen eine statistische Signifikanz und wir konnten mit der Analyse beginnen. Dadurch konnten wir einige interessante Zusammenhänge aufdecken.
Zunächst sahen wir, dass die Downloads von Fallstudien bei der Gruppe Ungated Content um 62 Prozent höher waren als bei der Gruppe Gated Content. Die Downloads der Leitfäden und Reports waren bei der Gruppe Ungated Content um 15 Prozent höher als bei der Gruppe Gated Content. Besucher, die auf eine Landing Page mit Ungated Content geleitet wurden, neigten also eher dazu, unsere PDF-Dateien herunterzuladen. Damit war unsere Haupthypothese bestätigt.
Bemerkenswert sind allerdings die Zusammenhänge zwischen Downloadverhalten und Demo-Anfragen. Denn Besucher, die ein Frageformular für den Download einer Fallstudie ausgefüllt hatten, neigten mit einer Wahrscheinlichkeit von über 99 Prozent eher dazu, auch eine Demo-Anfrage zu stellen. Ein deutlicher Hinweis darauf, dass Besucher, die bereit sind das Frageformular auszufüllen, wirklich mit unserer Marke in Kontakt treten wollen – und somit ist das Ausfüllen des Frageformulars auch ein wichtiger Indikator in unserem Lead Nurturing-Prozess. Bei den Downloads der Leitfäden und Reports haben wir für die Gruppe Gated Content vier Prozent mehr Demo-Anfragen festgestellt. Diese Zahl war jedoch nicht signifikant.
Unsere Entscheidung im Content Gating
In Bezug auf Fallstudien: Wir möchten, dass mehr Menschen unsere Fallstudien lesen und der Anstieg um 62 Prozent bei der Gruppe Ungated Content ist immens. Deshalb haben wir uns entschlossen, unsere Fallstudien für alle Besucher frei zugänglich zu machen. Außerdem haben wir am Ende jeder Seite der Fallstudien ein Formular für eine Demo-Anfrage angefügt. Sodass die Leser unserer Fallstudien ermutigt werden, mit uns Kontakt aufzunehmen. Durch diese Änderungen erhoffen wir uns, dass mehr Menschen unsere Fallstudien lesen und zusätzlich mehr Demo-Anfragen gestellt werden.
In Bezug auf Leitfäden und Reports: Da die Auswirkungen des A/B-Tests in diesem Experiment nicht eindeutig waren, haben wir beschlossen, alle Leitfäden und Reports hinter einem Frageformular verschlossen zu halten. Es ist noch unklar, ob es einen Zusammenhang zwischen dem Herunterladen von Leitfäden und Reports und den Demo-Anfragen gibt. Solange das der Fall ist, wollen wir wissen, wer unsere Leitfäden herunterlädt und haben weiterhin die Möglichkeit in direkten Dialog mit diesen Besuchern zu treten.
Ihr könnt Besucher auch anonym tracken
Der Hauptgrund, warum Unternehmen nicht auf Frageformulare verzichten wollen, sind die wertvollen Kontaktinformationen, die sie zur Lead-Generierung benötigen. Doch es gibt Möglichkeiten, unbekannte Besucher zu identifizieren, ohne dass diese ein Frageformular ausfüllen müssen. Anonymes Besucher-Tracking erlaubt es Marketern umfassende Besucherprofile zu erstellen.
Nur zwei bis drei Prozent unserer Website-Besucher geben ihre E-Mail an, doch das heißt nicht, dass wir nichts über die anderen knapp 98 Prozent wissen können. Durch verschiedene Techniken wie Cookie Matching, Erfassen von Surfgewohnheiten, umgekehrter IP-Identifikation, Data Onboarding oder Contextual Targeting können Marketer die anonymen Besucherprofile mit wichtigen Informationen bestücken und somit auch diesen Besuchern ein personalisiertes Online-Erlebnis bieten.
Jetzt zu euch
Daten geben uns nicht immer einen klaren Weg vor. Die Entscheidung wie wir dieses neue Wissen einsetzen, liegt immer bei uns. Durch unsere Experimente kann ich nun begründbare Entscheidungen über unser Content Gating zu treffen. Ich weiß, welche unserer Inhalte stark von Frageformularen beeinflusst werden und welche Zusammenhänge es mit unseren Demo-Anfragen gibt. So kann ich einen Mix aus Gated und Ungated Content erstellen, der perfekt auf das Verhalten unserer Besucher abgestimmt ist.
Jetzt seid ihr an der Reihe, eigene Experimente durchzuführen. Das Verhalten der Besucher variiert von Marke zu Marke. Daher können die Ergebnisse anderer Experimente nicht auf das eigene Unternehmen bezogen werden. Seid skeptisch gegenüber alten Handlungsweisen und erhebt eure eigenen Daten, um eigenen Schlüsse zu ziehen! Zusammenhänge zwischen den Downloads eurer Inhalte und anderen Stufen im Lead Nurturing-Prozess dürfen nicht vermutet werden, ihr müsst sie belegen. Besonders spannend ist es, eure Inhalte zu kategorisieren und getrennt zu betrachten. Hier könnten Überraschungen auf euch warten.

