Fake Reviews auf Amazon häufen sich – besonders in Tech-Kategorien wird geschummelt

Fake Reviews auf Amazon häufen sich – besonders in Tech-Kategorien wird geschummelt

Amazon steht vor einer Herausforderung. Sie ist nicht neu, aber wie es scheint dringender denn je. Als Plattform, die zum großen Teil auf Kundenrezensionen aufbaut, ist es seit jeher ein Dorn im Auge von Amazon, wenn falsche Reviews unbekannte und qualitativ nicht hochwertige Produkte an die Spitze bringen. Die britische Seite Which? untersuchte den Tech-Sektor auf Amazon und fand nach eigenen Angaben Zehntausende nicht verifizierte positive Bewertungen. Bei einigen Produkten erschienen hunderte Fünf-Sterne-Bewertungen an einem Tag.
Die falschen Bewertungen können Kunden in die Irre leiten
Amazon sollte eine Seite sein, auf der Kunden, besonders auch basierend auf den Meinungen anderer, ihre Kaufentscheidungen treffen. Obwohl viele schon mit der Intention, eine bestimmte Marke zu erwerben, die Seite besuchen, sind auch genug Kunden gewillt, sich von den Featured Products inspirieren und zum Kauf bewegen zu lassen. In der Untersuchung von Which? war die erste Seite der Technikprodukte wie Kopfhörer, Smartwatches oder Action-Cams bei Sortierung nach Kundenbewertung voll mit unbekannten Marken. Besonders Kopfhörer wurden extrem häufig ausschließlich positiv bewertet.
Das fanden die Researcher auf der nach Kundenbewertungen sortierten ersten Seite der Kopfhörer vor. © Which? Grundsätzlich muss daran noch nichts falsch sein. Auch unbekannte Marken können gute Produkte machen, die durch die durchweg positiven Kundenrezensionen ans Licht geholt werden. Doch wenn die Bewertungen sich doppeln und den gleichen Satz von mehreren Accounts wiederholen, lässt das ebenso auf einen unauthentischen Ursprung schließen wie diverse positive Bewertungen, die alle in einem kurzen Zeitrahmen gepostet werden. Which? gab an, sogar mehrere Kundenbewertungen gefunden zu haben, die für komplett andere Produkte geschrieben worden sind. Einige der Reviews würden bezahlt werden, andere künstlich generiert.
Was unternimmt Amazon?
Zahlreiche Nutzer fragen sich, wie es möglich sein kann, dass diese eindeutig falschen Reviews überhaupt auf der Seite landen und durchgehen. Schon vor einiger Zeit führte Amazon das „Verified Purchase Review“-Programm ein, das anzeigen sollte, welche Bewertungen von Kunden geschrieben wurden, die das Produkt tatsächlich erworben haben. Doch nicht viele Konten werden verifiziert und so häufen sich die Fake Reviews und bleiben weiterhin ein Problem. Amazon gab in einem Statement gegenüber Which? an:
[We] invest significant resources to protect the integrity of reviews in our store because we know customers value the insights and experiences shared by fellow shoppers. We have clear participation guidelines for both reviewers and selling partners and we suspend, ban and take legal action on those who violate our policies.
Um das Vertrauen der Nutzer behalten bzw. zurückgewinnen zu können, muss Amazon weitere Schritte einleiten, so Which?.
Was können Nutzer tun?
Amazon-Kunden sollten Acht geben beim Kauf von allen Produkten, deren Herkunft sie nicht einwandfrei bestimmen können. Der Blick auf die Rezensionen sollte dabei helfen, doch er ist mit besonderer Vorsicht zu genießen. Als eindeutige und leicht zu erkennende „red flag“ bezeichnet Which? das Auftauchen von extrem vielen durchweg positiven Reviews in einem kurzen Zeitrahmen. Dies sei ein Anzeichen für die Inauthentizität der Bewertungen und für den Nutzer einfach zu erkennen. Which? veröffentlichte unter ihrem Rechercheartikel eine Liste mit Tipps, worauf Nutzer beim Online-Shopping besonders achten sollten.
Nutzer können nach nur verifizierten Reviews suchen. © Which?

Google erlaubt Publisher URL-Anzeige bei AMP Websites mit Signed Exchanges

Google erlaubt Publisher URL-Anzeige bei AMP Websites mit Signed Exchanges

Google arbeitet mit Cloudflare zusammen, um Publishern endlich die Möglichkeit zu geben, sogenannte AMP Real URLs zu nutzen. Kurz gesagt können diese dank Signed Exchanges bei ihrer eigenen Domain das unmittelbare Laden einer AMP-Seite ermöglichen. Bisher war die URL für AMP-Seiten stets mit Googles AMP URL-Struktur versehen; doch das ändert sich nun.
AMP Real URLs sind auf dem Weg
Das Projekt AMP von Google hat sich in unserer inzwischen Mobile-zentrierten digitalen Welt bereits bewährt. Es handelt sich dabei um ein Open Source HTML Framework, das beschleunigt ladende Inhalte im Mobile-Bereich hervorbringen kann. Dabei können Publisher, Werbetreibende und Co. sowohl Websites als auch Ads, Stories oder E-Mails über AMP erstellen. Im AMP Playground kann das direkt ausprobiert werden.
Ein Problem, das gerade Publisher mit AMP Websites haben, ist die Tatsache, dass die URL immerzu Googles https://google.com/amp/ enthält, da die Seite aus Googles Cache geliefert wird. Im offiziellen Blogpost von Cloudflare, das Google nun als Partner bei einer Lösung für das Problem hilft, wird dafür ein Beispiel gegeben.
AMP URL bei der BBC, Quelle: Cloudflare Blickt der Nutzer auf die URL im Browser, scheint sie anzugeben, dass es sich um eine Google-Domain handelt. Allerdings soll sich genau das ändern, wie das AMP Project auf Twitter ankündigte.

