Von Dog Content und Petfluencern: Wie Tiere erfolgreiches Marketing betreiben

Von Dog Content und Petfluencern: Wie Tiere erfolgreiches Marketing betreiben

Die ultimative Zauberformel für gelungene Werbung gibt es wohl nicht, doch es gibt viele Elemente, die dazu beitragen, dass beispielsweise ein Werbevideo im Kopf bleibt – und zwar auf positive Weise und nicht, weil es so nervtötend war. So gehören oft auch Hunde zum Rezept dazu. Schon seit Jahrzehnten nutzen Werbetreibende unsere vierbeinigen Freunde dazu, die Herzen der potentiellen Kunden zu gewinnen – oft mit Erfolg. Mit dem Aufstieg der sozialen Medien hat es jedoch noch ein ganz anderes Format ins Marketing geschafft: sogenannte Petfluencer.
Werbung nur für Hundefutter? Von wegen!
Das Wort ergibt sich aus „Pet“ und „Influencer“ und beschreibt dementsprechend einen fellnasigen Meinungsmacher, der meist einen eigenen Instagram Account besitzt und dort einiges an Followern unter sich vereinen kann. Während Hunde in klassischer Werbung zumindest für Produkte warben, die für Hunde oder ihre Besitzer relevant sind (wie Staubsauger oder Reinigungsmittel), haben Petfluencer eine kaum eingeschränkte Produktpalette. popeyethefoodie wirbt auf Instagram für Essen, aber keineswegs Hundefutter. Von Eiscreme bis Sushi ist alles dabei. Bisweilen wirbt er auch für die lokale Lotterie. Hunde-Influencer Loki konnte unter seinen zwei Millionen Abonnenten zuletzt Werbung für Toyota machen. Fairerweise muss ergänzt werden, dass auch andere Tiere Petfluencer sind, teils sogar sehr erfolgreich; dieser Artikel beschränkt sich jedoch auf Hunde.

Agenturen sorgen für die wachsende Berühmtheit der Vierbeiner
Mittlerweile gibt es Agenturen, die sich dem Erfolg von solchen Accounts verschrieben haben. So zum Beispiel The Dog Agency. Um in der Agentur aufgenommen zu werden, erwartet diese mindestens 50.000 Follower und ein gutes Engagement, so gab Loni Edwards, CEO von The Dog Agency, es in einem Interview mit Fast Company an.

People’s love of pets is not going anywhere, I actually see it expanding and growing. We’re going to see more companies in the travel space working with pets, because people don’t want to leave their pets at home. New fashion companies are popping up, because similarly people want their pets to be stylish, just like themselves. People want whatever they want for themselves for their pets.

Bei der Auswahl helfen Petfluencer, die ihren Fans ausgewählte Marken und Produkte präsentieren und das völlig skandalfrei. Schließlich können die Tiere nicht unangemessene freizügige Bilder von sich posten oder einen Shitstorm durch eine falsche Bemerkung oder Einstellung ernten. Und das zahlt sich aus: mehrere tausend US-Dollar kann ein Post bringen. Dabei kommt es natürlich auf die Anzahl der Follower an. Edwards gibt als Beispiel an, dass ein Hund mit über einer Million Followern mit 10.000 bis 16.000 US-Dollarn pro Post rechnen kann.
Merchandise-Artikel und ein eigenes Buch
Das Wachstum eines solchen Accounts ist dabei nicht auf visuellen Content auf Instagram und Co. beschränkt. Wie Jiff der Pomeranian zeigt, kann es auch weit darüber hinausgehen. Von dem kleinen Zwergspitz gibt es mittlerweile Merchandise-Artikel wie winzige Sammelfiguren und lebensgroße Plüschtiere zu kaufen.

We help them think about what makes sense for them to do next, whether it’s getting a book deal or starting a merchandise line,

erklärt Edwards. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Wettbewerbe bestimmen den Petfluencer des Jahres
Storytelling mit Petfluencern ist auch das Spezialgebiet der Agentur TONY, die zu Karkalis Communications gehört. Am 22. September verleiht TONY erstmalig den German Petfluencer Award. Bis dahin darf jeder für seinen Favoriten abstimmen. Laut eigenen Angaben hatte die Seite schon am ersten Tag über 10.000 Besucher, was nur verdeutlicht, wie gefragt das Thema gerade ist. Die Verleihung wird dann im September in Köln stattfinden, im Rahmen einer Beach-Party. Moderiert wird der Abend von RTL-Moderatorin Sandra Kuhn. Aufgrund der großen Nachfrage wird noch eine zweite Party in München stattfinden.
Trotz allen Versprechungen von großem Ruhm und Geld sollte doch immer das Wohl des Tieres die erste Priorität sein. Bei der Aufnahme in die Agentur werde besonders auch auf die Motivation des Herrchens oder Frauchens geachtet. Alles soll in einem Rahmen geschehen, der dem Tier nicht unangenehm ist oder schadet. Darüber, wie gemütlich Designermode für Tiere ist, wollen wir uns an dieser Stelle kein Urteil erlauben.