AdTech-Pionier John Nardone über Tracking ohne Google ID, Ad Fraud und Innovation

AdTech-Pionier John Nardone über Tracking ohne Google ID, Ad Fraud und Innovation

John Nardone fand seinen Einstieg ins Marketing bereits 1988 bei Ogilvy & Mather. Nach Stationen bei Procter & Gamble und Pepsi war er Teil des Teams, das 1994 die ersten Werbebanner ins Netz gestellt hat. Damals legte er mit Modem Media den Grundstein für die heutige Online-Werbung. Seitdem beschäftigte sich Nardone insbesondere mit Marketing Mix Modelling bei MMA und baute die DMP [x+1] auf, die 2004 an Rocketfuel ging. Aktuell ist er CEO der Datenaktivierungsplattform Flashtalking. Darüber hinaus ist John der Branche als Mitgründer des Internet Advertising Bureaus bekannt.
Im Interview spricht John Nardone über die alten Zeiten und was sich in den vergangenen Jahren verändert hat. Er erklärt, welche Rolle Technologie bei Personalisierung spielt und wie die Branche mit Ad Fraud sowie Brand Safety umgehen sollte. Abschließend gibt John den CEOs noch seinen wichtigsten Tipp mit auf den Weg.
Interview mit John Nardone, CEO von Flashtalking
OnlineMarketing.de: Erzählen Sie doch bitte ein wenig über Ihre Rolle bei Flashtalking und wie Sie dorthin gekommen sind.
John Nardone: Heute bin ich CEO von Flashtalking, aber in der Online-Welt bin ich schon seit 1994 unterwegs, quasi mit der Geburt dieser Branche. G.M. O’Connell, der Begründer von Modem Media, der weltweit ersten Digitalagentur, rekrutierte mich von Pepsi. Er überzeugte mich davon, dass wir an der Geschichte der Werbung im digitalen Raum mitschreiben könnten und forderte mich auf: „Hilf mit, die Regeln für einen ganz neuen Teil der Branche zu gestalten und die Werbelandschaft zu transformieren.“ Das fand ich spannend. Er überzeugte mich mit der Idee, dass ich, wenn ich zu Modem wechseln würde, der David Ogilvy für das digitale Zeitalter werden könnte!
Als ich G.M. neulich auf einer Feier traf, war er überzeugt davon, dass sich erneut eine riesige Chance auftut: die Verbindung von Voice und Werbung, die abermals einen völlig neuen Zugang zum Werbemittel eröffnet. Nach meiner Zeit bei Modem war ich elf Jahre auf der analytischen Seite der Branche tätig. 2015 bin ich dann zu Flashtalking gekommen, weil mir die Kreation in der Werbung fehlte. Nun, da Machine Learning-gestützte Creative Analytics und sprachaktivierte Werbung Realität werden, glaube ich, dass wir an der Schwelle zu etwas Revolutionärem stehen. Ich bin sehr gespannt, herauszufinden, wohin uns der Weg in diesem Jahr führen wird.
Gab es für Sie in den letzten Jahren eine besonders bedeutende Entwicklung in Bezug auf Werbetechnologien? Wie hat sich dadurch Ihr Blick auf die Branche verändert?
Der Wegfall der Google ID brachte für Flashtalking erhebliche Veränderungen mit sich. Wir vertraten schon lange die Meinung, dass es möglich sei, dem Markt bessere Daten zu liefern als das, was Google geboten hat. In den letzten Jahren haben wir uns u.a. mit der Entwicklung von fTrack, einer Lösung für Cookieless-Tracking, auf Produkte konzentriert, die auf dem Glauben fußen, dass Werbetreibende selbst über bessere Daten verfügen und diese nutzen sollten.
Besonders die Nutzung der Google-Plattform war im Markt fest verankert. In den Kundengesprächen haben wir darum immer wieder festgestellt, dass die Menschen nicht bereit waren, Google nicht mehr zu nutzen. Jetzt stehen sie vor den vollendeten Tatsachen und die Auswirkungen sind enorm. Als im letzten Jahr in Europa die Google ID wegen der DSGVO wegfiel, ist in der Branche zunächst die gesamte Dateninfrastruktur zusammengebrochen.
Kunden waren gezwungen, ihre AdTech-Wahl zu überdenken, was sich für uns als ausgesprochen positiv herausgestellt hat. Werbetreibende und Agenturen schauen sich nun unsere datenbezogenen Innovationen und Produkte genauer an und sagen, „Wow, dieses Zeug ist wirklich differenziert.“ Für mich hat sich herauskristallisiert, dass wir was tun können und es hat uns ermutigt, bestimmter auf dem Markt aufzutreten und uns als echte Alternative zu behaupten.
Was glauben Sie, wie Marketing- und AdTech-Unternehmen Daten zukünftig für personalisierte Marketingmaßnahmen nutzen werden?
Wenn ich mit Kunden spreche, weise ich sie oft darauf hin, dass sie als Team viel Zeit aufgewendet haben, um ihre Kunden zu verstehen sowie herauszufinden, wo und wie man die Zielgruppe erreicht. Das Ziel jedes Kunden sollte es doch sein, seine First-Party-Daten sinnvoll mit den Daten von anderen Quellen zu kombinieren. Um erfolgreich personalisierte Werbung auszuliefern, müssen Kunden verstehen, in welchem Kontext und unter welchen Umständen die Zielgruppe Kontakt mit Werbung bzw. der Marke hat. Sie müssen außerdem in der Lage sein, die Werbebotschaft im Laufe der Zeit anzupassen, wenn sich Kontext und Umstände ändern. Unser Ansatz konzentriert sich auf diese vollständige Formel:
Wer + Kontext + Umstände + Zeit.
Wird dies mit dem Wissen kombiniert, welches Gerät gerade genutzt wird, ob Handy oder Desktop oder Tablet, dann erlaubt es viele Einblicke auf Kontext und Umstände. In den USA konzentriert sich unser Ansatz auf diese komplette Gleichung. In Europa sind wir aufgrund der DSGVO stärker eingeschränkt.
Diese Denkweise in eine Werbestrategie und ein Kreativkonzept zu integrieren, erfordert ganz neue Fähigkeiten. Bei den Kreativteams und den Kunden ist dieses Paradigma noch nicht vollständig angekommen. Um die Vorteile der Technologie vollumfänglich nutzen zu können, bedarf es eines Lernprozesses, dem sich Flashtalking verschrieben hat.
Werden wir eine Einigung über die Standards für Brand Safety und Ad Fraud sehen? Welche Präventivmaßnahmen können AdTech-Anbieter ergreifen, um Brand Safety-Probleme zu beseitigen?
Ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich von diesen Problemen höre, denn es gibt so viele Tools für Brand Safety und gegen Betrug. Aber auch hier ist es eben so, dass das Werkzeug nur so gut ist wie der Anwender. Offen gesagt, denke ich, dass die Agenturen und die Kunden in diesem Zusammenhang wirklich nachlässig sind, weil sich die Agenturen nicht die Arbeit machen wollen, private Marktplätze zu kuratieren. Sie wollen in der Lage sein, im offenen Web zu surfen, schnell und einfach Dinge zu kaufen und sagen zu können: „Ich habe das Tech-Tool gekauft, also habe ich alles getan, was ich tun kann.“ Aber damit ist es eben nicht getan.
Es ist Fakt, dass es Menschen mit betrügerischen Absichten gibt, diese werden nicht verschwinden. Also müssen Agenturen und Kunden sich damit abfinden, mehr zu tun, als nur mit dem Kauf einer Technologie ein Kästchen abzuhaken. Sie werden Strategien entwickeln müssen, die sich auf die Inventarqualität konzentrieren. Meiner Meinung nach bedeutet das, einen Schritt zurückzugehen und sich zu fragen: „Wie schließe ich mit seriösen Publishern Verträge ab? Ich möchte nach wie vor programmatische Buchungen vornehmen, aber zumindest möchte ich wissen, mit wem ich Geschäfte mache.“ Ja, das ist mehr Arbeit.
Haben Sie Ratschläge für die CEOs und Marketingverantwortlichen von AdTech-Unternehmen?
Zumindest in unserer Branche würde ich sagen, innoviert, innoviert, innoviert. Man darf nicht für einen Moment aufhören, innovativ zu sein. Die Veränderungen kommen immer schneller. Um am Ball zu bleiben, muss man schnell sein.
Zweitens ist das „Produkt“ mehr als nur die Technologie, die zur Verfügung steht. Ihr Produkt umfasst sowohl das intellektuelle Kapital, um die Technologie zu nutzen, als auch die Menschen, die helfen, sie für Ihre Kunden nutzbar zu machen. Gerade im Marketing benötigen Kunden und Agenturen Support.
Vielen Dank für das Interview!