AMP pages are beautiful, but links to AMP pages? Not so much …
Until today! Signed exchanges are here: now you can get instant loading for AMP on your own domain! 🙌 #AMPConfpic.twitter.com/OSEcKDc3A5
— AMP Project (@AMPhtml) April 17, 2019

Mit dem AMP Loading für die eigene Domain kann eine Verwirrung beim Nutzer aufgrund der URL ausgeschlossen werden. Dabei müssen jedoch technologische Hürden überwunden werden.
Das Problem mit der Cache-Auslieferung
Ein Problem, das sich für User darstellt, wenn sie eine über Googles Cache ausgespielte AMP Website und die URL mit Googles Struktur sehen, ist, dass das SSL-Zertifikat des eigentlichen Publishers nicht mehr nachvollzogen werden kann. Aber an diesem Problem wurde bereits Ende letzten Jahres gearbeitet. Dank Web Packaging können Seiten nun in einem AMP Cache gespeichert und von dort ausgeliefert werden, während zugleich die originale URL des Publishers im Browser angezeigt wird. Seit heute können alle Nutzer auf das als AMP Real URL bezeichnete Feature zurückgreifen.
Doch wie funktioniert das überhaupt? Googles AMP Crawler lädt den Content einer Seite herunter und speichert ihn mehrmals täglich im AMP Cache. Wenn diese Seite nun AMP Real URL als Feature hat, wird Cloudflare deren Inhalte digital „unterschreiben“, also kryptographisch absichern, dass es von dem entsprechenden Publisher bereitgestellt wird. Ein Browser (derzeit aber nur Chrome bei Android) kann dank dieser „Unterschrift“ die korrekte URL anzeigen, wenn ein Nutzer auf die AMP Website des Publishers zugreift.
Grafische Ansicht des Systems zur AMP Real URL, © Cloudflare Mit dem beschriebenen System sollen Nutzer nun also nicht mehr Googles AMP URL-Struktur sehen, sondern nur die URL des Publishers. Trotzdem werden die Seiten noch immer von Googles AMP Cache ausgeliefert.
Was sind die Vorteile von AMP Real URL?
Cloudflare gibt an, dass das neue System beim Gebrauch von AMP Websites einige Vorteile bietet. Darunter eine unique Brand-Präsentation im Browser oder eine simplere Analytics-Einordnung. Ohne den grauen Balken der AMP URL-Struktur Googles gibt es zudem mehr Screen Space und die Bounce Rate soll ebenfalls reduziert werden. Schließlich bietet die „Unterschrift“ für die Inhalte noch eine Sicherheit, dass der Content nicht kompromittiert wurde.
AMP has played a key role in helping us to more effectively reach our audience and develop our online community, we’re keen to use AMP Real URL to better manage our online presence and keep our users engaged on the site,
sagt etwa Andrew Warner, CTO von Genius.
Auch bei Google ist das Feature ab heute verfügbar, zunächst für die Suchergebnisse. Bislang nur im Chrome Browser zu nutzen, sollte die Option der Signed Exchanges bald auch umfassender zur Verfügung stehen. AMP Real URL soll zudem nach Gesprächen mit Nutzern und Publishern nicht kostenpflichtig sein. Denn Cloudflare und Google meinen, dass die Integration von AMP Real URL das mobile Internet besser machen wird und daher von allen AMP-unterstützten Seiten eingeführt werden sollte.

„Improve Yourself“ auf der M3 CAMPIXX 2019 in Berlin

„Improve Yourself“ auf der M3 CAMPIXX 2019 in Berlin

Im Mittelpunkt der Marketingbranche steht der Mensch. Der Mensch als Teil der Zielgruppe, als Arbeitnehmer und Arbeitgeber und der Mensch als Inspirationsquelle. In diesem Sinne setzte Gründer Marco Janck die M3 CAMPIXX 2019 als unkonventionelle Konferenz zu den Themen Unternehmensentwicklung, Kommunikation und Optimierung um. In einem nicht als klassisch zu betrachtenden Konferenzsetting präsentiert sich die M3 CAMPIXX unter dem Motto „Improve Yourself“ im professionalisierten Bar-Camp Style.
Die ersten 50 Ticketbestellungen über OnlineMarketing.de erhalten mit dem Code keinscherz exklusiv 50% Rabatt auf den Ticketpreis.
Jetzt Ticket sichern!
Im sommerlichen Berlin treffen sich die Insider der Branche für zwei Tage zu zahlreichen Workshops und Sessions. Besonders das Networking steht am 13. und 14. Juni 2019 im Vordergrund, denn das Konzept der M3 CAMPIXX ist höchst kommunikativ. Die Teilnehmer, die sogenannten Spiritr, können in kleinen Gruppen und langen Pausen wertvolle Kontakte knüpfen. Damit dabei der Spaß nicht zu kurz kommt, schaffen bewusste Anleihen aus Fun Events immer wieder kommunikative Reize. Auch nach Ende des offiziellen Programms lässt es sich in dem exklusiv für die Konferenz gebuchten Veranstaltungsort direkt am Müggelsee weiter networken.

Morgens spontan angekündigte Vorträge sind ebenso gern gesehen wie die professionellen PowerPoint-Präsentationen der renommierten Speaker. Im vielseitigen Programm wird Teilnehmern aus allen Bereichen etwas geboten. Themen wie Neuromarketing, Teamoptimierung und Körpersprache werden besprochen, wenn die bewährten und die neuen Player der Szene aufeinander treffen und sich vernetzen.
In den Vorträgen geben Experten aus der Branche praxisnahe Insights. Vortragsthemen sind u.a.:
Wie man durch Neuromarketing Kundenverhalten aktivieren kann – Christina Hoffmann, Brandmind GmbH
Konflikte am Arbeitsplatz: Erkennen, Handeln, Reagieren – Dr. Oliver Ratajczak, Ihre-Kundenbrille.de
Mehr als ein Hallo – wie Körpersprache unbewusst beeinflusst – Jana Kozewa, Schauspielerin
Weniger Busy-ness – mehr Business: Die dreifache Überlastung und was du dagegen tun kannst – Ivan Blatter, Ivan Blatter Trainings
Vom Selbständigen Unternehmer zum glücklichen Freelancer – Stefan Godulla, Godulla. Web. Business. Strategy.
u.v.m.
© M3 CAMPIXX
Die Basis der M3 CAMPIXX bildet der Meinungs- und Erfahrungsaustausch sowie die intensive Diskussion der neuesten Entwicklungen. Wer bei den interessanten Gesprächen dabei sein und sich mit dem eigenen Wissen einbringen möchte, der kann jetzt die Chance nutzen und sich direkt Tickets für die Sommer-Konferenz bestellen.

Die ersten 50 Ticketbestellungen über OnlineMarketing.de erhalten mit dem Code keinscherz exklusiv 50% Rabatt auf den Ticketpreis.
Jetzt Ticket sichern!
Bei diesem Artikel handelt es sich um eine Anzeige. Sie ist in Zusammenarbeit mit der SUMAGO GmbH entstanden. Falls du auch Interesse an einem Sponsored Post bei uns hast, kannst du hier Kontakt zu uns aufnehmen.

Chiquita und Snapchat lassen mit Snapcodes die Banane tanzen

Chiquita und Snapchat lassen mit Snapcodes die Banane tanzen

Anlässlich des Tags der Banane, dem dritten Mittwoch im April, kooperieren Snapchat und Chiquita Brands International mit einer Aktion, die Snapchat-Nutzer begeistern dürfte. Bis Ende Mai werden auf den Bananen im Supermarkt Snapcodes auf den unverkennbaren blauen Stickern der Marke zu finden sein. Werden diese von den Usern gescannt, können sie die, eigens zu Ehren der Banane erstellten, Linsen nutzen.
Bananenliebhaber verwandeln sich durch die Linse selbst in ihr Lieblingsobst
Drei verschiedene Lenses sind zu der Aktion verfügbar. Die „World Lens“ verwandelt den Snapchatter in eine tanzende Chiquita-Banane, die „Face Lens“ lässt das Gesicht des Nutzers zu einer Banane werden und die „Gamified Lens“ eröffnet ein kleines Minispiel, in dem fallende Bananen in einer Obstschale aufgefangen werden müssen, um Punkte zu sammeln.