100 Jahre Bauhaus: Bekannte Logos erstrahlen zum Jubiläum in neuem Glanz

100 Jahre Bauhaus: Bekannte Logos erstrahlen zum Jubiläum in neuem Glanz

Vor 100 Jahren gründete Walter Gropius in Weimar eine Schule für Gestaltung, die trotz ihrer kurzen Lebensspanne von vierzehn Jahren die Ästhetik des 20. und 21. Jahrhunderts prägen sollte – das Bauhaus. Der sogenannte Bauhaus-Stil basiert auf den Grundzügen der Pragmatik (Form follows Function) und besticht durch einfache, geometrische Formen, Funktionalität und schlichte Schönheit. Manche ziehen gern den Vergleich zu Ikea-Möbeln, zur Verdeutlichung. Jetzt, zum hundertjährigen Jubiläum, startete 99Designs einen Contest, der die Logos der bekanntesten Brands im Bauhaus-Stil zeigt.
And the Winner is…
Den Sieg des Contests holt sich User Jaseng99 mit einer bunten Interpretation des Adidas-Logos auf dunklem Hintergrund.
Grafik: 99designs, Jaseng99
Weitere bekannte Logos im neuen Design
Auch weitere Einreichungen des Wettbewerbs möchten wir euch nicht vorenthalten. Deshalb hier eine Auswahl der bekanntesten Logos im Bauhaus-Stil.
Auch der WWF-Panda bekam ein neue Gewand. Grafik: 99designs, ross!e
Doch nicht nur Unternehmen und Organisationen waren Teil des Wettbewerbs, sondern auch Bands wie AC/DC.

Mit viel Fantasie erkennt man in diesem „neuen“ Instagram-Logo sogar ein Vögelchen – wobei dies vermutlich nicht die Intention des Designers war.

Auf kariertem Hintergrund sticht das grüne Logo von WhatsApp hervor.
Grafik: 99designs, Hawnit_Studio
Natürlich darf auch Google nicht fehlen, hier in einem cleanen, strukturiertem Design mit lateinischen Worten darunter. Übrigens ebenfalls vom Sieger des Contests gestaltet.
Grafik: 99designs, Jaseng99
Der ikonische, angebissene Apfel wurde in einer sehr plastischen Weise dargestellt, bei welcher durch Schattierungen an der richtigen Stelle eine dreidimensionale Optik entsteht.
Grafik: 99designs, Vladimir Nikolic
Zu „Netflix and Chill“ lädt auch dieses Design des Streaming-Anbieters ein, welches durch runde Buchstaben besticht.
Grafik: 99designs, ►ArsDesigns◄
Zwar fehlt dem Twitter-Vögelchen hier seine ikonische blaue Einfärbung, doch allein die Form reicht, um zu erkennen, um welches Unternehmen es sich handelt.
Grafik: 99designs, yuhela
Bei dieser Version des Lacoste-Logos blieb das Wappentier erhalten und funkelt den Betrachter mit seinem roten Auge an. Ebenso sticht der Schriftzug in klaren, ebenfalls roten Lettern hervor.
Grafik: 99designs, raykaya
Und zum Schluss noch eine Version des Nike-Logos, mit breiten, eckigen Buchstaben und Farbverläufen. Der typische Haken wurde in hellblau angedeutet.
Grafik: 99designs, johsua
Der Bauhausstil: Zeitlos und beliebt bis heute
Walter Gropius selbst erklärte einst: „Nur vollkommene Harmonie sowohl in der technischen Zweck-Funktion wie in den Proportionen der Formen kann Schönheit hervorbringen.“ Und damit schien er nicht falsch zu legen, denn der Bauhaus-Stil erfreut sich bis heute großer Beliebtheit – und das nicht nur bei einer großen, schwedischen Möbelkette. Die cleanen Design-Elemente, die nicht mit Schnörkeln und Kitsch verbunden werden, sorgen für eine schlichte Eleganz. Zeitlos und modern wirkt der Stil dadurch. Jedoch heißt Bauhaus auf keinen Fall simpel oder steril, wie die oben aufgelisteten Design-Beispiele anhand ihrer Anordnung und Farbgebung eindeutig beweisen. Kein Wunder also, dass auch heute noch der Bauhaus-Stil in vielen gestalterischen Feldern angewandt wird – egal ob Website, Logos oder eben Häuser und Möbel.
Designer, die nach Inspiration suchen oder sich einfach ausprobieren wollen, könnten sich daher auch selbst am Bauhaus-Stil orientieren. Und wer weiß – einige der Logo-Designs wirken sogar eleganter und ansprechender als die Originale. Vielleicht nehmen sich die Unternehmen selbst ein Beispiel am Wettbewerb und schon bald könnten wir die ein oder andere Stilveränderung beobachten. Eines steht aber definitiv fest: Auch nach 100 Jahren hat das Bauhaus nichts an seiner Ästhetik eingebüßt.

2,5 Millionen Instagram Stories analysiert: So erhöhst du deine Reichweite

2,5 Millionen Instagram Stories analysiert: So erhöhst du deine Reichweite

Instagram Stories sind von der Plattform nicht mehr wegzudenken. Kleine sowie große Profile nutzen das Format, um zusätzlich zu ihren Posts mehr Follower zu erreichen. Auch viele Unternehmen nutzen mittlerweile Stories. Eine neue Analyse von Fanpage Karma gibt nun Auskunft darüber, wie man die eigenen Aktivitäten im Vergleich zur Konkurrenz bewerten kann.
Fanpage Karma analysierte 2,5 Millionen Instagram Stories
Um Richtwerte herauszufinden, die einen Vergleich der eigenen Performance mit der von anderen Profilen ermöglichen und so die eigene Leistung besser einschätzen zu können, analysierte Fanpage Karma 2,5 Millionen Stories aus dem Februar 2019. Die 500.000 untersuchten Profile wurden in fünf Größen unterteilt:
Tiny – bis 1.000 Follower
Small – 1.000 bis 10.000 Follower
Medium – 10.000 bis 100.000 Follower
Large – 100.000 bis 500.000 Follower
Huge – mehr als 500.000 Follower
Das Instagram Stories Benchmarking Sheet
Das jetzt veröffentlichte Benchmarking Sheet gibt Auskunft über die durchschnittlichen Kennzahlen wie die Anzahl der Stories pro Tag, wie viele Follower erreicht werden und dem Engagement mit den Stories. Sprich: wird geantwortet, weitergespult oder ganz übersprungen?
Die Kennzahlen im Überblick. © Fanpage Karma Während tägliche Story-Updates nicht mehr aus dem Alltag der großen Profile wegzudenken sind, nutzen kleinere Profile das Format noch deutlich seltener. Dafür erreichen sie damit durchschnittlich mehrere ihrer Follower. Jeder fünfte Nutzern schaut sich bei Profilen mit unter 1.000 Followern die hochgeladenen Stories an, bei den Profilen mit über 500.000 Followern sind es nur noch 5 Prozent. Viele Antworten erhält keine der Größenkategorien. Die Antwortrate liegt bei geringen 0,26 bis 0,01 Prozent. Zudem werden ca. drei Viertel aller Stories gar nicht bis zum Ende angeguckt, sondern stattdessen weitergeklickt. Das verdeutlicht, dass Instagram Stories von den Nutzern ganz anders konsumiert werden als reguläre Posts auf der Plattform.
Große Profile nutzen mehr Videos, kleinere setzen noch auf Fotos
Aus der Studie ist zu erkennen, dass große Profile Stories deutlich häufiger nutzen als kleine Profile. Obwohl Instagram Stories längst kein neues Format mehr sind, scheinen sich Profile mit weniger Followern eher noch auf die regulären Posts zu verlassen. Sie posten seltener als einmal am Tag eine Story, während große Profile mit mehr als 500.000 Followern durchschnittlich über drei Stories am Tag veröffentlichen.
Der durchschnittliche Anteil von Videos in Instagram Stories nimmt auch mit der Followeranzahl zu. © Fanpage Karma Auch scheinen große Profile bereits den Nutzen von Videos in Instagram Stories erkannt zu haben (mehr zu den Vorteilen weiter unten). Die Profile nutzen steigend mit der Followeranzahl auch mehr Videos in Stories als kleinere Profile. Letztere haben einen durchschnittlichen Anteil von gut 40 Prozent des Video-Formats in Stories, große Profile schon über 60 Prozent.
Stories als sinnvolle Ergänzung zu Posts
An die Reichweite von Posts, die bis zu 60 Prozent der Follower erreichen können, kommen Instagram Stories (noch) nicht ran. Die 5 Prozent der Follower, die große Profile mit ihren Stories erreichen, sowie die 20 Prozent der kleinen Profile sind dennoch als Plus zu den regulären Posts zu betrachten. Im Gegensatz zu diesen werden mehrere Stories am Tag nicht so schnell als zu viel empfunden. Postet ein Profil mehrmals am Tag, kann dies einige Abonnenten leicht abstoßen. So sind Stories eine sinnvolle technische Ergänzung zu den Posts des Profils, zumal sie inhaltlich auf Grund der zusätzlichen Interaktionsmöglichkeiten deutlich mehr bieten.
Sprüche und Weisheiten erreichen die meiste Reichweite