200 Millionen Bananen wurden mit dem speziellen Snapchat-Sticker versehen. Seit Anfang April sind die Bananen in den USA zu finden, in den folgenden Wochen wurden sie weltweit in die Gemüseabteilungen gebracht und sollen dort einen Monat lang zu finden sein. Wer keine bekommen hat oder die Lenses direkt ausprobieren möchte, kann auch die Snapcodes auf der Chiquita-Seite scannen und direkt heute zum Tag der Banane seinen Freunden passende Snaps schicken.
Chiquita zeigt sich up-to-date

Bananas are among the top sellers across grocery stores, making them present on almost every kitchen counter or table across the country. Chiquita will be the first brand to bring Snapchat visual recognition technology in the fresh produce aisle. This provides Chiquita a unique opportunity to leverage its iconic Blue Stickers as a powerful touchpoint with the Millennial and Gen Z consumers to interact with the brand in a fun, and relevant way,

gab Jamie Postell, Director of Sales North America für Chiquita, an. Schon in der Vergangenheit hatte Chiquita bewiesen, dass das Unternehmen gerne Partnerschaften eingeht und den blauen Sticker verändert. So zierten die Bananen u.a. schon die Figuren aus Ice Age oder den Minions. 2017 trugen die Bananen pink, um auf den Breast Cancer Awareness Month of October aufmerksam zu machen.
© Chiquita Die Integration von Snapcodes spricht das begehrte Publikum unter 25 an, das langsam anfängt, seine eigenen Lebensmitteleinkäufe zu tätigen. Früh die Marke im Bewusstsein der jungen Kunden zu festigen und sich durch gelungene Promoaktionen bei der Gen Z präsent zu machen, kann auch im Lebensmittelbereich von echtem Vorteil sein.