Kleine Marken haben treue Abonnenten und große Spaßseiten sind eindeutige Reichweiten-Sieger. © Fanpage Karma Wird die Reichweite der Profile nach Branchen sortiert, lässt sich erkennen, dass besonders Marken es auf Instagram nicht leicht haben. Bei kleinen Profilen sind noch keine großen Unterschiede zu erkennen, dort scheinen die Fans treu einen Großteil der Stories anzugucken, doch je höher die Followeranzahl, desto weniger wird die Story tatsächlich geschaut. Interessant zu sehen bei Profilen ab 100.000 Followern ist, dass echte Personen mehr Reichweite haben, als die gleich großen Markenprofile. Stichwort: Influencer Marketing.
Keine der Branchen reicht jedoch an sogenannte Spaß-Profile ran. Wie auf Facebook erreichen Sprüche und Weisheiten die meisten Follower. Society-Profile verfügen bei großer Followeranzahl über am wenigsten Reichweite. Das lässt vermuten, dass der durchschnittliche Instagram-User die Plattform zu anderen Zwecken nutzt, als sich über politische Themen zu informieren. Facebook und Twitter bieten mit ihren seitenlangen Diskussionen eine bessere Plattform.
Nicht abschrecken lassen von wenigen Replies
Mit Antworten auf eine Story darf nicht gerechnet werden: nicht mal jeder 1.000 antwortet auf die Stories kleiner Profile. Bei Profilen mit vielen Followern sind es sogar nur 0,01 Prozent. Instagram versucht dies mit neuen Interaktionsmöglichkeiten, wie Umfragen, Schiebereglern, etc., zu verändern. Dazu gibt leider noch keine erfassbaren Daten.
Forwarding ist der Normalfall
Bilder werden in Instagram Stories fünf Sekunden lang angezeigt, Videos sind 15 Sekunden lang. Durch Tippen auf der rechten Bildschirmhälfte können Nutzer die Story überspringen (Forward), Tippen auf der linken Bildschirmhälfte lässt einen zur vorherigen Story zurückkehren (Back) und ein Wischen von rechts nach links überspringt alle Stories des Profils und wechselt zu den Stories des nächsten (Exit).
Zwischen 70 und 80 Prozent aller Stories werden bei kleinen und auch großen Profilen weitergespult. Dies ist eine Eigenheit des Formats und als Normalfall anzusehen.
Unabhängig von der Größe des Profils werden Videos weniger weggeklickt als Bilder. © Fanpage Karma Aus der Statistik ist zu erkennen, dass Videos trotz ihrer Länge weniger häufig weitergeklickt werden. Das mag daran liegen, dass ein Bild sofort erfasst werden kann, bei einem Video möchte der Follower oft auch das Ende sehen. Jedoch sind es auch hier immer noch 75 Prozent der Videos, die übersprungen werden.
Exits hingegen passieren seltener als gedacht, da viele Nutzer im Forward-Modus zu sein scheinen und sich eher einmal durchklicken statt die Story komplett wegzuswipen. Nur 5 Prozent der Stories werden im Schnitt komplett weggeswiped. Was sich hieraus für die optimale Länge einer Story ergibt, möchte Fanpage Karma in der nächsten Studie untersuchen.
Wie können mehr Follower erreicht werden?
Was bringen diese Werte jetzt an Erkenntnissen für alle Social-Media-Manager, die auf der Suche nach Möglichkeiten sind, um ihre Reichweite zu erhöhen?
Nutzt mehr Stories. Mit bis zu drei Stories am Tag wie die großen Profile macht ihr nichts falsch und nervt eure Follower weniger als mit drei Posts am Tag.
Wenn möglich solltet ihr Videos statt Bildern teilen. Diese erfreuen sich höherer Beliebtheit und werden weniger weitergeklickt als Bilder. Fünf Sekunden scheinen für den Durchschnittsnutzer schon sehr lang zu sein. Achtet also darauf, dass ihr Inhalte kreiert, die länger als vier Sekunden interessant sind oder deren Aussage auf einen Blick zu erkennen ist. Kommt, um nicht in der Masse der Stories unterzugehen, direkt auf den Punkt und hebt euch das Highlight nicht bis zum Schluss auf.
Lasst euch durch wenige Replies und viele Forwards nicht entmutigen. Betrachtet jede Story als „on top“ zu euren normalen Posts und seht das Durchklicken als das, was es ist: eine Eigenheit des Formats.
Grundsätzlich sind die Ergebnisse der Studie nur als Richtwerte anzusehen. Jeder muss für sein Profil eigene Erfahrungen sammeln.