Die Renaissance des Old School Marketing

Die Renaissance des Old School Marketing

Galt Facebook früher als Schlaraffenland, um Besucher auf die eigene Website zu locken, ist die Zeit von Social Media als Traffic-Generator wohl vorbei. Auch Google wandelt sich zunehmend von der Frage- auch zur Antwortmaschine. Wie Unternehmen auf diese Veränderung reagieren sollten und welche Probleme es aktuell im Influencer Marketing gibt, darüber sprach SEO-Guru Rand Fishkin auf der Search Marketing Expo (SMX) in München.
Plattformen halten Nutzer im eigenen Universum
Übergreifend zeigt sich bei allen Marketing-Plattformen die Tendenz, die Nutzer im eigenen Universum zu halten. Seit 2016 sinkt der Traffic über Links der sozialen Plattformen wie Facebook und Twitter zu externen Seiten kontinuierlich. Wie Rand Fishkin erläuterte, werden bei Twitter zum Beispiel Tweets im Ranking herabgestuft, wenn diese ausgehende Links enthalten. Mit solchen Tweets lassen sich also weit weniger Nutzer erreichen, als mit Tweets, die keinen Link enthalten. YouTube schneidet die Vorschau von Beschreibungstexten zu Videos an der Stelle ab, an der ein externer Link erkannt wird, um einen direkten Absprung zu verhindern. Instagram bietet die Möglichkeit, ausgehende Links in Posts zu setzen, gar nicht erst. Die Tendenz ist über alle Plattformen hinweg eindeutig: Social Media ist als Traffic-Generator auf dem absteigenden Ast.
Referral Traffic nimmt bei Facebook ab, Quelle: „The Four Horsemen of the Web Marketing Apocalypse“, Rand Fishkin (SparkToro)
Auch Google arbeitet in den letzten Jahren an der Transformation von der Frage- zur Antwortmaschine. Viele Suchanfragen werden direkt in den SERPs beantwortet und führen nicht mehr zu einem Klick, der auf eine externe Website führt. Google liefert zwar weiterhin den meisten Traffic, die Tendenz ist allerdings rückläufig. Während im Mobile-Bereich der Anteil der No Click-Suchen im organischen Bereich bereits bei 54 Prozent liegt – im mobilen Bereich endet über die Hälfte der Google-Suchen also bereits ohne Klick auf eine Website –, weist der Desktop-Bereich mit 64 Prozent organischen Klicks noch bessere Zahlen auf.
No Click nimmt organischem Traffic Einiges, Quelle: „The Four Horsemen of the Web Marketing Apocalypse“, Rand Fishkin (SparkToro)
Unternehmen messen Erfolge im Influencer Marketing nicht
Im Influencer Marketing, das sich auch in Deutschland hoher Beliebtheit erfreut, scheinen viele Unternehmen den Return on Invest (ROI) ihrer Maßnahmen nicht zu messen. Rand Fishkin schilderte zur Verdeutlichung das Beispiel eines Influencers im Fashion-Segment, der von der Hälfte der Marken nach Beendigung einer Kampagne nicht nach dem messbaren Erfolg gefragt wurde.
Ein Influencer stellt dar, wie unwichtig Manchem Metriken sind, Quelle: „The Four Horsemen of the Web Marketing Apocalypse“, Rand Fishkin (SparkToro)
Eine weitere Problematik im Influencer Marketing sind steigende Zahlen von Fake Followern und Fake-Profilen bei Instagram und YouTube. Rand Fishkin kritisierte weiterhin, dass das Potential im Influencer Marketing nur unzureichend ausgeschöpft wird, da meist nur die Kanäle YouTube und Instagram beachtet werden. Weitere Kanäle wie Podcasts, Blogs, E-Mail-Newsletter oder Facebook-Gruppen werden im Influencer Marketing häufig nicht einbezogen.
Wo Influencer Marketing stattfindet, Quelle: „The Four Horsemen of the Web Marketing Apocalypse“, Rand Fishkin (SparkToro)
Die Rückkehr zum Old School Marketing
Allgemein sinkt der ROI der Web Marketing-Kanäle. Was also tun? Rand Fishkin empfiehlt, wieder zum „Old School Cool“-Marketing zurückzukehren und die eigene Website mit eigener E-Mail-Liste in das Zentrum der Marketing-Aktivitäten zu stellen. Zehn neue Abonnenten des E-Mail-Newsletters oder Besucher der Website sind für ihn relevanter als 10.000 neue Follower auf Social Media. In der SEO rät Rand Fishkin dazu, nicht mehr rein nach Suchvolumen zu optimieren, sondern sich an den zu erreichenden Klicks zu orientieren. Longtail-Suchanfragen bieten in diesem Fall auch das bessere Potential, da sie meist nicht über Direkt Answers von Google abgedeckt werden.
Zahlreiche Suchanfragen erhalten vergleichsweise wenige Suchen pro Monat (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), Quelle: „The Four Horsemen of the Web Marketing Apocalypse“, Rand Fishkin (SparkToro)
Für das Content-Marketing, PR und Anzeigen empfiehlt Rand Fishkin die Schaffung eines Marketing-Schwungrads. Anfänglich muss mehr Zeit investiert werden, da nicht alle Maßnahmen sofort erfolgreich sein werden. Im Laufe der Zeit entwickeln sich die Marketing-Maßnahmen des Kanals dann zum Selbstläufer. Folgend das Beispiel des Schwungrads im Content-Marketing:
Das Content Marketing Flywheel, Quelle: „The Four Horsemen of the Web Marketing Apocalypse“, Rand Fishkin (SparkToro)
Zusammenfassend rät Rand Fishkin dazu, zunächst den organischen Traffic und die eigene Marke zu optimieren. Im nächsten Schritt sollte die Optimierung der Anzeigen und der Conversion Rate folgen. Bei allen Aktivitäten sollte der Nutzer im Vordergrund stehen, auch bei der Auswahl des passenden Social Media-Kanals für die Zielgruppe.
Im digitalen Zeitalter droht die Kundenentfremdung
Die Fokussierung auf den Nutzer empfahl auch Karl Gilis am zweiten SMX-Tag in seiner Keynote des Tages zu Überlebensstrategien in der neuen Ära der Digitalisierung. Er erinnerte an Unternehmen wie Kodak, die aufgrund der fehlenden Ausrichtung auf ihre Kunden vom Markt verschwunden sind, da Marketing-Maßnahmen an der Zielgruppe vorbei geplant wurden. Die Unternehmen hatten die persönliche Bindung zu ihren Kunden verloren. Die heutige Digitalisierung kann den Prozess der Kundenentfremdung rasant beschleunigen, wenn keine konsequente Ausrichtung der Website und der Marketing-Maßnahmen auf den Kunden erfolgt.
Kundenentfremdung: Warum Kunden abspringen, Quelle: „Wenn die Technologie unser Leben bestimmt – Überlebensstrategien für eine neue Ära“, Karl Gilis (AGConsult)
Auch die automatisierte Personalisierung von Websites kann am Kunden vorbei laufen, wenn die Personalisierung nicht optimal gelöst wird.
Eine personalisierte schlechte Erfahrung, Quelle: „Wenn die Technologie unser Leben bestimmt – Überlebensstrategien für eine neue Ära“, Karl Gilis (AGConsult)
Wie kommt es zu Fehlentwicklungen bei der Website-Personalisierung? Laut Karl Gilis werden bei Kundenbefragungen häufig die falschen Fragen gestellt, welche die wirklichen Bedürfnisse der Nutzer nicht berücksichtigen. Auf Basis dieser Kundenbefragungen werden dann Websites umgesetzt, die den Nutzer nicht emotional erreichen. Wichtig ist also, am Anfang des Prozesses die richtigen Fragen zu stellen.
Ähnliche Entwicklungen zeigte Karl Gilis bei Google Ads-Anzeigen auf, die meist im Anzeigentext nicht den suchenden Nutzer direkt ansprechen, sondern stattdessen Informationen zum Hersteller oder zum Produkt kommunizieren. Der Nutzer sollte immer direkt angesprochen werden, dies wird zum Beispiel von Booking.com gut gelöst. Das Fazit von Karl Gilis:
Give them what they want and you’ll get what you want.
Best Practice bei Booking.com (mit einem Klick aufs Bild gelangst du zur größeren Ansicht), Quelle: „Wenn die Technologie unser Leben bestimmt – Überlebensstrategien für eine neue Ära“, Karl Gilis (AGConsult)
Standard-Themen und Newcomer: Fazit zur SMX 2019
Bereits länger bekannte Thematiken rund um Machine Learning und Content-Automatisierung wurden auch in diesem Jahr in diversen Sessions auf der SMX behandelt. Standard-Themen wie Website-Migration, Mobile-Optimierung und Usability bleiben weiterhin auf der Agenda. Auffällig ist die weiterhin starke Google-Zentrierung der Branche, obwohl Google nachweislich immer weniger Traffic liefert. Allerdings bleibt das Unternehmen in Sachen Suche so oder so der unangefochtene Platzhirsch. Automatisierung, Prozessoptimierung und Datenanalyse sind im Search-Marketing Pflichtthemen, die zunehmend wettbewerbsentscheidend werden. Letztlich sollten aber alle Marketing-Maßnahmen vor allem am Nutzer ausgerichtet werden und messbar sein, dann klappt es auch mit dem ROI.

Whitepaper: Die 5 Level eines erfolgreichen Digital Experimentation-Programms

Whitepaper: Die 5 Level eines erfolgreichen Digital Experimentation-Programms

Amazon, HP, VISA oder Sky – sie alle eint der Erfolg. Für diesen braucht es im heutigen digitalen Umfeld jedoch Tests, um zu verstehen, welche Ansätze funktionieren und was die Kunden wirklich von Unternehmen erwarten. Optimizely liefert in diesem Whitepaper einen Leitfaden zu den fünf Levels, die ein leistungsfähiges Experimentation-Programm umfasst. Von der Experimentation Rate bis zur Testkultur bietet das Paper alle Punkte, die für mehr Sicherheit bei Innovationen und schließlich sogar einen höheren ROI sorgen.
Direkt zum Whitepaper
Das eigene Testing optimieren und die Vorteile nutzen
Die größten und erfolgreichsten Unternehmen im digitalen Raum, darunter Sky, HP, Amazon oder VISA, nutzen Daten, um ihr Verständnis von Produkten und Kunden zu verbessern und dieses in einen Prozess einfließen zu lassen, der das eigene Angebot sukzessive optimiert. Dafür bedarf es jedoch der Experimentation. Dieses Konzept ist nicht nur in der Lage den ROI langfristig zu erhöhen oder Annahmen zu bestätigen, es minimiert auch Risiken bei der Implementierung neuer Ideen und sichert ein Verständnis für das, was der Kunde wirklich will.
Wer nicht einfach nur Bezugspunkte in der Customer Journey näher kennenlernen, sondern sein eigenes Unternehmen zu einer Kultur des Experimentierens verhelfen möchte, erhält im Whitepaper von Optimizely die Anleitung, um die fünf Level zu diesem Ziel zu durchlaufen.
Die digitale Transformation basiert auch auf stetig optimierten Experimentation-Strategien (Ausschnitt aus dem Whitepaper), © Optimizely
Zentral ist, sich ein engagiertes Team aufzubauen und eine stichhaltige Strategie zugrundezulegen. Um letztlich die Kultur des Experimentierens zu etablieren, braucht es außerdem den Einsatz geeigneter Technologien. Damit ein Unternehmen weiß, wo es in Sachen Digital Experimentation steht, eignet sich ein Blick ins Whitepaper, in dem Optimizely nicht nur Orientierungspunkte bietet, sondern auch Best Practice-Beispiele von Kunden wie der BBC. Darüber hinaus werden en detail die relevantesten Benchmark-Metriken vorgestellt, von der statistischen Signifikanz über die Anzahl der Varianten bis hin zur Testdauer.
Letztlich hängt der Geschäftserfolg immer von Tests und Experimentation-Strategien ab. Und je höher das Level, desto mehr Gewicht erlangt das System und desto mehr Möglichkeiten bietet es Unternehmen.
Wenn du auf diesen Ansatz und seine vielfältigen und nachhaltigen Potentiale neugierig geworden bist, lade dir das aufschlussreiche Paper direkt herunter.
Downloade das Whitepaper „Digital Experimentation: Der Weg in die Zukunft“
p {
margin-bottom: 0;
}
.omac_login iframe {
margin-bottom: 0 !important;
}
.omac_login-text {
display: inline-block;
vertical-align: super;
margin-right: 10px;
}
.omac_right {
float: right;
}
@media (max-width: 767px) {
.omac_left, .omac_right {
float: none;
width: 100%;
}
}
.omac_campaign p label {
display: inline-block;
width: 28%;
vertical-align: middle;
}
.omac_campaign p select,
.omac_campaign p input {
width: 60%;
display: inline-block;
margin: 0;
padding: 2px 4px;
font-size: 15px;
}
.omac_save_data,
.omac_campaign small {
font-size: 12px;
}
.omac_campaign p button {
display: block;
margin: 10px auto;
background: #3FA0C8;
border: 0;
color: #FFFFFF;
font-size: 15px;
padding: 15px 30px;
font-weight: bold;
}
.omac_campaign p button:hover {
background: #3680a3;
}
.omac_campaign .omac_error {
color: darkred;
}
]]>

Neue Gebotsstrategie auf Facebook maximiert Effizienz und Conversions

Neue Gebotsstrategie auf Facebook maximiert Effizienz und Conversions

Facebook richtet sich bei Anzeigenauktionen nach den vom Kunden festgelegten Gebotsstrategien. Bisher gab es zwei Gebotsstrategien, unter denen die Kunden wählen konnten. Niedrigste Kosten (bid cap) und Zielkosten (target cost). Heute verkündete Facebook die Einführung einer neuen Gebotsvariante: der Kostenobergrenze (cost cap) und reagiert damit auf die Wünsche der Kunden, beide Optionen zusammenzuführen.
Eine Übersicht der Gebotsstrategien. © Facebook Business In der „Niedrigste Kosten“-Version geht es darum, das maximale Conversion Volumen zu erreichen, indem so geboten wird, dass die niedrigsten Kosten pro Optimierungsevent generiert werden während gleichzeitig das gesamte Budget bis zum Ende des Tages ausgegeben wird. Die „Zielkosten“ sichern ab, dass die Kosten pro Optimierungs-Event um höchstens 10 Prozent von dem eingegebenen Betrag abweichen sollen. Mit der neuen Gebotsstrategie werden beide Angebote miteinander vereint.
© Will Francis – Unsplash
Du willst deine Ad Performance auf Instagram – oder   Facebook – steigern? Dann lass jetzt eine Analyse   durchführen und optimiere dein Umsatzpotential in den   populären Social Media. Melde dich zum Facebook/   Instagram Ads Check der Experten an! 
Jetzt anmelden!
Mit der neuen Strategie werden die Kosten pro Optimierungs-Event festgelegt
Das neue Angebot von Facebook ist die „Kostenobergrenze“. Mit der Strategie wird es möglich sein, die gewünschten Kosten pro Optimierungs-Event zu kontrollieren. Die neue Gebotsstrategie maximiert die Kosteneffizienz, indem du so viele Conversions wie möglich zu deinen gewünschten CPA oder darunter erhältst. Dabei sollte beachtet werden, dass die Kosten bis zu 10 Prozent über den CPA liegen können, denn die Kostenobergrenze ist lediglich ein Durchschnittswert, der dadurch beibehalten werden soll, dass Facebook versucht, immer die preiswertesten Events zu nutzen. Wenn das Budget gesteigert wird, können auch die CPA steigen, werden aber nie die Kostenobergrenze übersteigen.
Cost cap maximizes cost efficiency by getting you the most results, such as purchases or installs, at or below your set maximum cost per optimization event.
Werbetreibende können ihr Budget bestimmen. © Facebook Business Die Kostenobergrenze im Unterschied zu den Zielkosten
Was ist also der Unterschied zu den Zielkosten? Im Falle der Kostenobergrenze werden zunächst immer die günstigsten Optimierungs-Events genutzt, denn die Kostenobergrenze, ist ein Durchschnittswert unter dem geblieben werden soll. An die Zielkosten hingegen versucht Facebook so nahe wie möglich heranzukommen und nutzt deswegen nicht immer die preiswertesten Optimierungs-Events. Empfohlen wird diese Strategie für jeden, der seine durchschnittlichen CPA schon kennt oder jemanden, der diese einhalten muss z.B. mit dem gleichzeitigen Versuch, so viele Abonnements oder Einkäufe wie möglich für sein Geschäft auszubauen. Im Guide to Facebook Bid Strategies fässt Facebook die Vor- und Nachteile der verschiedenen Optionen zusammen.
Im Laufe des Jahres soll die neue Gebotsstrategie verfügbar sein, jedoch ebenso wie die Zielkosten nicht für alle Optimierungsziele.

Ende des Newsfeeds? Facebook testet Mischform aus Posts und Stories

Ende des Newsfeeds? Facebook testet Mischform aus Posts und Stories

In einem aufsehenerregenden Test verbindet Facebook seinen Newsfeed mit dem populären Stories Interface. Sowohl Posts als auch Stories könnten damit in einer Art Carousel durchgeswiped werden, was den Newsfeed letztlich zu einem Stories Feed verwandeln und den Scrolldown ablösen könnte. Ein so drastischer Einschnitt würde jedoch auch für das Facebook Advertising eine große Veränderung bedeuten.
Ändert Facebook wirklich seinen berühmten Newsfeed?
Die Expertin für Reverse Engineering, Jane Manchun Wong, entdeckte den Test in der Android-Version Facebooks. In seinem Bericht zum Thema erklärt Josh Constine bei TechCrunch, dass Facecbook ihm gegenüber bestätigt hat, dass es sich um eine frühe Entwicklungsstufe eines Tests handelt, um eine neue Navigation für den Newsfeed bei der Plattform zu etablieren. Allerdings werde das Feature nicht öffentlich getestet.
Wong zeigt, wie das Ganze aussehen könnte.