Ligatus goes Outbrain – Die Auswirkungen auf den Native Advertising Markt

Ligatus goes Outbrain – Die Auswirkungen auf den Native Advertising Markt

In den letzten Tagen wurde die Mediawelt von der Meldung aufgerüttelt, dass Ligatus eine Übernahme vom US-Riesen Outbrain bevorsteht. Die Zustimmung der Kartellbehörden steht noch aus, wird aber im ersten Quartal erwartet. „Unterm Strich ein smarter Zug“, urteilt die Werben & Verkaufen. Von „Portfolioerweiterung“ spricht nüchterner die Horizont. Adzine sieht sich einer „Konsolidierung im Markt“ gegenüber.
Zum Hintergrund
Onlinewerbung gibt es seit Mitte der 90er Jahre. Seitdem hat sich das Miteinander von Content und Werbung von Grund auf verändert. So fanden sich die Werbeslots in den Anfängen häufig in sogenannte „Frames“ verbannt, die physisch vom Inhalt getrennt waren. Anschließend erfolgte die Annäherung der Werbeplätze über die Seitenränder des Contents: physisch bereits integriert, optisch aber weiterhin isoliert. Dafür zunehmend in großen Formaten. Zeitgenössische Werbung heute findet im Wechselspiel mit Content statt. Dies führte zur Geburt von Native Advertising. Ligatus spielte hier als deutscher Pionier eine entscheidende Rolle.
Entwicklung der Werbeplatzierungen von In Frame über Bannerslots bis zu direkt im Content platzierten Native Ads, © Resolution Media Zum Status von Native Advertising
Native Ads haben sich als Kommunikationsform etabliert. „Nutzer akzeptieren Native Advertising“, folgert eine Studie des VDZs 2018. Und „Werbeerinnerung, Wiedererkennung, Markenbekanntheit, Kaufabsicht: Native Advertising kann fast alles“, ist sich Gruner & Jahr in einer breit angelegten Studie des vergangenen Jahres sicher. Und der Branchenverband BVDW sieht für Native Advertising in 2019 mit neun Prozent ein größeres Wachstum voraus als für Paid Social, Online Video, Search oder Displaywerbung. Folgt man dem Beispiel USA, wird sogar davon ausgegangen, dass der Anteil von Native Advertising bald den der Displaywerbung übersteigen wird.
Auf dem deutschen Markt, der auf ein bis zwei Milliarden Euro geschätzt wird (Emarketer, Enders Analysis), tummeln sich Player wie Outbrain, Taboola, Define Media, Oath/Verizon oder die Seeding Alliance.
Auswahl an Native Advertising Anbietern in Deutschland, © Resolution Media Von diesen ist Outbrain der unumstrittene Marktführer. Ligatus entstand 2003 innerhalb von Onvista und wurde fünf Jahre später an Gruner & Jahr verkauft. Jetzt erfolgt ein weiterer Verkauf an das international agierende Unternehmen Outbrain. Gruner & Jahr erhält im Gegenzug Outbrain Anteile.
Ligatus und Outbrain: Wer wächst da zusammen?
Ligatus mit Hauptsitz in Köln wartet mit einem interessanten Portfolio u.a. aus der Gruner & Jahr Familie auf. Hochwertiger redaktioneller Content und bekannte Print- und Onlinemarken bilden ein attraktives Set-up: Gala, ntv und Die Welt aus Deutschland, De Telegraaf und de Volkskrant aus den Niederlanden, Corriere dello Sport aus Italien und LesEchos aus Frankreich sind nur eine kleine Auswahl der Plattformen, die für das anspruchsvolle Umfeld des Vermarkters stehen. In Europa ist Ligatus in zehn Ländern (Westeuropa und die Türkei) mit rund 1.400 Partnern aktiv. Hier werden via „Qualitätsansatz“ rund 37 Milliarden Ad Impressions pro Monat generiert.
Outbrain, originär in New York beheimatet, glänzt nicht nur mit qualitativ hochwertigen Partnertiteln wie Spiegel, Focus, Bild oder MSN, sondern auch mit einem weltweiten Netzwerk. Mit 16 Niederlassungen ist man in insgesamt 55 Ländern aktiv, darunter die USA, England, Frankreich, Deutschland, Brasilien, Indien und Japan. Rund 300 Milliarden Content-Empfehlungen werden nach eigenen Aussagen pro Monat ausgeliefert.
Auf Produktseite sind sowohl Ligatus und Outbrain inzwischen nicht nur mit Text-Bild-Kombinationen, sondern auch mit audiovisuellen/Video-Werbemitteln und programmatischer Werbeanbindung unterwegs. Damit sind bei beiden Partnern sowohl Cost-Per-Klick- als auch TKP-Einkaufsmodelle möglich.
Unsere Einschätzung
Ligatus hat viel von der früheren Rolle des Platzhirschs verloren. Die untenstehende Grafik von Pathmatics beschreibt seit 2017 deutlich geringere Reichweiten als zuvor. Outbrain dagegen hat sich im deutschen Markt als Marktführer etabliert. Daran hat auch der exklusive Deal von Wettbewerber Taboola mit der Bild nichts geändert. Dies hat aber möglicherweise die Bereitschaft von Outbrain zu Zukäufen erhöht, um die Marktstellung zu festigen und sich einen Zugang zu Gruner & Jahr zu sichern. Für Gruner kann sich der Schritt als strategisch wertvoll erweisen, da sie als Gesellschafter von Outbrains globalem Erfolg partizipieren werden.
Reichweitenentwicklung Ligatus in Deutschland, 09/2015 bis heute, © pathmatics.com Die Zusammenführung – vorbehaltlich der Zustimmung durch die Kartellbehörden – dürfte einen positiven Effekt für die Relevanz von Native Advertising im digitalen Werbemarkt haben. Durch die Akquise formt sich ein Player, der ein Gegengewicht zu Branchengrößen wie Google und Facebook darstellen könnte. Gleichzeitig wird sich Native gegenüber klassischen Bannerformaten und Werbeplätzen emanzipieren, weil hier Marktkräfte an einer Stelle gebündelt werden.
Spannend bleibt zu beobachten, wie die Preis- und Leistungsentwicklung von Ligatus und Outbrain verlaufen wird. Ligatus ging unserer Beobachtung nach mit etwas höheren Preisen aber auch höheren Onsite-Engagements ins Rennen und wird nun in ein breiteres und tendenziell etwas günstigeres Portfolio überführt. Damit könnte sich in Kombination mit dem Ausbau des Outbrain Marktanteils eine Erhöhung der Marktpreise abzeichnen.
Aus marktlicher Sicht kritisch zu werten ist allerdings, dass die Auswahl an Native Partnern, mit denen bislang eine parallele Ausspielung von Native Kampagnen möglich war, nun um einen relevanten Partner ärmer ist. Dies mag zu Einbußen bei der Kampagnenperformance führen, sollte aber durch die Vielzahl verfügbarer Alternativen am Markt aufgefangen werden können. Es bleibt also weiter spannend.