Facebook is testing to turn News Feed into Story Feed pic.twitter.com/83H7VWcgmD
— Jane Manchun Wong (@wongmjane) April 15, 2019

Es ist deutlich zu sehen, dass die Facebook-Beiträge ähnlich wie die Stories bei Instagram karussellartig und horizontal per Swipe durchgeschaut werden können; das würde im Umkehrschluss auch ein Ende des vertikalen Scrolldowns bedeuten. Wong zeigt per Sreenshot ebenso, dass die Stories Features quasi in den Newsfeed Content integriert werden können.

This integrates Posts and Stories into one, allowing users to consume both within the same reel of content
P.S. Screenshot: pic.twitter.com/f6l4xk27D6
— Jane Manchun Wong (@wongmjane) 15. April 2019

Weiterhin demonstrierte sie, wie sich Posts von Freunden, bekannt aus dem Feed, in der neuen Feed-Version direkt mit Stories abwechseln.

Here’s an example of how Stories are shown together with regular Posts
The left side is a regular photo post of my friend changing profile picture. The right side is my friend’s Story. And both of these are shown within the same UI pic.twitter.com/Fi2Mfqg2rX
— Jane Manchun Wong (@wongmjane) 15. April 2019

Während die Vorstellung, den altbekannten Newsfeeds Facebooks zu überholen und der Stories-Rezeption, wie sie bei Instagram für viele Nutzer im Vordergrund steht, stärker anzupassen, für Facebook vielversprechend sein könnte, weil so wieder mehr Engagement generiert werden könnte, bleiben in dieser frühen Testversion Schwachstellen. Denn Jane Manchun Wong erwähnt, dass der Timer bei diesem Interface nicht stoppt. So müssen auch längere Posts in sechs Sekunden gelesen werden; Wong relativiert jedoch, dass es sich dabei um einen Bug handeln könnte. Womöglich wird dies durch das Festhalten mit dem Daumen auf dem Display gelöst werden. Als Feature wäre dies jedenfalls problematisch. Die ersten Reaktionen auf die mögliche UI sind bei Twitter ebenfalls negativ gefärbt.

Oh god no.
Are they trying to get the kids back?
— m 🇦🇴🇵🇹 (@mprodrig) April 15, 2019

Content vs. Ads? Inwieweit werden Werbetreibende betroffen sein?
Ein Gedanke, der sowohl Facebook als auch den Advertisern auf der Plattform bei einer Kombination aus Newsfeed und Stories-Format kommen dürfte, ist die fehlende Sichtbarkeit von Ads durch den Mangel an Scrolling. Das könnte pessimistisch betrachtet zu einer Beeinträchtigung des Werbesystems führen. Allerdings werden beim Swipen durch den hybriden Stories Newsfeed ebenso Sponsored Posts angezeigt, ganz so wie im aktuellen Newsfeed.

This UI also shows the regular Sponsored Posts like how the News Feed would pic.twitter.com/yvnKlMoVLi
— Jane Manchun Wong (@wongmjane) 15. April 2019

Auf diese Weise könnte die Aufmerksamkeit für eine Werbeanzeige beim Nutzer sogar gesteigert werden, weil sie ihm visuell – und wenn auch nur für einen kurzen Moment – womöglich präsenter ist als beim Durchscrollen im Newsfeed. Immerhin sind Stories Ads formatfüllend. Die potentiell wirkungsvollere Werbeplatzierung in einem News/Stories-Umfeld hätte für Advertiser eventuell Vorteile, genauso aber auch für Facebook. Denn das Unternehmen dürfte für derlei Ads mehr Geld verlangen.
Constine vermutet zudem, dass das Soziale Netzwerk auf diesem Wege den Wandel vom Newsfeed, der für viele User an Bedeutung verliert und damit für Werbetreibende ebenfalls zu einem unbeliebteren Umfeld wird, zu einem Stories Feed vollziehen und gleichzeitig den Advertisern das Werben in diesem Format nahebringen kann. Immerhin sind Stories das Format der Zeit, selbst bei Facebook und im Messenger sind über 300 Millionen Menschen in Stories aktiv, während bei WhatsApp und Instagram 450 beziehungsweise 500 Millionen hinzukommen. Schon im vergangenen Jahr kündigte das Unternehmen an, dass 2019 das Teilen über Stories die im Newsfeed geteilten Beiträge überholen dürfte. Ob es dazu allerdings kommt, ist noch nicht mit Sicherheit zu sagen. Zumindest in Sachen Reichweite sind die Social Media Feeds bei Instagram oder Facebook den Stories noch deutlich voraus.
Das Ende des Newsfeeds, wie wir ihn kennen?
Der Newsfeed Facebooks bietet weiterhin eine gute UX, wenn es darum geht, diverse Posts mit einigem Textinhalt zu scannen und zu lesen. Allerdings ist der Newsfeed anders als etwa bei Twitter weniger von Text als vielmehr von visuellen Inhalten, von Ads und Videos beherrscht. Die Aufmerksamkeit für den Newsfeed hat längst nachgelassen und insbesondere mobil greifen User gern auf die Funktion des Swipens zurück, um visuellen Content präsentiert zu bekommen.
Ob und wann wir tatsächlich eine so starke Veränderung des Newsfeeds sehen werden, ist derweil noch nicht klar. Doch Facebook hat zwar trotz all der Skandale 2018 weiterhin eine ungemein große Nutzerbasis, diese interagiert aber weniger mit Inhalten als beispielsweise bei Instagram. Eine Änderung der Nutzererfahrung ist daher über kurz oder lang nur folgerichtig. Die hybride Form von Newsfeed und Stories könnte für Facebook letztlich einen sinnvollen Übergang schaffen, der verschiedene Entwicklungsstadien von Social Media verbindet und im Bestfall die Differenzen überbrückt. Und selbst für Werbetreibende könnte das zum Vorteil werden, wenn zum Beispiel unskippable Stories Ads integriert würden. Stories Ads gibt es bereits seit letztem Jahr bei Facebook. Das würde von den Usern sicher nur toleriert, wenn dieser neuartige Feed genau ihren Geschmack trifft. Zum Glück hat Facebook hierfür noch genug Zeit zum Testen; genügend Daten als Grundlage für eine optimale Newsfeed/Stories-Erfahrung sind jedenfalls vorhanden.