Gute Quoten: YouTube macht den großen TV-Sendern Konkurrenz

Gute Quoten: YouTube macht den großen TV-Sendern Konkurrenz

Vor vier Jahren verkündeten die Arbeitsgemeinschaft Fernsehforschung (AGF) und YouTube erstmals ihre Zusammenarbeit. Es handelt sich dabei um Googles erste Kooperation mit einem JIV und Ziel sei es, einen Überblick über den gesamten Bewegtbild-Konsum der Deutschen zu geben – nicht nur des klassischen Fernsehens. Die ersten Ergebnisse wurden nun in einer Pressemitteilung der AGF veröffentlicht.
Absichtliche Verzögerungen bei der Veröffentlichung der Daten?
Es stellt sich zunächst die Frage, wieso die ersten Zahlen erst vier Jahre nach Beginn der Kooperation veröffentlicht wurden. In diesem Zeitraum berichteten bereits andere Anbieter, dass die Beliebtheit von YouTube immer weiter zunimmt. Besonders die jüngere Generation kehre dem Fernsehen den Rücken zu. Böse Zungen vermögen zu behaupten, dass genau deshalb die Zahlen erst so spät veröffentlicht werden – sie schaden dem Ansehen der großen Sendegruppen. Die AGF wehrt sich jedoch gegen die Vorwürfe und verweist darauf, dass es nie Verzögerungen gab und die Zusammenarbeit mit Google schlichtweg sehr komplex wäre. Es mussten erst diverse Problemstellungen gelöst werden, bevor Auswertungen stattfinden und veröffentlicht werden konnten.
267 Minuten Bewegtbild pro Tag konsumiert Deutschland
Die nun veröffentlichten Zahlen beziehen sich auf die über 18-jährigen Konsumenten im Zeitraum vom 04. bis 31. Oktober 2018. Insgesamt wurden knapp viereinhalb Stunden Videomaterial pro Tag und pro Kopf geschaut. 232 Minuten davon beziehen sich auf das klassische Fernsehen, zwei Minuten auf die dazugehörigen Mediatheken und 33 Minuten auf YouTube. Die Video-Plattform macht damit einen prozentualen Anteil von 12,4 Prozent aus. Um zu verstehen, wie positiv dieses Ergebnis für YouTube ist, muss man sich Folgendes vor Augen führen: Die Sendergruppen von ZDF und Prosieben/Sat1 liegen mit 45 Minuten pro Tag nur wenig über den Zahlen der Plattform.

Wie zu erwarten sind es lediglich die Gruppen von ARD (60 Minuten) und RTL (52 Minuten), die YouTube deutlich überschatten. Gleichzeitig muss aber bedacht werden, dass es sich bei der Auswertung um die Daten aller Erwachsenen handelt, also auch den älteren Generationen ab 60 aufwärts. Und dafür, dass YouTube bei diesen kaum bis gar nicht konsumiert wird, sind die Werte der Plattform herausragend. Würde man zudem die Zahlen auf kleinere Gruppen herunterbrechen, würde YouTube vermutlich noch besser dastehen. Bei den unter 30-Jährigen ist zu vermuten, dass die Zahlen der Plattform deutlich höher sind und dem Fernsehen starke Konkurrenz machen, beziehungsweise dieses bereits eingeholt haben. So zeigen Ergebnisse aus dem Gesamtjahr 2018, dass die 14- bis 29-Jährigen nicht einmal mehr 100 Minuten Fernsehen pro Tag schauen.
Content Owner weisen starke Werte auf
Leider hat die AFG bisher noch keine Zahlen zum gesamten Bewegtbild-Konsum nach Altersgruppen veröffentlicht. Doch auch wenn im oben genannten YouTube als Gesamtes genommen wird, gibt es bereits Auswertungen zu den Views der Content Owner. Studio71 (Prosieben/Sat1) verzeichnet im Beobachtungszeitraum 630 Millionen Views. Auch die Musikvideos von Vevo erfreuen sich großer Beliebtheit bei 490 Millionen Views. RTLs BroadbandTV kommt auf 463 Millionen. Vor allem die Kanäle der RTL II Formate „Berlin Tag und Nacht“ und „Köln 50667“ tragen hier zum Erfolg bei.

Funk, als Jugendangebot von ARD und ZDF, sticht besonders hervor, weil es seine „Meister“ übertrifft. So wurden im Beobachtungszeitraum 58 Millionen Views verzeichnet, während es auf den Channels der ARD 57 Millionen und bei denen des ZDF sogar nur 19 Millionen waren.
Eine detaillierte Auswertung ist nötig
Weitere Ziele der AFG sind es, die Zahlen wie bei den TV-Quoten herunterzubrechen auf jeden einzelnen Channel und schlussendlich auch auf jedes einzelne Video. So heißt es in der Pressemitteilung:

Für die AGF-Bewegtbildforschung ist es ein beachtlicher Meilenstein, gemeinsam mit YouTube die jetzige Stufe erreicht zu haben. Alle Beteiligten wissen, dass wir an diesem international einzigartigen Projekt beständig arbeiten müssen, um die differenzierte Nutzung der Plattform unter den sich dynamisch verändernden technologischen Entwicklungen bestmöglich abzubilden. Ziel der AGF ist es, YouTube ganz im Sinne eines gemeinsamen Marktstandards als verlässlich transparenten Partner im AGF-System auszuweisen.

Der Ansatz ist gut, jedoch sollten künftige Auswertungen noch detaillierter werden. Besonders auf das Konsumverhalten der jüngeren Generationen sollte eingegangen werden, denn dieses mit denen der Fraktion Ü60 gleichzustellen, lässt die Ergebnisse etwas schwammig erscheinen. So wirkt es momentan noch, als wenn das Fernsehen auf den ersten Blick klar dominiert, während dies in bestimmten Altersklassen schon lange nicht mehr der Fall ist. Zudem sollte auch überlegt werden, Streamingdienste wie Netflix in die Auswertungen miteinzubeziehen. Schließlich gilt für viele inzwischen nicht mehr das Primetime-Programm als Highlight eines entspannten Abends, sondern lieber „Netflix and Chill….“.

Umbruch bei Google: Erstpreisauktionen im Google Ad Manager

Umbruch bei Google: Erstpreisauktionen im Google Ad Manager

Google implementiert Erstpreisauktionen im Google Ad Manager, der hauseigenen Kombination aus Ad Server und Exchange. Damit schwenkt das Programmatic-Schwergewicht in eine langersehnte Richtung.
Von Zweit- zu Erstpreisauktion im Google Ad Manager
Momentan herrschen im Programmatic Advertising-Ökosystem verschiedene Auktionstypen vor. Ein Gebot für eine Impression muss oft mehrere Schritte durchlaufen, bis letztlich entschieden wird, wer den Zuschlag bekommt. Dies führt laut Google zu weniger Transparenz und erschwert die korrekte Bewertung von Inventar. Außerdem verkompliziert es die Optimierungsstrategien der Marktteilnehmer, so Sam Cox, Produktmanager von Google, in einem Blogbeitrag.
Bis jetzt setzte Google durchgehend auf ein Second-Price-Modell. Bei einer Zweitpreisauktion gewinnt der Höchstbietende, zahlt aber den Preis, den der zweite Teilnehmer geboten hat. Jetzt stellt Google einheitlich auf Erstpreisauktionen um. Damit gehen die Bieter in den direkten Wettbewerb um eine Werbefläche. Die Impression soll dann an den Käufer gehen, der das höchste Gebot abgegeben hat – für exakt diesen Preis.
So einfach stellt sich Google das Ergebnis vor, © Google Der Umbruch gilt für das Display- und Video-Inventar, das über den Ad Manager vermarktet wird. Für Bereiche wie Search, Google Ads oder Display & Video 360 sind keine Veränderungen zu erwarten.
Die Preise für Impressions werden zunächst ansteigen – Google gewährt Übergangsphase
Mit dem Umschenken auf Zweitpreisauktionen schlägt Google einen Weg ein, der sich schon länger in der Branche herauskristallisiert hat. So hat sich Headerbidding, das in der jüngsten Vergangenheit aufgekommen ist, bereits von Googles Second-Price-Modell entfernt. Viele Marktteilnehmer haben sich dafür ausgesprochen, Plattformen haben bereits zur Erstpreisauktion gewechselt. Google hatte sich jedoch bislang dagegen gewehrt und abgewartet.
Die Implementierung der Erstpreisauktion beim Google Ad Manager wird voraussichtlich zu steigenden Preisen für das angebotene Inventar führen, das darüber vermarktet wird. Die DSPs im Ökosystem sind schließlich auf Second-Price ausgelegt und dementsprechend optimiert. Daher muss die Bewertung des Inventars neu ausgelotet werden. Was wie ein kleiner Schritt wirkt, hat doch große Auswirkungen auf einen Milliardenmarkt, der von Jahr zu Jahr weiter anwächst.
Um den Übergang sanfter zu gestalten und etwaige Störungen zu vermeiden, sollen Publisher und Advertiser in den kommenden Monaten Zeit bekommen, um ihre Strategien anzupassen. Am Ende des Jahres soll der Prozess abgeschlossen sein.

Adblocker-Rate in Deutschland steigt nur minimal

Adblocker-Rate in Deutschland steigt nur minimal

Die Geschichte der ersten Adblocker beginnt in den 90er Jahren, in denen Programme für Fernseher erschienen, die in den Werbepausen auf den nächsten Kanal umschalteten. Schon damals gerieten sie stark in die Kritik und setzen sich nie wirklich durch. Zu Zeiten von Amazon Prime und Netflix sind Werbepausen ohnehin passé, stattdessen werden die Werbefilter jetzt im Internet gegen Pop-Ups und Werbeanzeigen eingesetzt.
Adblocker-Rate bleibt nahezu unverändert
Adblocker schützen den Nutzer vor störender Werbung und verbessern oftmals die Performanz der Übertragung. Kein Wunder also, dass mittlerweile fast ein Viertel der Deutschen einen Adblocker installiert hat. Ein beständiger Dorn im Auge der Webseitenbetreiber, denn schließlich werden auch viele Gratisdienste durch Werbung finanziert und durch Adblocker gefährdet. So wird beständig nach neuen Lösungen gesucht, die Anzeigenunterdrücker zu umgehen.
Umso mehr sollte es die Betreiber beruhigen, dass die Rate laut neuer Statistik des OVK im vergangenen Jahr 2018 nicht bedeutend angestiegen ist. Während die Rate im ersten Quartal 23,40 Prozent betrug, stieg sie im zweiten auf 24,45. Nach einem kleinen Abfall im dritten Quartal auf 23,71 Prozent stieg die Rate im vierten Quartal wieder um 0,24 Prozent auf 23,95 Prozent. Bei der Untersuchung handelt es sich um eine technische Messung der bei den Vermarktern geblockten Werbung.
Die Adblocker-Rate blieb über die letzten vier Quartale nahezu konstant. Höherer Fokus auf qualitative Werbung
Der Anteil der blockierten Werbung ist relativ hoch, aber stabil. Statt daran zu arbeiten, Adblocker zu umgehen, sollte in Zukunft besonderer Fokus auf qualitativ hochwertige Werbung gelegt werden. Zusammenschlüsse wie die „Coalition for Better Ads“, der z.B. Google und Facebook angehören, plädieren dafür, höhere Standards für die Internetwerbung zu schaffen und Nutzern so ein angenehmeres Online-Erlebnis zu ermöglichen. Werbung mit Mehrwert und nicht als Störfaktor, fordert auch Dirk Maurer, der Stellvertretende OVK-Vorsitzende.