Nostalgie-Marketing: Das Geschäft mit der guten alten Zeit

Nostalgie-Marketing: Das Geschäft mit der guten alten Zeit

Nike bringt mit Snapchat den Retro-Sneaker Air Jordan heraus, Pokemon GO begeisterte vor einigen Jahren Millionen und im Radio laufen zahllose Songs, die von der guten alten Zeit handeln. Netflix zahlte Ende des vergangenen Jahres 100 Millionen US-Dollar für die Ausstrahlungslizenz der Kultserie „Friends“ und Disney holt für die eigene Streaming-Plattform alle, sonst unter Verschluss liegenden, Klassiker hervor. Es scheint, als wäre die (Online-)Welt von einer Nostalgie-Welle überrollt worden.
Die Nostalgie-Maschine Disney
Besonders Disney fällt derzeit in Social Media mit dem Nostalgie-Trend auf: Miley Cyrus zeigt sich mit Hannah-Montana-esquen blonden Haaren, die Jonas Brothers feiern ein Comeback (und landen direkt auf der Nr. 1 der Billboard Charts) und eine Fortsetzung von High School Musical kündigte sich an. Diese Entwicklungen könnten die Werbetrommel für die eigene Streaming-Plattform rühren sollen. Ende des Jahres ist der Launch von Disney + geplant. Ein großer Vorteil liegt dabei in dem riesigen Filmarchiv, das dem Medienunternehmen zur Verfügung steht. Filme liefern nicht nur die Walt Disney Studios, sondern auch die Pixar Animation Studios, die Marvel Studios, das Star Wars-Imperium und bald auch 21st Century Fox.

Nicht nur Altes aufwärmen
Doch im Gegensatz zur Disney Renaissance der 90er wird heute kein neuer Content produziert, sondern nur in Remakes bereits Bekanntes aufgewärmt. Das lässt für einige Zeit in Erinnerungen schwelgen, aber kann nicht lange halten, so einige Stimmen. Im erfolgreichen Nostalgie-Marketing ginge es immer darum, zu dem Altbekannten noch etwas hinzuzufügen. Pokemon GO nutzte die neueste Technik, um die alte Geschichte aufleben zu lassen. Instagrams erstes Logo erinnerte stark an die beliebten Polaroidkameras und auch die Fotos ließen sich nur im quadratischen Polaroidformat hochladen, doch die Plattform gab den Nutzern die Modernität des digitalen Zeitalters. Ed Sheerans neu erschienenes Album „Divide“ war 2017 in den USA und in Kanada die meist verkaufte Schallplatte.
Disney hat durch seine Markenbekanntschaft und große Fangemeinde ein Sicherheitsnetz, das misslungene Remakes allein durch die Menschen auffängt, die die Neuverfilmung mit dem Klassiker vergleichen wollen. Abgesehen davon hat das Unternehmen in allen anderen Bereichen, wie ihren Themenparks, Disney Stores und Kreuzfahrtschiffen, ein äußerst erfolgreiches Marketing. Doch die meisten Marken können sich nicht so leicht auffangen. Mit welchen Mechanismen also erfolgreiches Nostalgie-Marketing betrieben wird und warum das funktioniert, erklären wir nachfolgend.
Das Geschäft mit der guten alten Zeit
Zunächst einmal: Was ist Nostalgie? Nostalgie beschreibt ein positiv gestimmtes Gefühl der Vergangenheit gegenüber. Ob diese Vergangenheit zehn Jahre, zehn Monate oder zehn Wochen her ist, ist zweitrangig. Denn die Zeitperioden, nach denen wir nostalgisch werden, verkürzen sich zunehmend. Durch den rasant schnellen Wechsel in Trends und Technologie kann es schon mal passieren, dass Erinnerungen an das letzte Handy herausgekramt werden, das vor wenigen Wochen dem neuen weichen musste.
Besonders die Millennials als Zielgruppe gelten als besonders empfänglich für nostalgische Anreize. In Social Media wird konstant an die 90er erinnert, als unbeschwerte Kindheitszeit. Der Hashtag #tbt (ThrowbackThursday) bietet wöchentlich die Möglichkeit, auf allen erdenklichen Plattformen alte Fotos und Beiträge herauszukramen und erneut zu posten. Im Kollektiv funktioniert dies besonders gut. Und die Sehnsucht nach kollektiven Erfahrungen steigt mit dem Wandel durch die digitalen Medien und dem Fokus auf Individualität – so unlogisch das erstmal klingt. Heutzutage hört jeder die eigene Playlist und stellt sich das eigene Fernsehprogramm zusammen. Gemeinsames Erleben in großen Gruppen ist seltener geworden. Außer vielleicht auf großen Konzerten oder bei dem Finale der Fußball WM trifft man selten auf echtes verbindendes Gemeinschaftsgefühl großer Gruppen.
Was hilft es im Marketing?
Positive – teils auch verklärte – Gefühle der Vergangenheit aufleben zu lassen, wirkt sich bestmöglich auf die Sicht der Kunden auf die Marke aus. Erfolgreiches Brand Marketing ist, Kunden auf einem sentimentalen, emotionalen Level zu erreichen. Als ultimatives Ziel im Marketing kann es gesehen werden, Kindheitserinnerungen wach werden zu lassen für ein freudiges „Oooh, weißt du noch..?“, das – von einem Knuff in die Seite der Freunde begleitet – ausgerufen wird. Menschen erinnern sich gern gemeinsam; eine nostalgische Onlinekampagne wird so häufiger mit Freunden geteilt werden und ein größeres Publikum erreichen. Ein Publikum, das durch die Nähe zu dem bereits erreichten Publikum höchstwahrscheinlich eine passende Audience für die eigene Markenbotschaft ist.
An den erfolgreichen Beispielen haben wir gesehen, dass es nicht ausreicht, nur nostalgisch zu werden und alte Kamellen aufleben zu lassen (ein Blick auf die Kommentare unter dem Trailer des Remakes von Kim Possible bestätigen, dass die Audience sehr ungnädig aufgewärmtem Material gegenüber werden kann). Schließlich hatten die Neuerungen immer einen Grund. Eine Marke könnte verstaubt und irrelevant wirken, wenn sie auf ausgedienten Konzepten beharrt. Ein Beispiel: Es wäre nicht empfehlenswert, die Website von vor zehn Jahre aufleben zu lassen. Diese ist nach heutigen Maßstäben sicher unmodern und nicht besonders benutzerfreundlich. Je nach Website könnte es aber sympathisch wirken, beispielsweise ein altes Bild als Header einzubauen oder ein antiquiertes Feature erneut hervorzuholen. Die Kunden an die eigene Geschichte zu erinnern, kann das Vertrauen stärken. Dass die Marke schon seit dieser langen Zeitspanne existiert, deutet auf Stabilität und Qualität hin.
[embedded content]
Microsofts Internet Explorer brachte 2013 eine Werbung mit dem Titel „Child of the 90s“ heraus, in dem klassische Erinnerungsstücke der 90er Jahre hervorgeholt wurden. Die Reaktionen auf Social Media waren gemischt: Das Video konnte über 50 Millionen Aufrufe auf YouTube generieren und wurde fleißig geteilt. Jedoch änderte sich die Meinung über den Internet Explorer an sich nicht oder nur wenig. So und so ähnlich sahen die Kommentare zu dem Video aus:

Microsoft mag nicht den besten Webbrowser am Start haben, aber in Sachen Werbung machen sie ziemlich viele richtig. http://t.co/DD9Yo6g1k3
— RCKSTR Mag. (@RCKSTRmag) 28. Januar 2014

http://t.co/6DrHRF28Y7 Schöne Werbung.IE werd ich trotzdem nicht nutzen 🙂
— Joey (@Estadox) 27. Januar 2014

Daraus lässt sich erkennen, was über Millennials hinlänglich bekannt ist: Authentizität ist wichtig. Anscheinend hat der Internet Explorer hier eine Werbung gemacht, die die Menschen zwar angesprochen hat, aber in deren Meinung so gar nicht zu dem Produkt passte.

So kann Nostalgie-Marketing begonnen werden
Wer eine erfolgreiche Nostalgie-Kampagne starten möchte, sollte seine Zielgruppe, bzw. deren Kindheit, genau kennen. Oft hilft es, die bereits erwähnten Beiträge unter dem Hashtag #tbt zu beobachten und zu identifizieren, welche Trends sich abzeichnen und diese dann für die eigene Kampagne zu nutzen.

The coolest thing about the new year? M&M’S Crispy are back in 2015. #crispyisback – Blue pic.twitter.com/eIM3Ut6Knw
— M&M’S (@mmschocolate) 29. Dezember 2014

2015 hörte Mars auf die zahlreichen Kundenwünsche und brachte die beliebte Sorte M&M’S Crispy zurück. Im Nostalgie-Fieber überschlugen sich die Fans unter der Ankündigung auf Twitter, verlinkten Freunde und Familie und ließen so die Vorfreude steigen.
Wer klein anfangen möchte, kann ganz praktisch damit starten, etwas im Retro-Look einzubauen oder zu designen.
Die eigene Geschichte aufzubereiten, stärkt das Vertrauen der Kunden. Die Entstehungsgeschichte der Marke könnte eine eigene Unterseite auf der Website bekommen, mit sorgfältig ausgewählten Fotos beispielsweise des Gebäudes oder der Mitarbeiter. So werden diese auch gleich mit eingebunden und erinnern sich an die Anfänge zurück. Es kann sich anbieten, die Geschichte des Unternehmens neben einige bekannte Ereignisse zu stellen à la „Was war gerade los in der Welt?“.
Im Falle von Startups, die noch auf keine lange Geschichte zurückblicken, können Kunden gebunden werden, indem auf die gemeinsame Kindheit angespielt wird, die sich je nach Zielgruppe im ähnlichen Zeitrahmen abgespielt hat. Abgesehen davon gibt es ein Phänomen namens „historische Nostalgie“, das dafür sorgt, dass z.B. Millennials auch den 70ern und 80ern gegenüber positive Gefühle hegen, allein durch die Erzählungen ihrer Eltern und Großeltern.
Nostalgie-Marketing ist definitiv keine leichte Aufgabe. Schnell wirkt es gewollt und aufgesetzt oder in der Zeit stehengeblieben. Doch wenn es erfolgreich umgesetzt wird, ist der Marke die nachhaltige Kundenbindung und positive Sicht auf die Marke sicher.

Shoppable Ads auf TikTok liefern Marken Einnahmen und Insights zu Gen Z

Shoppable Ads auf TikTok liefern Marken Einnahmen und Insights zu Gen Z

Langsam nimmt die Social Media Plattform TikTok auf dem Radar der Werbetreibenden einen größeren Platz ein. Schon Ende Januar berichteten wir über die Intergrierung von Ads in der App und die Herausforderungen, die damit einhergehen. Denn Werbung zu kreieren, die sich nahtlos in den kreativen UGC der Plattform einfügt, ist keine einfache Aufgabe.
Die hohen Downloadzahlen weisen auf ein großes Potential hin
Die Möglichkeiten, die sich für Werbetreibende in der App ergeben, werden gerade erst angekratzt. Nach Angaben von SensorTower war die App im ersten Quartal 2019 die am dritthäufigsten heruntergeladene Non-Gaming App. 18,9 Millionen US-Dollar konnten im Q1 an Einnahmen generiert werden. Bei einem Nutzerzuwachs um 70 Prozent im letzten Jahr liegt hier ein Markt mit sehr großem Potential vor.
Die Anzeige von Hollister auf TikTok. (Mit einem Klick auf das Bild gelangst du zu einer größeren Ansicht.) Die Nutzer- und Downloadzahlen sprechen für sich, ebenso das hohe Engagement der Gen Z. Kein Wunder also, dass Unternehmen anfangen wollen, den Markt zu testen. TikTok bietet verschiedene Angebote für Marken, ihre Werbung zu schalten. Derzeit gibt es zwei Möglichkeiten, Anzeigen auf der Plattform unterzubringen. Entweder als Video Ads im Feed der App, die zwischen dem UGC auftauchen, oder Vollbildanzeigen, die die Seite bedecken, wenn die App geöffnet wird. Besonders branded Hashtags werden gerne genutzt, um die User dazu zu ermutigen, ihren eigenen Content unter dem markeneigenen Hashtag zu produzieren und zu posten.
Beide derzeit möglichen Varianten von Ads auf TikTok lassen die Integration von Links zu Seiten außerhalb von TikTok zu. Laut Adweek reichen die Kosten für Vollbildanzeigen von 50.000 bis 100.000 US-Dollar und die für eine sechstägige promotete Challenge mit einem branded Hashtag bis zu 150.000 US-Dollar.
Hollister testet Ads in TikTok mit zufriedenstellenden Ergebnissen
Modelabel Hollister testet derzeit die in-feed Video Ads. Ein „Shop Now“-Button leitet die Nutzer weiter auf eine Seite, die sich noch in der App öffnet und auf der die Nutzer neue Klamotten shoppen können.
TikTok has been on our radar for a little while, and this opportunity opened up a couple of weeks ago to try it. At this point, it’s really more about that test and learn. But so far, we’re pretty excited about the results that we’re seeing,
gab Michael Scheiner, Senior Vizepräsident im Marketing von Hollister, Adweek gegenüber an. Derzeit analysiert die Marke das Engagement und die Reichweite der Kampagne und – obwohl keine konkreten Zahlen veröffentlicht wurden – gibt an, zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen zu sein. Besonders wertvoll sind für das Unternehmen die Erkenntnisse, die sich aus den Zahlen über das Shoppingverhalten der Gen Z ergeben.
TikTok will bald weitere Optionen anbieten
Gerade für Fashion und Beauty könnte die App aussichtsreiche Möglichkeiten bieten, um die junge Generation von Verbrauchern anzusprechen und für sich zu gewinnen. Auch die Plattform selbst weiß um ihre bisher ungenutzten Möglichkeiten und möchte Marketern bald mehr Optionen bieten, ihre Produkte auf TikTok zu bewerben.